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Indiana Jones und der Tempel des Todes

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Steven Spielbergs Bester

Indiana Jones und der Tempel des Todes Kritik

Indiana Jones und der Tempel des Todes Kritik
10 Kommentare - 03.01.2023 von MobyDick
In dieser Userkritik verrät euch MobyDick, wie gut "Indiana Jones und der Tempel des Todes" ist.

Bewertung: 5 / 5

Steven Spielberg - nicht mein Favourite!

Dass der Mann Regie führen kann/konnte wie kaum ein zweiter, dabei sowohl Kommerz als auch Kunst gleichermassen bedienen konnte und immer zu wissen schien, was man machen kann und was nicht, oder aber gewisse Zugeständnisse ans Publikum machen muss, damit das Publikum in denselben Film immer wieder kommt, geschenkt. Dafür muss man den Mann bewundern. Welche Filme er gedreht hat, wie er das Blockbuster Genre geprägt hat und wie sein Name zu einer Marke wurde, auch dafür gebührt ihm Respekt.

Aber was ich an dem Mann auszusetzen habe, greift eben genau dort: Seine Nase für das Publikum. Recht früh war klar, was Spielberg kann und seine Kommentare zur Lage der Nation oder dem Menschen per se in seinen Werken auch immer recht sichtbar (sei es Duell oder Sugarland Express). Da paarte sich New Hollywood Auteur mit grandiosem Geschichtenerzähler. Und wenn er dann den weißen Hai auf das Publikum losliess, dann war er dabei, die Kinolandschaft für immer zu verändern, zum Guten wie zum Schlechten!

Das Gute ist hinlänglich bekannt, das Schlechte ist hauptsächlich in der Popkultur auch unterbewusst bekannt, ich nenne es mal "Richard Dreyfuss muß überleben" Syndrom. Diese Erzähltechnik hat Spielberg perfektioniert und bis zum Exzess ausgelebt, egal in welchem Film, sei es ET, sei es der Weiße Hai, sei Minority Report sei es Krieg der Welten. IMMER konfrontiert uns Spielberg mit dem größtmöglichen Gau, nur um uns dann doch wieder milde zu stimmen, indem er uns jemand verloren geglaubtes wieder schenkt - die Magie des Kinos und eines Mannes, von dem es sehr lange immer hiess, er wäre der Peter Pan der Filmemacher.

Und dieses Anbiedern ans Publikum hatte seinen Preis, mit zunehmendem Alter, mit zunehmender Anzahl Produktionen, automatisierte sich sein Inszenierungsziel, wurde aus dem Geschichtenerzählen eine Formelabarbeitung, da er als Marke nunmal auch gewisse Zahlen generieren musste, und das geht eben nunmal nur auf Nummer sicher. Was ja nicht schlecht wäre, wenn seine künstlerisch ambitionierten Filme, die er ab den späten 1980ern dann auch drehte, eben doch Spielbergs Fähigkeiten der guten Geschichtenerzählung mit bedienen könnten. Aber nein, auch hier hatte er es verloren, er bediente hier auch gewisse Spielbergismen, was der Qualität dann eben doch abträglich war. Und ja, Schindlers Liste, ein Wendepunkt im Schaffen und Leben Spielbergs, ist auch weit davon entfernt, das volle Potential des Mannes abzugreifen - eine ausführliche Kritik verkneife ich mir mal, da diese Kritik nun den Film von Spielberg bespricht, der tatsächlich in meinen Augen sein vielleicht bester sein könnte ;-)

Indiana Jones und der Tempel des Todes ist der Idealfall einer Fortsetzung, der sich um die Kontinuität des Vorgängers gelinde gesagt einen Scheiss kümmert, und es sich verdammt einfach macht, indem es einfach mal ein Prequel ist. Und ganz ehrlich, das ist nicht nur schlau, weil man dann einfach keine etablierten Figuren aus dem ersten Film bezahlen muss oder gar inkorporieren. Hinzu kommt, dass die Figuren einfach ins Geschehen geschmissen werden, und der Film einfach mit 180 Sachen loslegt. Es gibt kaum eine Verschnaufpause und wenn, dann nur um von A nach B zu kommen.

Der Film ist gewitzt, witzig, actiongeladen, spielt seinen Esprit im Sinne der Screwball-Action-Komödien von anno dazumal als Hommage großartig aus, und bedient sowohl die damalige Sicht auf die Filme von damals gepaart mit den Sehgewohnjeiten der 1980er auf fulimnante Art und Weise.

Hinzu kommt, dass Spielberg hier kreativ sowohl voll auf der Höhe der Zeit ist, und ihm ständig was Neues einfällt, er dabei den Vorgänger, der ja eigentlich der Nachfolger ist, sowohl zitiert als auch persifliert und er eben auch noch dabei ist, sich selbst zu zitieren. Vor allem die Reminiszensen zu etwaigen Szenen in ET, wenn Elliot ähnlich agiert wie die Figuren in einem parallel laufenden Film, kommen auch hier in gespiegelter Form als Wiedergänger nicht zu kurz.

Dann ist da noch die unglaubliche Chemie zwischen den beiden Protagonisten und man kann es fast gar nicht anders sagen, ein bißchen scheint es schade, dass Spielberg Kate Capshaw dem zahlenden Kinopublikum weggeschnappt hat, denn diese Dame hat ganz klar das Zeug dazu gehabt, solchen 1980er Ikonen wie Kathleen Turner oder Kim Catrall Konkurrenz zu sein.

Aber all das wäre nichts wert, wenn der Film eben nicht abliefern würde, und genau das tut er dann eben nämlich auch: Natürlich wird die übliche White Saviour Mär dieser Abenteuerfilme weitergsponnen, aber das tut überhaupt nichts zur Sache, wenn das Resultat dermassen überzeugend ist. Vor allem der erzählerische Bruch, der sich zwar lange anbahnt, und der Film von leichter Abenteuerkost zu Fantasyhorror abdriftet, ist so verblüffend wie auch nach wie vor spannend und spektakulär umgesetzt. Vor allem dieses extrem atemberaubende Tempo, das der Film einfach bis zum Ende beibehält und ein Genre nach dem anderen wechselt wie Sexsüchtige die Geschlechtspartner, ist auch heute noch (4 Jahnrzehnte später!) einfach eine herbe Keule in Richtung aller derzeitiger Abenteuerfilme, die einfach nicht verstehen, worum es bei solch einem Film überhaupt geht.

Natürlich muss man bei indiana Jones auch immer den Suspension of Disbelief mit einkalkulieren, und hier breche ich wieder eine Lanze für den ungeliebten 4. Teil. Indiana Jones war schon immer besonders unglaubwürdig, sei es die UBoot Sequenz, sei es das Schlauchboot, sei es der Kühlschrank, warum da immer auf den vierten eingedroschen wird, entzieht sich ein bißchen meinem Verständnis, der Film ist eine solide und brauchbare Fortsetzung, nur halt nicht so atemberaubend spektakulär wie die jeweiligen Vorgänger, aber muss er das überhaupt? Nein! Es beschwert sich ja auch niemand über den grottigeren 4. Lethal Weapon. Also da würde ich tatsächlich die Kirche im Dorf lassen.

Aber zurück zum Tempel des Todes: Das ist der perfekte Rollercoaster-Abenteuer-Fantasy-Horror-Screwball-Actionblockbuster, der selbst Jahrzehnte später mit seiner atemberaubenden Inszenierung das Publikum zu fesseln vermag. Das ist tatsächlich Steven Spielberg auf der Höhe seines Schaffens, der genau weiss, was das Publikum will, es dennoch überraschen kann und trotz allem immer noch konsequent sein Ding durchzuziehen in der Lage ist. Von der Schlagzahl ist er vielleicht nicht ganz so hoch wie 1941, aber der Film war ein kolossaler Flop, wohingegen Indy 2 einfach schon bei Erscheinen als Meilenstein galt. zu recht

10 Punkte

Indiana Jones und der Tempel des Todes Bewertung
Bewertung des Films
1010

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10 Kommentare
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MobyDick : : Moviejones-Fan
05.01.2023 12:04 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 7.108 | Reviews: 216 | Hüte: 561

kurzer Nachtrag: habe es jetzt als Topliste angelegt mit einigen kleineren Erklärungen zum besseren Verständnis wink

Dünyayi Kurtaran Adam
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MobyDick : : Moviejones-Fan
04.01.2023 21:36 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 7.108 | Reviews: 216 | Hüte: 561

MB80

Bin ich auch nicht und ich würde den Film in jeder Diskussion schlecht reden, stünde bei mir bei 6 oder so Punkten, aber dh nicht dass ich den Film nicht doch höher einwerten muss, da er schon wichtig ist

.

Dünyayi Kurtaran Adam
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PaulLeger : : Moviejones-Fan
04.01.2023 20:35 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 1.786 | Reviews: 13 | Hüte: 203

@ MobyDick

Dir ist schon klar, dass ihre Rolle so angelegt ist?

Das macht die Figur auch nicht weniger nervig. Ich weiß ja z.B. auch, dass es Raimi und nicht Dunst anzulasten ist, dass MJ eine ultra-nervige Damsel ist, aber dennoch würde ich Dunst nie positiv herausstellen wenn ich über die Spidey-Filme schreibe. wink

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MB80 : : Cheddar Goblin
04.01.2023 19:08 Uhr | Editiert am 04.01.2023 - 23:22 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 2.596 | Reviews: 44 | Hüte: 238

luhp92, MobyDick:

Achso, ich dachte jetzt kommt der "Nope ist nicht gut weil Indiana Jones" Schlag, aber... Nope!

Moby:

Ich hatte Schindlers Liste jetzt weiter unten bei dir erwartet, dachte du wärst auch kein Fan. Minority Report würde ich nach kürzlichem Re-Watch auch locker in die Top 10 tun, und Jurassic Park wäre locker Top 5.

“...and the stronger the fear of boredom, the louder the music."

Avatar
MobyDick : : Moviejones-Fan
04.01.2023 18:01 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 7.108 | Reviews: 216 | Hüte: 561

Naja, ging doch schneller als gedacht, hier der quickie, und ich muss ein bißchen zu Kreuze riechen, tatsächlich finde ich nur 18 Filme zumindest akzeptablen bis gut, und Schindlers Liste ist tatsächlich sehr weit vorne, hätte ich gefühlt deutlich mehr bessere Filme bei ihm erwartet, hmm, also here we go:

18 Unheimliche Begegnung der dritten Art
17 Indiana Jones 4
16 Amistad
15 Ready Player One
14 E.T.
13 Bridge of Spies
12 Jurassic Park
11 Indiana Jones 3
10 Catch Me if You Can
9 Der Soldat James Ryan
8 Minority Report
7 Duell
6 Sugarland Express
5 1941
4 Schindlers Liste
3 Indiana Jones 1
2 Der Weiße Hai
1 Indiana Jones 2

Dünyayi Kurtaran Adam
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MobyDick : : Moviejones-Fan
04.01.2023 17:29 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 7.108 | Reviews: 216 | Hüte: 561

MB80 und luhp92

yup, luhp92 hat es verstanden, genau daher weht der Wind wink

Und dieser Psycho Rajko bringt es tatsächlich noch besser auf den Punkt als ich, finde ich wirklich sehr gelungen sein Review, danke dafür wink

Was die ultimative Spielberg Liste angeht, damit kann ich mich ganz schwer anfreunden, und das hat nicht nur was damit zu tun, welcher Indiana Jones wo steht, sondern auch damit dass da vieles für mich einfach mal nicht passt. München beispielsweise hat in dieser Liste in meinen Augen nichts zu suchen, da Spielberg da sich so oft im Ton vergreift, dass man sich wirklich wundert. Schindlers Liste gehört natürlich in diese Liste, wäre bei mir aber gefühlt auch nicht in seinen Top 10. Außerdem finde ich, dass sehr viele neuere Werke viel zu gut und ältere dafür zu sehr vernachlässigt werden. Maybe, just maybe - mache ich mal eine Top-Liste, obwohl gar kein Bock wink

PaulLeger:

Dir ist schon klar, dass ihre Rolle so angelegt ist? in den Szenen, wo sie ihr komödiantisches Talent ausspielen soll, entwickelt sie schon eine gewisse 80s Leading Lady Präsenz, die wie gesagt Turner, Catrall und auch Ryan in den besten Momenten widerstehen hätte können. Aber wie sagte schon der beste deutsche Fussballspieler aller Zeiten schon so schön: "Währre Währre Fahrradkedde!"

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
04.01.2023 16:51 Uhr | Editiert am 04.01.2023 - 16:59 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 16.020 | Reviews: 171 | Hüte: 568

@MB80
Ich vermute, MobyDick hat hier lediglich die Stichpunkte "Steven Spielberg" und "bester Film des Regisseurs" aufgegriffen und das zum Vorwand genommen, um ein Review über den in seinen Augen besten Film Steven Spielbergs zu schreiben. Die finale Motivation.

@MobDick
Apropos "Temple of Doom" bester Teil der Reihe, hier hast du noch einen Mitstreiter:
https://psycho-rajko.blogspot.com/2008/04/retro-temple-of-doom-1984.html

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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PaulLeger : : Moviejones-Fan
04.01.2023 16:29 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 1.786 | Reviews: 13 | Hüte: 203

Das dürfte die weltweit einzige Review zu diesem Film sein, in der die wandelnde Kreischboje Kate Capshaw lobend erwähnt wird.^^

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MB80 : : Cheddar Goblin
04.01.2023 10:08 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 2.596 | Reviews: 44 | Hüte: 238

MobyDick:

Da ist jetzt vieles dabei, wo ich mitgehen würde, aber den Film über Jäger des verlorenen Schatzes zu stellen, puh... weiß ich jetzt nicht.

Tatsächlich würde ich den eher im Mittelfeld/unteren Drittel verordnen. Hier ist ne Liste mit der ich eher warm werde: LINK

Ich verstehe aber nicht ganz, wo da jetzt die Antwort auf meine Nope Kritik ist... hilf mit mal auf die Sprünge.

“...and the stronger the fear of boredom, the louder the music."

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MobyDick : : Moviejones-Fan
03.01.2023 16:06 Uhr
1
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 7.108 | Reviews: 216 | Hüte: 561

Man mag es nicht glauben, aber diese Kritik ist als unmittelbare Antwort auf MB80s Nope Kritik zu verstehen wink

Dünyayi Kurtaran Adam
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