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Jurassic World - Ein neues Zeitalter

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Parodie auf "Jurassic Park" gone wrong?

Jurassic World - Ein neues Zeitalter Kritik

Jurassic World - Ein neues Zeitalter Kritik
2 Kommentare - 16.06.2022 von luhp92
In dieser Userkritik verrät euch luhp92, wie gut "Jurassic World - Ein neues Zeitalter" ist.
Jurassic World - Ein neues Zeitalter

Bewertung: 1.5 / 5

Ein ganz, ganz merkwürdiger Film, der zum Kopfschütteln und Aufstöhnen einlädt. Auf das Nostaliefest konnte man sich immerhin noch einstellen, dies geschieht jedoch auf dermaßen stümperhafte Weise, es überkommt einen dabei nur noch Fremdscham. Diverse Einstellungen aus dem Original werden plump rekreiert, Grant und Sattler verlieben sich ineinander, yay. Die zwanghafte Humorisierung des Plots kam für mich dagegen vollkommen unerwartet, den populären MCU-Stil hat man nun auch für "Jurassic World" übernommen. Vor Allem Dr. Ian Malcolm hat es diesbezüglich ziemlich schlimm getroffen, er muss alles dämlich kommentieren und wirkt zudem so, als sei er dauerstoned.

Lewis Dodgson kehrt in der Funktion als Biosyn-CEO (das Unternehmen wird in "Jurassic Park" nicht namentlich genannt) als menschlicher Antagonist zurück, wird von den Autoren aber nicht ernstgenommen sondern bloßgestellt, indem sie ihm einen albernen psychischen Tick verpasst haben. Keine Ahnung, ob sie da in Richtung der Silicon-Valley-CEOs geschielt haben. Der Schurkenplan, sich durch Biotechnologie und Sabotage eine Monopolstellung zu verschaffen, um so die globale Lebensmittelproduktion von sich abhängig zu machen, entpuppt sich im Kontrast dazu allerdings als durchaus spannend und birgt Qualität in sich. Eigentlich geht es im Film gar nicht um Dinosaurier sondern um Getreide und Heuschrecken, leider machen die Autoren aus dieser Idee letzendlich zu wenig.

Trailer zu Jurassic World - Ein neues Zeitalter

Von der versprochenen globalen Ausbreitung der Saurier bekommt man lediglich im ersten Drittel und zum Schluss etwas zu sehen, der Rest des Films spielt in einem isolierten Dino-Nationalpark in den italienischen Dolomiten und spult den altbekannten Survivalplot aus den vorherigen Filmen zum sechsten Mal ab. Enttäuschend und im Großen und Ganzen langweilig, auch wenn Regisseur Trevorrow mit dem neu eingeführten Therizinosaurus und Bryce Dallas Howard zumindest eine ansprechende Horrorszene gelingt. Warum auch immer, obwohl es sich laut Wissenschaft um einen Pflanzenfresser handelt, hat man für den Film aus Therizinosaurus einen Fleischfresser gemacht, sozusagen einen Freddy-Krueger-Saurus. Immerhin existieren nun aber mit Pyroraptor und Therizinosaurus tatsächlich zwei gefiederte Saurier in der JP/JW-Reihe, das freut mich. Die Dinoaction fällt des Öfteren abstrus übertrieben aus, als Dinoschurken haben sich die Autoren Giganotosaurus ausgeguckt, der die Protagonisten in einer Szene beispielsweise einen Turm hochjagt, wobei so gut wie jeder Charakter der Reihe nach beinahe gefressen wird, als hätte man dafür ein Fließband angeworfen. Im Finale kommt ernsthaft wieder ein Verbündungsmoment, hier bildet Fanfavorit Rexi mit dem Therizinosaurus ein Tagteam, um den Giganotosaurus auszuschalten. Die Krone setzt dem Dinoplot schließlich der Koexistenzkitsch am Ende auf, durch den postuliert wird, dass Saurier und Säugetiere beziehungsweise Vögel fortan in friedlichen Gemeinschaften zusammenleben, zum Beispiel der Mosasaurus und Wale.

Als Lieblingsabschnitt meinerseits hat sich jener auf Malta herauskristallisiert. Um das gekidnappte Junge von Velociraptor Blue zu befreien, infiltrieren Chris Pratt und Bryce Dallas Howard mit Hilfe der CIA und des französichen Geheimdienstes (Rückkehr von Omar Sy) einen Schwarzmarkt für Dinos, legen sich mit einer Schmugglerbande an und liefern sich mit Attentäterraptoren eine Verfolgungsjagd durch die Stadt. Großartig verrückt. Aufgezogen wie ein Agentenactioner der Marke "James Bond" oder "Mission: Impossible", alternativ könnte man es auch als hippes Star-Wars-Abenteuer in Mos Eisley bezeichnen, Puppen und Animatronik inklusive. Dichen Lachmans Performance und ihr Outfit, wow, was war das denn? Und DeWanda Wise quasi als Han(na) Solo, sie hat mir über den gesamten Film hinweg sehr viel Spaß bereitet.

Nichtsdestotrotz wiegt das kaum den Rest des Films auf. Wüsste ich es nicht besser, hätte ich vermutet, dass hier jemand eine Parodie auf "Jurassic Park" drehen wollte, es aber nicht hinbekommen hat.

Jurassic World - Ein neues Zeitalter Bewertung
Bewertung des Films
310

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2 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
22.06.2022 20:58 Uhr
1
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.345 | Reviews: 165 | Hüte: 544

@Vielgucker68

Chris Pratt hatte zumindest ein paar tolle Szenen. Die als "Cowboy" mit der Parasaurolophus-Herde fand ich schon im Trailer cool. Ansonsten wie oben im Review beschrieben, wenn er sich im Malta-Abschnitt auf die Pfade von James Bond und Ethan Hunt begibt. Als Patchwork-Familienvater taugt er auch was.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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Vielgucker68 : : Moviejones-Fan
17.06.2022 06:09 Uhr
0
Dabei seit: 10.06.22 | Posts: 226 | Reviews: 9 | Hüte: 1

In der Kritik von luhp92 klingt die Story für mich derartig bescheuert, dass selbst ich einen großen Bogen um den Film machen werde.
Warum "selbst ich"?
Weil ich Chris Pratt und die "Jurassic World" bislang gegen alle Fans von "Jurassic Park" verteidigt habe.
Das ist halt so bei Filmreihen. "Star Wars" hat das gleiche Problem. Die einen feiern die erste Trilogie ab, andere sind mehr bei der, welche die Vorgeschichte erzählt. Und wieder Andere mögen gar beides. Das muss wohl jeder für sich entscheiden...

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