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Lagaan - Es war einmal in Indien

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RRR in einem Kreuzvergleich

Lagaan - Es war einmal in Indien Kritik

Lagaan - Es war einmal in Indien Kritik
5 Kommentare - 27.05.2022 von MobyDick
In dieser Userkritik verrät euch MobyDick, wie gut "Lagaan - Es war einmal in Indien" ist.

Bewertung: 4 / 5

Also dann der nächste Quervergleich: Diesmal indischer filmischer Revanchismus bzgl. dem englischen Kolonialismus in Indien. ich nehem hierfür exemplarisch zwei Filme: Zum einen Lagaan und zum anderen den deutlich neueren und aktuelleren RRR. Vorab aber ein paar Worte, um das Ganze ein bißchen besser einordnen zu helfen:

Natürlich ist es nicht möglich für eine Außenstehenden zu erahnen, was es für die Volksseele bedeutet, wenn man so lange und nachhaltig unterdrückt und verändert wurde wie es in Indien oder anderen kolonialiserten Regionen der Welt geschehen ist, und wie sich dann dieser Revanchismus dann Bahn bricht. Ähnliches gilt übrigens auch für Rassismus, Sklaverei oder ähnlichem. Aber dass da eine extrem schwer heilbare tiefe Wunde/Narbe zurück bleibt, ist selbst für den letzten Hinterwäldler irgendwie nachvollziehbar. Dass da immer wieder gewisse Stereotypen dann in Filmen bedient werden und eine einfache Schwarz-Weiß-Zeichnung für das johlende Publikum gemacht wird, liegt dann auch auf der Hand. Guilty Pleasure gepaart mit rassistisch konnotiertem Revanchismus vorporgrammiert. Ob man dann trotzdem noch die Muße hat, differenzierter an die sache ranzugehen, ist dann abhängig vom Werk und der Agenda. Will heissen, Lagaan ist ein vermeintlich (zumindest so konzipiert) intelligenter, ruhiger Vertreter seiner Zunft, der eher auf eine friedliche Lösung aus ist, Konflikte nicht gewaltsam lösen möchte und dabei auch nicht zu unoffensichtlich auf Awards schielt, nicht umsonst war er Indiens Vorschlag für die Oscars. RRR hingegen ist ein rauher, revanchistischer Reisser, der das Publikum mit möglichst viel Schauwerten aus dem Sessel pusten möchte, und dabei von der ersten Minute an klar macht, dass Grauschattierungen der Charaktere nur Ballast sein dürften. Das Ergebnis ist dann auch frappierend (erschreckend) simpel und schon eine ordentliche Portion mehr Gulilty als Pleasure. Aber ich greife vorweg.

Hinzu kommt der jeweilige Entstehungsort. Während Bollywodd eher (ich betone EHER) den westlichen Sehgewohnheiten huldigt und noch irgendwie besser für einen westlichen Zuschauer nachzuvollziehen ist, gehen südindische Produktionen komplett durch die Decke und nehemen keinerlei Gefangenen, wenn es richtige Reisser sind, sind die Figuren allesamt überlebensgroße Archetypen, mehr Karikatur als ernstzunehmende Charaktere, die sich in ihrer prallen Lächerlichkeit sonnen können. Das klingt jetzt erstmal sehr abwertend, soll aber nicht so gemeint sein. Wenn man sich beispielsweise die simple Charakterzeichnung in 200 vor Augen führt, und weiss wie pumpend dieser Film trotz all seiner probleme trotzdem sein kann, dann hat man eine ungefähre Ahnung, wohin die Reise gehen kann, nur nochmal kontentrierter und noch übertriebener. Und manchmal ist das genau das, was das Auge will und braucht. Das Auge will Woah, und das Hirn will einfach nur ausschalten. (Und je nach Zuschauer und Werk dürfte auch das Zwerchfell auch was abbekommen).

Also dann ab eins Eingemachte:

Lagaan - Es war einmal in Indien

4 Stunden Film über die vermeintliche Entstehungsgeschichte der Cricket-Kultur in Indien, als zeichen der Auflehnung gegen die britischen Besatzer und Ausbeuter, davon dann geschalgene 2 Stunden dann das Spiel selbst. Hört sich für jeden Nicht-Cricket-fan erstmal wie eine Tortur an. Doch dem Film gelingt es zum einen durch die Zusammenstellung des Teams ein Potpourri der indischen Gesellschaft zu kreieren, welches eben das ländliche und überholte Kastendenken in Indien Frage stellt und eher das Gemeinsam in den Vordergrund rückt, dann bleibt er die ganze Zeit über darauf bedacht jeglicher gewalttätigen Eskalation aus dem Weg zu gehen. Und mit zunehmender Dauer werden die englischen Kontrahenten ebenfalls als Menschen dargestellt, die durch die äußeren Umstände eben zu diesen menschen geworden sind und die auch deswegen so zu den Indern sind. Die typische Underdog-Story wird dann natürlich auch bedient, und die Fallhöhe wird im Laufe der Zeit immer weiter in die Höhe geschraubt, hier geht es plötzlich um ganze Existenzen und Gesichtswahrung, und trotzdem bleibt alles märchenhaft friedlich. Märchenhaft trifft es ziemlich gut, denn der Titel Es war einmal in Indien umschreibt hiermit auch ziemlich gut, dass es nur eine Fabel im Grunde genommen ist, welche einen Lösungsansatz bieten könnte. Sowohl für das Kolonialismus-Thema als auch für die diversen internen indischen Probleme in der Gesellschaft. Insofern ist der Film alles andere als einseitig und nur Anti-Empire gerichtet - auch wenn der Revanchismus gegenüber der ehemaligen Mutternation nach wie vor deutlich mitschwingt.

Dennoch gerade dieser Aspekt, tatsächlich etwas für die Gesellschaft zu bringen, positive Veränderungen voran treiben zu wollen und in einem Crowdpleaser auch nebenbei auf Missstände aufmerksam machen zu wollen, muss man dem Film hoch anrechnen. Und gerade der Fakt, dass ausgerechnet der Superstar und Held des Filmes sich so für die Entstehung des Films stark gemacht hat, macht ihn zu einem Kleinod, das deutlich mehr fasziniert als amüsiert, und wenn man dann am Ende als Nichtinder trotzdem mitfiebert und irgendwie verstanden hat wie das Spiel funktioniert und merkt, dass es allen beteiligten gerade um sehr viel geht, u nd es trotzdem so "vernünftig" zugeht, das ist schon aller Ehren wert.

Gibt es denn nichts, was einen trotzdem an diesem Film stört? Doch, das ist dieser klassische Wunschtraum des gemeinen Inders (gleichzeitig natürlcih der Alptraum des noch gemeineren weißen Mannes), dass ausgerechnet die edle Lady sich in den Underdog verliebt. Dieses Motiv ist nicht sonderlich neu, geschweige denn innovativ und fand schon immer in jeglichem Film jeglicher Couleur seinen Widergang: Sei es die Tochter des Plantagenbesitzers, der sich in den Sklaven verliebt und mit ihm abahut, sei es der riesige Gorilla, der die weiße Frau gegen allerlei Monster verteidigt und dann am Empire State Building abgeschossen wird, oder sei es der indische Underdog, in den sich die gutsituierte Britin verliebt. Das Muster ist bekannt und man kann das auch irgendwie auch nachvollziehen, vor allem weil dieser Film dieses Muster unterläuft, indem es eben keine Liebesgeschichte gibt sondern nur die unerwiderte Liebe, aber dass das erstens überhaupt sein muss (nicht weiter schlimm) und dann zweitens die Stimme aus dem Off dies dann auch noch am Ende ins Unermessliche steigert, hat weder der Film nötig gehabt und es ist ein unnötiges Ärgernis, da zweitens die betroffene Filmfigur solch ein Schicksal in solch einer Geschichte gar nicht verdient hat. das ist dann doch noch das I-Tüpfelchen an Revanchismus, indem gesagt wird, dass die Frau sich immer nach diesem Underdog sehnen wird.

Wie gesagt, außer diesem einen Punkt, der dafür aber umso ärgerlicher ist, ist der Film richtig gut: 8 Punkte

Kommen wir zu

RRR

Tja, was soll ich sagen. Irgendwie wusste ich schon bei Sichtung der Trailer was mich erwarten würde, und doch hat es mich überrascht, was dann doch über mich gerollt kam. Aber eines nach dem anderen.

Für mich ist der Zweiteiler Bahubali der beste Mainstreamblockbuster-Fantasyfilm der letzten jahre und spielt trotz einiger kleinerer probleme auch Alltime-mäßig bei mir ganz oben mit. Der Film vereint südindischen Over-the-Top mit einer großartigen Inszenierung, die so in ihrer Art ihresgleichen sucht mit Actionsetpieces, die in ihrer grotesken Überzeichnung so derart ikonsich wie sonstwas sind, dass einem wirklich die Spucke wegbleibt. Hinzu kommt ein irrwitzig spektakuläres Finale, das so seinesgleichen sucht. Als es hiess der Regisseur hätte ein neues Vehikel rausgebracht, war ich natürlich sofort Ohr.

Für mich war der erste Trailer dann ein kleiner Dämpfer, denn als es um die Imperialzeit und zwei Freiheitskämpfer gehen sollte, un dich erste Bilder sah, wusste ich, dass hier keine Gefangenen in Bezug auf differenzierte Erzählung gemacht werden würden. Auch ein Grund, warum mir der fantasyfilm sehr gefallen hatte, war nämlich das fehlen jeglicher falsch gearteteer Ideologie. Und mit sowas ist RRR leider bis zum Bersten voll gestopft, Und darüber hinaus- Exzess!!

Von der ersten Minute wird ganz klar ein Feindbild etabliert, das so übertrieben dargestellt ist, dass man als Nicht-Inder (nichtbetroffener) nicht weiss, ob man lachen soll oder sich in ständiger Wiederholung ein Face-Palm geben. Das ist dermassen über das Ziel geschossen und Rassismus und Revanchismus geht so übetrtrieben Hand in Hand, dass das Wort absurd eine neue Würdigung erfährt. natürlich haben wir wieder die grundgute Britin, die sich in einen unserer Inder verliebt, doch hier ist diese Liebe mehr Behauptung als es die Bildsprache hergibt, dafür kann es zwischen den beiden gar nicht funken, und auch die fehlende Kommunikation und auch das fehlende Balzen ist sehr atypisch. Und dass sie ihm hilft, obwohl ganz klar ihre Familie bedroht wird, wird auch nicht zu einer Sekunde jemals thematisiert oder als innerer Konflikt dargestellt, Wozu auch, sie ist nur Staffage um zu zeigen, dass der Inder der bessere Mann ist, und sie das einfach weiss und hinnimmt.

Doch das ist nicht das eigentliche Problem. Das eigentliche Problem ist, dass der Film aus geklauten Versatzstücken einen eigenen Film dreht, ohne auf jegliche innere Logik zu achten, nur um seine Message unters Volk zu bringen. Dass es ihm gelingt sieht man an den fabulösen Box-Office zahlen, die er erreicht hat, welche teilweise auch Bahubali in den Schatten stellen. Aber der Film ist eigentlich ein mehr als nur zweischneidiges Schwert:

Als Guilty Pleasure und B-Movie mit deutlichem Exploitation Charme und sehr einseitiger Zeichnung macht der Film durchaus Spass, sehr sogar. Aber in jedem zweiten Moment kommt er mit irgendwelchen fragwürdigen Aussagen und Geschichten um die Ecke, die das Geniessen des Films extrem trüben, sei es die Motivation eines indischen Soldaten in der britischen Kolonialarmee eine Revolution vorzubereiten, oder die Bereitschaft für das große ganze auch mal Familie zu opfern. Immer ist alles over the Top und irgendwie auch immer fragwürdig. Vor allem die Sache mit der Wertigkeit von Familie in solchen plakativen Filmen aus Indien ist mir immer wieder in indischen Filmen negativ aufgefallen, wo solche Opfer dann auch einfach mal passieren und die Täter dann glorifiziert werden.

(Kleiner Einschub: In Rang de Basanti zum Beispiel tötet ein revolutionärer Student seinen korrupten vater und wird als held der sache gefeiert, ein Versuch, mit dem vater zu reden oder ihn zu überreden wird nie in Betracht gezogen, gleich die fatalistische Überhöhung als Zeichen des Rechthabens. Und in sarkar, dem Remake vom Paten, tötet der Widergänger von Michael Corleone seinen Bruder wegen dessen Verrats, aber im Gegensatz zum Paten 2, wo dies minutiös dargestellt wird, und auch die Konsequenzen für den tötenden Bruder mehr als erishctlich sind. Beim indischen Film gibt es solche Zweifel und inneren zwiesprachen nicht, man hat das richtige getan, Punkt.)

Das ist der eine Aspekt!

Der andere Aspekt ist, dass der Film optisch einfach Spass macht und selbst seine niedersten Momente so derart abgefuckt over the Top sind, dass man immer wieder laut auflacht, ob der Lächerlichkeit (im positiven Sinne). Der Film strotzt nur so voller geiler Ideen, und Spielereien, das ist wirklich eine Wonne zu sehen. Da werden zwei Archetypen eingeführt, in einer Art, dass man wenn das nur hören würde, man ungläubig den Kopf schütteln würde und em Erzähler vorwerfen würde, dass dieser einen verscheissert. Aber es ist tatsächlich genauso und noch mehr, und es funktioniert.

Und in diese grandiose Bildsprache packt dieser Südinder immer wieder seine mal weniger und mal noch weniger subtilen irgendwie motivierten Einsprengsel ein, das macht mal Spass, zunehmend wird es aber ärgerlich.

natürlich geht es immer wieder um Loyalität, Verrat, das große Ganze, natürlich gibt es diverse Flashbacks, die das ganze Erklären sollen, aber wo andere Filme daraus was tiefschürfendes machen würden, überhöht der Film die beiden Protagonisten, die übrigens wohl auf wahren menschen beruhen sollen, zu gottgleichen Figuren, die als Rachegötte walten können wie sie wollen, inklsuive tiefer männlicher Stimme, welche so übertrieben Machismo ist wie nur sonstwas. Eine ironische Brechung der Figuren, oder eine starke weibliche Figur, die das alles in die Wege leiten könnte, etwas was es überdeutlich in Bahubali gab, ist hier komplett Fehlanzeige.

Natürlich sind es zwei komplett unterschiedliche Genres, aber man kann ja gewisse Qualitäten inhaltlich erwarten dürfen? Nope, halt die Fresse und geniess die Bilder. Wenn du Inder bist, feierst du zusätzlich die Geschichte ab, aber ansonsten erwarte nichts, sonst bist du selbst schuld!

Und genauso verhält es sich auch, die Bilder uns Actionszenen sind auch hier der Hammer oder so übertrieben, dass selbst wenn sie eben nicht der Hammer sind, man sich immer noch über sie erfreuen kann wie ein kleines ungläubiges Kind. Dass die Effekte nicht so überzeugen wie in einer vergleichbaren Hollywoodproduktion, selbst das sei mal geschenkt, dafür macht er bildtechnisch und isnzenatorisch zu viel richtig.

Aber sobald es zur Story, Auführung, Ausleuchtung der Figuren, hauptsächlich der gegner, kommt, ist der Film einfach ungenießbar.

Daher ein sehr zweischneidiges Schwert: Mein Vergleich, den ich bei Rajamouli bei Bahubali zog, nämlich dass der Mann ähnliche aber bessere Bilder inszeniert als ein Zack Snyder, dafür aber ideologisch nicht ganz so fragwürdig sein dürfte, bleibt bestehen, nur eben leicht variiert. Seine Bilder sind nach wie vor besser und seine Inszenierung nach wie vor deutlich dynamischer. Nur dass seine Ideologie weniger fragwürdig ist, ist ein Wortspiel, denn hier ist sie so offenkundig, dass fragwürdig es eben nicht mehr trifft.

Der Film ist daher zwiespältig aufzunehmen: Ich kann ihn nicht uneingeschränkt empfeheln, wegen der Bildsprache ist er füpr ineterssierte allemal sehenswert: 4 Punkte, aber diese Wertung ist unter oben genannten Einschränlkunegn jedem selbst überlassen zu interpretieren.

Lagaan - Es war einmal in Indien Bewertung
Bewertung des Films
810

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5 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
31.05.2022 17:35 Uhr | Editiert am 31.05.2022 - 17:36 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.328 | Reviews: 165 | Hüte: 544

@MobyDick
"Und das Argument, dass man indischen Produktionen solche "Vergehen" eher mal verzeihen kann"

Ok, darauf wollte ich jetzt nicht hinaus. Ich verzeihe dem Film das nicht, für mich haben hier nur die Stärken ein viel höheres Gewicht, die 7/10 sind dabei das höchste der Gefühle, welches ich zu geben bereit bin. Alles darüber hinaus würde sich für mich nicht richtig anfühlen.

Meine Begeisterung hängt sicherlich auch davon ab, dass ich nicht allzu viele indische Filme kenne, andererseits aber auch davon, dass mich "RRR" als Blockbuster vollkommen in die (süd)indische (Film)Kultur eintauchen lässt. Dagegen zum Vergleich chinesiche Blockbuster der letzten Jahre, da geht es oftmals wirklich nur um den eigenen Nationalismus und dann wird dafür auch noch das US-amerikanischer Kino adaptiert. Ist dann der gleiche Quatsch wie aus den USA ohne kulturelle Bereicherung.

Dass ein Film wie "The White Tiger" klar über "RRR" einzuordnen ist, da bin ich deiner Meinung. "The White Tiger" steht aktuell sogar in meiner Top-Liste der 2020er Jahre auf Platz 8. ("RRR" auf Platz 23.)

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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MobyDick : : Moviejones-Fan
30.05.2022 13:19 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.736 | Reviews: 193 | Hüte: 535

luhp92:

Ob er dir ungleich besser gefallen hat, kann ich nicht wirklich beurteilen, wie gesagt auf einer Guilty-Pleasure-Ebene mit seiner überbordenden Bildsprache und den vielen tollen Einfällen macht er schon mächtig Spass, und ich habe mich tatsächlich fast schon königlich amüsiert beim Schauen, ABER ich kann den alleine auf Grund seiner sehr problematischen Figurenzeichnungen weder wirklich hoch einordnen noch so uneingeschränkt weiter empfehlen. Und das Argument, dass man indischen Produktionen solche "Vergehen" eher mal verzeihen kann, da die ja sowieso "Naiv-Bunte" Filmchen drehen, ist erstens eine westliche überhebliche Herangehensweise und zweitens auch gar nicht wirklich wahr, wenn man sich durchaus sehr differenzierte Produktionen aus Indien anschaut, sei es Nord- oder Südindien (auf die Schnelle nur mal 3 Netflix-Produktionen, die griffbereit wären: Delhi Crime Story, Der Pate von Bombay, White Tiger -> allesamt alles andere als naiv und sehr sehr gut! Und übrigens wieder ein Zeugnis dessen, dass Netflix vor allem auch außerhalb der üblichen Gefilde sehr sehenswerte Produktionen hat und daher nicht sofort verdammt werden sollte, nur weil es gerade nicht so rund läuft. Und in dem Zusammenhang freue ich mich schon mega auf die in der Produktion befindliche Netflix-Produktion Miternachtskinder.)

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
30.05.2022 04:05 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.328 | Reviews: 165 | Hüte: 544

"Lagaan" merke ich mir jetzt aber mal vor, danke für den Tipp.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
30.05.2022 02:57 Uhr | Editiert am 30.05.2022 - 12:01 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.328 | Reviews: 165 | Hüte: 544

@MobyDick

Da hat mir "RRR" ungleich besser gefallen als dir, habe den gerade gesehen. Die inhaltlichen Kritikpunkte konnte man ja auch schon bei "Baahubali" anführen, bei "RRR" natürlich noch ausgeprägter, aber wie beim Vorgänger habe ich auch hier einfach das Spektakel und die Inszenierungsstärke genossen, die Rajamouli an den Tag legt. Den Eifer und die Begeisterung, mit dem bzw. der die Schauspieler bei der Sache sind. N. T. Rama Rao Jr. und Ram Charan harmonieren auch perfekt miteinander und entwickeln im Verlauf vom Duett zum Duell und wieder zum Duett eine enorme Dynamik. Hinzukommen schließlich erneut phänomenale Songs, die in der Menge den Soundtrack von "Baahubali" sogar noch übertreffen.

Allein die Kennenlernszene der beiden ist schon groß:
https://www.youtube.com/watch?v=dSxGAoWOxuk

Naacho Naacho, das Dance Battle zwischen den Indern und den Briten, dazu fallen mir auch nur Superlative ein:
https://www.youtube.com/watch?v=sAzlWScHTc4

Komuram Bheemudo, die Szene des Widerstands, wer benötigt da noch Mel Gibson?
https://www.youtube.com/watch?v=ouKbrNiaPxo

Zum Schluss dann noch Raamam Raaghavam, die finale Actionszene, in der Raju quasi zum Gott Rama transformiert (Bheem als Bhima hatte ich gerade noch gelesen), auch so ein Wow-Moment. Davon habe ich leider kein Video auf Youtube gefunden.

Zusammengefasst, als Actionepos mit historischem, mythologischem und kulturellen Einschlag hat mir "RRR" sehr gefallen, ich würde 7/10 Punkten geben. Zum Vergleich, "Baahubali" steht bei 7,5/10 Punkten.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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MobyDick : : Moviejones-Fan
27.05.2022 12:52 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.736 | Reviews: 193 | Hüte: 535

Weil RRR (warum auch immer) nicht in der MJ DB war, und ich einen guten Film mit besprechen wollte, hier also der kreuzvergleich guter Film vs RRR wink

Dünyayi Kurtaran Adam
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