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Red Dawn

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Wenn die Russen Urlaub machen

Red Dawn Kritik

Red Dawn Kritik
7 Kommentare - 11.12.2012 von Moviejones
Wir haben uns "Red Dawn" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Red Dawn

Bewertung: 1.5 / 5

Das beschauliche Städtchen Red Dawn. Ein friedvoller Ort, wie aus dem Bilderbuch für amerikanische Kleinstadtidyllen. Es könnte wieder ein wundervoller Tag werden, doch einigen schlechtgelaunten Nordkoreanern ist der amerikanische Traum ein Dorn im Auge. Mit einem großangelegten Angriff werden erst die amerikanischen Militär- und Überwachungseinrichtungen lahmgelegt bevor die wahre Invasion beginnt. Unversehens befindet sich Red Dawn in jenem Gebiet, welches von den Invasoren besetzt wird, aber eine Gruppe überdurchschnittlich gutaussehender Jugendlicher flieht vor den Kampfhandlungen in das umliegende Land und gründet eine eigene Untergrundbewegung. Unter dem Decknamen Wolverines  verüben sie fortan nadelstichartige Angriffe gegen die Invasoren...

Die Story von Red Dawn kommt dir in Grundzügen bekannt vor? Kein Wunder: 1984, bald 30 Jahre ist es her, blies schon Regisseur John Milius zum Angriff auf die USA. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges ließ Milius den Dritten Weltkrieg in Die Rote Flut auf doch recht harmlose Weise ausbrechen und ablaufen. Der Film war heftig umstritten, standen Russen und Kubaner doch in schlechtem Licht und die Zeiten waren gänzlich aggressiver. Aber die Idee dahinter hatte durch ihren Zeitbezug und die unverbrauchten Gesichter vieler heute bekannter Darsteller einen gewissen Unterhaltungswert. Die damals noch jungen Schauspieler Patrick Swayze, Charlie Sheen, Lea Thompson und Jennifer Grey machen ihn sogar heute noch auf absurde Weise sehenswert - gute Filme sehen aber anders aus.

Trailer zu Red Dawn

Fassen wir also zusammen, ein Film, der umstritten war, nicht sonderlich gut und eine schräge Story bot, wird neu aufgelegt. Wir wissen nicht, was die Produzenten bei Red Dawn geritten hat, Verstand kann es aber nicht gewesen sein. So lag es nun an Regisseur Dan Bradley, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, der bisher hauptsächlich als Stunt Koordinator aktiv war. Seine erste Regiearbeit stand somit von Beginn an unter keinem guten Stern und als dann noch die finanzielle Schieflage bei MGM hinzukam, sah es noch düsterer aus.

Doch halt, ganz so einfach ist es natürlich nicht. Zwar handelt es sich bei Red Dawn um Bradleys ersten Film, eine gewisse weissagerische Voraussicht muss ihm aber zugesprochen werden. Wie beim Original gelang es nämlich, einige namhafte Jungstars zu verpflichten - Chris Hemsworth (Thor), Josh Hutcherson (Die Tribute von Panem - The Hunger Games) sowie Isabel Lucas (Krieg der Götter). Das Casting ist umso erstaunlicher, da die Darsteller zum Zeitpunkt der Besetzung weitestgehend unbekannt waren. Ursprünglich für 2009 geplant, wurde der Film Mitte 2010 gedreht und Red Dawn sollte Ende desselben Jahres einen Kinostart haben. Doch die erwähnten Schwierigkeiten bei MGM sorgten dafür, dass der Film in der Firmenschublade verschwand. Durch das stetige Bekannterwerden der Stars wurde letztlich der Entschluss gefasst, noch bis zu den Veröffentlichungen von Marvels The Avengers und Die Tribute von Panem - The Hunger Games zu warten, um von der gestiegenen Bekannheit Hemsworths und Hutchersons zu profitieren. Nun sind die Schauspieler bekannt, wirken dafür jedoch erschreckend jung. Auch schauspielerisch laufen sie nicht gerade zu Bestleistungen auf.

Dies mag am Drehbuch liegen, welches ebenfalls die Absurdität mit dem Original gemein hat. Andererseits wurde Red Dawn in vielerlei Hinsicht modernisiert, die Bedrohungskulisse deutlich aufgewertet und auch die Effekte spielen in einer anderen Liga. Vor allem die Actionszenen mit all den Explosionen wissen zu gefallen und die unterschiedlichen Kampfschauplätze sind erfrischend unverbraucht als wir es aus anderen Actionfilmen kennen. All dies hätte aus Red Dawn einen spannenden Film machen können, der nicht wirklich realistisch ist, aber einen wenigstens packt, denn damals wie heute ist die Idee der Besetzung der USA ein durchaus interessantes Konzept, vor allem wenn nicht garstige Marsianer als Aggressor auftreten. Als dystopische Vision vor einem realen Hintergrund hätte Red Dawn also punkten können.

Hätte... Denn eine Entscheidung der Verantwortlichen hat den Film jeder Ernsthaftigkeit beraubt. Statt eines glaubwürdigen Was-wäre-wenn-Szenarios entschieden sich die Macher, finanziellen Erwägungen Vorang zu geben. Waren zum Drehzeitpunkt Chinesen als Invasionsmacht ausreichend, fiel dem Team zwischenzeitlich auf, dass der heute sehr wichtige chinesische Markt damit komplett verbarrikadiert worden wäre. Somit wurde der gemeine Chinese im Film umdeklariert zum noch gemeineren Nordkoreaner. Mit diesem Weltbild kann sich auch der gemeine Amerikaner identifizieren, gehört doch Nordkoreaner zur einst gern zitierten Achse des Bösen.

Somit liefert uns Red Dawn mit der Invasion ein Szenario, in dem technologisch überragende Nordkoreaner die Weltmacht USA überrennen wollen - in einer Zeit, in der das bitterarme Land unter Kim Jong Un im Vorfeld Probleme hat, eine einzige Rakete in die Luft zu bekommen. Film und Realität passen hier so gar nicht zusammen und so verkommt das Szenario zur üblichen US-Glorifizierung, die speziell im Ausland immer ein großes Grinsen nach sich zieht. Selbst als reiner Actionfilm taugt Red Dawn damit nur ansatzweise. Insofern erleben wir den klassischen Fall eines Remakes, das die Welt so gar nicht braucht. Nicht ein trifftiger Grund existiert, diese trashige 80er-Jahre-Unterhaltung erneut auf Zelluloid zu bannen. Im Kino hat der Film schon gar nichts verloren, nur als spätabendliche Actionkost bei fehlenden Alternativen mag der Film seine Daseinsberechtigung haben. Aber holt euch genug Bier.

Red Dawn Bewertung
Bewertung des Films
310

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7 Kommentare
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Shalva : : Moviejones-Fan
13.12.2012 21:37 Uhr
0
Dabei seit: 04.06.11 | Posts: 4.513 | Reviews: 2 | Hüte: 128
@MJ
Manchmal ist eure Kritik einfach nur eine sehr begrenzte subjektive Meinung.

Eigentlich ist es überhaupt keine Kritik sondern eine Kurze Information über das Entstehen des Films.
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Umleitung : : Moviejones-Fan
13.12.2012 11:37 Uhr
0
Dabei seit: 22.10.11 | Posts: 673 | Reviews: 2 | Hüte: 16
@Ater

Du hast mit allem Punkten absolut recht, dass Original ist einer meiner Lieblingsfilme und der "neue" wirkt (im Vergleich) wie ein B Movie!
Die rote Flut, war wirklich großes Kino, in dem Zeitgeist der 80er Jahre!
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Hillbilly : : Göttergünstling
13.12.2012 11:13 Uhr
0
Dabei seit: 25.03.11 | Posts: 429 | Reviews: 0 | Hüte: 5
@Ater danke für deinen tollen Kommentar smile
Aber wer solch einen FIlm ernst nimmt, ist selber Schuld.
War da auch nicht was in vergangenen New hier auf MJ das der FIlm eigentlich eh schon recht alt und die Schauspieler noch viel jünger waren?
Das könnte sich halt dann selber erklären, warum es so schlecht gespielt ist.
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Petra82 : : Schneefeger
13.12.2012 09:49 Uhr
0
Dabei seit: 07.10.08 | Posts: 2.005 | Reviews: 15 | Hüte: 80
Halo Ater,

vielen Dank für diese wahrlich interessante Einschätzung eines Zuschauers, der den Film damals bewusst miterlebt hat. Ich war damals zu jung und komme zudem noch von der anderen Seite, für die IHR damals die Bösen wart. Es mag sein, dass es den Jungs und Mädels von MJ ähhnlich geht, die insofern auch nur über die politische Kritik am Film sprechen können, nicht aber über die Kritik an den Gewaltszenen - die aus Sicht Jüngerer nun mal tatsächlich nicht besonders schlimm ausfallen.

Ich empfinde es nicht so, als ob hier auf "Twilight"-Niveau geschimpft wird, de facto habe ich das Original sogar vor zwei Wochen wieder gesehen und kann dem Obigen nur zustimmen, dass der Film nicht gerade großes Kino ist, aber eben ok. Die gesamte Bedrohungskulisse hätte nur so viel intensiver sein können, da helfen auch die Pseudo-KZs nicht und die Abfolgen der Monate, die uns einreden wollen, wie lange die schlimme Besatzung nun schon geht. Die Darsteller sind soweit in Ordnung und ich sehe den Film alle paar Jahre auch ganz gern - aber nur weil ihr als Teenis diesen Film cool fandet, macht es ihn nicht besser.

Unbestritten aber sicherlich der Punkt, dass der neue Film deutlich schlechter ist - denn es kann nicht funktionieren, eine alternative Wirklichkeit mit wahrlich wirren Ideen als realistisch zu verkaufen und zu erwarten, dass der Zuschauer das frisst. Denn im Gegensatz zu nicht miterlebten Vergangenheits- oder Zukunftsszenarien hat man die Möglichkeit des Vergleichs - und damit muss eine Story schon sehr cool sein, um überzeugen zu können.

Warum bin ich nicht aus Stein wie du...?

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Ater : : Moviejones-Fan
13.12.2012 09:32 Uhr
0
Dabei seit: 09.12.10 | Posts: 663 | Reviews: 0 | Hüte: 44
Dieser Film zeigt uns eines unserer primären Probleme auf: Wir haben einfach keinen gleichwertigen Feind mehr!

Was im waren Leben sicherlich nicht schlecht ist, ist für den Actionfilm / Kriegsfilm / Agentenfilm einfach ein Alptraum. Irgendwelche Turbanträger oder halbverhungerten Nordkoreaner geben einfach keinen ehrbaren Feind mehr ab.
Das alles bedeutet natürlich für Hollywood, dass Alternativen her müssen - und von denen wird ja auch großzügig Gebrauch gemacht:

1. Der Kriegsfilm wird in die Vergangenheit gelegt. Es gab in der Menschheitsgeschichte so viele schöne Kriege und Schlachten - das ist noch ein weites Feld. Ich denke da als Beispiel gerne an das Sequel von "300". Wieviel Promille der Bevölkerung haben bis dato schließlich auch nur von der Schlacht von Artemisia gehört?

2. Der Kriegsfilm wird in die Zukunft gelget und die Menschheit bekämpft Aliens - immer gut und läßt der Phantasie der Drehbuchautoren alle denkbaren Freiheiten.

3. Und hier kommt jetzt "Red Dawn" ins Spiel - man erschafft eine alterantive Realität. In der Welt dieses Films ist Nordkorea eben eine den USA mehr oder weniger gleichwertige Militärmacht. Das wird im Film als Fakt vorgegeben und damit ist dann auch so. Seit wann haben Unterhaltungs-Filme schließlich so was wie Wahrheitsanspruch? Ich kann daher der Kritik an dem Film in dieser Filmkritik in diesem Punkt nicht rechtgeben. Vielleicht wäre es für das weniger phantasievolle Publikum besser gewesen, wenn man ein "richtiges" Remake gemacht hätte und die Sowjetunion wieder als Aggressor genommen hätte. Aber das hätten die erst in den 90er Jahren geborenen Mitbürger dann wahrscheinlich nicht verstanden.

Was mich auch gleich zum nächsten Punkt, der Bewertung des Originalfilms, hier bringt. "Red Dawn" war damals umstritten - keine Frage. Aber nicht wegen der negativen Darstellung der Sowjets und Kubaner. In den 80ern war dieses Pack das Böse - das waren die Typen, die uns ihre Atombomben auf den Kopf werfen wollten, um die westliche Lebensweise zu vernichten und uns ihr linkes Gedankengut aufzudrängen. Der Wahlspruch damals lautete "Lieber eine Pershing im Garten, als einen Russen in der Küche". Vor diesem Zeitgeist war die Darstellung der Invasoren also völlig normal.
Kritisiert wurde der Originalfilm wegen seiner, für damilge Verhältnisse, extremen Gewaltdarstellung und emotionalen Härte. Zum Ende des Filmes hin gibt es diverse Szenen, die es auch leicht in die Rubrik "Filmtode, die in Erinnerung bleiben" hier auf MJ schaffen würden. Was natürlich einer der Gründe war, warum die Videokassetten auf dem Schulhof ein echter Hit waren.

Was die schauspielerische Leistung der Darsteller im Originalfilm betrifft, so finde ich die hier vorgenomme Kritik auch überhart und sogar unfair. Ich will ja nicht so weit so gehen und sagen, dass das Oscar-Material war - aber wenn man das hier liest, könnte man glauben, dass sich der Original "Red Dawn" auf "Twilight"-Niveau bewegt. Ich möchte hier nur an so starke Szenen wie die ganze Sequenz nach der Entlarvung des Verräters, die Darstellung der ganzen Gruppe nach dem klarwerden der Konsequenzen ihres Widerstandes (Erschießungen der Zivilibevölkerung) und natürlich das Finale erinnern. Das ist sogar heute noch "großes Kino".
§ 46A: Wenn während eines Gefechtes Nachrichten übertragen werden, sind verschlüsselte Nachrichten in jedem Fall untersagt.
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clubkiller : : Moviejones-Fan
13.12.2012 02:24 Uhr
0
Dabei seit: 09.07.12 | Posts: 231 | Reviews: 0 | Hüte: 3
Nordkorea als Invasionsmacht ist wirklich ein Witz. Mit China oder Russland als Gegner wäre der Film sicher interessant geworden - aber so ist es einfach lächerlich. Das Original habe ich damals geliebt - alleine schon wegen Swayze, Howell, Sheen, Grey und Thompson.
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Umleitung : : Moviejones-Fan
12.12.2012 10:57 Uhr
0
Dabei seit: 22.10.11 | Posts: 673 | Reviews: 2 | Hüte: 16
Habe ich doch die ganze Zeit gesagt, aber auf mich hört ja mal wieder keiner!
Danke für die Hintergrund Info zur Entstehung des Streifens...Das erklärt natürlich so einiges...Auch von mir 1 1/2 Hüte.
Der Film ist maximal eine DVD/Blue Ray Veröffentlichung wert.
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