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Robin Hood

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#MakeADifference - #RBHood

Robin Hood Kritik

Robin Hood Kritik
7 Kommentare - 11.01.2019 von ZSSnake
In dieser Userkritik verrät euch ZSSnake, wie gut "Robin Hood" ist.
Robin Hood

Bewertung: 1.5 / 5

Robin Hood. Eine zeitlose Sage, derer sich schon häufig in allerlei medialer Form angenommen wurde. Bei den meisten Filmfans dürfte bei Errol Flynn irgendwo was klingeln, Menschen meiner Generation haben vermutlich in Kevin Costner ihren Robin Hood gefunden und die etwas jüngeren unter uns wurden 2010 mit Russell Crowes Interpretation der Figur beglückt. Nun - 2019 reiht einen weiteren jungen Vagabunden in diese Tradition ein: Taron Egerton - ein Robin Hood für die Instagram-Generation.

Trailer zu Robin Hood

Inhalt:
Robin von Loxley lebt ein gutes Leben in seinem Anwesen nahe Nottingham. Als er eines Tages die junge Diebin Marian beim Stehlen eines seiner Pferde ertappt ist es um ihn geschehen. Die beiden heiraten und verbringen eine glückliche Zeit, bis Robin für die Kreuzzüge eingezogen wird und das Land für 4 Jahre verlässt. Als er zurückkehrt findet er sein Anwesen in Ruinen, Marian in den Armen eines anderen und den Sheriff von Nottingham, einen korrupten und bösartigen Mann, an der unumstößlichen Macht. Dieser herrscht mit eiserner Faust über die Menschen und hat auch Robins Hab und Gut, unter Behauptung dieser sei auf den Kreuzzügen zu Tode gekommen, gepfändet. Mit der Hilfe des maurischen Yahya, genannt John, beginnt er einen ganz persönlichen Kreuzzug gegen die Grausamkeit des Sheriffs und für die Rückerorberung seiner Liebe...

Kritik:
Wo fangen wir nur an? Vermutlich am Besten beim absolut Offensichtlichen: Robin Hood in der 2019er-Variante weiß zum Verrecken nicht, was er sein will. Ästhetisch bedient sich der Film teilweise im klassischen Kostümfilm, dann wiederum nimmt er Elemente des Steampunk, wirft ein wenig Moderne mit in den Mix und steht sich damit immer wieder selbst im Weg. In der, Inszenatorisch nicht mal allzu üblen, Darstellung der Kreuzzüge beispielsweise sieht man Robin und seine Kameraden in ärmellosen Schuppenpanzern, die in Kombination mit dem Rest ihrer Bekleidung stark an Kevlar-Westen moderner Soldaten erinnern. Auch der Umstand, dass die gesamte Truppe mit Bögen im Anschlag durch die Straßen einer Stadt im Nahen Osten zieht, lässt einen an Fernsehbilder der vergangenen 10 Jahre denken. Und dieser moderne Grundton wäre eine Ebene gewesen, auf der man sicherlich hätte aufbauen können.


Hätte man sich die Mühe gemacht, mit einer gewissen Stringenz im Design, beispielsweise den gesamten Film in die frühen 90er des vergangenen Jahrhunderts zu verlegen und aus Robin einen Golfkriegsveteranen gemacht, hätte die Ästhetik Sinn gehabt und man hätte auf dieser Ebene eine moderne Interpretation der Figur liefern können. Allerdings bricht die Darstellung während des Kreuzzugs beispielsweise ästhetisch völlig mit vergleichsweise klassischen Mittelalterdarstellung in den ersten paar Minuten, welche Marian und Robin in deren Anwesen zeigen. Und diese Form von Inkonsistenz zieht sich leider durch den gesamten Film.


Allerdings endet sie nicht in den Designentscheidungen, sondern betrifft in vielerlei Hinsicht auch die Charaktere. Beginnend bei Robin, den Egerton als Hood mit seiner jugendlichen Gewitztheit sehr gut verkörpert, bei dem er jedoch als Loxley in der Öffentlichkeit ein ums andere Mal irgendwie deplaziert und viel zu jung wirkt, und dem hier im Grunde eine wirkliche Motivation für sein Handeln fehlt. Costner kam heim, sein Vater ermordet, sein Schloss niedergebrannt und alle die er liebte verletzt oder tot. Alles was er hatte war Rache, aber eine greifbare Rache eines Mannes, der nichts mehr zu verlieren hatte. Egerton kommt heim, sein Haus verfallen, sein Geld fort, er für tot erklärt - aber abgesehen von Marian, mit der er einfach hätte sprechen können, um das Missverständnis um seinen Tod aufzuklären, hat er keine echte Motivation sich gegen den Sheriff (Ben Mendelsohn) oder gar auf Seiten des Volkes zu stellen.


Erst John, den Jamie Foxx gewohnt charismatisch verkörpert, bringt ihn auf den Pfad der Rache und nebenbei steigt "Hood" als Inspiration für die Massen im Ansehen der Menschen von Nottingham. Nichts davon ist jedoch Selbstlosigkeit zu einem größeren Wohl, alles zielt auf eine Rache ab, die garnicht wirklich Robins ist. Erst später wirft das Skript uns einen wesentlich größeren Konflikt hin, der auch wirklich Potenzial gehabt hätte. Doch auch dieser verläuft, wie so viele Plotpunkte, irgendwie bedeutungslos im Sand. Nicht, dass der Plot nicht weitestgehend absolut funktional wäre und auch recht gradlinig durchaus Sinn ergibt, aber jedes Mal wenn eine "Charaktermotivation" hinzukommt, wird das Kopfkratzen stärker.


Der Sheriff, von Mendelsohn übrigens recht offensichtlich mit Blick auf Rickmans "Sheriff of HAMington" aus der 91er-Variante gespielt, bekommt eine kurze "ich wurde als Kind misshandelt"-Szene, die keinerlei Relevanz besitzt und ihn lediglich in seinem Handeln noch fragwürdiger erscheinen lässt, Bruder Tuck (Tim Minchin) ist die meiste Zeit einfach nur da und aus irgendeinem Grund sowas wie der Schatzmeister und Fußabtreter des Sheriffs, Will "Scarlet" (Jamie Dornan) ist Marians neuer Freund und ansonsten lediglich vorhanden für den Großteil der Laufzeit - außerdem hätte er vermutlich den passenderen Robin von Loxley abgegeben, aber das ist ne andere Geschichte. Und dann ist da noch Marian, gespielt von Eve Hewson, die vor allem dadurch auffällt, dass sie aussieht, als hätte man eigentlich Jeniffer Lawrence haben wollen, jedoch nicht das Geld sie zu bezahlen. Also hat man sich scheinbar kurzum eine Schauspielerin gesucht, die wie eine Discount-Variante von Lawrence aussieht. Darstellerisch okay, charakterlich völlig inkonsequent geschrieben.


Dabei spürt man immer wieder die Ideen und das Potenzial, die in diesem Film steckten. Er ist durchaus kompetent gefilmt und abgesehen von ein paar holprigen Effekten an ein paar Stellen und dem eher funktionalen Score kann man Regisseur Otto Bathurst nicht mal vorwerfen handwerklich schlecht gearbeitet zu haben. Der Großteil eines solchen Films steht und fällt aber nunmal mit damit, sich für eine Idee, ein Design und eine Linie zu entscheiden, was hier nie wirklich stattfindet. Der moderne Subtext blitzt durch, die offenbar von Bathurst intendierten sozialkritischen Untertöne sind durchaus vorhanden, nur werden sie eben einfach bloß immer wieder plakativ eingeworfen, um dann in der Folge kaum Konsequenzen zu besitzen. Korrupte Regierung, das Volk muss sich erheben, ein Mann kann alles ändern - blablabla, haben wir alles schon gehabt und das in besser.


Fazit:
Was bleibt also unterm Strich? Denkt man nicht allzu viel über die logischen Probleme des Films nach und kann die Inkonsequenzen in Sachen Charakterzeichnung und Design verzeihen bekommt man einen recht kurzweiligen, knapp 2 Stunden langen, Abenteuer-Actionfilm, der die bekannte Sage teilweise ganz solide modernisiert und mit guten Setpieces sowie recht gekonnter Regie aufwarten kann. Sucht man jedoch nach funktionierenden Charakteren, Konsequenz in der Art, wie der Film geschrieben ist, oder möchte dieses Gefühl von Epik oder Größe, welches derlei Abenteuerfilme für gewöhnlich mitbringen können, wird man reichlich enttäuscht das Kino verlassen. Insbesondere darüber, was dieser Film hätte sein können, denn die Ansätze sind immer wieder da und man möchte sich gern an einem davon festhalten und ihn weiterverfolgt sehen. Doch alle 10 Minuten wird etwas verworfen und neue Zutaten werden in den Mix geworfen, sodass schlussendlich eine reichlich inkonsequente Pampe daraus wird, bei der keiner so recht zufrieden ist.


Was die Wertung angeht ist Robin Hood 2019 eine ganz schwierige Kiste. Als Actionfilm ohne großen Anspruch könnte man hier durchaus mit nem zugekniffenen Auge lockere 5/10 Punkte geben und sagen, dass er zum einmal Anschauen durchaus taugt. Als neuester Vertreter einer langen Reihe von teilweise sehr viel besseren Verfilmungen des Stoffes muss allerdings auch diese Inkarnation der Figur sich den Vergleich gefallen lassen und hier fällt er schlussendlich leider weitestgehend durch, egal wie viele gute Ansätze da waren. Somit werden es unterm Strich


3/10 Punkte bzw 1,5/5 Hüte


und der anhaltende Ärger darüber, was dieser Film alles hätte sein können. Er hat nämlich wirklich immer wieder Spaß gemacht und war auch nicht "miserabel". Aber am Ende scheitert er eben doch vor allem an seinem gewaltigen Erbe.

Robin Hood Bewertung
Bewertung des Films
310
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7 Kommentare
MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
11.01.2019 20:12 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.880 | Reviews: 153 | Hüte: 431

@ MB80:

Auch hier danke fürs Lesen ^^

"nach allem was ich so mitbekommen hatte dachte ich der hätte "so bad its good" Potenzial, oder man könnte mal wieder fein die "Fische in der Tonne" abknallen."

Genau so eine Hoffnung hatte ich halt auch. Ich habe vorher ernsthaft die Daumen gedrückt, dass das eher so einer war den ein Kritiker verrissen hat und alle anderen haben abgeschrieben und der eigentlich ganz ok ist. War er dann aber leider nicht. Wie auch Silencio setze ich mich immer ins Kino in der Hoffnung, dass der Film "taugt".

"Bin ich eigentlich der einzige der denkt, dass der Film mit Costner sehr, sehr schlecht gealtert ist?!"

Ich hab ihn neulich nochmal geschaut und muss auch sagen, dass er inzwischen auf der "mkre cheese than charme"-Ebene angekommen ist. Ich bin damit aufgewachsen und kann es hier wie auch bei ID4 durchaus verzeihen und meinen Spaß damit haben, aber er strapaziert einen teils schon arg.

"Also würde man sagen, dass der Film tatsächlich irgendwie den Golfkrieg etc. referenzieren will... könnte man das ja fast so interpretieren, dass die Konfrontation mit dem "offiziellen" Feind die USA erst wachrütteln muss, dass das Problem hausgemacht ist. Aber dafür fehlt mir der Kontext und soviel Intelligenz mute ich ihm nach deiner Beschreibung auch nicht zu."

Wie gesagt, der Ansatz ist da, aber auch dann schnell wieder im Sande verlaufen. Mitunter spürte man schon so ein bisschen Trump-America-Kritik, aber man bekommt den Gedanken nicht aus dem Kopf, dass irgendwo ein Produzent geschrien hat "Das ist zu clever, macht das raus! Unsere Zuschauer sind dumm!"

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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MB80 : : Cheddar Goblin
11.01.2019 19:59 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 672 | Reviews: 15 | Hüte: 47

ZSSnake:

Schöne, nachvollziehbare Kritik. Mein erster Gedanke war aber auch der von Silencio ("RH-Fan oder klang die Möglichkeit, einen Verriss zu schreiben, einfach zu verlockend?"), nach allem was ich so mitbekommen hatte dachte ich der hätte "so bad its good" Potenzial, oder man könnte mal wieder fein die "Fische in der Tonne" abknallen.

"Bei den meisten Filmfans dürfte bei Errol Flynn irgendwo was klingeln, Menschen meiner Generation haben vermutlich in Kevin Costner ihren Robin Hood gefunden und ..."

Bin ich eigentlich der einzige der denkt, dass der Film mit Costner sehr, sehr schlecht gealtert ist?!

Technische Frage: ich habe beim köstlichen Video-Review vom Dan Olson rausgehört, dass der Film auch technisch einige dicke Mängel hat. In der Mitte (?) soll es z.B. eine Szene geben, in der der Greenscreen völlig daneben liebt. Bekam der Film bei einem Budget von 100 Mio. noch nicht mal das hin?

"Erst John, den Jamie Foxx gewohnt charismatisch verkörpert, bringt ihn auf den Pfad der Rache und nebenbei steigt "Hood" als Inspiration für die Massen im Ansehen der Menschen von Nottingham."

Also würde man sagen, dass der Film tatsächlich irgendwie den Golfkrieg etc. referenzieren will... könnte man das ja fast so interpretieren, dass die Konfrontation mit dem "offiziellen" Feind die USA erst wachrütteln muss, dass das Problem hausgemacht ist. Aber dafür fehlt mir der Kontext und soviel Intelligenz mute ich ihm nach deiner Beschreibung auch nicht zu...

Silencio:

"Ich glaub, da sind mir mittlerweile sogar Bösewichte lieber, die einfach nur böse sind, weil sie es geil finden..."

Solche abgedroschenen Hintergrundgeschichten sind mir inzwischen auch zu lame, und außerdem sind sie fast beleidigend für Leute die evtl. nicht so ne glückliche Kindheit hatten. Ein guter Bösewicht braucht entweder etwas, was ihn nachvollziehbar und sympathisch macht (die komplexere Variante), oder er muss richtig, und verständlich, motiviert sein.

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
11.01.2019 19:43 Uhr | Editiert am 11.01.2019 - 19:43 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.880 | Reviews: 153 | Hüte: 431

"Deine Review klingt oft so, als könnte der Bathurst das ernsthaft verfolgt haben (als Fernsehregisseur gibt es nun mal leider keine Anhaltspunkte aus früheren Filmen), aber im Produktionskuddelmuddel ist das verloren gegangen. Anscheinend ist das ja wieder so ein Mixer-Film, der alles gleichzeitig sein muss - so versteh ich dich zumindest"

Inwieweit der gute Mann da igendwelchen Einfluss gehabt hätte, lässt sich danach eh nur schwer ausmachen. Ich vermute mal, dass da auch viele Produzentenentscheidungen versucht haben, irgendwas Rettbares daraus zu machen, was in deren Augen Geld einspielen wird. Allerdings hat er selbst in einem Interview zumindest die klare Intention kommuniziert, "mehr" zu liefern ->

Bathurst über seinen Robin Hood

Letztlich wird es bei all dem Hick-Hack bis zum Kinorelease vermutlich irgendwann von der Illusion einer eigenen Vision hin zu einem "Am liebsten würde ich nen Alan Smithee drunter setzen" geschwenkt sein...

"Waaaaas? IM DIALOG? Das ist ja noch fauler, als ich gedacht habe. Ich hatte beim Lesen so einen Shot vorm geistigen Auge, wie ein dreckiges Kind in Mittelalterklamotte geprügelt wird (ich denke, jeder weiß, welche Art Shot ich hier meine...) - aber anscheinend war selbst das noch zu viel..."

Der Film fing schon mit 5 Minuten Narration darüber an, warum diese Variante der Hood-Geschichte anders ist als alle die ihr kennt und wieso ihr die auch alle am besten gleich wieder vergesst. Jap, auf dem Level bewegte sich das Skript...ich hatte auch mit ner Rückblende gerechnet gehabt während Mendelsohn so vor sich hinredete, aber nope.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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Silencio : : Moviejones-Fan
11.01.2019 19:28 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.397 | Reviews: 46 | Hüte: 133

ZSSnake:

Nichts zu danken. ;)

"Die Unlimited Card macht es ja zu keinem Mehraufwand und manchmal stolpert man über halbgute Filme mit ein paar guten Ideen, die es das wert machen. "

AHH, das bei "Crucifixion" schon genannte "Keine Mehrkosten, also warum nicht?"-Phänomen. Alles klar. laughing

"Der war jetzt keiner davon, sondern eher einer von der leicht frustrierenden Sorte"

Das konnte man deiner Review lebhaft entnehmen.

"Ich hätte mir halt echt gewünscht, dass man aus dieser Perspektive etwas mit dem Stoff anfängt, aber entgegen Bathursts Aussagen war es eben kein Film mit ner ernsthaften sozialkritischen Ebene, sondern wieder bloß einer, der es alibihaft reingeworfen und dann nicht weiter verfolgt hat."

Deine Review klingt oft so, als könnte der Bathurst das ernsthaft verfolgt haben (als Fernsehregisseur gibt es nun mal leider keine Anhaltspunkte aus früheren Filmen), aber im Produktionskuddelmuddel ist das verloren gegangen. Anscheinend ist das ja wieder so ein Mixer-Film, der alles gleichzeitig sein muss - so versteh ich dich zumindest.

"Ob man nun vollständig modernisiert und aus Robin nen traumatisierten Scharfschützen mit nem Bogenschieß-Fetisch macht oder ihn im Mittelalter belässt ist ja letztlich nicht entscheidend, wichtig wäre eben nur, dann auch ne Linie zu fahren und nicht dauernd zu wechseln."

Ja, auf jeden Fall. Da leigt meine Präferenz nur anders, aber im Grunde hast du Recht.

"Der Dialog mir in dem Moment sogar einen Anflug eines Grinsens ins Gesicht gezaubert, gefolgt von ungläubigem Kopfschütteln."

Waaaaas? IM DIALOG? Das ist ja noch fauler, als ich gedacht habe. Ich hatte beim Lesen so einen Shot vorm geistigen Auge, wie ein dreckiges Kind in Mittelalterklamotte geprügelt wird (ich denke, jeder weiß, welche Art Shot ich hier meine...) - aber anscheinend war selbst das noch zu viel... laughing laughing

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
11.01.2019 19:12 Uhr | Editiert am 11.01.2019 - 19:14 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.880 | Reviews: 153 | Hüte: 431

@ Silencio:

Erstmal danke fürs Lesen, man freut sich ja immer, wenn man unterhalten kann.

"Ansonsten gute Kritik, aber auch die Frage: warum bist du da rein? RH-Fan oder klang die Möglichkeit, einen Verriss zu schreiben, einfach zu verlockend?"

Persönlich fand ich die Trailer ganz interessant, wenn auch nicht allzu vielversprechend und war einfach neugierig, was man da kredenzt hat. Die Unlimited Card macht es ja zu keinem Mehraufwand und manchmal stolpert man über halbgute Filme mit ein paar guten Ideen, die es das wert machen. Der war jetzt keiner davon, sondern eher einer von der leicht frustrierenden Sorte. Ich hatte halt die leise Hoffnung, dass man sich den moderneren Komponenten aus den Trailern verschreibt und ein interessanter Hybrid daraus werden könnte. Was mich hierzu führt:

Spätestens als ich das erste Mal von den Flack Jackets gehört habe, hab ich gedacht, dass man mit Robin Hood wunderbar behandlen könnte, wie Veteranen nach dem Krieg in ein gebeuteltes Land (Hallo, Finanzkrise!) zurückkehren, deswegen freut es mich, nicht der einzige zu sein. Ich würde den Stoff wohl in seiner ursprünglichen Zeit lassen - insofern klang der Film dann auch interessant.

Ich hätte mir halt echt gewünscht, dass man aus dieser Perspektive etwas mit dem Stoff anfängt, aber entgegen Bathursts Aussagen war es eben kein Film mit ner ernsthaften sozialkritischen Ebene, sondern wieder bloß einer, der es alibihaft reingeworfen und dann nicht weiter verfolgt hat. Ob man nun vollständig modernisiert und aus Robin nen traumatisierten Scharfschützen mit nem Bogenschieß-Fetisch macht oder ihn im Mittelalter belässt ist ja letztlich nicht entscheidend, wichtig wäre eben nur, dann auch ne Linie zu fahren und nicht dauernd zu wechseln.

"Lazy Screenwriting 101. Ich würde mich ja echt freuen, wenn wir diese Kindergartenpsychologisierung endlich mal einmotten könnten. Ich glaub, da sind mir mittlerweile sogar Bösewichte lieber, die einfach nur böse sind, weil sie es geil finden..."

Der Dialog hat mir in dem Moment sogar einen Anflug eines Grinsens ins Gesicht gezaubert, gefolgt von ungläubigem Kopfschütteln. Mir ging nur durch den Kopf "das haben sie ihn nicht ernsthaft sagen lassen?" Wie dem auch sei, Mendelsohn gibt sich alle Mühe Rickmans Performance in der 91er-Costner-Variante alle Ehre zu machen und performt in einem unangenehmen Mix aus Overacting und vielen grausamen Vergleichen von denen keiner dem zeitlos bescheuerten "Cut his heart out with a spoon" auch nur halb gerecht wird.

Kino im Januar halt - aber ein wenig war auch einfach Interesse an einer neuen Interpretation der alten Geschichte da, Robin Hood geht ja vom Prinzip her immer.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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Silencio : : Moviejones-Fan
11.01.2019 18:53 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.397 | Reviews: 46 | Hüte: 133

Es gibt anscheinend nur zwei Konstanten im Leben: der Tod und der Versuch Hollywoods alle paar Jahre ein Robin Hood-Franchise zu starten...

Ansonsten gute Kritik, aber auch die Frage: warum bist du da rein? RH-Fan oder klang die Möglichkeit, einen Verriss zu schreiben, einfach zu verlockend? laughing

"Hätte man sich die Mühe gemacht, mit einer gewissen Stringenz im Design, beispielsweise den gesamten Film in die frühen 90er des vergangenen Jahrhunderts zu verlegen und aus Robin einen Golfkriegsveteranen gemacht, hätte die Ästhetik Sinn gehabt und man hätte auf dieser Ebene eine moderne Interpretation der Figur liefern können."

Spätestens als ich das erste Mal von den Flack Jackets gehört habe, hab ich gedacht, dass man mit Robin Hood wunderbar behandlen könnte, wie Veteranen nach dem Krieg in ein gebeuteltes Land (Hallo, Finanzkrise!) zurückkehren, deswegen freut es mich, nicht der einzige zu sein. Ich würde den Stoff wohl in seiner ursprünglichen Zeit lassen - insofern klang der Film dann auch interessant. Andererseits:

"Der Sheriff [...] bekommt eine kurze "ich wurde als Kind misshandelt"-Szene"

Lazy Screenwriting 101. Ich würde mich ja echt freuen, wenn wir diese Kindergartenpsychologisierung endlich mal einmotten könnten. Ich glaub, da sind mir mittlerweile sogar Bösewichte lieber, die einfach nur böse sind, weil sie es geil finden...

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
11.01.2019 00:20 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.880 | Reviews: 153 | Hüte: 431

Vermutlich ist der besser, wenn man währenddessen bei Instagram unterwegs ist und nur die Hälfte mitbekommt. Guckt man ihn allerdings mit Sinn und Verstand sollte man entweder vom Kinobesuch absehen, oder keine Sekunde in Frage stellen was so passiert. So oder so - falls jemand mit dem Gedanken gespielt hat den im Kino zu schauen hier eventuell ne kleine Anleitung dazu, ob es sich lohnen könnte, oder eher nicht.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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