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Saving Mr. Banks

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Wer ist nicht vergnügt, wenn hoch sein Drache fliegt?

Saving Mr. Banks Kritik

Saving Mr. Banks Kritik
1 Kommentar - 02.04.2020 von Duck-Anch-Amun
In dieser Userkritik verrät euch Duck-Anch-Amun, wie gut "Saving Mr. Banks" ist.

Bewertung: 4.5 / 5

Vorgeschichte
Die Geschichte von Mary Poppins fasziniert bis heute die Menschheit. So auch den australischen Produzenten Ian Collie, welcher einen Film über die Autorin der Buchreihe, P. L. Travers, mit dem Titel "The Shadow of Mary Poppins" machte. Während der Produktion dieses Dokumentarfilmes erkannte er, dass eine Episode des Lebens der Autorin einen eigenen Film wert wäre: die Verhandlungen mit Walt Disney persönlich. Essential Media and Entertainment begann einen solchen Film zu entwickeln, BBC war bereits zu finanzieren: doch wie macht man einen Film über die Vorgeschichte des Walt Disney Films "Mary Poppins" (1964) ohne Disney? Schnell wurde klar, dass man ohne Disney nicht an die Rechte zu den Liedern oder Filmmaterial kommt - essentiell für die Erzählung dieser Vorgeschichte. Disney wurde die Idee angeboten und musste zwischen drei Szenarien entscheiden: Das Projekt weiter laufen lassen und dann wegen der recht davon profitieren, die Filmrechte kaufen und das Projekt beenden oder Co-Finanzieren - ein meilenstein, da es die erste filmische Umsetzung mit Walt Disney sein sollte. Man entschied sich für Letzteres, die Macher fürchteten Disneys Mitspracherecht, letztendlich entstand ein wundervoller Film, dessen Vorgeschichte fast so spannend ist die wie die Geschichte, die Vorgeschichte zur Entwicklung des Films Mary Poppins an sich.

Handlung
1961: P.I.Travers (gespielt von Emma Thompson), die Autorin der berühmten Mary Poppins steckt in schweren Geldnöten. Als ihr droht das Haus zu verlieren, bleibt laut ihrem Anwalt nur eine Lösung. Die Rechte der Bücher an ein Filmstudio abtreten, etwas was Travers bis dahin immer ablehnte. Besonders da der größte Interessent an der Verfilmung Walt Disney (gespielt von Tom Hanks) ist, welcher nun seit 20 Jahren versucht, die Rechte zu erhalten. Travers entschließt sich nach Los Angeles zu den Disney Studios zu reisen, um die Produktion des Films zu begleiten. Dabei ist ihr Mitspracherecht vertraglich vereinbart - was Produzenten, Musiker und Setbuilder in der Vorproduktion zur Verzweifelung bringt. Denn nichts ist gut genug für P.I.Travers - alles wird kritisiert. Die Autorin selbst fühlt sich während der Arbeit am Film an ihre Kindheit erinnert, welche nicht so idyllisch war wie man anfangs vermuten könnte. Auch Walt Disney merkt schnell, dass mehr hinter der rigorosen Vertragspartnerin steckt, als man im ersten Moment erkennt.

Trailer zu Saving Mr. Banks

Für Mary Poppins-, ach für Disney-Fans
Seit jeher gehört Mary Poppins von 1964 zu meinen liebsten Filmen und die Magie dieses Streifens verzaubert mich bis heute. Als Kind war ich besonders angetan von den Zeichentricksequenzen. Menschen bewegen sich in einem Zeichentrickfilm - unvorstellbar damals, beflügelte es meine Fantasie. Umso erstaunter war ich, als ich erfuhr, dass die Autorin der Bücher ausgerechnet diese Szenen hasste. Auch die Interpretation von Julie Andrews sowie die Musical-Einlagen sollen ihr missfallen haben.
Mit Saving Mr. Banks offenbart man die zähen Verhandlungen zwischen der Autorin P.I. Travers und Walt Disney. Sie, die vornehme britische Dame, welche ihre Figuren mit ihrem Leben verteidigt und eigentlich nur wegen des Geldes den Kompromiss eingeht. Er, der amerikanische Film-Visionär und Träumer, der die Leute um den Finger wickelt und erstmals auf Granit beißt. Neben dieser tollen Dualität ist der Film aber gerade was für Mary Poppins-Fans. Durch die Teilnahme der Disney Studios konnte man ohne Problem die Vorproduktion des 1964er Films einbauen. So sind wir als Zuschauer quasi live beim Prozess dabei als die bekannten Mary Poppins Melodien erklingen, Entscheidungen getroffen werden und später sitzen wir im Kino und dürfen Ausschnitte miterleben. Gerade die Musical-Einlagen am Piano sowie Disneys und Travers Reaktionen darauf sind absolute Highlights des Films.
Aber auch der Disney-Fan an sich kommt auf seine Kosten: Die Disney Studios waren realer Drehort, während des Films besuchen wir Disneyland und natürlich sind auch Mickey, Pluto, Goofy oder Winnie Puuh anwesend.

Cast
Der Film wird dabei von 2 großartigen Hauptdarstellern getragen. Emma Thompson spielt die Autorin P.I.Travers herrlich britisch, zynisch und sorgt für ihre Reaktionen für manchen Lacher. Denkt man zu Beginn noch, das Biopic wäre eine Komödie, entwickelt sich die Geschichte durch die Flashbacks in Travers Kindheit mehr und mehr zum Drama. Emotionen kommen dann hoch und am Ende muss man als Zuschauer schlucken, wenn Thompson sichtlich berührt oder verletzlich spielt. Lustig ist zudem der Fakt, dass Emma Thompson zuvor die Nanny McPhee in dem Film "Eine zauberhafte Nanny" spielte - auf den ersten Blick ein kreativloser Abklatsch der Mary Poppins-Reihe.
Auf der anderen Seite haben wir Tom Hanks als Walt Disney und ehrlich gesagt gibt es wohl neben Tom Slattery, der als Howard Stark ne Marvel-Disney-Version spielte, wohl keinen besseren Darsteller für diese Rolle. Dabei ist Hanks Darstellung die erste filmische Umsetzung von Walt Disney. Befürchtet wurde anfangs, dass man Disney nicht so darstellen könne wie er wirklich war wenn Disney am Film beteiligt ist. Denn auch wenn Tom Hanks die Figur positiv darstellt, so gibt es Anspielungen, dass nicht alles Gold war. Letztendlich wehrte sich Disney nur dagegen, dass man den Gründervater rauchend darstellt - etwas was Walt immer verhindern wollte. Im Film wurde dies jedoch selbst perfekt umgesetzt und somit ist das Werk Disney-kritischer als man vermuten mag.

Wie wahr muss ein Biopic sein?
Ich schrieb es schon damals bei Bohemian Rhapsody: wenn ein Biopic mich fesselt und emotional berührt, dann muss nicht alles der Realität entsprechen. Und so ist es auch bei Saving Mr. Banks. Denn ein echtes Treffen zwischen Disney und Travers fand anders als im Film dargestellt nie statt. Die Dialoge basieren größtenteils aus Schriftverkehr den es zwischen den Beiden gab. Auch verschiedene Kompromisse gab es nie: so war Travers bis zuletzt gegen manche Filmentscheidung, Disney hatte sie aber durch Vertragsklauseln in der Hand, weshalb auch das Filmfinale wohl anders stattfand.
Letztendlich sind dies kreative Entscheidungen, die man hinnehmen muss, wenn man diesen Film genießen möchte. Und so komm ich zurück zu dem Punkt, dass der Film wohl eher den Mary Poppins-Fan anspricht als den Historiker.

Nachwehen
P.I.Travers war unzufrieden mit dem Film und soll ihn sich wohl nie mehr angeschaut haben. Zudem verbot sie Disney, die Sequels zu verfilmen. Doch so genau stimmt es nicht, scheinbar hat sie ihn sehr wohl öfters angesehen und soll am Ende auch ihren Frieden gefunden haben. Gerüchten zufolge gab es z.B. ein Austauschgespräch mit Julie Andrews. Auch sah sie sich den Film mehrfach an, als sie selbst an einem Sequel arbeitete, was aber nie zustande kam.
Letztendlich weiß ich nicht was aus dem Verbot eines Sequels passierte, denn 2018 brachte Disney Mary Poppins 2 heraus. P.I. Travers hätte bestimmt auch diesen Film nicht toll gefunden...

Fazit
Saving Mr. Banks ist sicherlich einer dieser Filme, die auf den ersten Moment öde klingen. Die Handlung spielt sich zu 90 % innerhalb von 2 Wochen ab, es geht um die Entstehung eines Films, welcher im Jahr 1964 im Kino war und sowieso wird ein Disney-Film über Disney wohl Kitischigromantisch sein. Aber gepaart mit den Flashbacks und den daraus entstehenden Dramen, den tollen Referenzen an Disney sowie dem Kultfilm an sich sowie der überragenden Darstellung von Thompson und Hanks kann dieser Film komplett überzeugen, auch wenn manches ausgeschönt wurde und nicht der Wahrheit entspricht. Deshalb gibt es dann auch einen halben Punkt Abzug, da gerade das Ende zwar emotional ist, aber das wahre Ende wohl genauso spannend gewesen wäre.

Saving Mr. Banks Bewertung
Bewertung des Films
910
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1 Kommentar
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TiiN : : Pirat
25.04.2020 00:05 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 5.484 | Reviews: 126 | Hüte: 275

War für mich so ein richtig schön gemachter Wohlfühl-Film gewesen. smile

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