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Solo - A Star Wars Story

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Nicht perfekt, aber besser als Rogue One

Solo - A Star Wars Story Kritik

Solo - A Star Wars Story Kritik
3 Kommentare - 08.06.2018 von MrBond
In dieser Userkritik verrät euch MrBond, wie gut "Solo - A Star Wars Story" ist.
Solo - A Star Wars Story

Bewertung: 4 / 5

Einmal mehr durfte ich in die Welt von Star Wars abtauchen und einmal mehr kam ich mit einem breiten Grinsen im Gesicht aus dem Kino heraus. Solo – A Star Wars Story hält im Großen und Ganzen, was man sich unter einem aktuellen Star Wars Actionfeuerwerk verspricht. Jedoch gab es auch Schwächen, die eine volle Punktzahl für mich einfach nicht rechtfertigen.

Trailer zu Solo - A Star Wars Story

Zunächst möchte ich kurz auf die 3D-Umsetzung eingehen. Dies fließt aber nicht in meine Bewertung mit ein. Einmal mehr wird deutlich, wie schlecht und unnütze die nachträgliche 3D-Konvertierung ist. Zum einen merkt man es dem Film durchgehend an, dass er im Grunde gar kein 3D-Film sein will. Die Effekte tragen nie zum atmosphärischen Mittendrin-Gefühl bei und wirken eher störend. Besonders sichtbar wurde die technische Unzulänglichkeit in Dialogszenen. Person A unterhält sich mit Person B, die Kamera befindet sich schräg hinter Person B auf Person A gerichtet. Durch den 3D-Effekt erscheint Person B dichter an der Kamera, während Person A ihre Augen aber immer noch auf eine imaginäre Person weiter hinten gerichtet hat. Dadurch entsteht der Eindruck, die Personen würden sich gar nicht gegenüberstehen, sondern versetzt und sprechen aneinander vorbei. Dieser Fehler stört mein Sehvergnügen erheblich, von der bescheidenen 3D-Technik des Kinos, der nervige 3D-Brille und des extremen Ghostings mal abgesehen.

Da wahrscheinlich jeder, der die Kritik liest bereits weiß, worum es bei Solo – A Star Wars Story geht (Aufstieg des bekannten Han Solo in die "Schurken-Liga", Kennenlernen von Han und Chewie, der Kesselflug etc.) beschränke ich mich auf meine Pros und Contras.

Fangen wir mit den Pros an:

Zunächst das größte Pro: Solo – A Star Wars Story fühlt sich durchweg wie ein Star Wars Film an. Natürlich macht er manche Sachen anders, als alle bisherigen Filme dieses Universums, aber für mich atmet er diese bestimmt Star Wars Magie durch und durch. Ich fühlte mich teilweise wie in einem der alten PC-Spiele (u.a. Jedi Knight - Jedi Academy), in denen man z.B. als Kyle Katarn Missionen abseits der bekannten Handlung des Franchises absolvieren musste. Dazu trägt nicht zuletzt die musikalische Untermalung des Films bei – insbesondere natürlich die Einspielungen der Williams`schen Themen der Originaltrilogie. Nostalgische Emotionen teilten ihren Platz mit den Reizen der bombastischen, zeitgemäßen Effekte.

Kommen wir zum Setting: Genau, wie auch schon Rogue One – A Star Wars Story zeichnet der aktuelle Film ein sehr düsteres Bild des Franchise. Der Krieg der Sterne, wie ihn die älteren Generationen noch kennen, macht seinem Namen alle Ehre. Es herrscht Krieg! Und er ist schmutzig. Die Freigabe ab 12 ist bei diesem Film absolut gerechtfertigt, auch wenn man auf eine allzu plakative Darstellung – zu Recht – verzichtet.

Ein weiteres Pro sind die Darsteller. Es ist klar: Alden Ehrenreich ist nicht Harrison Ford. Aber er ist Han Solo. Ich konnte recht effizient meine Assoziation mit Fords Gesicht aus dem Gehirn streichen und Ehrenreich als Han akzeptieren. Er haucht dieser Person Leben ein und spielt den Weg vom Flüchtling zum Schurken ausgezeichnet. Zum Wohlfühlmoment trägt aber auch die deutsche Synchronstimme von Florian Clyde bei, die der deutschen Harrison Ford Stimme (Wolfgang Pampel) extrem ähnelt. Das "Kumpelhafte" wird verdammt gut durch die Synchro unterstützt. Noch besser, als Ehrenreich war sein Kollege Donald Glover, der die junge Variante von Lando Calrissian so überzeugend spielte, dass man wirklich teilweise den Eindruck hegte, den jungen Billy Dee Williams vor sich zu haben. Und über jeden Zweifel erhaben natürlich Woody Harrelson. Der Mann hat sich in den letzten Jahren zu einem, meiner Lieblingsschauspieler gemausert. Ich mag den Kerl einfach. Er spielt diesen Schurken-Mentor-Schweinehund einfach so lässig runter… man muss ihn einfach gernhaben. Auch Paul Bettany spielt die Rolle des Oberschurken erfrischend untypisch. Passt. Der restliche Cast konnte zumindest nicht negativ auffallen, auch wenn ich die geistige Insuffizienz der Star Wars Droiden mittlerweile etwas zu over-the-top finde. Ich konnte dies aber noch mit einem Schmunzeln ertragen.

Auch die Handlung konnte überzeugen. Diese ist für mich dennoch in Pro und Contra unterteilt. Als Pro funktioniert für mich zweifelsohne die Bekanntschaft zwischen Han und Chewie und das Ausbauen zur Freundschaft. Komplett anders, als erwartet und dennoch perfekt umgesetzt. Es ist immer wieder schön, wenn man ein Bild von etwas im Kopf hat, dann aber durch eine ganz andere Herangehensweise überrascht wird und trotzdem glücklich über die Lösung ist. Auch die Charakterentwicklung der einzelnen Personen funktioniert wunderbar, wenngleich das auch bei einer Sache zu weit geht, dazu später mehr. Zu guter Letzt, und da möchte ich gerne ZSSnake zitieren, gibt es ein sehr klares Statement zu einer der größten Diskussionen, die die Figur (Han Solo) seit ihrem ersten Auftritt betreffen. Diese Szene ließ mein Star Wars Herz Luftsprünge machen.

Contra:

Wie eingangs erwähnt, gab es auch Schwächen. Diese betreffen ebenfalls und hauptsächlich die Handlung bzw. das beinahe penetrante Einfügen von Eastereggs, bzw. Anspielungen. Das wäre zum großen Teil einfach nicht nötig gewesen und wirkt zu erzwungen à la "was können wir noch im Drehbuch unterbringen, damit die Leute auch wirklich merken, dass dieser Film Kanon ist?". Gut, es hat mich nicht über die Maße gestört, aber es war auch nicht wirklich notwendig. Der Film hätte auch so funktioniert. Auf der anderen Seite konnte mir eine der legendären Substorys einfach nicht gefallen. Das fand ich sehr schade, da sie mir zu "zufällig" und aufgesetzt erschien. Dafür wurde sogar ein ziemlich sinnloser, wenn auch nicht wirklich ärgerlicher, Mini-Handlungsstrang eingebaut. Auch hier war das Tempo hoch, die Spannung kaschierte die Sinnlosigkeit und letztlich fieberte man mit den Protagonisten, weil diese eben dem Zuschauer ans Herz gewachsen waren.

Was auch einfach ein wenig zu viel des Guten war: Das Effekt-Feuerwerk. Man merkt dem Film einfach an, dass er im Zeitalter der Comic-Verfilmungen entstanden ist. Teilweise hätte man genauso gut in einem dieser Standard Transformers- oder Superhelden-Overkill-Reizüberflutungsfilme gesessen haben.

Zuletzt wären da noch zwei Charakterentwicklungen genannt, die ebenfalls nicht so richtig ins Bild passen wollten. Da wäre zum einen die Motivation von Beckets Gangsterkollegin Val zum Ende des ersten Drittels, bei der man die Gründe für den weiteren Verlauf der Story zwar nachvollziehen konnte, aber dennoch die Handlung nicht zum Charakter passen wollte. Hier hätte man ohne weiteres eine bessere Lösung finden können. Die andere fehlerhafte Entwicklung betrifft die Hauptperson selbst und stellt – wie so oft im Star Wars Universum – ein Kontinuitätsfehler dar. Auch hier ist die Motivation der Autoren klar, den Helden der Story auch als Helden zu porträtieren. Letztendlich hätte man hier jedoch aus Anschlussgründen, zumindest in der vorliegenden Art und Weise, darauf verzichten müssen.

Fazit:

Solo ist ein sehr solider Science Fantasy Film geworden, der alleinstehend deutlich besser funktioniert, als mit dem Franchise-Gedanken im Hinterkopf. Alles in allem gefiel er mir besser, als Rogue One, der mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatte, aber aufgrund der niedrigeren Sympathiewerte und dem "Wir-müssen-sowieso-alle-sterben Fundament", gegenüber Solo an Boden verliert.

Es gab Schwächen, aber am Ende konnte ich doch mit einem zufriedenen Gefühl aus dem Kino gehen. Es war definitiv nicht das letzte Mal, dass ich Solo – A Star Wars Story gesehen habe.

Solo - A Star Wars Story Bewertung
Bewertung des Films
810
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3 Kommentare
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MrBond : : Imperialer Agent
11.06.2018 09:22 Uhr
1
Dabei seit: 03.12.14 | Posts: 2.651 | Reviews: 19 | Hüte: 357

@sublim77 & Raven13

Danke Jungs. Für mich ist Solo auch deutlich besser, als ich erwartet hatte. Anfangs war ich auch eher skeptisch, wobei sich das relativ schnell in Neugier wandelte. Daher habe ich mich auch schon ziemlich früh auf den Streifen gefreut. Bin nicht enttäuscht worden. Auch wenn ich das Ende aus mehreren Gründen... naja... fand.

@sublim

Jup, das freut mich auch ungemein... endlich neben der OT ein weiterer Film, der uns beiden gefällt! 4 von 10...

Hatte ich erwähnt, dass ich Ron Howard gerne am Ruder von Episode 9 gesehen hätte? Nicht, dass ich J.J. Abrams nicht auch einen guten Film zutrauen würde, schließlich hat er mich auch mit Ep7 glücklich gemacht, aber Howard konzentriert sich, glaube ich, mehr auf das Wesentliche. Okay, ist auch immer eine Frage des Drehbuchs und wie weit die Regisseure improvisieren können/dürfen.

Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
08.06.2018 22:20 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 547 | Reviews: 17 | Hüte: 51

@ MrBond:

Sehr schön geschriebene Kritik. Kein großes Gerede drumherum, kurz und knackig auf den Punkt gebracht. Es freut mich ungemein, dass Solo dir ebenfalls gefällt. Auch allgemein scheint Solo hier recht gut anzukommen, damit hatte ich nicht wirklich gerechnet.

MJ-Pat
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sublim77 : : Rattle Head
08.06.2018 17:30 Uhr | Editiert am 08.06.2018 - 17:31 Uhr
0
Dabei seit: 18.12.15 | Posts: 3.809 | Reviews: 29 | Hüte: 285

@MrBond:

Schön, dass wir endlich mal bei einem Star Wars Film zum selben Ergebnis kommen. Ich bin mit dem Film genauso zufrieden wie du. Schade nur, dass er an den Kinokassen so untergeht.

Bei der Macht von Greyskull! Isch han uff de Grub Geschloof!!!

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