Tenet

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James Bond im Klimawandel-Krieg

Tenet Kritik

Tenet Kritik
14 Kommentare - 29.08.2020 von luhp92
In dieser Userkritik verrät euch luhp92, wie gut "Tenet" ist.
Tenet

Bewertung: 4 / 5

Christopher Nolan ist seit jeher ein großer "James Bond"-Fan, schon "Inception" war als Heist-Actionthriller spielend an exotischen Orten maßgeblich von "James Bond" beeinflusst. Eienen Bond-Film zu drehen, war Nolan in den 2010er Jahren nicht vergönnt, vielleicht wollte er auch nicht in die Craig-Reihe eingreifen, zumal er sich ohnehin der Reihe und dem Handlungsbogen hätte unterordnen müssen. Jedenfalls scheint ihn diese Sehnsucht nach "Inception" ein weiteres Mal und diesmal noch stärker befallen zu haben, denn mit "Tenet" drehte Nolan nun tatsächlich einen - spanneneden und eindrucksvollen - Spionage-Actionthriller, der theoretisch auch als Bond-Film durchgehen könnte, würde man die Namen und Bezeichnungen austauschen.

John David Washington spielt quasi James Bond, einen charmanten und humoristischen Geheimagenten, der die Welt retten muss. Kenneth Branagh tritt als russischer, reicher Antagonist mit extravagantem Weltvernichtungsplan auf (sein mimisches Spiel gerät leider zu überstilisiert schurkisch, die deutsche Synchro mit übertriebenem russischen Akzent ist furchtbar). Elizabeth Debicki verköpert das "Bond-Girl", welches mit dem Antagonisten liiert ist, von ihm unterdrückt wird und dann mit dem Geheimagenten anbandelt (bei Nolan natürlich ohne Sexualität und Erotik). Robert Pattinson gibt den externen Komplizen analog zu Felix Leiter, der dem Agenten tatkräftig zur Seite steht und diesen mit Informationen versorgt. Die Figuren, Figurenkonstellationen und das grobe Plotgerüst sind die gleichen wie in einem Bond-Film.

Trailer zu Tenet

Ab hier Spoiler:

Nolan ist aber nicht an einem einfachen Spionage-Actionthriller gelegen, sondern reichert "Tenet" mit einigen moralischen und nachdenklich stimmenden Twists an. Formal und stilistisch begreift sich "Tenet" klar als "Inception 2.0", inhaltlich entwirft der Film aber mehr ein Alternativszenario zu "Interstellar". In beiden Filmen befindet sich die Erde in der Klimawandel-Endzeit, in "Interstellar" ist die Raumfahrt so weit fortgeschritten, dass die Menschheit das eigene Überleben und die Zukunft sichern kann, indem sie eine Raumreise antritt. In "Tenet" exisitert eine solche Raumfahrttechnologie nicht, die Menschheit bleibt gebunden an den sterbenden Planeten Erde. Wohl aber existiert hier die Technologie, die Materie der Entropie umzukehren und sich somit zeitumgekehrt fortzubewegen - eine Zeitreise anzutreten. Das Überleben des Planeten und der Menschheit, ihre Zukunft, liegt in "Tenet" also in der Vergangenheit.

Dementsprechend arbeitet eine abstrakt gehaltene Organisation in der Zukunft daran, die gesamtheitliche Entropie des Universums zu invertieren, sodass sich nicht nur einzelne Objekte sondern auch die Erde und das Sonnensystem zeitumgekehrt bewegen. Der Twist an der Sache: Die Zeitinvertierung würde die Gegenwart der normalen Zeit auslöschen. Aber ehrlich gesagt, wer kann der zukünftigen Menschheit diesen Schritt verübeln? Es ist ein existentieller Kampf der Menschheit, ausgefochten zwischen der Kindergeneration und deren Eltern- und Großelterngenerationen (verdeutlicht durch das Großvater-Paradoxon), ausgelöst durch die Taten und die Untätigkeit der letzteren. Aus heutiger Sicht mag das schwer vorstellbar sein und albern wirken, wie oft wird zum Beispiel Fridays For Future mit Spott und Belächelung begegnet? Aber wehe dem, die klimabewusste Junggeneration der späten 2010er und 2020er Jahre würde über eine solche Macht verfügen wie in "Tenet"! Das würde so einige Angehörige der Altgenerationen voller Tatendrang aus ihren Löchern treiben.

An diese Gesellschaftskritik geknüpft ist der gegenwärtige Antagonist Andrei Sator, der von der Zukunftsorganisation angeheuert wurde. Ein Mann, der die Zeichen der Zeit pessimistisch deutet und den Glauben an die Menschheit verloren hat (siehe auch Paul Schraders "First Reformed"). Aufgewachsen in der Sowjetunion und die Schrecken eines potentiellen, nuklearen Holocausts am eigenen Leib miterlebt, blickt er nun der Klimakatastrophe entgegen und hält es für eine Sünde, ein Kind in diese dem Ende zugehende Welt gesetzt zu haben. Unheilbar erkrankt am Bauchspeicheldrüsenkrebs, möchte er seinem Tod wenigstens einen Sinn geben, durch seinen Tod das Leben und das Überleben der (zukünftigen) Menschheit sicherstellen. Auch hier stellt sich die Frage, wer kann es ihm verübeln? Ein Antagonist, zu dem man fast mehr Sympathien hegt als zum eigentlichen Protagonisten, auch in Bond-Filmen eine Seltenheit.

Anhand der Beziehung zwischen Andrei Sator und seiner ihm entfremdeten Ehefrau Kat (Debicki) kreiert Nolan passend zum Überthema des Films eine Invertierung der Beziehung zwischen Cobb und Mal in "Inception". In "Tenet" ist es nicht der Ehemann sondern die Ehefrau, die sich ein sicheres und freies Leben mit ihrem Kind wünscht und alles dafür tut, während der Ehemann dann den manischen, antagonistischen Gegenpart darstellt.

Nolan wird immer wieder vorgeworfen, den Plot seiner Filme zu verkomplizieren und verwirrend mit Handlungsebenen und Zeitschleifen herumzuspielen, aber gerade in "Tenet" fungiert das als aussagekräftige Metapher im Kontext des Krieges. Die großen Kriege des 20. und 21. Jahrhunderts waren und sind stets geprägt von neuartiger, unbekannter Kriegstechnologie und Strategie, von Überforderung und Unverständnis. Maschinengewehre, Panzer, Flugzeuge, U-Boote, Stacheldraht, Giftgas, Nuklearwaffen, Napalmbomben, Information und Datenverarbeitung, Massenarmeen, Weltkriege und selbst das Dschungel- oder Bergterrain in Vietnam bzw. Afghanistan. In "Tenet" ist es nun die Zeitinvertierung, die zu Kriegszwecken verwendet wird, und durch die Augen des protagonistischen Geheimagenten trifft das auch den Zuschauer vollkommen unvorbereitet und man versteht die Funktionsweise und das Ausmaß der Technologie und des Krieges erst nach und nach. Wie im 20. Jahrhundert muss der Krieg auch im 21. Jahrhundert jedes Mal erst neu erlernt werden. Über welchen Vernichtungsgrad die Zeitinvertierung verfügt und welche Verantwortung die Forschung dabei trägt, arbeitet "Tenet" darüberhinaus durch einen - seehr überdeutlichen - Vergleich mit Oppenheimer und der Atombombe heraus.

Auch wenn in "Tenet" die Zeitfluktuation dominiert, scheint der Film doch in einer Sache aus der Zeit gefallen zu sein und stillzustehen. Es mag eventuell Nolans Bond-Faible entsprungen sein, aber es ist schon auffällig, dass sich hier ein protagonistischer CIA-Agent und ein antagonistischer, russischer Oligarch gegenüberstehen. Für mich wirft dieses Szenario im Kontext des durch die Zeitinvertierung stetig im Wandel befindenen Geschehens einen bitteren Blick auf das 21. Jahrhundert. Die Welt verändert sich rasend schnell und der kalte Krieg ist seit 30 Jahren beendet, der Eiserne Vorhang besteht heutzutage gewisserweise aber weiterhin. "West" und "Ost" stehen sich immer noch misstrauisch und gefühlt verfeindet gegenüber, erst recht verstärkt im Hinblick auf die letzten paar Jahre.

Drei Anmerkungen zum Filmischen: Nolan beweist für mich abermals, dass er Action eben doch kann, insbesondere im Kino ein Augenschmaus. Ludwig Göransson ("Creed", "Black Panther") ersetzt hier Hans Zimmer als Komponist, aber anstatt etwas Eigenes zu kreieren, eifert er Zimmer nach, ohne dessen Qualität wirklich zu erreichen. Der Filmmusikeinsatz ist des Öfteren unpassend, Dialoge werden überdeckt, in ruhigen Drama- und Charakterszenen wird Bombastmusik eingespielt.

Fazit: Aus meiner Sicht bleibt der Umstand bestehen, dass Nolan noch keinen schlechten Film gedreht hat, der nächste kann kommen! Gegen einen neuen Mysteryfilm der Marke "Prestige" oder Hard-Science-Fiction-Film der Marke "Interstellar" hätte ich nichts einzuwenden. Oder wie wäre es mal mit einem Horrorfilm?

Tenet Bewertung
Bewertung des Films
810
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14 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
09.09.2020 14:40 Uhr | Editiert am 09.09.2020 - 14:42 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.224 | Reviews: 148 | Hüte: 469

@eli4s
"Insofern sehen wir jetzt schon die Einschusslöcher, die in geraumer Zeit dann zu tödlichen Wunden geworden sein werden"

Eine bildliche, sehr treffende Formulierung^^

"Nämlich, wie Nolan sein narratives Zeitkonzept im erzähltechnischen Sinne auf den James Bond Plot anwendet."

Als Plotspielerei war das für mich wie gesagt mehr von zweitrangigem Interesse, aber als Szenario für die Actionszenen fand ich das schon klasse.


"dass ich einige Details des Plots schon gar nicht mehr so auf dem Schirm habe/jemals hatte (zB welche Organisationen jetzt was genau wann gemacht haben"

@all: Dazu hier auch noch das Sator-Quadrat (falls noch nicht bekannt), ein Palindrom aus der Römerzeit, welches Nolan für die Namensgebung genutzt hat.

SATOR - - > der Hauptantagonist
AREPO - -> der Kunstfälscher, dessen Bilder Kat verkaufte
TENET - -> die vom Zukunfts-Protagonisten gegründete Organisation
OPERA - -> die Action-Introszene in der Kiewer Oper
ROTAS - -> die antagonistische Organisation der Zukunftsmenschheit

https://de.wikipedia.org/wiki/Sator-Quadrat

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
08.09.2020 20:55 Uhr | Editiert am 08.09.2020 - 20:56 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.224 | Reviews: 148 | Hüte: 469

@PaulLeger
Tierischer, unbewusster Instinkt ist jetzt eher ein schlechter Vergleich. Die Menschheit agiert dagegen bewusst und das kann Sator über die Jahrzehnte hinweg beobachten.

Und es wird ja auch einen Grund geben, warum die antagonistische Zukunftsorganisation ausgerechnet Sator auswählt, als dieser noch ein junger Mann ist, um den Algorithmus zusammenzusetzen. Warum sollte er als junger Mann schon so misanthropisch sein? Und sollte er damals schon am Krebs gelitten haben, wird es wahrscheinlich eine Folge der Strahlung gewesen sein, was man dann wiederum als Grund dafür anführen kann, warum er die Gegenwartsmenschheit bereitwillig opfert.

Ja, letztendlich ist nicht klar, ob der Algorithmus zum erwünschten Ergebnis führt, oder nicht. Aber es ist die einzige Chance, die die Zukunftsmenschheit hat. Ein 50%iger Erfolg ist gleichbedeutend mit einem 50%igen Misserfolg für einen misanthropischen Sator.


Edit, @eli4s
Ich hatte die Seite nicht aktualisiert, daher sehe ich deinen Kommentar erst jetzt. Ich werde ihn später lesen.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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eli4s : : Moviejones-Fan
08.09.2020 20:17 Uhr
0
Dabei seit: 22.02.12 | Posts: 2.368 | Reviews: 31 | Hüte: 89

Haha, stimmt der Russe und sein Akzent sind echt zu viel des guten. Und wie anderswo erwähnt, funktioniert meiner Meinung nach die Rolle der Frau nicht.

Aus heutiger Sicht mag das schwer vorstellbar sein und albern wirken

So albern find ich es gar nicht - ich finde das Konzept trifft wirklich dieses Thema wie die Faust aufs Auge. Es wird ja oft wieder betont, wie die Schäden der jetztigen Lebensweise auf das Klima zu Zeitpunkt x unumkehrbar werden. Insofern sehen wir jetzt schon die Einschusslöcher, die in geraumer Zeit dann zu tödlichen Wunden geworden sein werden^^ ... Dürre, Anstieg des Meeresspiegels etc... Ist ja alles schon da, nur richtig weh tun wird es eben erst noch.

Mir kommt grad auch noch im Zuge deiner Ausführungen zum kalten Krieg und West / Ost, die soziale Spaltung zwischen "rückwärtsgewandten" Konservativen und "vorwärtsgewandten" Liberalen.

Schöne Kritik auf jeden Fall. Du gehst auf viele unterschiedliche Punkte ein, insbesondere Story und ihren metaphorischen Gehalt. Der Punkt, der meiner Meinung nach natürlich etwas zu kurz kommt, ist eben gerade mein zentraler Pluspunkt. Nämlich, wie Nolan sein narratives Zeitkonzept im erzähltechnischen Sinne auf den James Bond Plot anwendet. Also das Zusammenwirken verschieden gerichteter Timelines. Was ich so noch nicht gesehen hatte vorher - soweit ich mich erinnern kann.

Außerdem hat mir deine Kritik gezeigt, dass ich einige Details des Plots schon gar nicht mehr so auf dem Schirm habe/jemals hatte (zB welche Organisationen jetzt was genau wann gemacht haben) laughing

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PaulLeger : : Moviejones-Fan
07.09.2020 00:24 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 468 | Reviews: 3 | Hüte: 66

@ luhp92

Ich bezweifle, dass das Wohlergehen der Menschen der Zukunft für ihn eine Rolle spielt, dafür gibt es im Film überhaupt keine Anhaltspunkte. Wenn ein Großwildjäger aus reinem Sadismus einen Löwen tötet, macht er das ja auch nicht um das Leben zahlreicher Gazellen zu retten, auch wenn das im Endeffekt eine Folge seiner Tat ist.

Zumal es laut dem Film ja nicht mal klar ist, ob die Menschen der Zukunft dadurch wirklich gerettet worden wären, in dem Dialog, in dem auf das Großvater-Paradoxon eingegangen wird, wird ja explizit gesagt, dass niemand weiß, ob die Menschen der Zukunft sich dadurch nicht auch selbst auslöschen würden, wenn ihre Vorfahren nicht mehr existieren.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
06.09.2020 14:52 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.224 | Reviews: 148 | Hüte: 469

@PaulLeger
"wird zu seiner Motivation etwas in der Art von "Wenn ich sterben muss, sollen auch alle anderen sterben" gesagt"

Das bezieht sich ja auf die Menschen der Gegenwart, die Menschen der Zukunft werden durch das Aktivieren des Algorithmus aber überleben. Und das muss Sator ja auch bewusst sein, schließlich kennt er die Funktionsweise des Algorithmus.

Ohne Nuancen jetzt nicht, Sator wuchs ja in dieser Atomforschungsstadt auf und erlebte die potentiellen Schrecken des Nuklearkrieges mit.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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PaulLeger : : Moviejones-Fan
04.09.2020 23:10 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 468 | Reviews: 3 | Hüte: 66

@ luhp92

Du hast die größte Parallele zu Bondfilmen nicht erwähnt: Als Sator kurz davor ist, sein Ziel zu erreichen, ruft er statt es durchzuziehen lieber erst noch den Protagonisten an, um ihm seinen grandiosen Plan haarklein zu erzählen.^^

Sators Motivation habe ich anders verstanden als du und seine Figur daher auch nicht so interpretiert, dass der Film sie als potentiellen Sympathieträger anbietet. Meiner Erinnerung nach wird zu seiner Motivation etwas in der Art von "Wenn ich sterben muss, sollen auch alle anderen sterben" gesagt und das wird auch davon gestützt wie Branagh die Rolle angelegt hat, nämlich als ziemlich stereotypen Bösewicht ohne Nuancen. Und für einen Bond-Bösewicht passt das ja auch besser als die positive Konnotation, die du ihm zuschreibst.^^

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
03.09.2020 20:28 Uhr | Editiert am 03.09.2020 - 20:30 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.224 | Reviews: 148 | Hüte: 469

Mir kamen gerade noch ein paar Gedanken zum Aspekt des Klimawandels in "Tenet":

Es ist die existentielle Frage, was du tun würdest, müsstest du dich auf der irreparabel geschädigten Erde zwischen dem eigenen Tod und dem Überleben auf Kosten des Lebens anderer entscheiden, wenn du tatsächlich über eine Macht verfügen solltest, das zu realisieren. "Tenet" zeigt die Folgen für die ursprünglichen Täter, sollten sich die letztendlichen Opfer in dieser Fragestellung für das Überleben entscheiden.

"Tenet" ist selbstverständlich kein abwägender, Fakten zusammentragender Diskurs über den Klimawandel, wie es "Interstellar" vor sechs Jahren noch war, denn dafür ist die Zeit - für die Erde und die Menschen - längst abgelaufen. Die Zeit gab es, das Problem war lange bekannt, jetzt ist dagegen die Zeit des Handelns und der Taten. Im Grunde genommen ist "Tenet" eine Polemik, ein vor den Kopf stoßender Aufruf zum Handeln - ganz ähnlich, wie es bei Greta Thunbergs polemischen Reden der Fall ist.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
02.09.2020 21:27 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 2.958 | Reviews: 30 | Hüte: 308

@ luhp92

Oh, deine Links habe ich total übersehen. Danke dafür! -)

Schaue ich mir gleich mal an.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
30.08.2020 20:35 Uhr | Editiert am 30.08.2020 - 20:38 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.224 | Reviews: 148 | Hüte: 469

Dake für das Lob und die Hüte! smile

@Raven13
Ich habe den Film bisher nur einmal gesehen. Beim Schauen habe ich aber auch längst nicht alles verstanden, Einiges erschloss sich mir auch erst danach. Auch jetzt würde ich sagen, dass ich nicht alles verstanden habe, das ist für mich aber auch nicht so wichtig.

Mir haben die folgenden Erklärungen geholfen:
https://www.youtube.com/watch?v=VB-IBR4lVNQ
https://www.moviepilot.de/news/tenet-timeline-erklart-das-passiert-im-neuen-nolan-film-1128642 - - > im Artikel die Graphik und die Beschreibungen der 13 Plotpoints.

@TiiN
Ja, "Tenet" als Film ist natürlich klar Nolan-stilistisch (Inception 2.0) und weniger vergleichbar mit dem Stil der früheren oder den aktuellen Bond-Filmen. Aber die Figuren fühlen sich für mich 1:1 so an.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
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TiiN : : Pirat
30.08.2020 19:52 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 5.862 | Reviews: 130 | Hüte: 305

@luhp92

Ich tue mich mit deinen James Bond Vergleichen recht schwer. Inhaltlich mag das stimmen und nachvollziehbar sein, aber James Bond verbinde ich in erster Linie mit Charme - auch wenn der unter Daniel Craig etwas kürzer getreten ist.
Daher tue ich mich auch noch recht schwer damit, dass Nolan irgendwann mal wirklich einen Bond machen könnte.

MJ-Pat
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FlyingKerbecs : : Hisoka
30.08.2020 08:28 Uhr
0
Dabei seit: 24.11.15 | Posts: 4.476 | Reviews: 25 | Hüte: 232

Stimme da TiiN zu.

Schön geschrieben, eher ne Interpretation als ne Review, hat mir als solche aber gefallen. Für sowas hab ich kein Talent. tongue-out

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TiiN : : Pirat
30.08.2020 00:25 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 5.862 | Reviews: 130 | Hüte: 305

Mehr eine Interpretation als eine Filmreview, aber sehr fundiert gemacht. Gefällt mir gut.

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
29.08.2020 23:41 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 2.958 | Reviews: 30 | Hüte: 308

@ luhp92

Hut für deine detailreiche und erläuternde Review!

Mir haben deine Ausführungen ein wenig mehr Verständnis gebracht. Ich bin überrascht, wie du das Thema hier so gut erklären kannst. Hast du den Film bereits mehrmals gesehen oder fiel es dir so leicht, der Handlung und der Logik immer zu folgen? Mir fiel das wirklich extrem schwer, was für mich leider etwas frustrierend war. Manches ergab für mich auch einfach keinen logischen Sinn.

Bei der Filmmusik hast du recht, die übertüncht wirklich oft die Dialoge und ist manchmal an unpassenden Stellen bombastisch.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
29.08.2020 19:00 Uhr | Editiert am 29.08.2020 - 19:00 Uhr
2
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.224 | Reviews: 148 | Hüte: 469

Die Analyse von Wolfgang Schmitt, der meine Aussagen zu "Interstellar" und zum Klimawandel teilt.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
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