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The Dark Knight

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Komplexes Meisterwerk ohne Mindfuck

The Dark Knight Kritik

The Dark Knight Kritik
8 Kommentare - 25.09.2021 von TiiN
In dieser Userkritik verrät euch TiiN, wie gut "The Dark Knight" ist.

Bewertung: 5 / 5

The Dark Knight, ein Thriller aus dem Jahr 2008 von Regisseur Christopher Nolan. Ein Film über den schon so viel geschrieben wurde. Alles? Die letzten Kritiken liegen tatsächlich acht Jahre zurück. Der letzte Kommentar immerhin zwei Jahre. Bei The Dark Knight spricht man in erster Linie über Heath Ledger, seinem tragischen Tod und seiner großartigen Performance als Joker. Ich habe ihn mir heute nach langer Zeit wieder angesehen und möchte gerne einige Worte über The Dark Knight verlieren und dabei andere Schwerpunkte beleuchten.

Christopher Nolan ist bei vielen Leuten als Mindfuck-Regisseur bekannt. Das Spiel mit der Zeit, ob nun versetzt, relativiert oder invertiert. Das Eintauchen in verschiedene Traumebenen oder manchmal sogar Dimensionen. Das ist in den letzten Jahren das Markenzeichen von Nolan geworden. The Dark Knight bietet davon tatsächlich nichts. Es handelt sich um einen im weitesten Sinne ganz normal erzählten Film, der ein Kriminalszenario in der fiktiven Stadt Gotham City erzählt. Ihn als Comicverfilmung darzustellen wird dem Film nur schwer gerecht. Es tauchen Batman und weitere Figuren auf, manche Szenen machen nur mit der Comicmagie Sinn, trotzdem ist The Dark Knight in erster Linie ein knallharter und düsterer Thriller.

Trailer zu The Dark Knight

Es geht um Korruptionen, Heldenfiguren und deren Opfer sowie die Fähigkeit Entscheidungen zu treffen und mit den Konsequenzen zu leben.
Die 152 Minuten Laufzeit sind zwar linear erzählt, trotzdem ist die Handlung innerhalb dieses linearen Bogens extrem verschachtelt. Jede Szene im Film hat eine Bedeutung, nichts wird überflüssig erzählt und alles wird zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufgegriffen. So weiß The Dark Knight auch nach mehrmaligem Sehen noch zu überraschen und kann sich an bestimmten Stellen sogar erst dann weiter entfalten. Das Drehbuch was Christopher gemeinsam mit seinem Bruder Jonathan und ohne Zuarbeit von Goyer geschrieben hat ist unglaublich komplex. Manche Abläufe klappen nur durch Comicmagie, aber diese Freiheiten kann man sich in dem Spagat nehmen.

Wally Pfister führte sieben Mal für Nolan die Kamera, The Dark Knight ist seine stärkste Arbeit geworden, in der man am meisten das Spiel mit der Kamera bewundern kann. Die Filmmusik von Hans Zimmer überzeugt insbesondere in den ruhigen Passagen, indem sich die Themen wie ein Schleicher um die beklemmende Handlung legen und sie festhalten. Die Hauptthemen sind natürlich am einprägsamsten, aber der größte Effekt entsteht tatsächlich in ruhigen Szenen.

In den beiden Hauptrollen finden sich Christian Bale und Heath Ledger wieder - über beide wurde schon so viel geschrieben, daher soll der Fokus auf zwei andere Personen gerichtet werden: Morgan Freeman und Michael Caine. Beide nehmen ähnliche Rollen ein, welche Wayne / Batman immer wieder unterstützen, mit Konsequenzen zu leben, Entscheidungen zu treffen oder Dinge zu hinterfragen. Wie zwei Vaterfiguren die zudem die stärksten Dialoge bekommen haben.
Wie man es von Nolan oft kennt sind die Frauenrollen eher sekundär. Rachel Dawes ist zwar eine taffe Frau und jammert nicht nur rum, aber bleibt für zwei Figuren letztendlich nur Mittel zum Zweck. Das kann man durchaus kritisch sehen, aber bei der vollgepackten Handlung wäre ein weiterer Schwerpunkt wohl zu viel gewesen.

Im Jahr 2013 wurde durch Edward Snowden die NSA Abhör-Affäre ausgedeckt. Genau dieses Thema erzählte Nolan bereits 2008 in The Dark Knight - mit genau den gleichen Mitteln: In Form von Mobiltelefonen. Schon hier gibt es knallharte Kritik gegen diese Technik, in diesem Film sogar mit der entsprechenden Konsequenz und der Entscheidung für den Datenschutz. Eine Sache, welche wir in unserer Gegenwart vermissen.

Entscheidungen sind ein weiteres Thema. Die Protagonisten werden immer wieder vor Situationen gestellt, wählen zu müssen. Selten haben sie bei diesen Entscheidungen eine faire Wahl. Aber auch hier wird thematisiert, dass man Entscheidungen trifft und mit Konsequenzen leben muss. Wie einfach oder unfair sie auch waren. Zudem wird die Wahrheit zu einem dehnbaren Begriff. Ist es immer hilfreich und förderlich alles zu wissen? Verdienen wir manchmal mehr?

Die finanziellen Tricks sowie juristischen Kniffe, welche ebenfalls in The Dark Knight zum Einsatz kommen, wurden noch gar nicht erwähnt. Ganz zu schweigen von den grandiosen Actionszenen, den überwiegend handgemachten Effekten oder der Tatsache, dass es sich hier um den Mittelteil einer Trilogie handelt.

Diese Kritik sollte aufzeigen, dass The Dark Knight mehr ist als eine starke Comicverfilmung mit einer ebenso starken Darbietung eines leider viel zu früh gestorbenen Schauspielers, worauf der Film in der breiten Diskussion oft reduziert wird.

Hierbei handelt es sich um ein Schwergewicht der Filmgeschichte, was vielschichtig ist und mehrmals gesehen werden sollte. The Dark Knight ist zudem der Beweis, dass Christopher Nolan auch abseits seiner Zeitrelativierung einer der begnadetsten Regisseure unserer Zeit ist.

The Dark Knight Bewertung
Bewertung des Films
1010

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8 Kommentare
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Kothoga : : Moviejones-Fan
26.09.2021 09:36 Uhr
0
Dabei seit: 05.03.17 | Posts: 809 | Reviews: 0 | Hüte: 21

Hab ihn gestern auch wieder gesehen und er ist und bleibt ein absolutes Meisterwerk! Es sitzt und paßt alles, der Film ist in keiner Sekunde langweilig! Der erste Teil ist auch ganz gut, kommt aber an Teil 2 nicht ran, ebenso Teil 3, da zu langatmig! Für mich ist das der Muster-Batman-Film und sicherlich einer meiner Lieblingsfilme schlechthin. Kann ich immer wieder schauen! Nolans Bester trotz Inception! wink

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TiiN : : Goldkerlchen 2021
25.09.2021 17:21 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 7.768 | Reviews: 161 | Hüte: 484

Du meinst die Faustkämpfe zwischen Batman und Bane? Die fand ich auch gelungen. Aber diese Massenschlägerei am Ende strahlt in meinen Augne keine Bedrohung aus. Insbesondere weil die Kriminellen doch alle bewaffnet sind und es deutlich hätten verkürzen können.

Ich bin gespannt ihn mir bald wieder anzuschauen und anschließend hier zu berichten.

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ProfessorX : : Moviejones-Fan
25.09.2021 16:46 Uhr
0
Dabei seit: 17.05.14 | Posts: 778 | Reviews: 433 | Hüte: 32

@TiiN

Ich mag tatsächlich die "Menschlichkeit" wenn man so will. Die Charaktere bekommen hier tatsächlich wie ich finde mit ihre stärksten Story-Arcs und gerade die Actionsequenzen sind recht spannend, weil die Faustkämpfe hyperrealistisch wirken und damit fast schon unangenehm anzuschauen.

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TiiN : : Goldkerlchen 2021
25.09.2021 16:25 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 7.768 | Reviews: 161 | Hüte: 484

Nachdem ich vor ein paar Wochen Batman Begins gesehen habe und nun The Dark Knight mag ich mir auch demnächst The Dark Knight Rises erneut nach längerer Zeit angucken.

Verständlich dass du dich darüber ärgerst, wenn Leute solche Sachen bei Rises kritisieren, aber an anderer Stelle nicht. Meine letzte Rises Sichtung liegt ein bisschen zurück, ich empfand damals den Mittelteil als etwas Langatmig und die finale "Schlacht" zwischen Polizei und Kriminellen zu weichgespült blockbusterhaft inszeniert. Ansonsten war der Film echt stark, insbesondere wie er zwei doch sehr unterschiedliche Vorgänger aufgegriffen und wunderbar miteinander verknüpft hat und letztendlich die Geschichte zu einem Runden Abschluss fürte. Bin gespannt, wie mir Rises nun gefällt.

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ProfessorX : : Moviejones-Fan
25.09.2021 16:02 Uhr
0
Dabei seit: 17.05.14 | Posts: 778 | Reviews: 433 | Hüte: 32

@Tiin

Muss es auch nicht. Was mich an The Dark Knight viel eher stört ist einfach die Tatsache, daß der Nachfolger so dermaßen an diesen Punkten Verissen wurde. Da wird dann diskutiert: "Wie kam Batman wieder nach Gotham.", "Es ist total unlogisch, daß er nachdem Bane ihm das Rückgrat bricht, wieder laufen kann.", ect. Und genau das stört mich so ein wenig. Weil man dem einen Film ob der Suspension of disblief alles durchgehen lässt, aber den anderen dann bis ins kleine Deatil demontiert. Wobei ich eben auch nach wie vor der Aufassung bin, daß Rises der bessere Film ist, weil er sich eben wieder komplett Bruce Wayne (wohlgemerkt Bruce Wayne und nicht Batman) widemt und dabei eine unglaublich schmerzhafte Geschichte erzählt.

Ich würde auch nie behaupten das The Dark Knight schlecht ist, oder eben "nur" gut, sondern bin eher - wie häufig bei solchen Hype-Filmen - oft ob des Hypes genervt, weil es dann nur noch gut ist, weil der Film als Klassiker gilt, oder weil ihn ejder mag. Ich mag aber deine Argumente und sehe sie auch als schlüßig. Ich denke nur an viele Sachen, wo ich einfach der Meinung bin: "Im Leben nicht" Da fällt mir so spontan auch die Szene ein, wo der Joker der Gothamer Mafia einen Besuch abstattet.

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TiiN : : Goldkerlchen 2021
25.09.2021 14:15 Uhr | Editiert am 25.09.2021 - 14:20 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 7.768 | Reviews: 161 | Hüte: 484

Da hast du einen guten Punkt ProfessorX. Du hast ihn zudem mit einigen Beispielen belegt und ehrlich gesagt könnte man jede von dir nicht genannte Szene aus dem Film dazu packen, denn der ganze Film ist in seinem Ablauf, wie ein Rad ins andere greift sehr konstruiert.

Das kann jeder anders empfinden. Für meinen Geschmack muss nicht alles in den Filmen 100 % realistisch sein, nur weil es grob realistisch inszeniert ist und man ich vorstellt, dass vieles wirklich so hätte stattfinden können. Das sind dann die Freiheiten die sich auch ein sehr realitätsnahe Comicverfilmung wie The Dark Knight nehmen kann um zu zeigen: Ich habe immer noch einen Comicursprung, ich bin eine Agenten-/Detektivgeschichte.

Diese konstruierten Abläufe sind zudem für meinen Geschmack für den Fluß des Films notwendig um zu zeigen, wie sehr sich die Situation zuspitzt, wie schnell das Pendel wieder umschlagen kann und natürlich auch um die Grundspannung des Films zu halten.

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ProfessorX : : Moviejones-Fan
25.09.2021 13:36 Uhr
2
Dabei seit: 17.05.14 | Posts: 778 | Reviews: 433 | Hüte: 32

Oh ja, The Dark Knight gehört definitiv zu einem der spannendsten Werke der 2000er Jahre. Das Lob ist irgendwo auch berechtigt und Dennoch habe ich immer so meine Probleme mit dem Film...

Ich weiß das ich mich jetzt bei vielen Fans des Films ein wenig unbeliebt machen werde und dennoch möchte ich meinen Senf mal zu dem Streifen abgeben. Sicherlich ist The Dark Knight ein großes Werk, aber der Hype ist tatsächlich übertrieben. Ich mag die Darsteller, muss aber gestehen, daß es Plottechnisch einige Probleme gibt, über die jeder gerne hinweg sieht. So emfpinde ich, daß alles was der Joker macht, nicht auf Logik oder einem Plan basiert, wie es der joker ja auch selber bestätigt. Das große Problem daran ist meines Erachtens aber, daß der Film seine Rädchen so dreht, weil er sie so drehen muss. So ist es für einen Film der den Anspruch hat möglichst in der Realität verankert zu sein, in vielen Punkten etwas zu gewollt. Zum einen ist der gesamte Bankraub zu Beginn fast schon lächerlich minutiös durchgeplant, wo sich auch die Frage stellt, wie das überhaupt funktionieren kann. Was es, wie ich finde, in der echten Welt nicht würde.

Auch die ganze Geschichte mit der Bombe in der Polizeistation beruht auf Zufällen und lächerlicher Inkompetenz der Polizei. Also ich behaupte mal, daß niemals jemand sone Bombe darein bekäme. Weiterhin muss ich mich auf Fragen, warum ein Detective mit dem Joker im Verhörraum bleibt und sich dann völlig banal Einlullen lässt und den Joker verprügelt. Auch hier ist der Film zu gewollt.

Vom Finale fange ich gar nicht erst an. Ich würde aber auch behaupten, daß die Two-Face Geschichte etwas forciert wirkt und ein wenig to much. Sicherlich etabliert der Film Harvey Dent auch zu Beginn Ambivalent und mit leichtem Hang zum Wahn. Allerdings benimmt auch er sich recht peinlich gegen Ende und seine Wandlung wirkt hier sehr gehetzt. Im gesamten-Rachel-Harvey-Fall ist auch wieder herrliche Inkompentenz im Spiel, sodass der Plot einfach so seine Wege findet.

Ich denke einfach, daß der Film an vielen Ecken und Kanten leidet. Die sind nicht weiter schlimm, aber ich wundere mich dann immer, wenn man über den dritten Teil so dermaßen schimpft, weil der ähnliche Mängel aufweist. Ich schätze das Heath Ledgers Ableben dem Film auch immer so einen gewissen Status verleiht, wobei er wie gesagt auch weit weg von schlecht ist. Meines Erachtens würde er sich vermutlich so im achter/neuer Berreich bewegen. Aber ich habe die gesamte Trilogie zu lange nicht mehr gesehen.

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TiiN : : Goldkerlchen 2021
25.09.2021 00:08 Uhr
1
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 7.768 | Reviews: 161 | Hüte: 484

Den Film habe ich nun schon wirklich ein paar Jahre nicht mehr gesehen. In genau dieser Zeit habe ich einige Seminare über Selbstreflektion, Entscheidungsfindung, Resilienz etc. besucht und ich war angetan, wie viel The Dark Knight doch abseits seiner Action- und Comichandlung zu bieten hat. Es lohnt sich wirklich diesen Film ohne Comicbrille zu schauen. Wobei hier ja schon relativ oft gesagt wurde, dass The Dark Knight weniger eine Comicverfilmung und viel mehr ein Thriller ist.

Bei diesem Teil kommt das in der Trilogie am stärksten zum Tragen, auch wenn The Dark Knight Rises glaube ich am wenigsten Batman-Szenen hat.

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