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The Dead Don’t Die

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This is not gonna end well - The Dead Dont Die

The Dead Don’t Die Kritik

The Dead Don’t Die Kritik
23 Kommentare - 05.06.2019 von ZSSnake
In dieser Userkritik verrät euch ZSSnake, wie gut "The Dead Don’t Die" ist.
The Dead Don’t Die

Bewertung: 3.5 / 5

Man nehme einen begabten Indiregisseur, den man garnicht unbedingt mit Horror oder gar Zombies in Verbindung bringen würde, die Idee eines Romero-Remakes, das eigentlich garkeins ist (oder doch?), etwa 100.000 offene und versteckte Horrorreferenzen und einen Cast, der das Herz eines jeden Filmfans höher schlagen lässt und fertig ist The Dead Dont Die. Ob das Rezept aufgegangen ist? Der Sneak-Preview vergangene Woche sei dank gibt es dazu nun mehr im Weiteren.

Inhalt:

Trailer zu The Dead Don’t Die

Die Centerville-Kleinstadt-Cops Ronald Peterson und Cliff Robertson gehen grade der Beschwerde eines ansässigen Farmers nach, laut dessen Aussage der ortsansässige Wald-und-Wiesen-Einsiedler "Hermit Bob" eines seiner Hühner geklaut haben soll, als sich eine Reihe sonderbarer Vorkommnisse häufen. Zunächst wird es scheinbar garnicht mehr dunkel, dann trudeln besorgniserregende Nachrichten über eine Verschiebung der Erdachse ein und plötzlich läuft auch noch der Titelsong im Radio...

Kritik:

The Dead Dont Die macht in jedem Fall eine Menge Spaß, soviel sei vorweggenommen. Allerdings scheint er sich leider auch über weite Strecken damit genug zu sein Genregrößen zu zitieren und Versatzstücke zu einem nicht unbedingt völlig konsistenten Ganzen zu vermengen. Obgleich Driver und Murray als Lead-Duo unterstützt von massig anderen tollen Darstellern - Buscemi als Vorzeige-Arschloch ist zum Schießen, Glover unfassbar sympathisch, Swinton sonderbar wie immer (spielt sie doch eine schottische Totengräberin mit Samuraischwert), Tom Waits als Hermit Bob ein Fest und auch der Rest des supportenden Casts hat sichtlich Spaß - den Film mühelos tragen, wird durch viele kleine parallel laufende Geschichten der Fokus oft viel zu weit gestreut, um sich auf irgendwen ernsthaft zu konzentrieren.

Nicht, dass der Film keine guten Figuren hätte, im Gegenteil haben die meisten so skurrile Eigenarten, dass sie trotzdem im Kopf bleiben, aber gleichzeitig bleiben Motive oder Agendas oft eher angedeutet und reichlich dünn. Nichtsdestotrotz ist The Dead Dont Die gut gefüllt mit Genrereferenzen und bedient dabei (leider nur) eine ähnliche Perspektive wie Romeros klassischer Night of the Living Dead. Wenn die Zombies dann "Siri" oder "Hashtag" grunzen ist das ulkig, aber trotzdem in vielerlei Hinsicht zu wenig, um dem Genre irgendwelche neuen Facetten abzugewinnen.

Was dem Film jedoch an inhaltlicher Originalität abgeht, macht er in vielerlei Hinsicht durch radikal skurille Ideen wieder wett, die trotzdem dafür sorgen, dass man sich prächtig unterhalten fühlt, ohne dass Langeweile aufkommt. Mag auch an der brillianten Chemie zwischen Murray und Driver liegen, die sich - einem alten Ehepaar gleich - ausgesprochen gekonnt die Bälle zuspielen und für viele der größten Lacher im Film verantwortlich sind. Murrays trockener Sarkasmus und dazu Drivers noch viel trockenerer Pessimismus harmonieren hervorragend und werden durch die gekonnt eingestreuten "WTF-Momente" noch clever unterfüttert.

Man merkt meine Zerrissenheit sicherlich. Als Genrefan findet man sich in sehr vielem von dem wieder was uns Jarmusch präsentiert, kommt aber oft um den Gedanken nicht drumherum, dass sich so manches im Film arg gewollt anfühlt. Die Referenzen machen Laune, die Setpieces sind gelungen und der Look ist On Point. Die eigentlichen Botschaften und die Gesellschaftskritik im Film sind allerdings von Vorvorgestern und lassen oftmals ein Gefühl von Ideenlosigkeit aufkommen, welches das Gesamtbild zu einem Grad durchaus trübt.

Fazit:

The Dead Dont Die lohnt sich für Genrefans definitiv, man kommt dank des starken Casts, vieler witziger Referenzen und Brüche mit der Erwartungshaltung durchaus auf seine Kosten. Murray und Driver harmonieren perfekt, die Grundstimmung ist sehr klassisch und zeitlos gehalten und technisch gibt es nichts zu beanstanden. Klasse gefilmt ist der Film absolut, die Musik macht ebenfalls Vieles richtig und der Titeltrack entwickelt sich schnell zum kleinen Ohrwurm. Trotzdem herrscht grade an den Fronten Ideenlosigkeit, die den Film neben seiner Machart nochmal aus der Masse der Zombiestreifen der vergangenen Jahre herausgehoben hätten. Insbesondere gesellschafts- und umweltkritische Aspekte hätten hier so viel mehr leisten können, zumal sich einige Figuren auch sehr danach anfühlten, als wären sie ursprünglich mal in diese Richtung angedacht gewesen. Aber: es ist Jarmuschs Drehbuch und Regie und dementsprechend wohl so gewollt, möglicherweise waren die Ideen also auch garnicht so ganz da. Einige Rewrites hätten da vermutlich Wunder bewirkt. So ist es eine überdurchschnittlich gute Zombie-Komödie geworden, die Vieles richtig und ne Menge Spaß macht, aber oftmals auch Potenzial ungenutzt lässt.

Von mir gibt es wohlmeinende

7/10 Punkte bzw. 3,5/5 Hüte

und die leider nur eingeschränkte Kinoempfehlung insbesondere für Nicht-Genrefans. Genrefans oder Freunde von Murray und Driver dürfen allein für die vielen witzigen Ideen und die tolle Darstellerriege den Blick wagen. Alle anderen warten vielleicht aufs Heimkino oder das VOD-Release.

The Dead Don’t Die Bewertung
Bewertung des Films
710
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23 Kommentare
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MobyDick : : Moviejones-Fan
21.10.2019 11:15 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 4.890 | Reviews: 79 | Hüte: 328

ZSSnake

Jup, angeschaut wird der auf jeden Fall, vor allem die familiär extrem überspitzte Fallhöhe deutet da schon einen Crowdpleaser vor dem Herren an, der wird sicherlich völlig "ungewollt" polarisieren wink

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
21.10.2019 10:47 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 8.181 | Reviews: 168 | Hüte: 491

@MobyDick:

Ich meinte das auch lediglich auf den "zum Anschauen wird der taugen"-Aspekt bezogen. Dass der narrativ mehr liefern muss als "Hey guck, der Film is aus einem Guss gefilmt" ist klar. Aber wenn es gut eingesetzt ist und die Story spannend bleibt, kann so ein Gimmick-Film ja durchaus auch seinen Stellenwert haben. Ich fand z.B. Unsane vom Soderbergh ziemlich nice, auch wenn der in erster Linie so ein "guck mal, der is aufm iPhone gefilmt"-Vehikel war. Aber der wurde narrativ von der Perspektive gestützt, weil er sich dadurch näher dran und unmittelbarer anfühlte.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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MobyDick : : Moviejones-Fan
21.10.2019 10:27 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 4.890 | Reviews: 79 | Hüte: 328

Hmm, Plansequenzen hin oder her, das muss für mich auch narrativ einen Mehrwert haben, ehrlich gesagt erwarte ich mir da von Mendes eigentlich nicht sonderlich viel, keiner seiner bisherigen Filme konnte mich vollends überzeugen - einzig Road to Perdition kam da recht nah dran, aber das Finale zerstört da schon einiges (wer wissen will, was ich meine soll sich als Vergleich nur mal das Ende vom Shootist anschauen...)

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
19.10.2019 12:52 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 8.181 | Reviews: 168 | Hüte: 491

@Silencio:

Ich vermute mal, dass abseits der gesteigerten Immersion durch diese "One Shot"-Geschichte wenig Mehrwert entstehen wird. So wie Dunkirk Zeit greifbar macht, aber ansonsten eben auch "nur" ne Kriegsfilmstory erzählt, wird der jetzt so wie es aussieht die "One Shot Variante vom Soldat James Ryan im 1. Weltkrieg". Trotzdem, wenns cool gefilmt ist kann auch sowas Spaß bringen.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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Silencio : : Moviejones-Fan
19.10.2019 12:44 Uhr | Editiert am 19.10.2019 - 12:46 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.715 | Reviews: 47 | Hüte: 178

CINEAST:

"Ähnliche Gedanken hatte ich bis vor kurzem ja auch bei 1917 vom Mendes, aber da scheint ja tatsächlich mehr dahinter zu stecken, als nur der xte Kriegsfilm..."

Lustigerweise nannte ich den vor ein paar Tagen noch den zweiten (zweieinhalbten, wenn wir die Jackson 3D-Doku mitzählen) Gimmick-Weltkriegsfilm nach "Dunkirk". Da möchte ich gar nicht ausschließen, dass uns da nicht ein neuer, kleiner Trend bevorsteht. Bleibt halt die Frage, ob ebenjenes Gimmick einen Mehrwert bringt.

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
18.10.2019 20:10 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.105 | Reviews: 180 | Hüte: 406

@Silencio

Ja, ich verstehe, was du meinst.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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CINEAST : : ReReleaser
18.10.2019 19:32 Uhr | Editiert am 18.10.2019 - 19:33 Uhr
0
Dabei seit: 17.11.09 | Posts: 1.509 | Reviews: 5 | Hüte: 43

@Silencio

Sehe ich ähnlich.

Für mich gibt es einerseits die alten Romero-"Schinken" und alles was dazu rauskam und dann die kurze "Welle" Mitte der 2010er. Shaun of the... Dawn of the... Zombieland... u.a.

Hatte den gleichen Gedanken bei diesem Film, umso mehr war ich gespannt was Jarmusch dem Genre nochmal neues hinzufügen kann, aber der erhoffte Überraschungseffekt blieb wohl eher aus. Ähnliche Gedanken hatte ich bis vor kurzem ja auch bei 1917 vom Mendes, aber da scheint ja tatsächlich mehr dahinter zu stecken, als nur der xte Kriegsfilm...

- CINEAST -

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Silencio : : Moviejones-Fan
18.10.2019 19:21 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.715 | Reviews: 47 | Hüte: 178

luhp:

"Little Monsters" hatte ich tatsächlich nicht mehr auf dem Schirm, aber auch "Zombieland 2" ist so ein Ding, bei dem ich das Gefühl hab, dass es gute fünf Jahre zu spät kommt. Die Hochzeit von dem Trend ist ja schon was vorüber, da verwundern mich die Nachzügler schon. Damit sag ich ja nicht, dass keine mehr rauskommen, ich sage, dass es komisch ist, dass der Jarmusch da JETZT mit kommt. Falls das so Sinn ergibt...

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
18.10.2019 19:14 Uhr | Editiert am 18.10.2019 - 19:15 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.105 | Reviews: 180 | Hüte: 406

@MobyDick
"Aber ich würde den definitiv nicht im Zombiegenre anordnen"

Da hast du natürlich Recht. Aber da wir beim Thema waren^^

@Silencio
"mir gehts darum, dass der Trend eigentlich vorüber ist."

Hm. In einem Filmjahr, in dem mit "Zombieland 2" und "Little Monsters" sogar noch zwei weitere Zombiekomödien erscheinen, fällt es mir schwer, das zu glauben.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
18.10.2019 11:11 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 4.890 | Reviews: 79 | Hüte: 328

Silencio

auch wenn der gut sein mag

Ist er

Dünyayi Kurtaran Adam
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Silencio : : Moviejones-Fan
18.10.2019 11:05 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.715 | Reviews: 47 | Hüte: 178

luhp:

"Dann kann ich dir "One Cut of the Dead" ans Herz legen."

Mir gehts nicht darum, ob der gut oder schlecht ist, mir gehts darum, dass der Trend eigentlich vorüber ist. Da ändert dann auch "One Cut of the dead" nichts dran, auch wenn der gut sein mag.

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

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MobyDick : : Moviejones-Fan
18.10.2019 10:13 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 4.890 | Reviews: 79 | Hüte: 328

luhp:

One Cut of the Dead ist für mich auch der beste (komödiantische) Film "in diesem Genre" (wenn man es überhaupt so nennen kann) mindestens der letzten 10 Jahre und eine absolute Empfehlung an jeden, der sich überhaupt auch nur ansatzweise mit dem Thema auseinandersetzt.

Aber ich würde den definitiv nicht im Zombiegenre anordnen, denn dadurch verliert er möglicherweise Zuschauer, die ihn ansonsten schon schauen würden wink

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
17.10.2019 23:02 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.105 | Reviews: 180 | Hüte: 406

@Silencio
"Mich wundert da nur, dass es ausgerechnet eine Zombiekomödie ist, das Genre hatte ich für tot gehalten."

Dann kann ich dir "One Cut of the Dead" ans Herz legen.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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CINEAST : : ReReleaser
17.10.2019 22:14 Uhr
0
Dabei seit: 17.11.09 | Posts: 1.509 | Reviews: 5 | Hüte: 43

@eli4s

... auf die ich mich ebenfalls enorm freue und wovon ich auch ausgehe ; )

- CINEAST -

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eli4s : : Moviejones-Fan
17.10.2019 21:58 Uhr
0
Dabei seit: 22.02.12 | Posts: 2.104 | Reviews: 33 | Hüte: 56

@Cineast

Kann den anderen zustimmen.

Habe keine Eile den zu sehen und hatte ich auch nie. Und nach allem was ich gehört habe, bedarf es dieser Eile auch nicht. Wie schon oft erwähnt, schwankt Jarmusch meines Erachtens eh immer zwischen genial und banal. Hier gehe mittlerweile eher von letzterem aus.

Mal abgesehen davon, dass er in keinem Fall annähernd so gut sein wird, wie eine andere Zombiekomödie dieses Jahr...

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