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The Illusionist - Nichts ist wie es scheint

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Was haben wir 2006 eigentlich gemacht?

The Illusionist - Nichts ist wie es scheint Kritik

The Illusionist - Nichts ist wie es scheint Kritik
4 Kommentare - 23.03.2022 von TiiN
In dieser Userkritik verrät euch TiiN, wie gut "The Illusionist - Nichts ist wie es scheint" ist.

Bewertung: 4 / 5

Es ist faszinierend, dass im Jahr 2006 zwei Filme über Zauberei im 19. Jahrhundert ihren Weg in die Lichtspielhäuser fanden über die damals kaum jemand gesprochen hat. Prestige von Christopher Nolan und eben The Illusionist von Neil Burger.

Beide Filme waren an den Kinokassen nicht sonderlich erwähnenswert. Finanziell im Plus, aber überschaubar. Gesprochen hat 2006 kaum einer über diese Werke. Möglicherweise in Folge der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft™, welche damals zumindest in der europäischen Gesellschaft den Ton angab. Prestige wurde ein paar Jahre später von vielen Zuschauern entdeckt, weil Christopher Nolan enorme Popularität erreichte. Aber über The Illusionist spricht bis heute kaum jemand.

Statt London wie im bekannteren Beitrag ist die Handlung hier in Wien angesiedelt. Wir befinden uns ebenfalls im 19. Jahrhundert und auch die Wiener sind begeistert von Zaubervorführungen. Bei diesen sind eifrig versucht zu verstehen, wie bestimmte Tricks funktionieren. Nicht nur von den Zuschauern sondern auch von der Polizei. Manche scheinbaren Beschwörungen könnten als Anstachelung oder als Lüge verurteilt werden.
Mr. Eisenheim (Edward Norton) arbeitet als ein Illusionist und begeistert mit seinen Vorführungen die Zuschauer als auch Chefinspektor der Polizei. Bei einer Vorführung ist gar der Kronprinz mit seiner Verlobten zu Gast. In der Verlobten Sophie (Jessica Biel) erkennt Eisenheim seine Jugendliebe wieder.

Im Vorfeld fragt man sich natürlich sofort: Ist der Film besser oder schlechter als Prestige? Der Film ist definitiv anders, er setzt andere Schwerpunkte. Der Film begreift sich selbst nicht als Zaubertrick und hat etwas mehr Platz für Liebe, Gefühl und Hoffnung. Trotzdem werden die magischen Momente eindrucksvoll atmosphärisch inszeniert.

Genau diesen beiden Punkten holt The Illusionist seine Stärken. Die beiden Hauptdarsteller Edward Norton und Jessica Biel haben eine wunderbare Chemie miteinander. Aber auch das Zusammenspiel zwischen Norton und dem Chefinspektor, gespielt von Paul Giamatti, passt. Bei diesen Dialogen wird sehr gut die Faszination für die Zauberei und für die Illusion vermittelt. Ein bisschen platt kommt der Kronprinz (Rufus Sewell), er hätte facettenreicher geschrieben worden sein. Aber mit den beiden guten Kombinationen Norton & Biel bzw. Norton & Giamatti wird die durchaus leidenschaftliche Geschichte wundervoll über 110 Minuten erzählt.

Als Zuschauer ist man immer dabei mit rätseln wie Tricks funktionieren und bei manchen Dingen fragt man sich, ob das überhaupt noch ein Trick sein kann. Ein paar kleinere Taschenspielertricks werden offen erklärt. Wobei die große Leidenschaft nicht bei der Zauberkunst bleibt (vergleich mit Prestige) sondern sich der Film eher auf zwischenmenschliche Beziehungen fokussiert und hier sehr gut punkten kann.

Wer Filme über die Zauberei mag, sollte the The Illusionist wirklich anschauen. Auch wenn einem Prestige nicht gefallen hat.

The Illusionist - Nichts ist wie es scheint Bewertung
Bewertung des Films
810

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4 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
27.03.2022 05:29 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.213 | Reviews: 164 | Hüte: 540

@TiiN

Die Macht des Internets. Dafür dürften in den 2000er Jahren Film-Magazine in Printform noch populär(er) gewesen sein.

Bevor ich Anfang der 2010er Jahre das Internet für Filminfos und Reviews entdeckte (2010 Youtube allgemein und Frank Tausch speziell, 2011 Moviejones, usw), habe ich mir Infos immer aus unserer Fernsehzeitung, der TV-Spielfilm geholt. Und da wurde quasi auch schon jeder Popelfilm kommentiert, und sei es nur in Form eine Satzes.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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TiiN : : Goldkerlchen 2021
26.03.2022 10:10 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 7.435 | Reviews: 153 | Hüte: 459

Es ist schon lustig wenn man 2006 (oder auch 05 oder 07) mit der heutigen Zeit vergleicht, wo jeder Popelfilm aufgegriffen und siziert wird.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
25.03.2022 19:04 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.213 | Reviews: 164 | Hüte: 540

@TiiN

Ich hatte 2006 einen Abreißkalender, der die Tage bis zur Fußball-WM in Deutschland runtergezählt hat^^ Die WM hat mich auch wieder zum Fan der deutschen Mannschaft gemacht, nachdem ich ab 2002/03 bedingt durch meinen Vater eine Abneigung gegen die Mannschaft entwickelt hatte.

Die Fußballsaison 2006/07, trifft auf 2006 als nur halbwegs zu, verbindoe ich noch damit, dass das in der Jugend meine Saison mit der besten Leistung war. Da war ich Stammspieler in der Abwehr, obwohl ich sonst nur Auswechselspieler war oder in der zweiten Mannschaft spielte. Und die Saison, in der Schalke beinahe Meister geworden wäre... :-(

Was Filme betrifft, kann ich mich an kaum einen erinnern aus dem Jahr 2006, den ich damals schon gesehen habe. Vielleicht "Casino Royale" und "Eragon", als die auf DVD erschienen. Wenn ich einen wüsste, dann "Harry Potter", aber 2006 lief keiner im Kino. Ansonsten weiß ich zumindest noch, dass wir auf Klassenfahrt an einem Abend den ersten "Fluch der Karibik" gesehen habe und ich mich mit einer Lehrerrin über "Fluch der Karibik 2" unterhielt, der gerade frisch anlief. Die Lehrerin meinte, Teil 2 solle noch düsterer und brutaler sein als Teil 1.

Apropos "Harry Potter" und "Eragon", Literatur. 2006 auch ohne "Harry Potter"-Buch, man man man^^ Aber ich habe definitiv "Eragon 2" gelesen, weswegen ich mich später auch über die Änderungen in der Filmadaption aufregte. Ansonsten könnte ich damals auch "Artemis Fowl 4" und "Bartimäus 3" gelesen haben. Vielleicht hat mir meine Mutter 2006 auch "Der Schwarm" als Hörspiel aus der Bücherei ausgeliehen, welches ich dann zum ersten Mal hörte.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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TiiN : : Goldkerlchen 2021
23.03.2022 15:31 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 7.435 | Reviews: 153 | Hüte: 459

Wirklich schön wenn man aus dem Nichts einen so gelungenen Film entdeckt.

Da fragt man sich, was wir 2006 doch alle gemacht haben?

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