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Thor - Love and Thunder

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"Love and Thunder"

Thor - Love and Thunder Kritik

Thor - Love and Thunder Kritik
1 Kommentar - 09.07.2022 von Raven13
In dieser Userkritik verrät euch Raven13, wie gut "Thor - Love and Thunder" ist.
Thor - Love and Thunder

Bewertung: 4 / 5

Gestern Abend habe ich mir "Thor – Love and Thunder" im Kino angesehen. Hier mein persönlicher Eindruck vom Film.

Kurz zur Ausgangslage der Story (minimale Spoiler zu den ersten 15 Minuten)

Trailer zu Thor - Love and Thunder

Die Eröffnungsszene zeigt Christian Bale als Gorr in einer trockenen Wüste auf einem fremden Planeten zusammen mit seiner kleinen Tochter. Beiden mangelt es an Wasser und Gorr betet zu seinem Gott, er möge seiner kleinen Tochter Wasser spenden, was natürlich nicht erhört wird. Mehr verrate ich an dieser Stelle nicht.

Die Handlung um Thor beginnt an dem Punkt, an dem Endgame endet: die Guardians of the Galaxy gehen zusammen mit Thor und Korg auf Abenteuer-Reise ins Weltall. Leider wird dies nur zu Beginn für die ersten zehn Minuten angerissen, bis sich Thor und Korg von Guardians verabschieden, um eigene Ziele zu verfolgen, nämlich einem Notrufsignal von Lady Sif zu folgen, die von einem „Götterschlächter“ spricht. In dem Moment beginnt eine ziemlich abenteuerliche (aber auch oft alberne) Reise durchs All.

Handlung / Storytelling / Pacing

Die Handlung ist von der Ausgangslage her sehr spannend und interessant. Ich war schon von der ersten Sekunde an am Haken, was an der genialen Eröffnungsszene lag, die mich emotional direkt gepackt hat. Leider jedoch gibt Regisseur Taika Waititi der Handlung zu wenig Zeit und Spielraum, um sich voll zu entfalten. Das gleiche gilt auch für die Charaktere. Hier bieten sich ungeheuer viele spannende und interessante Charaktermomente und -entwicklungen, doch leider wird vieles zu schnell oder gar Off-Screen abgehandelt, z. B. die „Entstehung“ von Mighty Thor , was sehr schade ist. Das gleiche Problem hat auch schon „Thor – Ragnarok“. Waititi ist einfach nicht der richtige Regisseur oder er will zu viel und macht daraus dann nur Halbes, aber nichts Ganzes.

Ein weiteres Problem, zumindest für mich, ist der überbordende Humor und die extreme Gag-Dichte, von denen bei mir leider nur die Hälfte wirklich zündet. Viele Gags und Momente sind echt witzig und brachten das ganze Kino zum Lachen, aber wiederum viele andere Gags zündeten bei kaum jemandem im Saal. Außerdem zerstören zu viele Gags oft tolle und emotionale Handlungsmomente. Warum nur, Herr Waititi?

Insgesamt hätte dem Film eine viel geringere Gag-Dichte echt gut getan, genauso wie auch eine um 30 Minuten längere Laufzeit, um den Charakteren, ihren Entwicklungen und vor allem auch der Handlung mehr Zeit zum Entfalten zu geben.

Schauspieler / Charaktere

Thor ist wie immer natürlich klasse und ich mag ihn einfach als Helden sehr. Chris Hemsworth IST einfach Thor. Diese Rolle ist ihm wie auf den Leib geschnitten. Leider nur macht Waititi aus ihm in manchen Szenen eine Witzfigur. Natürlich hatte Thor schon immer Humor, aber dieser war in Thor 1 & 2 und auch in Avengers 1 & 2 niemals übertrieben oder unpassend, sondern wurde gekonnt eingesetzt. Hier wiederum reißt er ständig Witze oder ihm fehlen für sein Alter (1.500 Jahre) viel zu oft die Worte oder er ist am „plappern“. So extrem kennt man das von ihm einfach nicht von den ersten Filmen her. Es ist, als habe er sein Ego manchmal verloren, um es im nächsten Moment wiederzufinden, um es danach wieder zu verlieren. Warum nur? Das stört den Handlungsfluss und seine Entwicklung enorm.

Korg ist wie immer eher DER Witzereißer schlechthin, was ich nicht wirklich mag. Auf die Figur hätte ich gern verzichtet. Korg gibt der Handlung nichts und er ist auch überhaupt nicht wichtig. Er ist scheinbar nur dazu da, um Waititi einen Auftritt im Film zu verpassen.

Jane Foster wiederzusehen, ist wirklich toll. Und Natalie Portman’s Performance ist besser denn je. Sie spielt überzeugend und hat wirklich richtig derbe trainiert. Steht ihr und in der Rolle des „Mighty Thor“ sehe ich sie gerne. Der Name allerdings ist einfach nur lächerlich. Sie hießt JANE! Und Thor heißt Thor! Damit hat Mjölnir überhaupt nichts zu tun. Weshalb kann sie nicht einfach „Mighty Jane“ heißen? Zudem wird mir ihre Entwicklung etwas zu kurz angerissen und einige Handlungen werden Off-Screen abgehandelt.

Toll auch, Lady Sif endlich mal wiederzusehen. Schade nur, dass es dann doch wieder nur ein ganz kleiner Auftritt ist. Ich hätte mir gewünscht, dass Thor und sie sich mal so richtig ausreden, denn sie haben sich ja ebenfalls jahrelang nicht gesehen.

Zeus ist wiederum ganz anders, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Und leider ist sein Auftritt auch viel zu kurz. Aber toll, dass er scheinbar mit Hercules zusammen wohl in „Thor 5“ den Hauptantagonisten bilden wird.

Gorr jedoch ist das absolute Highlight des Films. Christian Bale spielt die Rolle abskolut großartig und stiehlt jedem anderen die Show. Und was ich besonders gut finde, ist die ziemlich horrormäßige Art, wie seine Szenen und er selbst rüberkommen. Da bekommt man schon ein wenig Gänsehaut, zumindest bekam ich eine. Dass Gorr zudem auch ein sehr ambivalenter und charismatischer Charakter ist, gefällt mir richtig gut. Hier haben wir wirklich einen der besten Antagonisten des gesamten MCU. Leider nur sieht man auch von ihm viel zu wenig. Wenn man schon eine solche Stärke vorzuweisen hat, warum zeigt an dann nicht mehr von ihm und gibt ihm noch mehr Freiraum und Screentime zur Entfaltung? Wieder mal kann ich hier nur sagen, dass Waititi hier einfach kein gutes Händchen für die Handlungsabläufe und die Spieldauer des Films bewiesen hat. Das geht einfach besser.

Insgesamt sind alle Charaktere wieder toll, aber leider weiß Waititi nicht, mehr daraus zu machen und herauszuholen. Er hat die richtigen Ideen, setzt diese aber viel zu plump und hektisch um.

CGI-Animationen / Actionszenen

Die Actionszenen sind abwechslungsreich und gut inszeniert worden. Es gibt zwar keine Actionszenen, bei denen mir die Kinnlade runtergeklappt ist, doch ansehnlich und abwechslungsreich sind sie allemal, vor allem wenn Thor und Jane zusammen kämpfen.

Die Qualität der visuellen Effekte (CGI) sind auf höchstem Niveau, wie schon bei Eternals, Guardians of the Galaxy oder Captain Marvel. Spitzenmäßig. Mir ist aufgefallen, dass die visuellen Effekte von „Industrial Light & Magic (ILM)“ immer um einiges besser sind als die von anderen Effekt-Studios. Jedes Mal, wenn mich CGI-Qualität nicht so sehr überzeugt hat, fehlte in den Credits auch „ILM“. Auf jeden Fall echt klasse und sehr gelungen.

Kamera / Farbgebung / Szenenbilder / Schnitt

Die Kameraführung hat mir gut gefallen. Man hatte immer eine gute Übersicht ober das Geschehen bei Kämpfen und diese wurden gekonnt in Szene gesetzt. Aber auch abseits davon sind die Aufnahmen und Szenenbilder teilweise echt wunderschön. Es wurde auch viel mit Total-Aufnahmen gearbeitet, was ich immer wieder klasse finde. Fantastisch finde ich auch die Farbgebung des Films, die von knallig bunt über dreckig und düster bis hin zu schwarz-weiß alles abdeckt. Auch klasse finde ich die Kontraste, die oftmals ein echter Hingucker sind. Ich bin gespannt, wie das auf meinem OLED-TV mit Dolby Vision rüberkommt. Das wird sicherlich ein megageiler Anblick. Hier wird viel Abwechslung für’s Auge geboten.

Musik

Der Soundtrack ist okay und manchmal auch ziemlich cool. Leider kann mich nicht jedes Stück überzeugen und somit hinterlässt die Musik einen gespaltenen Fußabdruck in meinen Ohren.

Fazit

Wie schon „Ragnarok“ hat auch „Love and Thunder“ dieselben Schwächen: Die zu hektisch ablaufende Handlung, zu wenig Charakterentfaltung und die viel zu hohe und oftmals unlustige Gagdichte. Der Film nimmt sich nicht ernst genug, vor allem Thor als Charakter ist mir hier ein wenig zu gewollt, aber nicht gekonnt witzig. Thor ist nicht mehr der Thor aus Thor 1 & 2 und Avengers 1 & 2, der sich noch ernster genommen hat und der auch weniger Blödsinn geredet hat. Gorr als ambivalenter Antagonist ist jedoch mit Christian Bale einfach nur perfekt besetzt und nimmt, wenn er denn mal auftaucht, jede Szene locker für sich allein ein. Von ihm hätte ich gern mehr gesehen. „Love and Thunder“ hätte locker 30 bis 40 Minuten mehr Laufzeit gut vertragen können, die man dazu hätte nutzen können, um viele Handlungen nicht „Off-Screen“ ablaufen zu lassen und den Charakteren und der Handlung mehr Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zu geben.

Insgesamt bin ich aber trotz der Schwächen extrem zufrieden aus dem Kino gekommen. Der Film macht halt einfach Spaß! Ich freue mich schon jetzt auf die zweite Sichtung und würde den Wiederschauwert als hoch einstufen. Dennoch kann ich die Schwächen leider auch nicht gänzlich ausblenden, da diese den Filmgenuss immer wieder ins Wanken geraten lassen. Ohne die Schwächen wäre locker die Höchstpunktzahl von mir drin gewesen. Ich freue mich auf die bereits angekündigte Fortsetzung und hoffe, dass dann mal wieder ein anderer Regisseur dran darf, der keine so alberne Komödie daraus macht.

8/10 Punkte – Hoher Wiederschauwert

Thor - Love and Thunder Bewertung
Bewertung des Films
810

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1 Kommentar
MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
09.07.2022 13:56 Uhr | Editiert am 09.07.2022 - 14:16 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 5.350 | Reviews: 61 | Hüte: 468

Gestern Abend habe ich mir "Love and Thunder" im Kino angesehen. Hier nun meine Kritik, die fast spoilerfrei ist. Im ersten Absatz gehe ich auf die ersten 15 Minuten kurz ein, da sind minimale Spoiler enthalten. Ansonsten habe ich Spoiler verborgen.

Viel Spaß beim Lesen! wink

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

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