Trance - Gefährliche Erinnerung

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Trance - Gefährliche Erinnerung Kritik

Trance - Gefährliche Erinnerung Kritik
0 Kommentare - 17.08.2013 von DirtyMary
In dieser Userkritik verrät euch DirtyMary, wie gut "Trance - Gefährliche Erinnerung" ist.

Bewertung: 3.5 / 5

Der ehemalige Theaterintendant [i]Danny Boyle[/i] scheint sich fest vorgenommen zu haben, jedes Filmgenre mit wenigstens einem seiner Werke zu bereichern. Vom Drogendrama über Horror bis zu Sci-Fi hat er im grossen und Ganzen alles abgefrühstückt, und sich dabei gegenüber den meisten anderen Vertretern des jeweiligen Genres positiv hervorgetan. Mit [b]Trance[/b] beweist das Multitalent, daß er auch die Kunst des wendungsreichen Thrillers beherrscht. Elegant inszeniert gerät das komplexe und trickreiche Drehbuch nie aus den Fugen, auch wenn die in dieser Art von Filmen innewohnenden Fallstricke auch von [i]Boyle[/i] nicht ganz überwunden werden. Der Zuseher wird unverzüglich in die Handlung reingezogen, in dem er vom Hauptakteur direkt angesprochen wird. Der für ein Auktionshaus arbeitende Simon Newton[b]([/b][i]James McAvoy[/i][b])[/b] erläutert dem Zuschauer das ständige Wettrüsten zwischen Security und Diebesbanden, was beide Seiten ständig vor neue Herausforderungen stellt und zu einem immerwährenden Katz- und Mausspiel führt. Wie sich alsbald herausstellt, ist es aber nicht immer eindeutig, wer Katz und wer Maus ist. Dem Auktionshaus wird ein wertvolles Gemälde entwendet, der Raub ist ein voller Erfolg, hat aber einen Schönheitsfehler: das Gemälde ist nicht mehr auffindbar, auch nicht von der Diebesbande. Der dafür Verantwortliche hat bei dem Heist etwas abbekommen und kann sich nicht mehr daran erinnern, wohin er das Bild gebracht hat. Die Bande entschliesst sich eine Psychiaterin[b]([/b][i]Rosario Dawson[/i][b])[/b] zu engagieren, um per Hypnose an den entscheidenden Erinnerungsfetzen zu gelangen, der den Weg zum Gemälde ebnen soll. Aber dies gestaltet sich in mehrfacher Hinsicht als schwierig. Zum einen müssen erst einmal andere Erinnerungen(oder gar Gefühle) beiseite geschafft werden, um zum eigentlichen Zielort im Kopf des "Patienten" zu gelangen. Und zum anderen muss die Hypnose viel tiefer in der Vergangenheit bohren, als es urprünglich gedacht war. Der neuste Streich des englischen Regisseurs soll wohl vor allen Dingen Spass machen. Obwohl die Grundkonstellation mit 3 unterschiedlichen Parteien, die voneinander abhängig alle an die gleiche Information kommen wollen, eher für einen Thriller spricht, entscheidet sich [i]Boyle[/i] gerade in der ersten Hälfte für einen Thriller "Light" und setzt komödiantische Pointen an Stellen, an denen man sie nicht unbedingt vermuten würde. Erst als der Streifen sich von der "Whathappened"-Fragetellung zu einem "Whodunnit"-Szenario entwickelt, und die Beziehungen der Akteure untereinander sich verändern oder in anderem Licht erscheinen, beschliesst [i]Boyle[/i] dem Pferd die Sporen zu geben. Mit reichlich explizit abgefilmter nackter Haut und der einen oder anderen inhaltlich nicht wirklich notwendigen [i]tarantino[/i]esken Gewaltdarstellung, nähert man sich mit steigendem Tempo dem Showdown und der Auflösung des (auch visuellen) Puzzles. Die Macher verwenden suggestive Bilder und hervorstechende Farben, um die nicht nur in der "realen" Welt ablaufende Story adäquat umzusetzen. Der Zuschauer weiss mitunter nicht, ob die Protagonisten sich gerade auf der "realen" oder der Traum(Hypnose)Ebene bewegen. Was natürlich auch für die Protagonisten gilt. Diese Komplexität wird aber nicht überstrapaziert, und nach und nach werden die Fäden nachvollziehbar entwirrt, wobei sich meist ein neuer Faden ergibt, den es dann wiederum zu entwirren gilt. Wer Filmen konzentriert folgen kann und Spass an clever verschachtelten Stories hat, die das Publikum quasi dazu auffordern mitzurätseln, dem kann man [b]Trance[/b] trotz einiger überflüssiger Szenen empfehlen. In einer auch audio-visuell ansprechenden Inszenierung agieren Schauspieler wie [i]Vincent Cassel[/i][b]([/b]sorgte in [b]Black Swan[/b] dafür, daß [i]Natalie Portman[/i] die Zehen spitzte[b])[/b] oder die noch nicht so bekannte [i]Rosario Dawson[/i] souverän. Letztere hatte den schwersten Part übernommen, da ihre Rolle eine Mischung aus Verletzbarkeit und kühler Kalkuliertheit erforderte, aber die Britin meistert diese Aufgabe. Wer dazu neigt es Filmen übel zu nehmen, wenn sie nicht bis aufs letzte Detail konsistent enden, weil die Figurenzeichnung und die jeweiligen Handlungen der Figuren nicht so ganz zusammenpassen, der könnte aber womöglich etwas enttäuscht werden. Denn dieses Manko fällt gerade beim Hauptdarsteller auf, um den sich die gesamte Story dreht. Ich hätte mir einen anderen Schauspieler als [i]James McAvoy[/i] gewünscht oder zumindest, daß seine Charakterisierung etwas anders angelegt wird. Aber dies ist vielleicht eine sehr subjektive Sichtweise.

Trance - Gefährliche Erinnerung Bewertung
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710
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