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Eine schlimme Zeit: Quentin Tarantino kritisiert die aktuelle Kino-Ära

Eine schlimme Zeit: Quentin Tarantino kritisiert die aktuelle Kino-Ära
15 Kommentare - Mi, 16.11.2022 von A. Seifferth
Quentin Tarantinos Wort hat in den Reihen von Hollywood ordentlich Gewicht. Der Filmemacher ist davon überzeugt, dass die aktuelle Kinolandschaft dringend frische Impulse benötigt.
Eine schlimme Zeit: Quentin Tarantino kritisiert die aktuelle Kino-Ära

Sein zehnter Film lässt noch einige Zeit auf sich warten, doch das bedeutet nicht, dass Enfant terrible Quentin Tarantino untätig ist. Bei einem Gespräch mit Roger Avary vom The Video Archives Podcast kam der The Hateful 8-Regisseur auf aktuelle Kinofilme made in Hollywood zu sprechen. Sein Urteil fällt vernichtend aus.

Für Tarantino seien die 1980er-Jahre eine der schlimmsten Perioden in der Geschichte Hollywoods. Dieser festen Überzeugung sei er trotz der Tatsache, dass er in diesem Jahrzehnt wohl seine meisten Kinobesuche absolviert habe. Im gleichen Atemzug kritisiert er auch die biederen 50er - jener Hochzeit anzüglicher Komödien, düsterer Krimis und monumentaler Sandalenfilme. Beide vorgestellten Epochen würden aber noch von der aktuell grassierenden Ideenlosigkeit in Hollywood übertroffen.

Stein des Anstoßes für diese unbequeme These scheint für den Autorenfilmer die nach wie vor vorhandene Fülle an Superheldenfilmen zu sein. Bereits in der Vergangenheit sagte Tarantino, dass es bei einem solchen Film nicht um kreativen Geist, sondern um bloße Ausführung im Sinne einer Auftragsarbeit ginge. Für diejenigen Leute im Business, die sich unangepasst zeigen und damit aus der Masse herausstechen, sei das vorhandene Vakuum aber eine Chance zum Glänzen.

Um Quentin Tarantino vom Ruf des ewigen Nörglers zu schützen, muss aber auch gesagt werden, dass er einige Hollywoodfilme der letzten Jahre nach eigenem Bekunden sehr genossen hat. Darunter seien etwa der Überflieger Top Gun - Maverick und Steven Spielbergs im letzten Jahr veröffentlichtes Werk West Side Story anzutreffen. Auch im Horrorbereich habe er mit Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen und Crawl zwei Perlen für sich entdecken können.

Die wohl besten Jahre Hollywoods dürften für Tarantino die 1970er-Jahre sein. In seiner 2012 bei Sight & Sound eingereichten Top10 der besten Filme aller Zeiten sind immerhin acht Filme aus dieser Zeit anzutreffen.

Der 59-jährige ist aufgrund seiner schonungslosen und zuweilen auch kontroversen Aussagen ein gern gesehener Gast für verschiedenste Gesprächskonstellationen. Aktuell befindet er sich auf Promotiontour für sein Filmbuch "Cinema Speculation", das seit Anfang November erhältlich ist. Was haltet ihr von der aktuellen Kinoära Hollywoods: Beste Unterhaltung oder wünscht ihr euch ebenfalls einen Tapetenwechsel?

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15 Kommentare
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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
21.11.2022 13:18 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 10.609 | Reviews: 45 | Hüte: 677

Jedes halbe Jahr haben wir diese Diskussion doch mittlerweile, wo ein geachteter Regisseur/Produzent sich über die momentane Filmlandschaft auslästert, selbst aber auch keine echten Vorschläge macht, was man ändern könnte. Mehr noch, mit seinem Geflirte an Star Trek sowie seinen "Lieblingsfilmen des Jahres" macht er sich für mich selbst auch Teil zum Problem.

Was mir bei dieser Kritik immer zu kurz kommt, ist die Perspektive des Zuschauers. Es hört sich immer so an, als würden uns die Studios mit Gehirnwäsche manipulieren und aufzwingen ihre Superhelden anzuschauen. Mir wird aber zu wenig darauf eingegangen, dass nicht nur der Produzent den Markt beeinflusst, sondern halt auch der Konsument. Und da gibt es halt diese Nachfrage und ich verstehe es auch - ich persönlich gehe halt auch ins Kino um mich vom Alltag abzulenken, eine schöne Zeit zu verbringen, in fremde Welten entführt zu werden und einfach mal 2 Stunden abschalten kann. Momentan schaffen dies für mich (!) halt die Superhelden-Blockbuster am Meisten, würde aber nix gegen mehr Fantasy oder Sci-Fi sagen.
Aber was würde Tarantino nun gerne ändern? Dieses Angebot einfach wegnehmen - dann gehe ich halt ein paar Mal seltener ins Kino und dann haben wir wieder die Diskussion wie während der Pandemie.

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TiiN : : Goldkerlchen 2021
18.11.2022 23:05 Uhr
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Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 7.763 | Reviews: 161 | Hüte: 484

@Raven13

Damit magst du recht haben, aber vielleicht auch deswegen das Geschmäckle, dass in den 1980er Jahren alles zu einem Franchise wurde - auch wenn teilweise sehr erfolgreich und sehr gelungen.
Ich mag die Filme in der Rangliste fast alle, aber wenn man sie mit den anderen Ranglisten vergleicht, dann fehlt ein bisschen das "Frische".
Liegt vielleicht aber auch daran, dass ich mal behaupten würde, dass viele MJ User von Filmen der 1980er Jahre geprägt wurden und deswegen so eine Liste zu Stande kam.

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
18.11.2022 22:00 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 5.634 | Reviews: 66 | Hüte: 490

@ TiiN

"Zur Kritik an den 1980er Jahren mag ich gerne auf unsere Wahl zu diesem Jahrzehnt verweisen. Dort haben Franchise-Produkte die Top 10 mehr dominiert als in den 2010er Jahren."

Etwas gewagt, die jeweils ersten Filme eines "Franchises" als Franchise-Filme zu bezeichnen. Ein Franchise wurde schließlich erst später aus den Filmen mit den Fortsetzungen. In den Top-10 sehe ich nur drei Franchise-Filme: Star Wars 5, Alien 2 und Indiana Jones 3. Alle anderen sind Originale.

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

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TiiN : : Goldkerlchen 2021
18.11.2022 20:12 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 7.763 | Reviews: 161 | Hüte: 484

Zur Kritik an den 1980er Jahren mag ich gerne auf unsere Wahl zu diesem Jahrzehnt verweisen. Dort haben Franchise-Produkte die Top 10 mehr dominiert als in den 2010er Jahren. PaulLeger nannte die Top 15 gar ein Argument für Diskussionen um das schlechteste Jahrzehnt.

In den 1980er Jahren finden sich zwar lauter Kultfilme, aber die Kritik von Tarantino findet man in unserer Wahl vor über 1,5 Jahren bereits.

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WiNgZzz : : Moviejones-Fan
17.11.2022 13:11 Uhr | Editiert am 17.11.2022 - 13:13 Uhr
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Dabei seit: 14.01.11 | Posts: 2.154 | Reviews: 0 | Hüte: 76

"Kann sich heute noch jemand einfach einen spannenden Actionthriller wie Auf der Flucht vorstellen? Das würde heute PG-13 gedreht werden,... "

"theFugitive"-MPAA: "Rated PG-13 for a murder and other action sequences in an adventure setting"

Hier gibt es nichts zu sehen!

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Tim : : King of Pandora
17.11.2022 12:40 Uhr
0
Dabei seit: 06.10.08 | Posts: 2.972 | Reviews: 192 | Hüte: 81

Grundsätzlich gab es auch früher viel Masse und wenig Klasse, aber auch ohne diesen Einwurf hat er schon bei den Impulsen Recht. Das aktuelle Kino ist an Ideenlosigkeit nicht zu überbieten. Klar gibt es vereinzelte Perlen, aber dann wird es dünn. Die Masse der Filme ist Einheitsbrei ohne kreative Anreize. Das MCU als Vorreiter dieser Entwicklung ist doch das beste Beispiel. Reine Fastfoodfilme, anschauen und vergessen. Man schaut sie nur aus Gewohnheit. Solide gedreht, aber ohne Nährwert. Dazu dann der Blick über den Tellerrand. Ganze Filmgenre sind inzwischen ausgestorben. Ernsthaftere Filme, Thriller, Kriminalfilme, klassische Komödien. Nahezu alles ausgestorben. Das jeder Film digital nachbearbeitet wird, tut der Sache auch keinen Gefallen. Sieht vieles gleich und künstlich aus. Filme aus den 90ern mit echtem Licht sind eine richtige Wohltat. Kann sich heute noch jemand einfach einen spannenden Actionthriller wie Auf der Flucht vorstellen? Das würde heute PG-13 gedreht werden, The Rock in der Hauptrolle, Action dominierend und das wars.

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MobyDick : : Moviejones-Fan
17.11.2022 11:04 Uhr
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Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 7.029 | Reviews: 213 | Hüte: 558

In Teilen kann ich Tarantino zustimmen:

Auch wenn einige der besten Filme aller Zeiten aus den 1950ern und 80ern stammen, sind diese beiden Jahrzehnte tatsächlich quasi Sargnägel auf kreative Filme im Allgemeinen gewesen und es waren deutlich düsterere Filmjahre als eben die jeweiligen Jahrezehnte davor (und tatsächlich hat es auch immer was mit der politischen Ausrichtung des jeweiligen Jahrzehnts zutun. Wer was anderes behauptet, hat keine Ahnung von der Kausaliät Filmgeschäft und politischer Umgebung!).

Doch auch gerade zB die vielgelobten 1970er sind aus heutiger Sicht meines Erachtens auch ein bißchen nostalgisch verklärt und bei Weitem nicht so überragend oder gut wie mittlerweile immer behauptet.

Auch dass gerade im Kino nicht viel gutes Zeugs läuft, stimmt absolut, dass da viel einerlei läuft, stimmt ebenso. Dass ausgerechnet ein Remake eines Klassikers und eine Fortsetzung eines Schwulenkultfilms (hehehe) bei Tarantino so gut ankommen, hat auch damit zu tun, dass tatsächlich kaum ein wirklich greifbarer Film mehr ins Kino kommt. Selbst der tatsächlich halbwegs brauchbare - weil drittbester Film im Franchise - Indianer Predator kam direkt zum Stream. Die sogennaten inhaltlich guten kleineren Filme landen vermehrt auf irgendwelchen Streams oder haben in der heutigen Zeit wo man eben wegen dem Eskapismus (Pandemie, und wieder politische Situation s.o.) ins Kino rennt eben keine große Chance mehr.

Im Übrigen fand ich weder West Side Story noch Maverick wirklich überragend, letzterer war zumindest unterhaltsam, ersterer sieht ggü. dem 1960er Original fast zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise Land.

Aber damit ja nicht genug, ich würde sogar weiter gehen und behaupten, dass auch die goldene Zeit der Streamer vorbei ist, inhaltlich gute Werke werden abgesägt, und man fokussiert sich auf wenige großkotzige Monumentalserien. Ein Schelm wer jetzt in Richtung "History repeating itself" von wegen 1950er Sandalen-Epen im Kino schielt...? Ich freue mich auf 1899 wink

Dünyayi Kurtaran Adam
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WiNgZzz : : Moviejones-Fan
16.11.2022 21:40 Uhr
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Dabei seit: 14.01.11 | Posts: 2.154 | Reviews: 0 | Hüte: 76

"Definitiv ein Beispiel wo die Fortsetzung deutlich besser als der erste Teil ist."

Weil der Neue besser aussieht?

Hier gibt es nichts zu sehen!

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Majestix83 : : Moviejones-Fan
16.11.2022 18:37 Uhr
0
Dabei seit: 31.03.16 | Posts: 196 | Reviews: 0 | Hüte: 22

Ich glaube hier liegt ein Missverständnis vor, er kritisiert ja nicht Fortsetzungen per se, sondern dass es sich fast ausschließlich nur noch um schnellproduzierte Auftragsarbeiten der Studios handelt, wodurch Autoren und Regisseure stark eingeschränkt werden. Das waren Top Gun - Maverick und Dr. Sleep zwar auch, hier hat man aber glücklicherweise die richtigen Leute gefunden und ihnen anscheinend auch die notwendigen Freiheiten und Mittel gelassen, um etwas Gutes zu produzieren. Insbesondere Mike Flanagan bei Dr. Sleep war ein absoluter Glücksgriff (beide Filme haben mir überraschend gut gefallen).

Negativbeispiele für Auftragsarbeiten ohne Zeit sind die Star Wars Sequels, bei denen mangels Geduld dann einfach irgendein Murks von Film zu Film zusammengeschrieben wurde (vor allem in Bezug auf Episode 7), was dann bedauerlicherweise auch noch vom Publikum positiv honoriert wurde. Aber auch Ghostbusters 2016 war so Projekt wo das Studio (in Form von Amy Pascal) unbedingt irgendetwas Lustiges produzieren wollte und Paul Feig engagiert hat, das Resultat ist bekannt.

Was die 80er angeht, so bezieht er sich vermutlich darauf, dass die Anzahl an Filmproduktionen in dem Jahrzehnt stark anstieg, was zwar durchaus zu vielen Perlen aber auch gefühlt drei Mal so vielen Mistproduktionen führte. Auch das Kopieren erfolgreicher Filme war in der Zeit äußerst beliebt, zum Beispiel Star Crash oder Krull wurden ja lediglich produziert, um den hype der erfolgreichen Star Wars Filme mitzunehmen.

Ironie am Rande: Wegen Top Gun - Maverick habe ich kürzlich dann auch das erste Mal den ersten Top Gun gesehen, und ich finde das der ehrlichgesagt auch eher ein Negativbeispiel für die 80er ist, um nicht zu sagen Schrott und nur einen Fingerbreit vom B-Movie entfernt. Aber Vokuhilas waren zu der Zeit ja auch sehr beliebt. Definitiv ein Beispiel wo die Fortsetzung deutlich besser als der erste Teil ist.

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2Cents : : Moviejones-Fan
16.11.2022 13:18 Uhr | Editiert am 16.11.2022 - 13:20 Uhr
0
Dabei seit: 31.03.22 | Posts: 724 | Reviews: 0 | Hüte: 9

Das mit den 80er Jahren kann ich jetzt nicht so wirklich Teilen. Zumindest was den Actionfilm anbelangt, waren die 80er doch das Jahrzehnt, in dem alles, was bis weit in die 2000er rein Stil-gebend war, groß wurde. Allen voran natürlich Schwarzenegger, Stallone und auch ein Bruce Willis.

Nur für die Special effects war das eine schwere Zeit. Also ganz schlimm fand ich die Zeit von den späten 80er bis in die 90er Jahre hinein, während dem Übergang von analoger zu digitaler Tricktechnik. Da wurde überall, geradezu inflationär mit den neuen Effekten um sich geworfen auch wenn es, in der Anfangszeit, noch so Übel aussah. Gerade im Monsterfilm. Da ist mir ein verschwitzter Japaner im Gummi-Anzug dann doch noch lieber, als das, was z.B. in Spawn, Langoliers, Rasenmäher Mann und unzähligen Direct to DVD Gurken verbrochen wurde. Wenn ein analoger Effekt gut aussieht, dann sieht er 30 Jahre später immer noch gut aus. Digitales eher nicht.

Heutzutage, wo es kaum noch Grenzen zwischen dem gibt, was sich ein Autor vorstellen und ein Regisseur umsetzen kann, führt das leider erschreckend selten zu innovativen Werken. Oder zumindest zu Werken, die man noch als Innovation wahrnimmt. Wenn alles möglich ist, ist eben auch nichts mehr interessant. Selbst ein Avatar 2 wird vermutlich eher ein "ja, ganz gut" aber kein "Boah Geil!" mehr.

Früher hab ich mir immer begierig das Making of eines jeden neuen Blockbusters angeschaut, wenn ich ihn endlich auf Kassette und später auch DVD in Händen hielt. Bei den "Herr der Ringe" Filmen bin ich da jedesmal tagelang unterwegs, bevor ich überhaupt zum eigentlichen Film komme.

Heutzutage ist das alles das gleiche. Ein paar Hansel Turnen vor großen Greenscreen Wänden herum und ein paar Nerds Klöppeln den Rest am Computer zusammen. Selbst so was wie "The Volume" mit seinen LED Wänden wird schon wieder so inflationär eingesetzt, das es schon niemanden mehr erreicht.

Der frühe Vogel fängt den Wurm, aber erst die zweite Maus bekommt den Käse. Und am Ende ist alles für die Katz.

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Silencio : : Moviejones-Fan
16.11.2022 12:44 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 2.161 | Reviews: 53 | Hüte: 246

Studiochef muss klarstellen, dass zukünftig nicht vier Versionen der gleichen Figur über die Leinwand flimmern, aber (recht zaghafte) Kritik am IP-getriebenen Franchisekino begegnet hier nur Unverständnis. Kannste dir nicht ausdenken...

"I am not fucking around here, I believe a well-rounded film lover oughta have something to say about Jean-Luc Godard and Jean-Claude Van Damme."

-Vern

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Poisonsery : : Moviejones-Fan
16.11.2022 08:59 Uhr
0
Dabei seit: 02.03.18 | Posts: 1.276 | Reviews: 0 | Hüte: 26

Ohne seine Aussagen zu beurteilen, denke ich gerade an diesen Satz von alten Menschen " früher war alles besser." Was natürlich nicht stimmt.

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Manisch : : Moviejones-Fan
16.11.2022 08:43 Uhr
0
Dabei seit: 19.10.18 | Posts: 1.051 | Reviews: 18 | Hüte: 40

Wenn man sich die Anzahl der Fortsetzungen, Reboots und Remakes anschaut, dann fühlt sich die aktuelle Kino-Ära in der Tat ziemlich ideenlos an.

Interessanterweise lobt Tarantino den neuen Top Gun und West Side Story, welche auch in diese Kategorie fallen.

Also worum geht es wirklich?

Ich denke aber, dass die Effizienz-Steigerung in Hollywood, wie auch in anderen Bereichen, zunehmend ein Maß angenommen hat, bei dem man sich selber immer weiter von einer verklärten/romantischen Vorstellung der Filmindustrie lösen sollte.

Sofern es die überhaupt jemals gab. In ihrer Zeit gesehen, war das Hollywood immer schon ein hartes Business und kein Kulturförderverein.

Aber es wird immer stärker geschaut, wie man mit möglichst geringem Aufwand den maximalen Ertrag erzielen kann. Da wird dann auch mal Gewalt gestrichen, weil es nicht FSK18 sein soll, oder die China-Kritik rausgestrichen, damit man sich den Markt dort nicht verbaut. Und generell nimmt man lieber die "Sichere Nummer", als ein Projekt, für das es Mut braucht.

Verübeln kann man das im Prinzip auch niemandem. Schlimm ist es an sich auch nicht, wenn vor allem die Hollywood-Größen diesen Weg gehen. Parallel dazu kann es ja weiterhin "Indie"-Filme und Studios geben - auch wenn die natürlich auch von Verlusten getroffen werden.

Schade ist vielleicht nur, dass dieser "Indie-Touch" für manche etwas zu nerdy und/oder unausgereift wirkt. Gerade im Sci-Fi-Bereich ist das schwierig, weil gute Effekte viel Geld kosten. Ist so ein Genre dann z.B. dazu verdammt, entweder dumm oder billig zu wirken...?

Bitte hört auf, das Wort "manisch" in euren Kommentaren oder Filmkritiken zu verwenden. Streicht es am besten aus eurem Wortschatz. Ich bekomme sonst immer Benachrichtigungen, dass ich erwähnt wurde. Vielen Dank :D

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MisfitsFilms : : Marki Mork
16.11.2022 08:13 Uhr | Editiert am 16.11.2022 - 08:14 Uhr
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Dabei seit: 09.07.13 | Posts: 4.334 | Reviews: 0 | Hüte: 122

Ideenlos waren die 80er definitiv nicht. Selbst die 90er waren noch kreativer als die 2010er.

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
16.11.2022 07:32 Uhr | Editiert am 16.11.2022 - 09:43 Uhr
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Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 5.634 | Reviews: 66 | Hüte: 490

Hach ja... immer wieder das leidige Thema. Wenn man nur das Offensichtliche sieht und nicht genau hinschaut, könnte man zu dem Schluss kommen, dass dieses Jahrzeht ideenlos sei, doch dem ist nicht so. Es gibt viele Filme, die aus dem Einheitsbrei herausstechen und frische Ideen bringen, man muss nur besser hinsehen.

Spricht Tarantino eigentlich von den 2020ern? Das so früh zu verurteilen, obwohl es gerade erst begonnen hat, ist schon irgendwie fragwürdig.

Die 80er jedoch haben sehr viele tolle Filme (viele Kultfilme) und frische Ideen hervorgebracht. Keine Ahnung, was er da meint. Natürlich gab es in den 80ern auch viele billige B-Movies, aber gerade Tarantino ist doch ein Fan von B-Movies, sind ein paar seiner Filme doch auch solche.

Im übrigen widerspricht er sich selbst. Er mag den neuen West Side Story und Top Gun 2, doch beide sind Fortsetzungen / Remakes ohne frische Ideen.

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

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