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A Beautiful Day

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Avenger´s Infinity War

A Beautiful Day Kritik

A Beautiful Day Kritik
1 Kommentar - 01.05.2018 von eli4s
In dieser Userkritik verrät euch eli4s, wie gut "A Beautiful Day" ist.
A Beautiful Day

Bewertung: 4 / 5

Ein Mann ringt nach Luft, die Plasiktüte auf dem Kopf. Ein Laster voller Leichen. Zerbrochenes Glas. Ein Junge versteckt im Schrank. Ein Schuss. Eine Frau schreiend auf dem Fußboden. Ein Countdown - Stopp.

Trailer zu A Beautiful Day

Zurück im Hier und Jetzt. In Fragmenten zeichnet Regisseurin Lynne Ramsay (Ratcatcher, We need to talk about Kevin) das Bild einer zersplitterten Persönlichkeit. Mit kaltem, leerem Blick und von Narben gezeichnet begegnet uns Joe. Ein blutgetränkter Hammer, Klebeband und Plastiksäcke gehören zu seinem Werkzeug. Sein neuster Auftrag ist, die entführte Tochter eines einflussreichen Politikers aus den Fängen von Menschenhändlern zu retten. Gewünscht wird eine besonders brutale Behandlung der Täter, Joes Spezialität.

Privat hat Joe auch noch eine vollkommen andere Seite. Zuhause bei seiner Mutter bemüht sich Joe um einen liebevollen Umgang und hilft im Alltag mit. Es ist eine seltsame Bindung, die die beiden zueinander haben, aber dennoch brauchen sie einander, wie in kleinen und großen Gesten (und einschlägigen Referenzen) deutlich wird. Dass sich auch in dieser Beziehung dysfunktionale Anteile finden, beschreibt weiter die unausgesprochenen Probleme der Figuren. Die zwei Räume des Privaten und des "Geschäftlichen" verschwimmen im Zuge des Films zunehmend, wie auch die Grenzen zwischen Joes nach innen gekehrten selbstzerstörerischen Art immer wieder in explosiver Gewalt nach außen bricht. Es wird deutlich, dass Joe hier nicht der Retter ist, sondern selbst Opfer.

Was der Film meisterhaft umsetzt, ist das Erzählen über das Visuelle. Über das Handeln der Figuren, über deren Körpersprache und Mimik. Der Film legt das Hauptaugenmerk darauf, das Innere nach außen zu kehren. In intensiven Nahaufnahmen der verzerrten Gesichter der Figuren kann abgelesen werden, welcher Horror sich darunter verbirgt. Die Signifikanz und Tragkraft dieser Bilder bleibt im dialogarmen Film besonders im Gedächtnis und erinnert an die filmtheoretischen Ansätze eines Bela Balazs, der in seinem Buch "Der sichtbare Mensch" erörtert, wie der Film durch Schauspiel und Körper eine unmittelbare emotionale Erfahrung hervorbringen und den Einblick in die menschliche Seele sichtbar machen kann, was in Worten nicht zu beschreiben wäre. Das zeigt sich nicht auch in einer tollen Szene, in der Joe von ein paar Teenagern ein Foto machen soll, in der einfache Blicke ganze Erlebnisse wieder aufleben lassen. Nicht nur zwischen Innen- und Außenperspektive wird hier fließend mit subtilen Mitteln gewechselt, sondern auch zwischen Gegenwart und Vergangenheit.

Nichtsdestotrotz gibt es im Film auch sehr explizite, ausufernde Gewalt zu sehen. Anders als in anderen Filmen, die einem beim Schauen so in den Sinn kommen (Taxi Driver, Leon der Profi, Kill List...) ist aber auch die Gewalt oft sehr ästhetisch gerahmt. In diesen Szenen meist deutlich distanzierter und nach außen gewandter, um danach wieder zum Innern der Figur zurückzukehren.
Begleitet werden die seelischen Zustände von einem unheimlichen, unverkennbaren Soundtrack vom genialen Johnny Greenwood, die auch immer wieder durch ihre irritierenden Rhythmen die Fragilität der Figur unterstützen, sie aber auch unkontrolliert nach vorne preschen lassen in den Szenen, in der den unterdrückten Emotionen freien Lauf gelassen wird. Stille scheint immer dann zu herrschen, wenn das spärliche Gerüst der Selbstkontrolle oder des brutalen Aktionismus in sich zusammenbricht und die Figur wieder in seine Einzelteile und in die Sinnlosigkeit, verfällt. Das hat zur Folge, dass der Film genauso in der Dekonstruktion der Figur verbleibt und die Teile nicht mehr zusammensetzt. Das ist zwar konsequent, kann aber unbefriedigend sein. Der ohnehin simple Plot wird zur Nebensache. Von der Anlage her sicherlich nicht originell, in der Umsetzung allerdings oft atemberaubend, bleibt der Film eine Erleuchtung schuldig. Joe bleibt ein Avenger auf seinem unendlichen Kampf gegen sich selbst und seine Vergangenheit.

A Beautiful Day Bewertung
Bewertung des Films
810
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1 Kommentar
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Silencio : : Moviejones-Fan
01.05.2018 17:39 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 611 | Reviews: 39 | Hüte: 52

Das erfreut, denn in den geht es Freitag oder Samstag im Kino. Ich war zwar kein besonders großer Freund von "We need to talk about Kevin", aber hier mache ich mir dann doch Hoffnungen.

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