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A Quiet Place 2

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A Quiet Place 2 Kritik

A Quiet Place 2 Kritik

A Quiet Place 2 Kritik
0 Kommentare - 26.05.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "A Quiet Place 2" ist.
A Quiet Place 2

Bewertung: 3 / 5

Nach ihrer Heimatflucht, findet sich die Familie Abbott um Evelyn (Emily Blunt), Regan (Millicent Simmonds) und Marcus (Noah Jupe), sowie einem neugeborenen Baby auf den Straßen der zerstörten Welt wieder. In Zeiten der Postapokalypse hat sich die Welt stark gewandelt und die geräuschempfindlichen Wesen machen weiter Jagd auf Menschen. In dieser Zeit versucht die Familie dennoch ein halbwegs normales Leben zu führen. Eines Tages treffen sie auf den ebenfalls Überlebenden Emmett (Cillian Murphy) und zusammen fragen sie sich, wie es weitergehen soll.

Nach wenigen Jahren mauserte sich A Quiet Place (2018) auch wohl ob einer gewissen Pandemie zu einem Erfolg an den Kinokassen und in den Diskursen über Filme. Und wie das eben so ist mit kommerziellen Erfolgen, sie bieten Nachschub. Irgendeinen tiefsinniges oder gedankliches Gerüst dahinter zu vermuten wäre einfach albern. A Quiet Place 2 ist die Fortsetzung zu einem erfolgreichen Film und wenn man schlau wäre, würde man das damit ruhen lassen und eben keinen weiteren Gedanken daran verschwenden, was der Film letzten Endes bedeuten soll. Dafür bietet er im Kern auch zu wenig Neues. Themen wie Stille, Familie, Überlebenskampf und bürgerkriegsähnliche Zustände in einzelnen Gruppen, bleiben aktuell. Vielleicht kam das auch gut an, weil die dystopische Aura zu Beginn des Jahrzehnts jedem irgendwo in den Knochen steckte. Doch wie schnell das vorübergehen kann, zeigt sich im Kapitalismus am laufenden Band und die Angst vor der Pandemie und dem Lockdown scheint heute weniger begründet. Das ist auch gut so und man will das auch um nichts missen, wobei man sich fragen muss, ob der Film damit nicht fast schon reaktionär und in die Jahre gekommen ist. Immerhin ist die Angst vor der Zukunft auch eher ein Relikt aus einem Relikt. Der Kalte Krieg ist vorüber und irgendwie hat man den Eindruck, daß das auch gut ist.

Trailer zu A Quiet Place 2

John Krasinski legt in dieser Fortsetzung neue Akzente. Neue Figuren werden etabliert, die im Kern alle das Gleiche zu wollen scheinen. A Quiet Place 2 berichtet vom Überlebenskampf in einer unverständlichen Welt. Die Idee ist die Angst vor größeren Gedanken und das ist kein weit hergeholtes, behauptetes Thema, sondern zentral in diesem Film. Natürlich findet sich das auch im Vorgänger, insofern kann man wohl sagen, daß das irgendwo auch nicht anders zu erwarten war. Denn zum Großteil der Geschichte beobachtet man die Abbott. Diesmal minimiert um Mutter, Tochter, Sohn und Baby. Papi hat sich für die Familie geopfert, wie sich das eben so gehört. Und nun versucht diese Familie eben zu überleben und tritt einer offenkundig unergründlichen Alien-Rasse gegenüber. Wieder ist es Stille und wieder glaubt Krasinski in seiner Inszenierung von dem Gegensatz zum herkömmlichen Blockbuster auch gleichzeitig tiefsinnig zu sein. Nein, es ist nicht intelligent, wenn ich das Gegenteil vom Klischee inszeniere, um den Zuschauer dann auf das Klischee hinzuweisen. Das Schweigen der Menschen kann hier natürlich auch anders gedeutet werden. Man könnte auch frech behaupten, daß sie ja eigentlich auch nichts Wesentliches zu sagen haben und daher wohl auch nichts in ihren Köpfen steckt. Denn die Apokalypse und die Macht von oben hat sie längst vereinnahmt. Dieser Film und auch sein Vorgänger erweisen sich fast schon als soziologisches Phänomen, weil A Quiet Place 2 auch hier die Bedrohung gar nicht ausformulieren möchte.

Denn die Frage, die eigentlich brisant wäre, wäre ja mal zu schauen, warum gibt es diese Apokalypse überhaupt? Natürlich, ein paar Begründungen nennt der Film schon und jetzt kann man natürlich darüber streiten, ob diese überhaupt wichtig genug sind, um sie ins Zentrum zu rücken. Nun, ist ein Argument, daß ich durchgehen lasse. Auf der anderen Seite stellt sich aber dennoch die Frage, warum dann abseits dessen nicht irgendwas Interessantes verhandelt wird? Denn das tut der Film nie. Es geht im Kern immer um Banalitäten. Mami will die Kinder beschützen und die Kinder werden von einer unerklärlichen Bedrohung an den Rand ihrer Existenz geführt. Es ist erneut das Problem, daß Krasinski sich jedem systemischen Denken verschließt und damit auch nie zu großen Gedanken aufsteigt. Klar, im Blockbuster darf es auch mal hirnlos zugehen, doch das hier wirkt fast so, als habe man bewusst alles Kritische an der neoliberalen Lebensweise herausgenommen und eine System-Reduktion vorgenommen, um der Familie und dem Drama um die Familie mehr Gewicht zu geben. Und vor allem, um niemanden persönlich anzugreifen. Der Film funktioniert da klar nach dem Motto Ursache und Wirkung. Gleichwohl muss man es Krasinski lassen, daß er zumindest mehr Spannung aufbauen kann als im Vorgänger. Und das liegt daran, daß der Film viel straffer ist. Man hält sich nicht damit auf, das Konzept erneut zu erklären und geht sofort in eine endlose Hetzjagd über. Der Film versteht sich da zu weiten Teilen als temporeicher Actionthriller und macht eben dann auch Spaß. Weil man sich nicht mit schalem Worldbuilding aufhält, sondern mit ganz einfachen Actionsequenzen und Thrillermomenten.

Klar, A Quiet Place 2 wird nie ein Film sein, über den es sich zu reden lohnt. Das tun zwar Leute irgendwo, aber eigentlich ist er das nicht. Natürlich kann man daran seinen Spaß haben, weil Krasinski eben davon profitiert; bereits einen dieser Filme inszeniert zu haben. Gleichwohl ist es fast schon impertinent und lustig zugleich, wie viel Stellenwert die Familie in der Existenz dieser Menschen haben kann. Denn auf ihrem Weg trifft die Familie Abbott auf den ebenso Überlebenden Emmett. Eins uns eins zusammenzuzählen reicht ja schon aus, um festzustellen, wie praktisch das ist: Daddy ist tot und Emmetts Familie ebenso. Nun ist es nicht so, als käme es in diesem Film zu irgendeiner Romanze. Denn immerhin darf es ja auch keinen Sex im Konservatismus geben oder eine Abkehr vom Verlust. Gleichwohl schwingt hier aber unweigerlich ein Vaterersatz mit und da stellt sich die Frage, wie viel Bedeutung Krasinski der unendlichen Liebe eigentlich einräumt. Denn man könnte ja jetzt darin auch etwas sehr kläglich, fast traurig erbärmliches sehen. Denn es wirkt fast so, als müsse ein Vaterersatz her, um die Familie zu schützen und zu erhalten. Das will ich dem Film nicht unterstellen, aber ist eine Ansicht, die man vertreten könnte, wenn man ihn sieht.

Aus dem Nichts in das Nichts ist nicht nur eine These, die die Apokalypse unterstreicht, sondern auch den Inhalt von A Quiet Place 2. Es ist kein kluger Film, weil er nicht denkt und weil er keine Fragen aufwirft oder beantwortet. Gleichwohl ist er straff inszeniert und erzählt und sorgt damit dafür, daß er ein wenig unterhaltsamer daherkommt als sein Vorgänger. Schauspielerisch charmant und wenig zum Nachdenken.

A Quiet Place 2 Bewertung
Bewertung des Films
610

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