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Aquaman

Kritik Details Trailer Galerie News
Ein Mann der mit Fischen spricht

Aquaman Kritik

Aquaman Kritik
4 Kommentare - 21.12.2018 von TiiN
In dieser Userkritik verrät euch TiiN, wie gut "Aquaman" ist.
Aquaman

Bewertung: 3.5 / 5

Aquaman ist eine US amerikanische Comicverfilmung von Regisseur James Wan. Der Film stellt den sechsten Film des inoffizllen DC Extended Univere dar. Die nachfolgende Kritik ist spoilerfrei.

Trailer zu Aquaman

„Aquaman ist scheiße!“ – Dieses Zitat kennt jeder aufmerksame Zuschauer von The Big Bang Theory. Galt die mit Fischen sprechende Figur doch viele Jahrzehnte über als albern oder kindlich. Das viel gescholtene Justice League belehrte uns jedoch eines besseren. Man konnte vielen Sachen an diesem Film kritisieren, aber Jason Momoas Arthur Curry gehörte definitiv nicht dazu. Im Gegenteil, er war der heimliche Star der Justice League, die coolste Sau von n-tv, wie man Anfang der 2000er vielleicht noch gesagt hätte.

Nun also ein kompletter Film mit Aquaman und seiner Gefolgschaft. Inszeniert von James Wan, welcher vor allem im Horror-Genre durch Saw bekannt wurde. Aber mit Fast & Furious 7 zeigte er, dass er auch das stumpfe Popcornkino bedienen kann.
Für Aquaman bekam Wan einen eindrucksvollen Cast an die Seite gestellt. Neben der Hauptrolle Jason Momoa (Conan Remake) und Amber Heard (The Danish Girl) gibt’s mit Willem Dafeo, Nicole Kidman und Dolph Lundgren jede Menge Altstars. Star Wars Fans erfreuen sich zudem an Temuera Morrison (Jango Fett, Klonsoldat). Zwei andere wichtige Nebenrollen werden mit Patrick Wilson und Yahya Abdul-Mateen eher unbekannt aber ausreichend besetzt.

Es ist vor allem schön, Altstars wie Dafeo oder Lundgren zu sehen. Sie haben kleine Rollen und stehen nicht im Mittelpunkt, aber die Szenen mit ihnen bereiten einfach Freude. An dieser Stelle noch ein paar Worte zu Amber Heards Atlantisbewohnerin Mera: Man stellt Aquaman eine wunderschöne und vor allem taffe Frau zur Seite, welche nicht alle fünf Minuten nach Hilfe ruft und gut selbst austeilen kann. Von der Frau und der Rolle wird man in Zukunft sicher noch mehr sehen.

Der Cast sitzt, der Regisseur scheint sein Handwerk zu verstehen – passt alles? Zunächst tatsächlich. Aquaman entpuppt sich vor allem in der ersten Stunde als wunderschönes und sehr fantasievolles Werk. Die komplette Unterwasserwelt von Atlantis wird wunderbar zum Leben erweckt und visuell beeindruckend eingefangen. Schön ist dabei, dass das Drehbuch einige Rückblenden liefert, welche in erster Linie die Vergangenheit von Arthur beleuchten, aber auch auf die Geschichte von Atlantis und dessen Untergang eingehen. Für diese Rückblenden wurden diverse Nebendarsteller visuell verjüngt. Das wirkt weitestgehend auch ordentlich, setzt aber sicher keine Maßstäbe.

Um beim Drehbuch zu bleiben bietet der Film ein gesundes Maß an Humor. Die Wortsitze kommen häufig, aber wirken nicht aufgesetzt. Das liegt in erster Linie auch an der Erscheinung von Jason Momas Aquaman. Bei seiner Coolness, welche man von Justice League bereits kennt, wirkt auch der ein oder andere freche Spruch nie unpassend.

Um zu Atlantis zurückzukommen, dieser Ort wurde visuell wunderbar eingefangen und mit seinen Farbenspielen kommen schnell einige optische Parallelen zu Tron Legacy auf. Dieser visuelle Eindruck wird durch einige Musikstücke von Rupert Gregson-Willimas (Wonder Woman) unterstützt. Neben diesen stimmungsvollen an Tron angelehnten Themen ist die Musik überwiegend generisch, passend, aber nicht sonderlich nachhaltig. Besonders erfrischend ist auch, dass man nicht durchgehend in der Unterwasserwelt unterwegs ist, sondern hier und dort auch einen Abstecher zur Oberwelt macht.

Ein bisschen Kritik kommt beim Thema der Widersacher auf. Der Film bietet mehr oder weniger zwei Hauptschurken. Diese folgen dem allgemeinen Superheldenproblem, sie sind nicht sonderlich nachhaltig und ziemlich belanglos. Das kommt wenig überraschend, kann man doch die guten Schurken im DC- und Marvel-Universum an einer Hand abzählen.

Soweit so gut, alles Sachen, welche man locker verschmerzen kann. Leider gibt es jedoch ein großes ABER. Der Film hat eine Laufzeit von 143 Minuten. Während die erste Stunde so wunderbar flüssig und unterhaltsam verfolgt, werden die folgenden 79 Minuten zunehmend zäher. Regisseur Wan und sein Drehbuchautor Will Beall wollten so unglaublich viel erzählen. Hier ein Abstecher, hier ein Kampf, dort ein Konflikt, am Ende ein großer Krieg. Vieles davon ist gut gemeint, aber in der Summe für das, was der Film sein will letztendlich viel zu viel. Wir reden hier von einem Solo-Abenteuer eines Franchises, was im besten Fall mal zehn oder mehr Filme umfassen möchte. Hätte man vorgehabt ein Monomentalepos zu kreieren, was für sich alleine stehen soll, dann kann man diese Fülle an Inhalt nachvollziehen. Aber für Aquaman ist das einfach zu viel und überstrapaziert den Zuschauer unter Umständen gewaltig. Das Traurige daran ist, dass man diverse Szenen ohne Probleme rausschneiden könnte und immer noch ein rundes Resultat auf der Filmrolle hätte. Mit wenig Aufwand kann man aus diesen 143 Minuten locker ein knackiges 90 Minuten-Abenteuer machen, was wesentlich verdaulicher daher käme.

Aquaman ist definitiv nicht scheiße. Der Film bringt sehr viele gute Eigenschaften mit: Ein toller Cast, authentische Hauptfiguren, fantasievolle Welten und anfangs sogar ein gutes Tempo. Schade, dass ab ungefähr der Hälfte der Film so rum eiern muss. Damit hat man dem Gesamtwerk sehr geschadet. Trotzdem ist Aquaman einer der eindeutig besseren Vertreter des DC Extended Universe, was sich seit seiner Geburt schwer tut. So ist auch das Unterwasserabenteuer nicht frei von deutlichen Schwächen, aber ganz sicher passend für einen Blockbusterabend.

Aquaman Bewertung
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710
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4 Kommentare
MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
23.12.2018 11:13 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.880 | Reviews: 153 | Hüte: 431

Wie gewohnt gut geschrieben im klassisch-flapsigen TiiN-Stil. Ich finde es interessant wie bei dir meistens relative Sachlichkeit mit deiner lockeren Ausdrucksweise kollidieren und so ein harmonisches Gesamtbild liefern. Inhaltlich sind wir ja nicht besonders weit auseinander und generell scheint der Tenor ja in Richtung "kann man gucken, muss man aber nicht" zu gehen bei Aquaman. Klassiches modernes Blockbusterproblem halt ^^

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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ComicFan88 : : Kingsman
23.12.2018 11:02 Uhr
0
Dabei seit: 28.12.11 | Posts: 2.159 | Reviews: 0 | Hüte: 16

Von den bisherigen Kritiken deckt sich meine Meinung mit deiner Kritik am aller besten bisher. Alles Stärken und Schwächen hast du sehr schlüssig und nachvollziehbar beschrieben. Bis auf die angesprochenen Längen Stimme ich dir in allen Punkten zu. Längen gabe es für mich nämlich überhaupt nicht. Im Gegensatz z.B. zu Black Panther.

Ein Ring, sie zu knechten...
MJ-Pat
Avatar
Raven13 : : Desert Ranger
21.12.2018 13:06 Uhr | Editiert am 21.12.2018 - 13:06 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 1.095 | Reviews: 25 | Hüte: 112

Auch von dir eine schöne Kritik, absolut nachvollziehbar geschrieben. Die negativen Punkte stimmen zwar, haben mich aber nicht so sehr gestört und meinem Filmgenuss kaum geschmälert, weshalb ich Aquaman in meiner Kritik viel wohlwollender bewertet habe. Er kam mir aber auch nicht ab der Mitte zu lang vor, sondern genau richtig. Längen habe ich kaum bemerkt, da Aquaman einfach durchgehend sehr abwechslungsreich ist. Flach und oberflächlich vielelicht, aber dennoch extrem cool und unterhaltsam. wink

Avatar
TiiN : : Goldkerlchen 2019
21.12.2018 01:09 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 4.336 | Reviews: 104 | Hüte: 172

Vorhin im Kino gewesen und hier ist meine Kritik zu Aquaman. Für mich wie gesagt nur eine sehr große Schwäche, aber die kann ganz schön reinhauen. Ich schwankte bei der Wahl zwischen 6 und 7 Punkten, habe mich dann aber für die höhere Zahl entschieden weil letztendlich doch sehr viel stimmt.

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