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Contagion

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Contagion Kritik

Contagion Kritik

Contagion Kritik
0 Kommentare - 15.02.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Contagion" ist.

Bewertung: 2.5 / 5

Nachdem Beth Emhoff (Gwyneth Paltrow) nach einer Auslandsreise an einem Virus stirbt, treten ähnliche Fälle auf dem gesamten Planeten auf. Es wird klar, daß es sich hierbei um eine Epidemie handeln muss. Daher versuchen die Wissenschaftler des amerikanischen Centers of Disease Control and Prevention Dr. Ellis Cheever (Laurence Fishburne), Dr. Erin Mears (Kate Winslet) und Dr. Ally Hextall (Jenniofer Ehle) ein Heilmittel zu kreieren. Unterdessen reißt Dr. Leonora Orantes (Marion Cotillard) von der Weltgesundheitsbehörde in Genf nach Hongkong, wo man der Ursprung der Krankheit vermutet wird. Weit ab, versucht Mitch Emhoff (Matt Damon) den Tod seiner Frau zu verarbeiten und seine Tochter vor einer Infektion zu schützen. Des Weiteren ist der Blogger Alan Krumwiede (Jude Law) im Begriff, weltweit Panik auszulösen.

Im Jahr 2011 hatte die Menschheit schon die ein oder andere Epidemie oder Pandemie hinter sich gebracht. Grund genug war das wohl, um das eines Tages auch einmal in filmischer Form umzusetzen. Schließlich ist das natürlich auch ein Thema, daß mehrere Ebenen hat. Politik, Wissenschaft, der vermeintliche Normal-Bürger, soziale Schichten, andere Länder, die Suche nach dem Ursprung. Ja, die Liste an Themen und Versatzstücken einer Geschichte sind beispiellos lang. Dabei ist aber die Frage, ob daraus auch ein spannender Film entstehen kann. Für viele ist aus unersichtlichen Gründen die Darstellung von Realität im Film sehr wichtig. Nun gut, wenn man damit etwas erreicht, was einen wirklich intellektuell weiterführt, oder ein Diskurs geführt wird, dann kann man da gerne mitgehen. Doch wenn es einfach nur darum geht, die Realität zu zeichnen, dann muss man an der Stelle wieder einmal Bertolt Brecht zurate ziehen und sagen „Wenn sie nur etwas sehen wollen, was einen Sinn hat, müssen sie auf ein Pissoir gehen.“ und das kann man wohl in kleinen Teilen auch auf Steven Soderbergs Contagion anwenden. Ein mit Stars übersäter Film, der eine weltweite Krise in den Vordergrund rückt, die natürlich mit den Jahren und der COVID-19 Pandemie noch einmal sichtlich an Relevanz gewonnen hat. Wer allerdings etwas mehr als eine peinlich genaue Darstellung der Realität sucht, der findet in diesem Werk dafür nichts, keine Antworten und keine Fragen.

Trailer zu Contagion

Contagion ist wie eine ungemütliche Reminiszenz an den Beginn jener Pandemie, die man wohl noch ganz gut vor Augen hatte. Menschen in wichtigen Funktionen diskutieren über etwas, was man nicht gänzlich versteht. Sie suchen eine Möglichkeit, das zu bekämpfen. Also ein Heilmittel. Seinen Ursprung hat es auch hier in China und unterdessen ist die Gesellschaft angehalten, sich möglichst zivilisiert zu benehmen. Nun könnte darin ja ein grandioser und böser Film liegen. Gerade, wenn es darum geht, einen gesellschaftlichen Anarchismus aufzulösen. Doch während sich viele Menschen halbwegs zivilisiert in der Realität mit Papier zum Kacken eindeckten, gibt es hier mal eine kleine Randale, die aber ob der minimalistischen Inszenierung durch Regisseur Soderbergh nie ganz zur Geltung kommt. Es ist klar, daß man hier eine Lösung finden wird, wenngleich vielleicht ein zynischerer Blick auf die Realität dem Film durchaus noch einmal eine andere Wucht gegeben hätte. Klar ist, daß der Film auch seine Opfer einfordert und so sollte man sich vielleicht auch nicht zu sehr an die ein oder andere Figur im Film gewöhnen. Doch ob der Fülle an Figuren hat man dennoch immer wieder den Eindruck, dies finde für die Figuren in ihrer Entwicklung immer ganz zu Beginn statt. Contagion ist peinlich genau recherchiert, was die Frage aufwirft, warum man nicht einfach eine Dokumentation erstellt hat. Klar, es ist ja nur ermüdend, wenn man eine gewisse Ahnung hat und sich auch ein Gespür für menschliche Handlungsweisen. Doch der Film kommt leider durch seine Genauigkeit immer ein wenig zu trocken daher.

Dabei kommt ja eigentlich auch kaum eine Kritik an irgendetwas auf. Klar gibt es die ein oder andere Figur, die vielleicht etwas zynischer da auf die Welt blickt und Geschäfte machen möchte. Man könnte vielleicht mit Masken da ein Geschäft machen. Solls ja geben. Aber alles in allem, ist alles viel zu brav. Der Feind ist unsichtbar, etwas zu verständnislos für die Menschen, die sich mit ihm befassen und damit sucht sich das neue Ebenen. Gerade an dem Blogger von Jude Law kann man die Kaltschnäuzigkeit modernen Sensationismusses erkennen. Das ist so vielleicht auch im Falle von COVID-19 passiert. Das können aber nun wirklich nur diejenigen beantworten, die sich wirklich mit dem Internet und allen möglichen Influencern auskennen. Insofern liegt der Film da auch ein weiteres Mal irgendwo richtig. Wenngleich ihm die Erkenntnis ja letzten Endes als reinen Film kaum etwas bringt. Denn einen größeren Konflikt löst das bei den Figuren auch nicht wirklich aus. Und die Fragen, die Contagion immer wieder unweigerlich auf den Tisch bringt, sind, was genau die Erkenntnis vom Film sein soll? Was hat man über Pandemien gelernt? Was hat man über das Verhalten von Menschen gelernt? Was hat man über das Sterben von Menschen gelernt? Was hat man über Zeitdruck gelernt? Nichts, keine dieser Fragen, die tatsächlich im Film aufgemacht werden, findet irgendeine sinnvolle, oder gewagte Antwort. Es ist einfach nur da und zeigt, wie es in der Realität ablaufen könnte. Aber wozu um Teufels Willen braucht man dann ein Drama? Dieser Film hat keinerlei Daseinsberechtigung.

Klar kann man sagen, daß er gut erzählt ist irgendwo. Klar kann man auch sagen, daß man vielleicht ob des Casts gewillt ist, ihn zu mögen. Die Namen sprechen vielleicht in einem anderen Kontext auch für sich selbst. Doch inhaltlich hat Soderbergh in seinem Werk nur den Minimalkonsens geschaffen, weil er kein wirkliches Kunstwerk hier stehen haben möchte, sondern eine peinlich genaue Analyse der Realität. Und damit steht und vor allem fällt alles in Contagion. Alles läuft darauf, hinaus ein Was wäre wenn-Seznario zu schaffen, daß nun bedingt durch die jüngere Vergangenheit eben halbwegs bestätigt wurde. Herzlichen Glückwunsch und nun? Weiter geht das dann nämlich nicht.

Ein viel zu guter Cast und eine treffsichere Analyse über Krisen und Pandemien. So etwa könnte man Contagion lesen. Wer allerdings keine Lust auf halb dokumentarische Bilder hat, der wird mit dem Film recht schnell abgeschlossen haben. Insgesamt steht hier Substanz über Stil, was leider ein Problem darstellt.

Contagion Bewertung
Bewertung des Films
510

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