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Däumeline

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Däumeline Kritik

Däumeline Kritik

Däumeline Kritik
0 Kommentare - 25.05.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Däumeline" ist.

Bewertung: 2.5 / 5

Däumeline (Jodi Benson) ist ein nicht besonders groß. Durch ihr Talent als Sängerin wird der Feenprinz Cornelius (Gary Imhoff) auf die junge Frau aufmerksam und die beiden verlieben sich ineinander. Doch bald wird Däumeline von der Fröschin Cassandra (Charo) entführt und soll deren Sohn Grundel (Joe Lynch) heiraten. Bald gelingt Däumeline aber die Flucht, während sich auch Cornelius auf die Suche nach dem Mädchen begibt.

Ach ja, die Welt der einfachen Mädchen. Wenn sie in Werbungen davon träumen die schönsten Prinzessinnen auf dem Planeten zu sein und wenn sie dann älter werden träumen sie davon die schönsten Königinnen auf Erden zu sein. So geht das, so ist es richtig. Richtig zumindest, wenn man aus einer ganz einfachen Warte heraus auf die Welt blickt. Es ist der falsche Oprt und die falsche Zielgruppe und ehrlich gesagt ein wenig schwierig die Art von Diskussion anzustoßen, die Däumeline im Zuschauer auslöst. Seien wir uns dessen bewusst, daß wir hier ein Werk vorfinden, daß unabhängig von irgendwelchen inhaltlichen, wie auch politischen Themen einfach sehr einfach ist. Im Prinzip geht Däumeline von A nach B und will einen Prinzen. Was genau da passiert und was sie ansonsten noch möchte ist unerheblich und scheinbar für die Macher irrelevant. Man könnte nun argumentieren, daß es natürlich auch etwas für sich hat, wenn ein Film minimalistisch angehaucht ist und damit vielleicht seine eigene Geschichte vernachlässigt. Immerhin sind Geschichten so interessant, wie Kurvendiskussionen in der Oberstufe. Und so gesehen kann man den Machern vielleicht nur dafür Applaudieren, daß sie sich nicht mit einer Geschichte und in einem minimalistischen Märchen aufhalten. Ja, denn das würde sehr schnell, sehr langweilig.

Das Problem an Däumeline jedoch ist, daß der Film sich auch ansonsten relativ wenig mit relativ wenig aufhält. Denn wie gesagt, die titel gebende Däumeline ist als Figur ungefähr so greifbar, wie eine Playstation 5 im Geschäft gewesen ist. Es hat eben keinen Reiz sich eine junge Dame bei ihrem Wunsch geehelicht zu werden anzusehen. Dann wiederum kann man den puren Sexismus dieses Films spüren. Nun ja, einen ethischen Diskurs sollte man damit sicherlich nicht beginnen, den würde man berechtigterweise verlieren. Es ist ehrlich gesagt auch regelrecht anstrengend den Film irgendwo schönzureden. Wir müssen nicht erklären, warum der Antifeminismus von Däumeline nicht ok ist und sicherlich auch nicht für die Zeit okay war. Es ist einfach unangebracht und zeigt natürlich überdies fehlendes feministisches Verständnis auf. Natürlich hat auch Antifeminismus in gewisser Weise im Kino seinen Platz. Nancy Meyers begründete darauf ja mit Werken wie Was das Herz begehrt (2003) oder Liebe braucht keine Ferien (2006) ihre gesamte Karriere. Und insofern geht das Problem auch über das bloße Geschlecht hinaus. Sorry Twitter, den Zahn musste dir einer ziehen. Ups, Pardon, ich meine selbstverständlich X. Unterdessen scheint das sogenannte „klassische Märchen“ inmitten der 1990er Jahre aber ohnehin schon angestaubt zu sein. Warum man sich in solchen Tagen entscheidet solche Filme zu machen, ist auch aus heutiger Sicht heraus eher unerklärlich. Das wirkte damals schon altbacken und ist es sicherlich heute noch mehr.

Ja klar, im Prinzip ist Däumeline nicht das grauenhafte Machwerk, daß hier so angeklungen ist. Ehrlich gesagt ist der Film insgesamt eher irrelevant, was vermutlich auch die Zeit gezeigt hat. Immerhin sprechen Leute – sofern sie überhaupt noch von Don Bluth sprechen – vornehmlich über Feivel, der Mauswanderer (1986), In einem Land vor unserer Zeit (1988) und vielleicht noch Charlie – Alle Hunde kommen in den Himmel (1989). Klar, auch das muss kein Anzeichen für Qualität sein, zeigt aber auch, daß es eben keinen Markt für einen solchen Film gibt. Und das liegt weniger an den Themen, denn auch in den 2010ern konnte zum Beispiel Disney mit Rapunzel – Neu verföhnt (2010) oder Die Eiskönigin – Völlig unverfroren (2013) mit klassischen Stoffen extrem gut bei Kritikern, wie auch dem Publikum punkten. Die Sehnsucht nach Märchen ist also grundsätzlich da, aber es muss wohl auch eine gewisse Qualität geboten werden. Und die sieht man hier nicht, was vor allem daran liegt, daß die Figuren zu keinem Zeitpunkt greifbar werden. Gut, zugegeben, spannende Figuren schrieb Bluth auch in vielen seiner Werke nicht wirklich. Allerdings konnten die Filme mitunter im Subtext überzeugen. Hier allerdings wird eine Frau oder ein reifendes Mädchen zum Objekt der Begierde. Männer schleudern sie quasi durch diese Welt, sind in weiten Teilen übergriffig und unangenehm. Nun muss man sagen, daß der Film das halbherzig anspricht. So werden sexistische Gesten und Übergriffiges zwar als unangenehm empfunden, aber die Figur bleibt eben durch ihre grundsätzlich passive Haltung eigentlich auch nicht zugänglich. Auch das ist ein Symptom seiner Zeit und damit weniger dem Film anzulasten, aber das ist schon extrem erstaunlich und irgendwie unangenehm.

Zumal man hier ja auch eigentlich ansonsten nicht mit irgendwelchen Bedrohungen konfrontiert wird. Ansonsten wird man in Däumeline eigentlich nicht gerade mit erinnerungswürdigem konfrontiert. Es sind weder die „Geschichte“, noch die Inhalte, wie auch die Musik, die hier irgendeinen Reiz ausmachen. Das verwundert so ein wenig, weil die Macher es mal besser konnten, aber am Ende des Tages ist es wohl zu egal.

In Däumeline werden klassische Werte propagiert. Nicht fragen, sondern einfach tun und folgen, das ist die Devise. Interessant ist hier wenig, hassenswert aber ebenso wenig und insofern kann man wohl sagen, daß tut den wenigsten weh. Aber ob, das nun ein Maßstab ist, den man sich erträumt, darf bezweifelt werden.

Däumeline Bewertung
Bewertung des Films
510

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