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Der rosarote Panther wird gejagt

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Der rosarote Panther wird gejagt Kritik

Der rosarote Panther wird gejagt Kritik

Der rosarote Panther wird gejagt Kritik
0 Kommentare - 02.03.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Der rosarote Panther wird gejagt" ist.

Bewertung: 2 / 5

Einmal mehr wird der rosarote Panther gestohlen. Jacques Clousau (Peter Sellers) soll ihn wiederbeschaffen. Doch auf seiner Reise verschwindet plötzlich das Flugzeug. Nun macht sich die berühmte Journalistin Marie Jouvet (Joanne Lumley) daran, das Geheimnis hinter dem Verschwinden des Schnüfflers zu klären. Dabei befragt sie zunächst alte Weggefährten.

Tja, wo steckt Clouseau. Eine Frage, der man sich berechtigterweise stellen muss, die auch nicht nur eine filmische Relevanz aufweist, rein auf diesen Film bezogen, sondern darüber hinaus in jedweder Hinsicht auf Metaebenen stattfindet. In der Landschaft der Komödien wird guter Slapstick ja schmerzlich vermisst. Waititi inszeniert einen peinlichen Oscar bait mit Jojo Rabbit (2019) und vergleicht sich prompt mit Chaplin, um sein Werk zu legitimieren, welcher wiederum später sagte, daß er, wenn er gewusst hätte, was die Nazis in den Konzentrationslagern wirklich veranstaltet hätten, niemals Der große Diktator (1940) gemacht hätte. Die 2000er waren ebenfalls nicht sehr gnädig zu Komödien und so wurden die Slapstick-Filme, die so gekonnt auf den Höhepunkt mit Die nackte Kanone (1988) geführt wurden, durch schmerzbereitende Spoof-Werke wie Scary Movie (2000) oder auch Meine Frau, die Spartaner und ich (2008) zu Grabe getragen. Es gibt auch heute noch eher selten wirklich gute, geschweige denn lustige Komödien, die tatsächlich noch bewegen, die tatsächlich über ihren Kern hinausgehen. Nun klar, immerhin ist Billy Wilder dummerweise auch schon eine ganze Weile tot. Doch er war ja nicht der Einzige, wenngleich ihm wohl wirklich niemand das Wasser reichen kann.

Clouseau ist tot. Das ist die einfache Antwort, die Der rosarote Panther wird gejagt zu geben hat. Dennoch ist an diesem Werk nichts einfach und es ist fast schon unfair, sich damit zu befassen, weil es einerseits kaum etwas zu sagen gibt und andererseits doch so viel. Peter Sellers starb im Jahr 1980, nachdem er jahrelang an einer Herzkrankheit litt. Währenddessen kam dieser Film erst zwei Jahre nach seinem Tod in die Kinos und miss dementsprechend entweder, wie durch ein Wunder schon jahrelang vorgelegen haben, oder eben irgendwie anders entstanden sein. Nun, irgendwie anders trifft in diesem Fall zu, denn eigentlich ist dieser Film eine Zusammensetzung aus unbenutzten Archivaufnahmen von Sellers, um die eine Rahmenhandlung gesponnen wird. Er, Clouseau ist verschwunden, für immer, ähnlich wie Sellers für immer verschwunden ist und diese reale Komponente, die eben auch im Film ihre Rückkehr findet, ist ja aus heutiger Sicht durchaus spannend. Nicht als Film, weil ehrlich gesagt muss man sagen, daß das, was da passiert, eben rein filmisch ebenso großer Nonsens, gar noch mehr ist, als in den vorherigen Teilen. Man kennt einzelne Aufnahmen nicht nur deshalb, weil der Film sie rezitiert, sondern weil der Film eben auch zu Teilen eins zu eins Szenen aus den vorherigen Filmen entnimmt. Das macht das gesamte Werk mehr zu einem Best-Off, als zu einem wirklichen Film. Dem muss man sich einfach bewusst sein.

Und ja, als reine Trauerverarbeitung ist Der rosarote Panther wird gejagt mitunter wirklich berührend, wenn man eben die Wahrheit kennt. Als Film ist er eben eine Spur zu viel des Nonsens, dessen großer Freund Sellers war. Es gibt hier eigentlich keine wirkliche Handlung, besser gesagt ist sie nur Rahmen, um zu erklären, wo dieser Held, diese Ikone hin ist. Doch gehen wir doch einfach mal ganz frech in die Gegenwart. Denn ja das Thema Ableben in der Realität befasst den Film, spätestens seit dem Perfektionieren der CGI-Technik sehr häufig. Man muss tatsächlich ethnische Debatten darüber führen, wo die Grenzen liegen, zwischen der Fiktion für die Unterhaltung des Zuschauers und der Realität. Denn es gibt ja große Beispiele aus der jüngeren Geschichte, für Schauspieler, die verstorben sind. Häufig, so muss man sagen, hat man sich dafür entschieden, diese Rollen umzubesetzen. Ein sehr prominentes Beispiel dafür war Richard Harris, der nach Harry Potter und die Kammer des Schreckens (2002) verstarb und dann durch Michael Gambon ersetzt wurde. Auch ein Heath Ledger starb unmittelbar nach seinem Dreh für The Dark Knight (2008) und bekam postum, vermutlich auch ein wenig wegen seines Ablebens unendlich viele Filmpreise. Im Jahr 2020 starb Chadwick Boseman an den Folgen seiner Darmkrebserkrankung und seine Figur wurde prompt für Tod in Black Panther: Wakanda Forever (2022) erklärt. Es gibt aber auch andere Beispiele, wo es ein wenig anders lief. Carrie Fisher starb 2016 und kehrte in einer Mischung aus CGI und Archivmaterial für Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers (2019) zurück.

Die ethischen Fragen, die ein Tod eines Schauspielers aufwerfen, sind also, darf ein Film eine Person ersetzten? Darf ein Film, eine Person nicht ersetzten? Darf man ihn am Computer wieder zum Leben erwecken? Und sind Realität und Film nicht zu trennen? Ganz kurz gesagt, diese Fragen werde ich nicht universell beantworten können. Ist auch nicht meine Aufgabe. Und für Diejenigen, denen das zu weit weg von Der rosarote Panther wird gejagt ist, ihr habt recht, aber es bietet sich an und es bietet sich zudem auch kaum an, über den Film rein filmisch zu sprechen. Insofern interessante Frage. In meinen Augen ist nämlich niemand am Set unersetzbar und es gibt da ein Kredo, dem man sich heute mehr denn je verschließt: The Show must go on. So tragisch das Ableben dieser Leute auch war, so sehr kann man Rollen und sollte man Rollen umbesetzten, weil Filme eben ein Spiegel der Gesellschaft sind und nicht die Realität. Die Realität sieht anders aus und insofern ist diese Verknüpfung zwischen Realem und Fiktion auch falsch. Schauspieler spielen Rollen, sie tragen vielleicht ähnliche Grundsätze in sich, doch es ist strikt zu trennen.

Als reiner Abgesang und Best Off funktioniert Der rosarote Panther wird gejagt, doch bekommt er durch die Realität eine eigenartige Schwere, die diesen Filmen nicht gerecht wird. Man will ihn eigentlich kaum werten, doch ist er eben als Versatzstück und Aneinanderreihung von Nonsens kein wirklich guter Film geworden. Emotional funktioniert das aber dennoch.

Der rosarote Panther wird gejagt Bewertung
Bewertung des Films
410

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