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Die Fliege

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Ein Remake was sich gelohnt hat

Die Fliege Kritik

Die Fliege Kritik
11 Kommentare - 08.04.2018 von TiiN
In dieser Userkritik verrät euch TiiN, wie gut "Die Fliege" ist.
Die Fliege

Bewertung: 4 / 5

Die Fliege ist ein kanadisch-US-amerikanischer Science Fiction Horrorfilm aus dem Jahr 1986. Inszeniert wurde das Werk vom Kanadier David Cronenberg.

Der Wissenschaftler Seth Brundle tüftelt abseits der Öffentlichkeit an einer Teleportationsmaschine. Auf einer Veranstaltung lernt Brundle die Journalistin Veronica Quaife kennen und demonstriert ihr zuhause seine Erfindung. Nach einigen Testläufen und Modifikationen funktioniert der Apparat scheinbar problemlos und kann sogar lebende Materien teleportieren, ohne dass diese verletzt oder entstellt werden. Zeitgleich hat sich zwischen Brundle und Veronica eine Romanze entwickelt.
Brundle packt die Ungeduld und er begibt sich in einen Selbstversuch. Dabei ahnt er nicht, dass er gemeinsam mit einer Fliege teleportiert wird und mir ihr fusioniert. Zunächst scheint alles gut gegangen zu sein, aber nach und nach merkt Brundle sowie Veronica, wie sich sein Körper und sein Verhalten verändern.

Spätestens seit den 2010er Jahren meckern die Leute zunehmend berechtigt darüber, dass sich die Filmindustrie fast nur noch mit Franchises beschäftigt, ehemalige Erfolge fortsetzt oder komplett neu auflegt. Die Fliege von 1986 ist ein altes Beispiel dafür, dass so eine Neuverfilmung richtig gut werden und einen Mehrwert bringen kann. Bereits 1958 gab es eine gleichnamige Verfilmung der Kurzgeschichte, welche in den 50er Jahren von George Langelaan geschrieben und im Playboy veröffentlicht wurde.
Der durchaus stimmungsvolle Film von 1958 soll an dieser Stelle nicht betrachtet werden, jedoch sei gesagt, dass David Cronenberg vieles anders machte. Zum einen eröffnete die Technik 30 Jahre später ganz andere Möglichkeiten. Zum anderen hat Cronenberg die Story etwas anders ausgelegt. Weiterhin hat der Kanadier seinen ganz eigenen Stil, welchen er beispielsweise 1983 mit dem verstörenden Videodrome der Welt gezeigt hatte. Dadurch, dass Cronenberg nicht nur als Regisseur agierte sondern auch das Drehbuch schrieb, konnte er wunderbar seine Interpretation der Geschichte von Langelaan auf die Leinwand bringen.

Der Cast wird angeführt vom jungen Jeff Goldblum. Während er die Kinder in den 1990er Jahren mit Independence Day und Jurassic Park mit begeistert hat, so legt Die Fliege mit dem damals 34 Jährige Amerikaner eine ganz andere Seite an den Tag. Aber auch hier hatte Goldblum schon seine unnachahmliche Ausstrahlung. An seiner Seite die damals 30 jährige Geena Davis, welche erst mit Filmen wie Die Reisen des Mr. Leary, Thelma & Louis oder auch Die Piratenbraut weltweit richtig bekannt wurde. Der Film konzentriert sich sehr auf diese beiden Rollen, einzig die Freundschaft von Veronica, Stathis Borans, dargestellt vom eher unbekannten John Getz tritt öfters in Erscheinung.

Musikalisch wird Die Fliege von Howard Shore begleitet. Ihn kennt man heutzutage vor allem wegen seiner Musik zum Herrn der Ringe. Mit Cronenberg arbeite Shore jedoch bereits vor Die Fliege zusammen, nämlich 1983 bei Videodrome. Die Musik ist sehr stimmungsvoll komponiert und weiß in den richtigen Stellen zu begleiten und dabei zu sehr zu dominieren.

Die Fliege verfolgt einen ähnlichen Stil wie z.B. Videodrome, den man bereits von Cronenberg kennt. Der Film ist in seiner Darstellung verstörend und im Handeln seiner Figuren verängstigend befremdlich. Mit seiner recht kurzen Laufzeit von 96 Minuten hält der Streifen durchweg das Tempo hoch, ständig ist die bizarre Verwandlung im Blick.

Wie man es von Cronenberg kennt, sind die Inszenierungen und Darstellungen durchaus kein Zuckerschlecken sondern knallhart und teilweise abstoßend. Die Altersfreigabe ab 18 kommt nicht von ungefähr, auch wenn manche Masken und Effekte im Laufe der Jahre sicher ein paar Federn lassen mussten. So schaut sich der Film mit seinen 32 Jahren zwar immer noch sehr gelungen und stimmungsvoll an, aber die Wirkung von 1986 kann Die Fliege heute nicht mehr erzielen. Das tut vor allem der Fortsetzung gut, was in einer späteren Kritik erläutert wird.

In den 1980er Jahren war Die Fliege in einer Präsentation und mit seinen Konsequenzen eine Art Augenöffner für die Zuschauer. Man schaute skeptisch auf die Machenschaften von Menschen und das Eingreifen in die Natur. Durch all das, was man in den letzten 30 Jahren gesehen und erlebt hat, ist diese kritische Wirkung teilweise abhanden gekommen, geblieben ist aber weiterhin ein bizarrer Science-Fiction-Horror-Streifen ganz nach dem Stil von David Cronenberg.

Die Fliege Bewertung
Bewertung des Films
810
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11 Kommentare
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MrBond : : Moviejones-Fan
11.04.2018 10:21 Uhr | Editiert am 11.04.2018 - 10:48 Uhr
0
Dabei seit: 03.12.14 | Posts: 2.523 | Reviews: 15 | Hüte: 335

@Silencio

Wie jetzt... Seitenhieb?

Das Drehbuch von Independence Day stammt ja bekanntlich von Dean Devlin. Hatte der nicht mal in einem Interview bestätigt, dass er Emmerich davon überzeugen konnte, die Drogen-Botschaft in den Film einzubauen? Dabei wollte Emmerich ursprünglich eine ganz andere Botschaft vermitteln, nämlich die psychosoziale Komponente im Spätwerk von Franz Kafka. Diese Idee ließ er dann jedoch zugunsten einer anderen, wichtigeren Botschaft wieder fallen, und zwar: "Bääm, Crash, Rumms, Kawumm" (in dieser Reihenfolge).

Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

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Moviejones : : Das Original
09.04.2018 12:41 Uhr
0
Dabei seit: 15.10.08 | Posts: 1.706 | Reviews: 798 | Hüte: 75

Schöne Kritik, die wir doch gleich mal visuell mit der entsprechenden Headergrafik aufwerten. Schön eklig, wie es sich bei dem Film gehört. Hoch lebe Brundle-Fliege!

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Silencio : : Moviejones-Fan
09.04.2018 12:33 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 778 | Reviews: 41 | Hüte: 60

@luhp:

Ich sag ja nicht mal, dass man "Die Fliege" so lesen müsse, weil der Cronenberg seine Filme allegorisch verstanden haben will (und hab MrBond für seinen Seitenhieb nen Hut verpasst, das hat er nun davon!), ich sag nur, dass da sehr viel "Drogendrama" drin ist. Man könnte übrigens durchaus ne Diskussion zu Emmerich und der Zerstörung phallischer Gebäude halten, aber bei dem lässt sich nur sehr wenig schöpferische Intention finden. Was bei dem unterbewusst in seinen Filmen landet, landet bei Cronenberg eben bewusst drin...

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luhp92 : : BOTman Begins
09.04.2018 12:24 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.279 | Reviews: 138 | Hüte: 330

@MrBond
Wow, so habe ich "Independence Day" ja noch nie gesehen bzw. noch nie über eine solche Sichtweise gelesen! Hut!

@Silencio
Zum Glück kann man sich ja auch unabhängig von Regisseuren und Drehbuchautoren seine Gedanken zu Filmen machen wink

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Silencio : : Moviejones-Fan
09.04.2018 12:14 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 778 | Reviews: 41 | Hüte: 60

@Poncho:

JEDER muss "Videodrome" sehen. Absoluter Vorschlaghammer von einem Film.

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Poncho : : Moviejones-Fan
09.04.2018 12:07 Uhr
0
Dabei seit: 26.09.17 | Posts: 125 | Reviews: 0 | Hüte: 4

Und der nächste Hinweis an mich, dass ich endlich mal Videodrome gucken muss!

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Silencio : : Moviejones-Fan
09.04.2018 11:01 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 778 | Reviews: 41 | Hüte: 60

@MrBond:

Wenn der Emmerich nicht so schrecklich hohl wäre, würde ich das glatt kaufen. Dass der Cronenberg seinen Horror jedoch lieber allegorisch verstanden weiß, ist ja jetzt nichts neues...

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MrBond : : Moviejones-Fan
09.04.2018 10:43 Uhr | Editiert am 09.04.2018 - 10:43 Uhr
3
Dabei seit: 03.12.14 | Posts: 2.523 | Reviews: 15 | Hüte: 335

Da muss ich Silencio absolut recht geben. Ich bin der Auffassung, dass man Goldblums Neigung, den Drogenmssibrauch in seinen Filmen zu thematisieren, immer schon erkennen konnte.

Nehmen wir doch einmal den angesprochenen Independence Day: Großes Unheil naht für die Menschheit. Noch wissen die Menschen nicht, wie sie die Ankunft der Aliens einordnen soll... sind sie friedlich? Fliegen sie einfach nur vorbei? Oder sind sie doch bösartig? Die anfänglichen Kommunikationsversuche symbolisiert ganz klar die ersten Versuche mit weichen Drogen. Nachdem diese unbeantwortet bleiben, also quasi "glimpflich" verliefen, geht es Schritt für Schritt bergab. Das Satelliten-Kommunikationssystem der Erde wird gegen die Menschheit eingesetzt. Der Drogenabhängige ist nicht mehr empfänglich für Ratschläge, bzw. Signale seines eigenen Körpers und greift zu härteren Drogen. Dann kommt der große Schlag. Das weiße Haus wird zerstört, quasi die Synapsen des Großhirns - die Entscheidungsträger (Präsident und sein Stab) müssen sich in Sicherheit bringen und von anderer Stelle Entscheidungen treffen - das wären dann die unlogischen Bauchentscheidungen. Das Empire State Building symbolisiert einen gigantischen Phallus, der zerstört wird - die zerstörung des Sexualtriebs. Lediglich ein paar Restreaktionen des Immunsystems (F-18 Jäger) versuchen dem Zerfall des Körpers noch entgegen zu treten. Der Körper beginnt sich selbst zu zerstören (Atombombe)... Letztlich ist es ein kleiner Hoffnungsschimmer, das Unterbewusstsein (charakterisiert durch Jeff Goldblum), das die rettende Lösung bringt und die tödliche Überdosis (das Mutterschiff) zerstört. Am Ende ist der Körper dahin gerafft, aber er lebt... ein erfolgreich überstandener Drogentrip.

Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

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TiiN : : Pirat
08.04.2018 20:09 Uhr | Editiert am 08.04.2018 - 20:12 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 3.902 | Reviews: 92 | Hüte: 138

@Silencio

Danke für deinen Kommentar, gemeint war bei Goldblum tatsächlich der Ton des Films. Ich passe die Formulierung mal an.
Für deine tolle Ausführung zum Thema Drogen-Interpretation gibt es einen Hut von mir. smile Ähnlich ist auch Videodrome z.B. gestimmt, wo hier die Sucht nach Sex thematisiert wird. Was mir nur bei dem Drogenthema im Bezug zur Fliege nicht ganz passt, ist dass es bei "Die Fliege" kein Zurück mehr gibt nach dem einen Fehler am Anfang. Drogenabhängige können mit einem starken Willen und Hilfe immer noch dagegen kämpfen.

Vielleicht ist es auch die Machart des Films, welche ihn für mich heute anders wirken lässt, als noch vor ca.15 Jahren.

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Silencio : : Moviejones-Fan
08.04.2018 18:15 Uhr
1
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 778 | Reviews: 41 | Hüte: 60

"Während [Goldblum] die Kinder in den 1990er Jahren mit Independence Day und Jurassic Park mit begeistert hat, so legt der damals 34 Jährige Amerikaner hier eine ganz andere Seite an den Tag[...]"

Da würde ich widersprechen. Brundle ist doch sowas wie der Prototyp für Goldblums weiteren Karrieregang, so als Wissenschaftler mit leicht neurotischen Zügen.

"Man schaute skeptisch auf die Machenschaften von Menschen und das Eingreifen in die Natur. "

Ich würde den Film anders deuten: es geht darum, wie Drogen eine Beziehung belasten können. Der Transporter wird für Brundle zur wahren Sucht, nach dessen Benutzung er sich unbesiegbar fühlt. Das passt doch zur berauschenden Wirkung, die Drogen haben können. Auch versucht er Davis Charakter zu überreden, den Transporter auszuprobieren - ganz so, wie jemand seinen Partner anstiften könnte, Drogen zu nehmen. Auch nimmt die Transformation ihm bspw. die Libido (Brundles Penis steht in einem Einmachglas in seinem Schrank), genau wie manche Drogen einem den Sexualtrieb nehmen.

Die Fliegentransformation ist also nur die Veranschaulichung des Verfalls, den ein Drogensüchtiger vollzieht.

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TiiN : : Pirat
08.04.2018 15:28 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 3.902 | Reviews: 92 | Hüte: 138

Vor kurzem mal wieder diesen Klassiker gesehen und weil es noch keine Kritik gab, habe ich mal eine runtergeschrieben. Auf die Fortsetzung habe ich schon angespielt, dazu folgt die Tage vermutlich auch eine Kritik.

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