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Freitag der 13.

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Freitag der 13. Kritik

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Freitag der 13. Kritik
0 Kommentare - 05.03.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Freitag der 13." ist.

Bewertung: 3 / 5

In den 1950er Jahren ereignet sich in Camp Crystal Lake ein grausamer Doppelmord, der zur Schließung der Anlage führt. Zwanzig Jahre später möchte Steve Christy (Peter Brouwer) das Camp wieder in Betrieb nehmen und ignoriert die Warnungen der Einheimischen. Er lädt eine Gruppe Jugendlicher ein, ihm das Lager herzurichten. Alles scheint perfekt, bis Annie (Robbi Morgan) nach ihrer Ankunft einen unbekannten Mörder kennenlernt. Von nun an werden sie gejagt, sodass die Gruppe um Annie, Alice Hardy (Adrienne King), Bill (Harry Crosby), Brenda (Laurie Bartram), Marcie (Jeannine Taylor) und Jack Burrell (Kevin Bacon) nicht mehr sicher ist.

Sexualität und Gewalt, daß ist ein Mantra vieler Slasher geworden, wenngleich es natürlich nicht mit dem rühmlichen Begriff des Torture-Porn gleichzusetzen ist. Dieser Themenkomplex wird auch in dem endlosen Klassiker Freitag der 13. erforscht und dennoch gibt es da im Sinne der Sexualität deutliche Unterschiede zu anderen Slashern. Denn während normalerweise die Gewalt all diejenigen ereilt, die gerade den Geschlechtsakt vollführt haben und damit sozusagen noch einmal das Sahnehäubchen obendrauf kommt, ist dieser Film hier ein wenig anders. Denn er zeigt schon die Gewalt, aber nicht im Kontext der Sexualität. Damit eröffnet er eine Ebene, die kontrastreicher kaum sein könnte, weil es hier um dem Kampf zwischen Prüderie und sexueller Emanzipation geht. Ausgedrückt wird das dann wiederum durch die ödipale Beziehung zwischen Mutter und dem verlorenen Kind und den Jugendlichen, die sich ausleben und erfahren möchten. Insofern hat dieser Film schon etwas, was andere Slasher so vielleicht nicht haben. Und nebenbei liefert er damit auch natürlich eine Hommage an Psycho (1960). Dennoch krankt er an vielen Krankheiten, die man selbst, wenn man den Film liebt, nicht so einfach auslassen kann. Da wäre die schwache Figurenzeichnung, daß eigentlich recht banale Skript und vielleicht auch das Problem, so sehr in seiner eigenen Zeit verhaftet zu sein.

Nun ist es wirklich grundsätzlich zumindest keine besonders gewitzte Geschichte. Dennoch muss man sagen, daß der Film damit neben Werken wie Jessy – Die Treppe in den Tod (1974), Halloween – Die Nacht des Grauens (1978) oder Nightmare – Mörderische Träume (1984) zu dem einflussreichsten zählt, was der Slasher zwischen den 1970ern und frühen 1980ern hervorbracht wird. Dabei ist der Ruf, den die Reihe genießt, ebenso erstaunlich, denn das, wofür sie eigentlich bekannt ist und sozusagen die Manierismen, die später zum Markenzeichen der Filme werden sollten, spielen hier noch keinerlei Rolle. Stattdessen etabliert der Film eine ganze Masse an jungen Menschen, die Feiern wollen und dafür ihr zeitliches Segnen müssen. Dabei erinnert die Willkür, mit der hier getötet wird, selbstverständlich an Werke wie Saw (2004). Allerdings ist Sean S. Cunningham, bei weitem nicht so talentfrei wie James Wan und so gelingt es ihm in diesen albernen Partysequenzen, durchaus sympathische Charaktere zu etablieren. Natürlich sind das keine ausgefleischten Figuren, die da abgemetzelt werden. Dennoch stehen sie symbolisch für etwas, was eben dem Gore-Film in den 2000er Jahren abhandengekommen ist. Und insofern hat man da durchaus Mitgefühl für diese Menschen. Weil sie eben Leben wollen, weil sie es genießen Jung zu sein. Etwas, was späteren Generationen nur noch wenig Freude bereitete.

Ein bisschen gewagt ist all das schon, da Freitag der 13. ein Film ist, der die Sympathien anders verteilt. Deshalb ist Jason, besser gesagt seine Mutter eben nicht Jigsaw. Denn während die Institution, in welche sich Jason begab, eben versagt hat und das Kind eben gestorben ist, geht es hier sogar um Aufsichtspflichtverletzung. Eigentlich kann man sagen, daß das sogar recht zentral ist, um die Geschichte überhaupt zu verstehen. Während eben der Junge sein leben lassen musste, haben die Jugendlichen gefeiert und hatten Sex. Das ist so das Faul sein der 1980er Jahre, aber das heißt auch, daß der Film eben weit weg von der eigentlichen Prüderie geht. Denn ja, Sex ist in dem Sinne immer schädlich im Horrorfilm, aber hier auch nicht gänzlich Auslöser für etwaige Katastrophen. Und während ein Jigsaw die Legitimation seiner Abartigkeit in einer Art Nietzsche-Konstrukt sucht, ist Pamela Vorhees tatsächlich eine nachvollziehbare Figur. Denn die Aufsichtspflicht zu verletzen, nun das ist etwas, was man sich schlicht und ergreifend nicht erlauben kann. Es geht der Figur um das Versprechen, daß Beaufsichtiger den Angehörigen geben, wenn sie einen Menschen in deren Obhut geben. So ist das eben. Und damit kann man wohl einfach nicht leichtfertig spielen.

Nun muss man sagen, daß Freitag der 13. abseits dessen auch ein Film ist, bei dem man schon spürt, aus welcher Zeit er kommt. Ein Lebensgefühl, eine Naivität gegenüber dem Fremden und Unbekannten macht sich da breit. Und das wiederum mündet schließlich in Offenheit gegenüber dem Unbekannten. Die grundsätzliche Attitüde, die die Figuren hier gegenüber dem Unbekanntem pflegen, ist dabei erstaunlich aus heutiger Sicht. Gerade in Zeiten, in denen man eigentlich am laufenden Band mit Katastrophen konfrontiert ist und sich breites Misstrauen gegenüber Individuen, aber vor allem Institutionen bereit gemacht hat. Natürlich ist dieser Film hier dann auch nur ein Stellvertreter einer ganz anderen Debatte und Generation. Aber das sorgt ja nur noch mehr dafür, daß man irritiert von dem ist, was die Figuren zu Teilen tun. Deshalb funktionieren Horrorfilme heute auch einer anderen Ebene. So etwas wie Scream – Schrei! (1996) wäre aus heutiger Sicht kaum denkbar, weshalb gerade die Einstiegssequenz im Reboot auch so bescheuert anmutet. Aus irgendeinem perversen Fetisch heraus, wäre es sicherlich heute für selbsternannte Kultur- und Gesellschaftsanalytiker irgendeine Form von Mehrwert, daß das Geschlecht von der Mörderin hier im Film eben weiblich ist. Nun, wer sich einem solchen Vulgärdiskurs hingibt, muss damit leben, daß er eben nichts Weitreichendes zu sagen hat. Und wenn es emanzipatorisch ist, eine Mörderin im Film zu sein, dann sei dem vielleicht so. Aber es ist nichts, worüber man Bücher verfassen muss.

Einen gewissen Reiz hat Freitag der 13. definitiv. Es ist ein Prototyp-Film, der zwar sehr seicht daherkommt, aber dessen Stellenwert nicht vergessen werden darf. Sexualität wurde selten klüger in Kombination mit Gewalt gebracht, weil eben der Mord und der Akt nicht das Gleiche darstellen. Viel zu denken gibt es zwar abseits dessen nicht, doch einen gewissen Charme hat das nach wie vor.

Freitag der 13. Bewertung
Bewertung des Films
610

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