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Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest

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Gesetz der Straße - Brooklyn’s Finest Kritik

Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest Kritik

Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest Kritik
0 Kommentare - 29.11.2023 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest" ist.

Bewertung: 2.5 / 5

Der Streifenpolizist Eddie (Richard Gere) hat sich bei den falschen Leuten unbeliebt gemacht. Kurz vor seiner Pensionierung versucht er sich zurückzuhalten, um nicht aufzufallen. Doch dann bekommt er den jungen Melvin Panton (Logan Marshall-Green) als Kollegen zugeteilt. Der gläubige Cop Sal (Ethan Hawke) bekommt erneut ein Kind von seiner Frau Angela (Lili Taylor). Allerdings leidet diese an schwerem Asthma und die Familie wohnt in einer feuchten Wohnung. Um in neues Haus zu finanzieren, versucht er unter anderem vom Gangster Carlo (Vincent DOnofrio) Geld zu bekommen. Der Undercover-Polizist Tango (Don Cheadle) ist seit drei Jahren im Einsatz und völlig ausgelaugt. Er möchte eigentlich nicht mehr, doch sein Vorgesetzter Lieutenant Bill Hobarts (Will Patton) drängt darauf, daß Tango noch einen letzten Auftrag annimmt und den Gangster Caz (Wesley Snipes) ans Messer liefert.

Das als Episodenfilm erdachte Werk ist genauso sehr auch als Epos über die Polizeiarbeit gemeint. Nachdem sich Regisseur Antione Fuqua bereits mit Training Day (2001) dem rauen Leben der Straßenpolizei widmete, zeigt er hier die logische Konsequenz dessen, was man als eine Art Bestandsaufnahme und Semi-Fortsetzung verstehen muss. Dabei geht es in Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest um die üblichen Themen. Und wenn man das so sagt, dann meint man es auch so. Es geht eben um Mord, Menschenhandel, Gewaltspitzen, Intrigen, Verrat und vieles mehr. Das Bild, daß Fuquas Film die gesamte Laufzeit über zeichnet, ist eines der Stillen Helden. Es handelt von Menschen, die sich in Kriegsszenarien befinden und diesen Umstand vermittelt dieser Film auch ganz gut. Da braucht es eben keine großen Explosionen, um die pure Panik ausbrechen zu lassen. Dennoch leidet dieser Film erheblich daran, dem Genre irgendetwas beizufügen, was man bisher zumindest nicht kannte. Denn auch die Situationen, in denen sich die verschiedenen Figuren befinden, sind Cop-Film-Klischees der einfachsten Sorte. Blutiger Anfänger trifft auf gestandenen Kenner der Straße. Undercover-Cop und Idealist, wird spielt ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Leuten, die er eigentlich hinter Gitter bringen soll. Und eher Semi-Gesetzestreue Polizisten, die davon träumen, ein besseres Leben führen zu können, sehen diese eine Chance, die sie ergreifen müssen. Schon aus dem Stegreif dürften einem diese Geschichten bekannt vorkommen und man hätte da sicherlich auch einige Beispiele parat.

Trailer zu Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest

Es ist eigentlich interessant, daß gerade die Episode um Eddie Dugan so eine ganz besondere Parallele zum Leben von Richard Gere aufzuweisen hat. Ähnlich wie Dugan auf dem Revier, wird Gere wohl in Hollywood keinen Fuß mehr in die Tür bekommen. Gründe dafür sind reine Spekulation, allerdings äußerte sich der Star in der Vergangenheit immer wieder kritisch gegenüber China, dem wohl in naher Zukunft wichtigsten Absatzmarkt, wenn es um Filme geht. Insofern könnte man meinen, daß ihm die Rolle auf den Leib geschrieben wurde. Eigentlich versucht sich die Figur so weit wie möglich bedeckt zu halten. Man kann da durchaus eine gewisse Müdigkeit hineinlesen. In Kombination mit einem weiteren Klischee, wird hier dann ein halbwegs junger Idealist gegenüber gestellt, der die titelgebenden Gesetze der Straße eben doch noch nicht kennt. Das hat dann durchaus etwas Dokumentarisches und erinnert eben das oben bereits erwähnte Werk von Fuqua. Und während insbesondere Gere hier sehr ruhig und gelassen aufspielt, ist es vor allem Ethan Hawke, der den Film komplett für sich vereinnahmt. In kurzen, prägnanten Momenten kann Hawke eine Figur erschaffen, über die der Zuschauer so wenig erfährt und trotzdem so viel weiß. Es ist erstaunlich wie Hawke das Innenleben und die Not, die seine Figur umhertreibt, nach außen bringt, ohne das wirklich in Worte fassen zu müssen.

Und das ist sicherlich kein angenehmes Leben. Betrachtet man die immer wieder aufkeimenden Geschichten um amerikanische Polizisten in Großstädten, dann fällt neben der Tatsache, daß man da wohl relativ bescheiden verdient, auch immer wieder auf, wie gefährlich das Leben ist. L.A., Brooklyn, New York bei Nacht sind Ruhe Pflaster. Das verdeutlicht natürlich den sozialen Unmut innerhalb der Gesellschaft und Fuqua ist talentiert darin, diese Gewalt, oder besser noch die Angst jeden Tag auf die Straße zu gehen und vielleicht nicht wiederzukehren, vor Augen zu führen. Es scheint da ohnehin eine gewisse Ziellosigkeit vorzuherrschen, denn auf ein Verbrechen, folgt gleich das nächste. Es hat immer etwas vom Wilden Westen und ist sicherlich in ein oder anderen Moment nicht so realistisch, weil auch der Umgang mit Prostitution, Drogenhandel und dergleichen sicherlich nicht für jeden Menschen immer Alltag ist. Hier sucht sich der Film natürlich auch bewusst jene Sachen heraus, die wirklich spannend sein können. Auf der anderen Seite, wäre es natürlich eben auch uninteressant Menschen beim Verteilen von Strafzetteln zu beobachten. Dummerweise ist die Geschichte dann wiederum aber auch zu vorhersehbar. Zum einen kann man sich den Ausgang der Figuren sehr gut ausmalen, denn wenn man schon drei Kerngeschichten hat, warum sollte man sie denn alle gleich enden lassen wollen? Überraschend geht sicherlich anders.

Die Bilder die Fuquas Kameramann Patrick Murguia dabei zu jedem Zeitpunkt in den Mittelpunkt rückt sind von einer unglaublichen Intensität durchtränkt. Denn eines ist, gewiss, sein möchte man da sicherlich nicht. Was hier ebenfalls ganz schnell klar wird, ist das man sich vielleicht auch nicht zu sehr an die Charaktere dort gewöhnen sollte. Selbst wenn man den Ausgang einer Figur ganz klar auch kennt, vermittelt der Film durch seine durchgehend düstere Atmosphäre immer wieder den Eindruck es könnte zu jedem Zeitpunkt auch eine weitere Katastrophe über die Charaktere hereinfallen. Da ist natürlich die systemische Kritik vorprogrammiert, wenn die Idealisten hier vom Zynismus eingenommen werden, diejenigen, die tatsächliche Macht haben korrupt sind und diejenigen, die tatsächlich noch nicht vereinnahmt oder in Misskredit gebracht wurden, dann schließlich die Flucht ergreifen wollen. Diese Form der Poesie ist natürlich klar, zeigt aber auch auf wie kaputt das System dahinter sein muss.

Eigentlich möchte man Gesetz der Straße – Brookyln’s Finest sehr viel mehr mögen, als man es tut. Grund dafür ist, daß man es verschenkt eine vernünftige oder halbwegs originelle Geschichte in den Mittelpunkt zu rücken. Da sind dann eher die Schauspieler, die aber gleichsam so ziemlich jedes Cop-Klischee auf ihren Schultern tragen müssen und so verbleibt man bei relativ anstrengenden, aber gut gemeinten Minuten.

Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest Bewertung
Bewertung des Films
510

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