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Jurassic World - Ein neues Zeitalter

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Jurassic Park: Ein neues Zeitalter Kritik

Jurassic World - Ein neues Zeitalter Kritik

Jurassic World - Ein neues Zeitalter Kritik
2 Kommentare - 10.06.2022 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Jurassic World - Ein neues Zeitalter" ist.
Jurassic World - Ein neues Zeitalter

Bewertung: 3.5 / 5

Die Isla Nublar wurde zerstört und die Dinosaurier haben sich auf der Erde rasend schnell ausgebreitet. Unterdessen kümmern sich Own Grady (Chris Pratt) und Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) abgeschieden von der Welt, um das genetisch beeinflusste Kind Maisie Lockwood (Isabella Sermon). Das Kind, dessen DNA von großem Wert ist, lockt bald eine Gruppe von Entführern auf den Plan, die sie mitnehmen. Unterdessen erforscht die Biologin Dr. Ellie Sattler (Laura Dern) genetisch modifizierte Heuschrecken und findet heraus, daß sie die gesamte Ernte des Landes, mit Ausnahme der von der Gentechnik-Firma Biosyn von Dr. Lewis Dodgson (Campbell Scott) vernichten. Dafür holt sie sich die Hilfe des Paläontologen Dr. Alan Grant (Sam Neill) und des Chaostheoretikers Dr. Ian Malcolm (Jeff Goldblum), um mehr darüber zu erfahren.

Die Beziehung zwischen Mensch und Natur unterliegt einer endlichen Debatte um den Fortbestand von allem und somit auch den Fortbestand der Menschheit. Das große Thema, daß das Werk DinoPark von Autor Michael Crichton ausmachte und welches sich eben nahtlos an die New Hollywood-Ära anschließt, ist der Zwist zwischen Mensch und Kapital. Eine nicht enden wollende Debatte, die einer Endlichkeit unterliegt. 1993 fand diese mit Jurassic Park ihren Weg ins Kino. Ein Film, mit dem Regisseur Steven Spielberg vor allem auf tricktechnischer Ebene abermals überzeugen konnte und der sich zum modernen Klassiker mauserte. Nun feuerten die 2010er wohl den Startschuß für das große Reminiszenzenkino folgender Jahre an und auch die Dinos durften da nicht fehlen. Dabei ist Jurassic Park immer auch ein etwas dümmliches und unglaubwürdiges Konzept gewesen, weil man viel einstecken muss, um die Vorgänge solcher Konzerne hinter den Attraktionen-Parks nachzuvollziehen. Spätestens, aber seit dem Vorgänger Jurassic World: Das gefallene Königreich (2018) war klar, daß die Jurassic World-Reihe nur noch Trash sein kann. Dabei tragen diese Filme eine vermeintliche Schwere zu sich, indem Beziehungskonstrukte und einzelne Motive der Geschichte nach und nach aufgedröselt und erklärt werden müssen. Und Jurassic World: Ein neues Zeitalter nimmt sich da eine Mammutaufgabe vor, indem er eben einen exorbitant großen Cast zu sich hat, der erklärt werden muss. So macht der Film zu Beginn locker drei bis vier Handlungsstränge auf, die alle nur zu einem Punkt führen können. Das kostet Zeit und ist ermüdend, weil man eigentlich schon darauf wartet, daß man hier mal von etwas Action abgelenkt wird. Zumal auch der Film etwas zu sehr davon überzeugt ist, daß die eigenen Charaktere und ihr Treiben so interessant sind, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Doch das sind sie nicht.

Trailer zu Jurassic World - Ein neues Zeitalter

Eigentlich ist ja das moderne Kino eine Mogelpackung. Man denke da nur an die Disney-Star Wars-Filme und Serien, die immer damit werben, dem Zuschauer Nostalgie liefern zu wollen, dies in den meisten Fällen nicht tun, daß eigene Universum ad absurdum führen und erschreckend innovationslose Geschichten erzählen. Doch im Falle von Jurassic World: Ein neues Zeitalter scheinen die Drehbuchautoren Emily Carmichael und Colin Trevorrow darauß gelernt zu haben und dem Zuschauer auch wirklich das zu liefern, was er sehen möchte. So bekommen Fans der ursprünglichen Jurassic Park-Filme eine Wiederkehr einstiger Helden, die nicht nur für einen kurzen Wink-Auftritt durch das Bild hüpfen und dann womöglich noch umgebracht werden. Ohnehin ist dieser postmoderne Drang, Charaktere zwecks vermeintlicher Spannung umzubringen, etwas, was dem Reminiszenzenkino keinerlei Daseinsberechtigung gibt, sondern ihm sogar noch etwas von dieser nimmt. Doch man kann sagen, daß dieser Film clever mit den Figuren umgeht und spielt und dann ist es auch gerechtfertigt, wenn das Ende aller Wege nochmal ins Zentrum der Geschichte rückt. Das bedeutet dann, daß besonders die Charaktere Dr. Alan Grant, Dr. Ellie Sattler und Dr. Ian Malcolm ihre Glanzmomente haben dürfen. Jeff Goldblum wird dabei auch zum eindeutigen Star des Films, weil er herrlich sarkastisch und mit völliger Überzeugung diesen Exzentriker gibt, daß man nicht anders kann, als sich von seinem Spiel angezogen zu fühlen. Der Film bemüht sich auch darum, seine eigene Nostalgie mit den Emotionen der Figuren zu koppeln, die aber bereits im Kanon der Jurassic Park-Reihe begründet liegen und daher nicht aus irgendeinem Hut herausgezaubert wurden. Gerade Jurassic Park III (2001) dürfte in dieser Hinsicht nochmal einiges erklären. Zwar bedeutet diese Form der Charakter-Huldigung, daß auch einige nicht nachvollziehbare Wendungen einzelner Charaktere im Film auf den Zuschauer warten, dennoch fügt sich dieser Mantarochen-Wandel nahtlos in die ohnehin schon sehr infantile und einfache Dramaturgie des Films. Der Film reizt dies auch komplett aus und kann im Hinblick auf den Umgang der großen, alten Helden des Kinos im vergangenen Jahrzehnt auch damit punkten, daß er auf einer reinen Meta-Ebene mit den Schicksalen jener Figuren spielt.

Dann ist vor allem auffallend, daß der Film sich auch nicht davor scheut, große Themen anzusprechen. Natürlich ist das auch nicht wirklich intelligent, aber es ist schon spannend, wie es im Falle von diesem Film gerade einen Firmenchef, der nur auf den Profit aus ist, zur großen antagonistischen Macht erklärt wird. Das Spannende an solchen Charakteren bleibt, daß man, ähnlich wie mit realen, vermeintlichen Philanthropen, nie genau klar weiß, woher das ganze Geld stammt, daß sie offenkundig besitzen. Gleichsam werden auch Menschenleben nicht für wichtig befunden und es gibt keine moralischen, wie allgemeinen Grenzen für das Handeln mit eher unerforschten Ressourcen. Dazu gesellt sich dann natürlich auch – wie immer – eine starke umweltschützende Botschaft, indem hier das Individuum in die Gesetze der Natur zu Profitzwecken eingreift. Zudem spielt der Film auch mit dem Gedanken des Transhumanismus, der davon ausgeht, daß das Wesen als solches immer noch unperfekt ist. Dem Film gelingt es, gerade auch weil er möglichst seicht bleibt, all diese Ebenen einzubauen, ohne sich an einer die Finger zu verbrennen. Und natürlich fehlt es da so ein wenig an Komplexität der Charaktere und auch der Umstand, daß das Volk diese Menschen selber noch frohen Mutes in solche Machtpositionen befördert, ist hier nicht ganz zentral. Dennoch muss man dem Film auch immer noch zugestehen, daß es sich um einen Unterhaltungsfilm handelt, der eben auch primär über Actionsequenzen funktioniert.

Und vor allem hat der Film auch Spaß daran, einfach nur das zu sein, was er sein will: Ein stumpfsinniger Actionblockbuster, indem irgendwelche illegalen Schwarzmärkte für Dinos, abstruse Revierkämpfe oder die völlige Zurschaustellung von Urzeitwesen Teil der Geschichte werden. Übertrüge man zum Beispiel den Dinosaurierschwarzmarkt auf unsere Zeit, dann würde man natürlich Parallelen zum Umgang mit Tieren oder Menschen finden. Gleichsam ist diese Idee natürlich eine Weiterstrickung der Käfigkämpfe aus dem Vorgänger. Und ob man das nun für realistisch hält, oder auch nicht, ist an dieser Stelle völlig egal. Denn der Film ist in dieser Hinsicht zum einen kreativ und extrem belustigend, weil es einen ganz eindeutigen B-Movie-Charme hat und auf der anderen Seite durch die rasanten und immer guten Actionsequenzen von Trevorrow aufgewertet wird. So gelingt es dem Film etwa eine Verfolgungsjagd mit Dinos und einem Motorrad extrem rasant, aber immer logisch nachvollziehbar zu gestalten. Das ist dann wirklich mal neu. Und auch im Hinblick auf seinen Subplot um Omar Sys Barry Sembène ist es wirklich atemberaubend komisch. Plötzlich sind Charaktere beim FBI oder CIA und hacken, arbeiten für die Regierung und so weiter und so fort. Dann brechen Figuren mit ihrem Team aus Normalos in irgendwelche Tierversuchslabore ein und machen Tierschutzorganisationen alle Ehre. Es ist ein absoluter Anfall von geistiger Kinderspielzimmer-Dramaturgie, daß man es wirklich nur selbst sehen kann, um es zu glauben. Bei all dem bleiben natürlich auch die eigentlichen Hauptcharaktere Owen Grady und Bryce Dallas Howard auf der Strecke, auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, daß ihre Charaktere jetzt nie besonders spannend waren und insofern ist das verschmerzbar.

Dazu gesellt sich einfach, daß Trevorrrow sein vermeintliches Kunstwerk auch wirklich stringent erzählt. Hier wird Pathos eingestreut, die Familie gerät ins Zentrum, auf Action folgt eine Verschnaufpause, gut und böse werden versimpelt, die Effekte sind atemberaubend und bei all dem Semi-Kaijū-Nonsens gelingt es auch dem augenscheinlich finalen Teil dieser Reihe etwas wirklich Wichtiges beizufügen: Denn die Menschen in diesem Film sind nicht nur einfach da, um die Monster zu bemerken, sondern nehmen aktiv am Geschehen teil und haben Charakter. Etwas, was die MonsterVerse-Filme von Warner Bros. Pictures leider tunlichst vermissen lassen.

Schnell, laut, unterhaltsam und unglaublich blöd ist auch Jurassic World: Ein neues Zeitalter. Die Geschichte brauch ein wenig um in Fahrt zu kommen und ist dann schließlich nur Nebensache. Allerdings verstehen diese Filme auch in ihrem finalen Teil, daß eigene Franchise wertzuschätzen und Charaktere richtig zu behandeln. Dazu gesellt sich ein guter Cast mit einigen cleveren Ideen und anderen, die dann so absurd sind, daß sie wieder Spaß machen. Man kann das absolut dämlich finden und vielleicht ist es das auch, auf der anderen Seite, macht genau das Spaß und der Film möchte auch dahingehend nicht mehr sein.

Jurassic World - Ein neues Zeitalter Bewertung
Bewertung des Films
710

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2 Kommentare
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ProfessorX : : Moviejones-Fan
11.06.2022 15:28 Uhr
1
Dabei seit: 17.05.14 | Posts: 735 | Reviews: 318 | Hüte: 29

@Raven13

Ja, also der Film war auch extrem Unterhaltsam. Ich hatte ebenfalls eine tolle Zeit. Er ist halt schon ein wenig dämlich, macht aber einfach auch Spaß laughing

Über die Dinos dachte ich auch eine Weile nach, konnte darin aber tatsächlich nichts allzu spannendes reinlesen. Im Prinzip werden die kleinen Dinos hier als Haustiere verklärt und auch der symbiotische Einklang zwischen Mensch und DIno ist eigentlich nur eine weltoffene These, aber halt nicht weiter von Bedeutung, zumindest glaube ich es.

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
11.06.2022 10:54 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 5.163 | Reviews: 60 | Hüte: 454

@ ProfessorX

Wieder mal eine toll geschriebene Kritik! Inhaltlich kann ich dir voll und ganz zustimmen.

Subjektiv gehe ich bei meiner Wertung aber noch höher, weil die Schwächen mich kaum stören und die Stärken einfach im Fokus liegen (zumindest beim mir). Aus dem Grund hat mich das Finale echt absolut überzeugt und ich hatte einen herrlichen Kinoabend und bin, wie so oft, mit einem breiten Grinsen aus dem Saal gegangen. Ein tolles Finale und ein tolles Ende!

In deiner Kritik fehlt mir aber ein wenig der Aspekt der Dinos. Ich finde es klasse, dass in diesem Film einige neue Dino-Arten gezeigt wurden, die früher nie vorkamen. Und das letzte Drittel des Films ist pure Atmosphäre, sehr spannend und hat auch so einige Grusel- und Angstmomente, in denen ich echt mitfieberte und Angst um die Charaktere hatte.

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

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