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Split

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Wer leidet, überlebt

Split Kritik

Split Kritik
58 Kommentare - 09.01.2019 von ELanchester
In dieser Userkritik verrät euch ELanchester, wie gut "Split" ist.
Split

Bewertung: 0.5 / 5

**********Diese Kritik enthält Spoiler**********

Trailer zu Split

Split ist ein psychologischer Horrorthriller von M. Night Shyamalan (Drehbuch, Regie, Co-Produktion) über einen Mann mit dissoziativer Identitätsstörung (DIS), der drei Mädchen von einem Parkplatz entführt und gefangen hält, um sie einer seiner Persönlichkeiten (Alters) auszuliefern. James McAvoy ("Atonement") spielt als DIS-Patient Kevin damit einen Großteil der Hauptrollen, Betty Buckley (Musical "Sunset Boulevard") seine behandelnde Psychologin und Anya Taylor-Joy ("The VVitch") eines seiner Opfer.

Splits großer Aufhänger sind die 24 Persönlichkeiten von Kevin, einem Mann, der schon seit seiner Kindheit an einer ausgeprägten dissoziativen Identitätsstörung leidet. Die einzelnen Persönlichkeiten unterscheiden sich in Alter, Gebaren, Stimmlage, Kleidung, Zugang zum "Licht" oder Bewusstsein und vor allem Meinung zu einer von ihnen - der Bestie. Deren engste Verbündete in Kevin sind Dennis und Patricia - Dennis entführt drei Teenager, steckt sie in eine unterirdische Zelle und schon sind wir mitten im Plot. Oder fast.

Die Zeit, die die Mädchen mit der vorherrschenden Panik, Erkundung ihrer Zelle und den ersten Fluchtplänen verbringen, wird immer wieder mit expositionslastigen Dialogszenen zwischen Kevin (in dem der "wache" Dennis vorgibt, der stabilere Barry zu sein) und seiner Therapeutin unterbrochen. In diesen lernen wir über ihre Mission, der medizinischen Welt klarzumachen, dass Menschen mit DIS drastisch unterschiedliche physische Formen haben können, je nachdem, welche Persönlichkeit "ins Licht tritt". Außerdem nutzt Shyamalan diese Gelegenheit, uns von der Gruppendynamik zwischen den Alters und ihrem (Un-)Glauben an die Bestie zu erzählen. Die Bestie ist ein bisschen der Hulk, Messias und Jeanne d’Arc für die Alters - die starke, unverletzliche Version ihrer selbst, gekommen, um der Welt zu zeigen, dass sie als "Horde" die neueste Entwicklungsstufe der Menschheit darstellen. Und um geschützt aufgewachsene Mädchen zu fressen. Warum die jetzt unbedingt verspeist werden müssen scheint übrigens nicht weiter von Belang zu sein.

Vorneweg - einiges, was die Fans an diesem Film mögen, hat Hand und Fuß. Als weder Freund noch Feind Shyamalans kann ich der enthusiastischen Meinung, er sei zu seinen alten Höhen ("The Sixth Sense") zurückgekehrt, nicht verlässlich zustimmen. Handwerklich ist Split jedoch bestimmt kein "After Earth". Optisch ist es vielleicht kein Durchbruch, aber durchaus gut anzuschauen, mit vielerlei Hitchcock-Huldigung und einer für einen Superheldenfilm erstaunlich verträglichen matten Farbpalette.

Dass die große Enthüllung des Filmes von Anfang an Teil des Trailers ist, mögen viele erfrischend finden. Wer besonders Wert auf das Gefühl anhaltender Beklemmung ohne großes Auf und Ab in seinen Horror-Thrillern legt, wird mit Split sicherlich Spaß haben. Die beinahe ruhige Plotführung ist wie eine beige Leinwand, vor der die farbenfrohen Alters Kevins leuchten können.

James McAvoy schauspielert sich fast wund an all den Persönlichkeiten - besonders der neunjährige Hedwig bleibt als distinkter Charakter in Erinnerung. Kompetent besetzt wirkt auch die entführte Casey (Anya Taylor-Joy) - eine Rolle, die sich wie ein direktes Yang zu Kevins Yin verhält und sehr wenig an Emotionen auf die Leinwand bringt. Technisch sind sowohl Soundtrack und Sounddesign völlig in Ordnung, retten Split meiner Meinung nach nicht. Ab hier gehts bergab.

Alle Charaktere bewegen sich in ihrem Verhalten auf einer binären Skala von Realitätsferne - die einen katatonisch, die betreffenden Schauspieler offenbar schwer an entsprechenden Regieanweisungen ackernd, mit regungslos ausgepressten Tränen, die anderen maßlos überspitzt in ihren Reaktionen. Gestellte, expositionsgeladene Dialoge ruckeln so dahin. Die Handlung fühlt sich an wie ein vertrautes Muster, aber nicht wohlig nostalgisch und spannend neu interpretiert, sondern wie ein Film, den man schon hundertmal gesehen und noch nie wirklich genossen hat. Man möchte aufstehen und Wäsche falten. Oder weiße Wände neu streichen.

Hier als Einschub - ich habe es bei Filmen wirklich nicht mit der Korrektheit, ich mag meine Actionfilme mit Machotrash genauso gerne wie meine Komödien überladen mit Vorurteilen, da kenne ich nichts.

Dennoch bleibt nach Split ein hartnäckiger Gedanke, der andere Aspekte des Filmes in den Schatten stellt. Die psychische Störung als den bösen schwarzen Mann zu inszenieren, gelingt nicht nur durch das schleppende Tempo eher schlecht, sondern fühlt sich auch noch zutiefst widerlich an.

Ich habe Split auf die Bitte einer befreundeten Therapeutin nicht im Kino gesehen.

Lange Zeit dachte ich, dass die Kritik von Betroffenen möglicherweise überspitzt ist und nicht wirklich DIS als Ursache für das Biest genannt und dargestellt wird, sondern Shyamalan Kevin einen beträchtlichen fantastischen Drall verpasst. Weit gefehlt. Stattdessen wird auch noch sexueller Missbrauch an Kindern als billiger Subplot verschleudert - Shyamalan, warum wirkt das hier so unfassbar faul?

Dieser uninspirierte Baba Jaga einer völlig misrepräsentierten, realen und belastenden Störung ist eine klebrige Ohrfeige ins Gesicht eines jeden Menschen, der jemals Kontakt mit psychisch Kranken hatte. Und das hatten wir alle.

Da wünscht man sich fast, der Streifen würde sich selbst nicht ganz so ernst nehmen. Wer Spaß an schlechter Persönlichkeits-WG hat, sollte lieber Venom gucken.

Auch die Begründung der schlussendlichen Dynamik zwischen Kevin und Casey lässt zu wünschen übrig. Das Phänomen des "letzten Mädchens", dass von dem (oft männlichen oder männlich inszenierten) Monster verschont wird, weil es rein und (sexuell) unberührt sei, ist nichts Neues in der Horror-Welt (Carol J. Clover, 1992). Casey fällt nicht in das Beuteschema der Bestie, die die Schwachen, Unverletzten, "Unzersplitterten" frisst, da sie in letzter Minute die Narben des Mädchens sieht. Das Trauma des sexuellen Missbrauchs als Marker der besseren Menschheit. Was dich nicht tötet, macht dich vollkommener? Wems gefällt.

Wenn schon so tief in die "Trickkiste" menschlichen Leidens gegriffen, hätte man wenigstens mehr damit anfangen können. Der Grund für das Ende von Kevins Hetzjagd allein wäre mir schon sauer aufgestoßen, aber der Film lässt wirklich nichts liegen - es ist eine peinliche Ausschlachtung von Vorurteilen, von denen ich kaum glauben kann, dass man sie 2017 im Kino als "Thriller mit Substanz" feiert. Es hätte mich beschämt, an der Kinokasse das Geld für diesen Film hinzulegen. Der Plot entfaltet sich schleppend, das Ende hat kein finales Gefühl und tröpfelt unsauber vor sich hin. Neu fühlt sich hier nichts an. McAvoy schauspielert und rattert durch seine Dialekte, was das Zeug hält, aber ansonsten würde ich sagen, dass die gespaltene Persönlichkeit hier eine beleidigende und einfallslose Plotpuppe ist, hohl und ordinär in ihrer Ausführung.

Jetzt bleibt mir nur noch Verwirrung - Verwirrung über die doch sehr positive Resonanz.

Wer hier findet, das Problem der Darstellung von Trauma und Krankheitsbild ist keins, schließlich ist es zumindest auf dem Papier ein Horror, damit absichtlich unangenehm und das Klischee der multiplen Persönlichkeit ein Klassiker des Genres - den kann ich zumindest nachvollziehen.

Der unkritische Genuss dieses Films ist bestimmt möglich und ich habe nicht die Absicht, den Spaß an Split zu verurteilen. In Anbetracht dessen, dass das Klischee jedoch nicht gerade neu ist, halte ich die Darstellung von DIS Patienten als gewalttätige, wortwörtliche Monster (sowie den effekthaschenden Umgang mit Missbrauch) in Shyamalans Facettenlosigkeit für unverantwortlich.

Split Bewertung
Bewertung des Films
110
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58 Kommentare
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Elwood : : Moviejones-Fan
31.01.2019 21:21 Uhr
0
Dabei seit: 10.03.17 | Posts: 683 | Reviews: 5 | Hüte: 80

@luhp92

Steinigt sie!

"Sind Sie von der Polizei?" - "Nein Ma’am, wir sind Musiker!"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
31.01.2019 20:46 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 11.757 | Reviews: 168 | Hüte: 384

@Elwood

Weibsvolk mit angeklebten Obi-Wan-Bärten.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Elwood : : Moviejones-Fan
31.01.2019 19:18 Uhr
0
Dabei seit: 10.03.17 | Posts: 683 | Reviews: 5 | Hüte: 80

Weibliche Pronomen gehen voll klar (aber nur, wenns mir nicht vorgeworfen wird).

SIE wars! - Kann es sein, dass Weibsvolk anwesend ist?

"Sind Sie von der Polizei?" - "Nein Ma’am, wir sind Musiker!"

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ELanchester : : Moviejones-Fan
31.01.2019 18:06 Uhr
0
Dabei seit: 12.12.18 | Posts: 30 | Reviews: 5 | Hüte: 9

@luhp @bartacuda

Hut ab für den inklusiven Ansatz, aber das ist in meinem Fall nicht nötig. Weibliche Pronomen gehen voll klar (aber nur, wenns mir nicht vorgeworfen wird).

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bartacuda : : Mitternächtlicher Haijäger
19.01.2019 08:18 Uhr
0
Dabei seit: 03.03.10 | Posts: 4.252 | Reviews: 0 | Hüte: 293

@luhp

Genau das habe ich gemeint.

Sollte aber eigentlich auch nur mein Beitrag zu der u.a. PC Unterhaltung sein.

... ... aber lass uns ganz offen sein, Du hast nie Wert gelegt auf meine Freundschaft!
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
19.01.2019 02:15 Uhr | Editiert am 19.01.2019 - 02:16 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 11.757 | Reviews: 168 | Hüte: 384

@bartacuda
"Solltest du ggf. noch "divers" ergänzen? Gehört mittlerweile dazu"

wink Je nachdem, ob jetzt Sex und Gender gemeinst ist, lassen sich Transmenschen meines Wissen nach (bei Falschheit möge man mich korrigieren) dennoch eindeutig als Mann oder Frau klassifizieren.

Ich hätte aber noch Intersexualität (das dritte Geschlecht) hinzufügen können

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
18.01.2019 23:01 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 8.028 | Reviews: 160 | Hüte: 456

@ Mobydick:

"Ab spätestens jetzt hast du jegliche Grundlage verspielt, meine flapsigen Kommentare, Aussagen und Reviews irgendwie kritisch anzusehen, huahahaha"

NOOOOOOO. -)

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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bartacuda : : Mitternächtlicher Haijäger
18.01.2019 20:09 Uhr
0
Dabei seit: 03.03.10 | Posts: 4.252 | Reviews: 0 | Hüte: 293

@mb80

Hab ich dann aus dem 2. Kommentar geschlossen

... ... aber lass uns ganz offen sein, Du hast nie Wert gelegt auf meine Freundschaft!
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MB80 : : Cheddar Goblin
18.01.2019 20:06 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.017 | Reviews: 20 | Hüte: 69

bartacuda:

Hehe, habs noch gelesen wink war Humor...

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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bartacuda : : Mitternächtlicher Haijäger
18.01.2019 19:58 Uhr | Editiert am 18.01.2019 - 20:07 Uhr
0
Dabei seit: 03.03.10 | Posts: 4.252 | Reviews: 0 | Hüte: 293

@mb80

Herzlichen Dank

@luhp

Solltest du ggf. noch "divers" ergänzen? Gehört mittlerweile dazu

... ... aber lass uns ganz offen sein, Du hast nie Wert gelegt auf meine Freundschaft!
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MobyDick : : Moviejones-Fan
18.01.2019 19:48 Uhr | Editiert am 18.01.2019 - 19:52 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 4.486 | Reviews: 59 | Hüte: 292

ZSSnake:

Ab spätestens jetzt hast du jegliche Grundlage verspielt, meine flapsigen Kommentare, Aussagen und Reviews irgendwie kritisch anzusehen, huahahaha smile

Luhp:

Ich nehme an, das resultiert unter anderem auch aus dem Spass heraus, den ich mir gemacht habe, "ELancaster" mal wörtlich zu nehmen, hehe smile

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
18.01.2019 19:41 Uhr | Editiert am 18.01.2019 - 19:42 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 11.757 | Reviews: 168 | Hüte: 384

@ELanchester
Da ich hier jetzt des Öfteren sowohl männliche als auch weibliche Pronomina gelesen habe, muss ich dann doch diese blöde Frage stellen, um meine Verwirrung auf dem Weg zu schaffen: Bist du jetzt männlich oder weiblich? laughing

@MB80
tongue-out

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MB80 : : Cheddar Goblin
18.01.2019 19:28 Uhr | Editiert am 18.01.2019 - 19:29 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.017 | Reviews: 20 | Hüte: 69

ZSSnake:

"Da ist natürlich bewusst Provokation und auch n Haufen Sarkasmus im Text."

Aaaaaah... smile Nee das ist mir schon aufgefallen. Wie gesagt, nicht bei mir als Kritik angekommen und von mir auch nicht als Gegenkritik gemeint. Ich habe einfach nochmal geschrieben weil mir so manche Kommentare bzw. Ansichten dann doch mehr quer sitzen als mir das lieb ist. Da kann jetzt jeder draus machen was er will, ich hab meinen Frieden...

"Hier ist kein Ort für Politik, aber über die gesellschaftlichen Implikationen von Echauffierern, die eigentlich gar keine Probleme haben, kann man sich eben durchaus mal Gedanken machen."

In meinen Augen ist jedes Stück Medien in gewisser Weise politisch, vielleicht noch nicht mal beabsichtigt aber für manche Personen/Gruppen schon. Deshalb kommt man über die Medienkritik dann immer schnell zur Gesellschaftskritik, wie hier ja schön passiert. Naja, wenn sich die richtigen Leute finden wink

Aber hey, 45 Kommentare unter der zweiten Kritik, nicht schlecht für den Anfang Lady ELanchester...

Edit: Ok 46 Kommentare, weil mir luhp reingeplatzt ist... Goddamn it...

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

MJ-Pat
Avatar
luhp92 : : BOTman Begins
18.01.2019 19:27 Uhr | Editiert am 18.01.2019 - 19:28 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 11.757 | Reviews: 168 | Hüte: 384

@Silencio zu "Der Exorzist"
"um sich dem Glauben zuzuwenden - der dann auch die Heilung verspricht"

Das stimmt wohl, aber eine echte Heilung ist es ja nicht. Der Dämon kann nicht ausgetrieben werden, sondern nur auf einen anderen Körper überwechseln. Zudem ist der Exorzismus an ein Todesopfer gebunden, verklärend im kirchlich-katholischen Sinne ist das meinem Empfinden nach nicht.

(Es scheint hier aber gerade nicht sinnhaft, über den Film zu diskutieren...)

@MobyDick
An dieser Stelle ein Dankeschön für den Hut im anderen Thread.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
Avatar
ZSSnake : : Expendable
18.01.2019 18:53 Uhr | Editiert am 18.01.2019 - 18:56 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 8.028 | Reviews: 160 | Hüte: 456

@ MB80:

Da ist natürlich bewusst Provokation und auch n Haufen Sarkasmus im Text. Ich bin halt jemand, der privat als intellektuell eher begünstigster Mensch in einem intellektuell eher fragwürdigen Umfeld unterwegs bin.

Ich bin recht aktiv auf Facebook wegen einiger Film-Gruppen und so habe ich inzwischen auch recht ungefilterten Zugang zu Bild-Leser-Meinungen auf Tagesbasis. Zudem lebe ich in Duisburg, einer Stadt voller Arbeitslosigkeit und Migrationshintergründen. Entsprechend sitze ich in vielerlei Hinsicht an der Quelle und zu nem Grad richtet sich der Text natürlich an das Gros der Personen, die eben aus Langeweile "Hassen" und "Sich aufregen".

Ich sehe die Perspektiven und auch die Perspektivlosigkeit vieler Menschen, verstehe den Zorn der meisten, aber sehe eben auch eine ganz große Gruppe Personen denen es offenkundig nicht schlecht geht, die sich aber trotzdem konsequent übervorteilt fühlen vom Staat, dem System und allem was andersartig ist. Und da wird es eben interessant. Da horcht man dann nach und rollt sicher auch mal mit den Augen.

Die Kritik hier empfinde ich als differenziert genug (hab ich ja auch gelobt weiter oben), um einem Leser zwischen den Zeilen abseits der persönlichen Abneigung des Schreibers so viel Input zu geben, dass er trotzdem eine fundierte Meinung zum Film bekommt. Trotzdem gibt es eben auch den Aspekt der gespaltenen Persönlichkeit, die hier zu nem Grad als "Böse" instrumentalisiert wird. Das kann man aber gut trennen. Nur gehen eben viele Menschen nicht so differenziert vor und agieren nach dem Gefühl ihrer Wut im Bauch. Und dann bekommen Parteien wie die AfD nennenswerte Prozentzahlen bei Wahlen und dann frage ich mich eben: wie kann uns so langweilig sein, dass solche Pappenheimer locker flockig auf der Klaviatur unseres Hasses spielen können?

Hier ist kein Ort für Politik, aber über die gesellschaftlichen Implikationen von Echauffierern, die eigentlich gar keine Probleme haben, kann man sich eben durchaus mal Gedanken machen. Und wenn man das tut, kann schonmal so ein überspitztes Stück "Literatur " dabei entstehen.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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