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The Greatest Beer Run Ever

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Unglaublich, aber wahr

The Greatest Beer Run Ever Kritik

The Greatest Beer Run Ever Kritik
9 Kommentare - 07.10.2022 von Moviejones
Wir haben uns "The Greatest Beer Run Ever" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
The Greatest Beer Run Ever

Bewertung: 3 / 5

Regisseur Peter Farrelly hat mit The Greatest Beer Run Ever für Apple die unglaubliche, aber wahre Geschichte des New Yorker Chickie Donohue verfilmt, der es für eine gute Idee hielt, seinen Freunden im Vietnam-Krieg Bier zu bringen. Was wie eine Komödie klingt, ist am Ende deutlich dramatischer. Und hier liegt das Problem.

The Greatest Beer Run Ever - Kritik

New York, 1967: Chickie Donohue, dessen Jugendfreunde in Vietnam kämpfen, fasst einen unglaublichen Entschluss. Als Zeichen seines Beistands will er selbst ins Kriegsgebiet reisen, um seinen Freunden ein kleines Stückchen Heimat mitzubringen: bestes amerikanisches Dosenbier. Doch dann erfährt Chickie die Realität und Kontroversen dieses Krieges am eigenen Leib, und das Wiedersehen mit seinen Kameraden wird zu einer Prüfung um die Wirren und Herausforderungen des Erwachsenwerdens. Es wird klar: Was ein gut gemeinter Plan war, soll nicht weniger als das Abenteuer seines Lebens werden.

Trailer zu The Greatest Beer Run Ever

Der Film basiert auf dem autobiographischen Roman "The Greatest Beer Run Ever: A Memoir of Friendship, Loyalty and War" von Joanna Molloy und eben jenem John "Chickie" Donohue. In großen Teilen hält sich der Film auch an die Vorlage und die wahre Geschichte, was an sich schon unglaublich ist. Das, was man in The Greatest Beer Run Ever sieht, entspricht also zumeist tatsächlich der Wahrheit. Ja, die glaubten zum Beispiel wirklich, er sei Mitglied der CIA.

Das Problem des Films ist nicht die Geschichte. Was erwartet man von einem Film mit so einer Story, wenn ein Peter Farrelly Regie führt und man sich den Trailer ansieht? Vermutlich eine Komödie, einen verrückten, vielleicht durchgeknallten Film, über einen Kerl, der seinen Freunden Bier ins Kriegsgebiet bringen will. Und teilweise ist er das auch. Vor allem der erste Akt des Films kommt dem auch nah, doch schon hier fühlt sich der Ton des Films für den Zuschauer einfach nicht richtig an. Ist das jetzt lustig, ein lockerer, spaßiger Film oder ist das jetzt doch alles ernst gemeint, ein Drama? Spätestens wenn die Geschichte in Vietnam angekommen ist, wird aus Spaß ernst und The Greatest Beer Run Ever entwickelt sich zu einem klassischen Antikriegsfilm.

Doch auch hier kommt es immer wieder zu Momenten, die einen fragen lassen, ob Farrelly selbst eigentlich wusste, ob er jetzt eine Komödie oder einen bitterernsten Antikriegsfilm dreht. Von Anfang bis Ende wirkt der Film einfach nicht ausgewogen und kann sich nie richtig entscheiden, was er eigentlich sein will. Dabei kommt der Humor angesichts des tragischen Hintergrunds nie wirklich an. Das Lachen bleibt einem bestenfalls im Halse stecken. Vielleicht war ja auch genau dies die Intention, doch in dem Fall wurde sie nicht gut umgesetzt.

Dass die Geschichte und Ansichten von Donohue dabei perfekt in unsere heutige Zeit passen, ist sicher kein Zufall. Donohue verteidigt zu Hause den Krieg, hat kein Verständnis für die Proteste und empfindet diese als unpatriotisch und glaubt zudem jedes Wort der Kriegspropaganda ohne eigene Einblicke zu haben. Fakten? Braucht man nicht, sind eh gelogen. Er verhält sich wie heutige Anhänger von Trump oder Putin.

Erst die eigene Reise nach Vietnam, wo er die Schrecken mit eigenen Augen sehen kann, hilft ihm zu realisieren, dass die Realität eine andere ist, als man ihm hat versucht glauben zu machen. Diese Botschaft des Films ist nicht verkehrt, aber auch nicht neu. Gerade mit Blick auf den Vietnam-Krieg erzählt der Film absolut nichts Neues, weder, was die Schrecken in Vietnam selbst betreffen, noch den Umgang damit in der amerikanischen Gesellschaft. Hinzu kommt, dass andere Filme wesentlich effektiver diesbezüglich waren. Letzten Endes behandelt der Film diese Thematik zu oberflächlich.

Es hilft dabei auch nicht wirklich, dass der Film nie ein wirkliches Gefühl für Vietnam entwickelt. Wir haben uns oft bei dem Gedanken ertappt, ob so manche Szene nicht vielleicht einfach schnell im Feld oder Waldrand um die Ecke des Studios gedreht wurde.

Zac Efron hat bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass er sowohl lustige wie auch ernste Rollen spielen kann. The Greatest Beer Run Ever verlangt genau dies und Efron liefert auch routiniert ab. Doch viel mehr verlangt der Film von ihm nicht und so kann Efron auch nie richtig glänzen.

Dies mag auch daran liegen, dass an seiner Seite im Laufe des Films Russell Crowe als Kriegs-Fotograf Arthur Coates zu sehen ist. Dieser überstrahlt Efron einfach in Sachen Ausstrahlung und Charisma. Es ist eben Russell Crowe!

Es spricht zudem nicht unbedingt für den Film, dass wir lieber Coates Geschichte weiter verfolgt und im Film gerne mehr Zeit mit ihm verbracht hätten. Wann immer Crowe dabei war, wusste man einfach genau, was für einen Film man sah und welchen Ton dieser hat: Der Vietnam-Krieg aus Sicht eines Kriegs-Fotografen, der bereits viele seiner Kollegen verloren hat, aber gar nicht daran denkt, abzureisen, sondern vor Ort weiter für die Wahrheit kämpft, damit die Welt sie später sehen kann. Wir hätten hier nichts gegen ein Spin-off einzuwenden.

Dieser Part im Film ist zugleich auch die größte Abweichung von der tatsächlichen Geschichte, denn einen Kriegs-Fotografen namens Arthur Coates hat es nicht gegeben. Die Figur dient im Film dazu, Donohue möglichst schnell und direkt über die wahre Natur dieses Krieges aufzuklären. Denn dies ist die nächste große Abweichung: Sind es im Film nur wenige Tage, verbrachte der echte Donohue ganze vier Monate in Vietnam.

Als Komödie nicht lustig genug, als dramatischer Antikriegsfilm zu oberflächlich. The Greatest Beer Run Ever ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Was bleibt, ist ein toller Russell Crowe sowie eine durchaus interessante Geschichte, die ihren Reiz daraus zieht, dass sie tatsächlich wahr ist. Darauf ein Bier!

Wiederschauwert: 50%

The Greatest Beer Run Ever Bewertung
Bewertung des Films
610

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9 Kommentare
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MobyDick : : Moviejones-Fan
12.10.2022 08:16 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 7.039 | Reviews: 213 | Hüte: 558

Hmmm schade, war irgendwie zu befürchten, dass der Film so semi werden würde. Nur ein klitzekleiner Verbesserungsvorschlag- nicht ganz ernst gemeint:

Wenn ihr aus eurem Wort bitterernst BIERERNST machen könntet bitte, das wäre vielleicht eure ernste Kritik unterwandernd, würde aber anscheinend der Tonalität des Films sich annähern ;)

Das andere Thema: Wenn man - um das heutige Zielpublikum anzusprechen - aktuelle allgemein bekannte und anerkannte Bezugspunkte erwähnt, hat das nichts mit Naivität zu tun, sondern bedient den kleinsten gemeinsamen Nenner, und das ist eigentlich auch kein Anlass, dann wieder irgendwelche dann in der Tat naiven Messages als "Antwort" darauf unters Volk zu bringen, zumal die meisten hier wegen dem Eskapusmus eben davon hier sind...

In dem Sinne Hüte für luhp und MB ...

Dünyayi Kurtaran Adam
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MB80 : : Cheddar Goblin
09.10.2022 21:02 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 2.517 | Reviews: 43 | Hüte: 232

@Sazz

Du musst nicht erst Corona ins Spiel bringen, ich habe deine letzten Kommentare mitgelesen, glaube ich kann dich ganz gut einordnen.

“...and the stronger the fear of boredom, the louder the music."

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
08.10.2022 18:06 Uhr | Editiert am 08.10.2022 - 18:06 Uhr
4
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.814 | Reviews: 169 | Hüte: 562

Ne, ich bin dieser Diskussionen mittlerweile nur müde und überdrüssig geworden. In der Vergangenheit zu oft geführt, ohne sinnvolles Ergebnis. Und gerade auch, weil ich in der Zeit davor mehrere Jahre selbst in dieser KenFM-Nachdenkseiten-Welt verkehrte und aus eigener Erfahrung weiß, wie unvernünftig da auf Argumente von außen eingegangen wird.

Wenn also direkt unseriöse Medienportale und Journalisten als Quellen angegeben werden, ist mir das die Mühe in den meisten Fällen nicht mehr wert.

"Die Tendenz, Meinungen nicht mehr argumentativ zu diskutieren, sondern moralisierend „einzuordnen“, wurde mit [Corona] zum Mainstream."

In die eckige Klammer kann man jedes beliebige gesellschaftliche Thema einfügen, welches gerade Mainstream ist. Diese Aussage gab es früher schon und wird es in der Zukunft weiterhin geben.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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sazz : : Moviejones-Fan
08.10.2022 17:36 Uhr
0
Dabei seit: 31.10.17 | Posts: 23 | Reviews: 0 | Hüte: 11

@luhp92 @MB80

Mehr als Argumentum ad hominem nicht zu bieten?

Dann als Abschluß noch ein Satz von diesen bösen bösen Nachdenkseiten:

"Die Tendenz, Meinungen nicht mehr argumentativ zu diskutieren, sondern moralisierend „einzuordnen“, wurde mit Corona zum Mainstream."

q.e.d.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
08.10.2022 17:03 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.814 | Reviews: 169 | Hüte: 562

Ein Artikel von Florian Warweg, der von 2014 bis Anfang 2022 Online-Chefredakteur von Russia Today in Deutschland war. Das liest dann natürlich überhaupt nicht voreigenommen^^

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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MB80 : : Cheddar Goblin
08.10.2022 14:34 Uhr
4
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 2.517 | Reviews: 43 | Hüte: 232

Mmmh, den Verfassern Naivität vorwerfen, aber dann das Verschwörungstheorie Portal "Nachdenkseiten" zitieren, das kürzlich noch die Grünen als Kriegstreiber bezeichnete. Wo bin ich hier, bei Twitter?

"Die Nachdenkseiten, ein Scharnier für Verschwörungsideologie"

Anyway, das Voting für den goldenen Aluhut läuft wieder:

LINK

“...and the stronger the fear of boredom, the louder the music."

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sazz : : Moviejones-Fan
08.10.2022 14:03 Uhr | Editiert am 08.10.2022 - 14:03 Uhr
0
Dabei seit: 31.10.17 | Posts: 23 | Reviews: 0 | Hüte: 11

Vielen Dank für den Review.

"Er verhält sich wie heutige Anhänger von Trump oder Putin."

Aber bitte lasst das nächste Mal solche Sätze raus, die sind einfach nur albern und naiv. Weil der Rezensent hier nämlich gar nicht merkt, wie er selbst auf die Kriegspropaganda im eigenen Land reinfällt. Er nimmt quasi exakt die Position ein, die er in den letzten drei Sätzen davor beschreibt.

Oder ist der Rezensent Anhänger der Meinung, dass nur Putin und Trump Propaganda einsetzen und sich unsere Regierung und die von Politik durchsetzten Medien ausschließlich der objektiven Wahrheit verpflichtet fühlen und Propaganda niemals einsetzen würden?

Ein Indiz könnte da vielleicht auch sein, dass nur noch die Hälfte der Bevölkerung der öffentlich-rechtlichen Medien vertraut. Ist dann schon die andere Hälfte von Trump-Anhängern und Putinversteher durchsetzt?

Ein kleiner Tipp: Wenn eine Regierung Unmengen von Ressourcen auf das Thema "Desinformation" setzt, meint sie nicht "die" Wahrheit, sondern die Wahrheit aus Sicht der Regierung.

Und genau das beschreibt Propganda: "systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher o. ä. Ideen und Meinungen mit dem Ziel, das allgemeine Bewusstsein in bestimmter Weise zu beeinflussen".

Wer immer noch meint, die Regierung wäre an der "objektiven freiheitlichen Wahrheit" interessiert, dem wäre die Lektüre bei den Nachdenkseiten des geleakten BMI-Papiers "Laufende Aktivitäten der Ressorts und Behörden gegen Desinformation im Zusammenhang mit RUS Krieg gegen UKR" sehr zu empfehlen.

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Manisch : : Moviejones-Fan
08.10.2022 10:53 Uhr
0
Dabei seit: 19.10.18 | Posts: 1.065 | Reviews: 19 | Hüte: 40

Hatte den Film neulich auch gesehen und würde der Bewertung zustimmen.

Er ist nicht schlecht, kann man sich durchaus locker flockig anschauen. Aber irgendwie versucht er ein bisschen einen auf Forrest Gump o.ä. zu machen und...der Film ist nun mal um Welten stärker.

An die Situation in der Ukraine musste ich auch denken bzw. dass das irgendwie auch die Perspektive eines russischen Soldaten sein könnte, der feststellt, dass der ganze Angriff ziemlicher Quatsch ist.

Ich glaube, mehr Drama hätte der Film dadurch bekommen können, wenn es explizitere Szenen gegeben hätte, wo die Amerikaner unnötig brutal vorgehen.

Bitte hört auf, das Wort "manisch" in euren Kommentaren oder Filmkritiken zu verwenden. Streicht es am besten aus eurem Wortschatz. Ich bekomme sonst immer Benachrichtigungen, dass ich erwähnt wurde. Vielen Dank :D

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MisfitsFilms : : Marki Mork
08.10.2022 10:19 Uhr
0
Dabei seit: 09.07.13 | Posts: 4.337 | Reviews: 0 | Hüte: 122

Klingt eben wie aus dem echten Leben. Wie viele Leute haben weltweit schon Dinge getan, die sie gut oder witzig fanden, welche sich dann schlagartig in puren Horror gewandelt haben

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