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World War Z

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World War Z

World War Z Kritik

World War Z Kritik
0 Kommentare - 13.07.2022 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "World War Z" ist.
World War Z

Bewertung: 2.5 / 5

Aus unerklärlichen Gründen werden während einer Pandemie viele Menschen in Zombies verwandelt. Der U.N.-Mitarbeiter Gerry Lane (Brad Pitt) versucht verzweifelt seine Familien inmitten des Chaos von New York City in Sicherheit zu bringen. Nach schweren Mühen schafft er es sie zu einem Flugzeugträger zu bringen, während Gerry den Auftrag bekommt ein Gegenmittel zu finden und das Virus zu stoppen.

Der Maßstab, nach welchem Zombies bewertet werden, ist ganz klar mit George A. Romeros Klassikern Die Nacht der lebenden Toten (1968) oder Zombie (1978) verbunden. Im Laufe der Jahre hat das Genre, daß sich überwiegend im Horrorsegment beheimatet fühlte, aber mehr und mehr seinen Weg in die großen Blockbuster gefunden. Abgesehen von Genre-Persiflagen wie Shaun of the Dead (2004) oder marginal noch Planet Terror (2007), war es vor allem Paul S. W. Anderson mit seiner charmant trashigen Resident Evil-Saga (2002-2016), die das Kino des frühen Millennial dominierte. Doch auch auf dem kleinen Bildschirm gab es zum neuen Jahrzehnt mit The Walking Dead eine immens erfolgreiche Comicadaption, sodass es nicht verwundert, daß mit der Adaption des Romans Operation Zombie: Wer länger lebt, ist später tot ein weiterer großer Kinofilm zu dieser Thematik entstand. Und das funktioniert, zumindest auf einer ganz oberflächlichen Ebene. Viele Stigmata des Genres werden hier portioniert und zu Teilen von Regisseur Marc Forster gut serviert. Da gibt es ganze Horden an Zombies, die über die Leinwand streifen und vor nichts Halt machen. Der gesamte Film ist dabei in eine düstere Atmosphäre getränkt, sodass daß Werk auf dieser Ebene einfach kein Licht mehr zulässt. Das tut dem ganzen aber keinen Abbruch, sondern ist im Gegenteil einfach nur entspannend und in gewisser Weise auch kontrastreich zum Blockbusterkino der späten 2010er und frühen 2020er Jahre.

Trailer zu World War Z

Zu den 2020ern gewinnt der Film natürlich auch an einer unrühmlichen Wahrheit über die Menschheit. Man kann das retrospektiv ja eigentlich nur als tatsächlichen Sachverhalt vermerken, wenn man sich die Anfangszeit und auch das politische Treiben zu dieser im Kontext der COVID-19-Pandemie vor Augen führt. Eindrucksvoll scheint die Seuche über das Land zu fegen, während Gerry Lane und seine Frau verzweifelt versuchen Nahrung für die Familie und Medikament für die an Asthma erkrankte Tochter der beiden zu beschaffen. Natürlich könnte so etwas nie passieren, wenn es nicht bereits passiert wäre. Klar wird hier der amerikanische Traum mit Waffengewalt nochmal auf eine explizite Spitze getrieben, aber ist es wirklich so unwirklich, oder war dieser Film seiner Zeit einfach ein wenig voraus. Was dann entsteht, ist eher durch Zufall wirklich noch von Belang. Ähnlich wie auch Spielbergs Der weiße Hai (1975) den Umgang mit Katastrophen zu Krisenzeiten skizziert, erzählt dieser Film dies zu Beginn auch. Und da kann Brad Pitt als charismatischer Familienvater vollends überzeugen. Ohnehin nimmt ihm niemand mehr diesen Film aus den Händen. Darüber hinaus gibt es dann auch viel Action und Zerstörung. Und besonders eine Szene drängt sich in diesem Tumult aus Zuständen da förmlich auf, um sie zu besprechen. Eigentlich inhaltlich keine große Sache, aber visuell beeindruckend ist es, wenn die Zombies die Bastion der Menschheit erreichen und dann eine Brücke aus lebenden Toten bilden, um ihre Opfer zu erreichen.

Forster schafft einige solcher Momente. Zwar nicht übertrieben viele, weil dafür dann das Budget auch einfach zu knapp ist. Aber eine gewisse Ästhetik lässt sich hier nicht absprechen. Das erinnert mitunter auch an das Werk von Zack Snyder der mit so digitalen, scharfen Bildkompositionen punktet, daß alles darüber hinaus zur Nebensache erklärt wird. Und Marc Forster hat in seinem World War Z leider ab einem gewissen Punkt, daß gleiche Problem. Alles wirkt leider recht belanglos. Der Film etabliert nach Schema F einen Familienvater, der UN-Mitarbeiter ist, und irgendwie in das gesamte Geschehen hineingeworfen wird. Plötzlich bricht eine Pandemie aus, Menschen sterben, Zombies morden und alle geraten in Panik. Ab da nimmt der Film sofort an Fahrt auf. Und normalerweise kann so ein schneller Trip auch sofort mitreißen, weil alles sich alles auf einmal ändert. Doch dafür bleibt ein großes Problem am Film bestehen. So wird der Zuschauer nicht in den Hauptcharakter oder seine Familie investiert. Nichts von dem, was er tut, oder wie er versucht zu überleben, könnte einem nicht mehr am Allerwertesten vorbeigehen. Und der Grund für diese deutliche Annahme ist schlicht und ergreifend, daß sein Charakter einem Hollywood-Typus entspricht, der völlig aus der Zeit gefallen ist. Ein Strahlemann, der einfach Pseudo-Amerikanischen Kitsch symbolisiert.

Um dann wieder auf einen Vergleich zur Resident Evil-Reihe zurückzukommen, so erleidet der Film ein Problem, was vielleicht ein wenig seltsam anmuten mag. Daß Problem ist, daß Brad Pitt für diesen Film eindeutig überqualifiziert ist. Dadurch, daß die Figur aber farblos bleibt und Pitt solide mit dem Material spielt, kommt nie der Charme einer Milla Jovovich herüber. Weil die Figur am laufenden Band physikalische Gesetzte bricht und annähernd der Matrix-Coolnes-Skala agiert, wirkt sie so dermaßen über jede Stränge, daß der Zuschauer sofort auf ihrer Seite ist. Dies ist in diesem Werk nicht der Fall. Überdies gibt es dann auch kaum eine greifbare antagonistische Macht, außer einer gesichtslosen Horde von Untoten. Klar ist das symbolisch auf den Menschen und sein Schaffen anzuwenden, doch wenn man sich die Kritik selbst stricken muss, dann muss man den Film auch nicht sehen. Zumal Zombies ja nicht gerade die subtilste Form der Kritik am Konsum oder des Kapitalismus sind. Daß ist im übrigen auch ärgerlich, weil der Film ab einem gewissen Punkt, mit dem Tod einer zielführenden Figur einen ganz anderen, neueren und gewagten Weg hätte einschlagen können, dafür ist das Drehbuch aber leider zu traditionell und wagt nicht das Geringste, um den Zuschauer in irgendeiner Form zu fordern.

Das führt dann zu einer Schnitzeljagd um den Globus, die ihre Katharsis ausnahmsweise mal nicht in Amerika findet. Doch während der Fokus der Geschichte weiterhin auf dem einzig wichtigen Land liegt, so kommt es an ganz anderen Orten zu Gefechten. Interessant ist natürlich die Wahl von Jerusalem oder auch Kandahar. Man kann hier sicherlich auch eine historische Bedeutung zurechnen, was mal anders daherkommt. Überdies bleibt aber auch das Finale recht ausdruckslos und nur die Kämpfe in Jerusalem bieten hier tatsächlich etwas Abwechslung.

Eine nicht sonderlich ausdrucksstarke Handlung und eine klassische Botschaft machen World War Z in letzter Instanz sehr langatmig. Einige wirkungsvolle Actionsequenzen und Brad Pitt können nur marginal über die schwache Geschichte und inhaltlich fehlkonziperten Zombie-Stigmen hinwegtrösten. Das hallt nicht lange nach, tut niemandem weh und ist in letzter Instanz so schnell vorbei, wie es begonnen hat.

World War Z Bewertung
Bewertung des Films
510

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