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Bereut Angriffe gegen Jar Jar Binks-Schauspieler

Simon Pegg: "Star Wars" hat die toxischsten Fans!

Simon Pegg: "Star Wars" hat die toxischsten Fans!
45 Kommentare - Mo, 25.07.2022 von A. Seifferth
Der 52-jährige Brite Simon Pegg wurde in einem Interview nach der seiner Meinung nach schwierigsten Community eines Franchises gefragt. Seine Antwort: Das "Star Wars"-Lager!
Simon Pegg: "Star Wars" hat die toxischsten Fans!

Der britische Schauspieler Simon Pegg hat bereits in einigen großen Sci-Fi-Franchises mitgewirkt, darunter Star Trek, Doctor Who und Star Wars. Bei der von George Lucas begründeten Space-Opera mimte Pegg den zwielichtigen Händler Unkar Plutt in Star Wars - Das Erwachen der Macht und übernahm außerdem das Voice-Acting des Kopfgeldjägers Dengar für eine Episode von Star Wars - The Clone Wars. Nun besprach der Star ein unliebsames, aber wichtiges Thema: Hasskommentare in Fankreisen.

Während eines Auftritts in der Sirius XM-Show wurde der Star gefragt, welche Fangemeinde am schwersten zufriedenzustellen sei. Trotz seines Bewusstseins darüber, dass die Antwort strittig augenommen würde, stellte sich Pegg der Frage und antwortete: "Um ehrlich zu sein - und als jemand, der sich über die Prequels aufgeregt hat, als sie herauskamen - scheint die Star Wars-Fangemeinde im Moment am giftigsten zu sein."

Pegg sprach dabei auch aus persönlicher Erfahrung, denn er teilt mit, dass er sei selbst einmal Teil dieser toxischen Fangemeinde gewesen: "Ich habe mich für die Dinge entschuldigt, die ich über, Sie wissen schon, Jar Jar Binks gesagt habe. Denn natürlich war da ein verdammter Schauspieler im Spiel. Er hat eine Menge Kritik bekommen und ... es war ein menschliches Wesen." Für diese Form des unbändigen Hasses schäme er sich, denn der Schauspieler, Ahmed Best, habe im Angesicht all der verbalen Angriffe immens leiden müssen.

Im Gegenzug hob Pegg die Star Trek-Community positiv hervor und bezeichnet sie als deutlich offener gegenüber Themen wie Vielfalt und Inklusion, weil das die DNA von Gene Roddenberrys 1966 konzipierter Saga sei. Im Gegenzug habe er bei Star Wars das Gefühl, dass bereits die Besetzung mit nicht-weißen Menschen in den verschiedenen Rollen als Problem von einigen Fans des Franchises aufgefasst werde.

Wenngleich wir die Sachlage zu verschiedenen Fanlagern ein wenig differenzierter betrachten und nicht gegen eine bestimmte Gemeinschaft eines jeweiligen Franchiseses wettern möchten, kamen wir in den vergangenen Wochen nicht umhin, die destruktiven Stimmen der Star Wars-Community anzuprangern. Insbesondere Reva-Darstellerin Moses Ingram sieht sich mit zahlreichen rassistischen Beleidigungen konfrontiert. Dies haben wir unter anderem in unserer Nachbesprechung zu Obi-Wan Kenobi adressiert.

Insofern können wir Simon Peggs kritische Worte über die Sternensaga durchaus nachvollziehen. Allerdings spart man im Fall von Star Trek - Discovery oder Star Trek - Picard ebenfalls nicht mit Kritik, die teilweise unter die Gürtellinie geht.

Für uns legt sich der Sachverhalt wie folgt dar: Bei allen großen Franchises, die über Jahrzehnte gewachsen sind und eine riesige Scharr von Menschen an sich binden, kommt es zu extremen Meinungsverschiedenheiten über die exakte Ausgestaltung von neuen Inhalten. Dabei treffen zumeist verschiedene Generationen mit subjektiven Geschmacksurteilen, aber auch unterschiedlichen Weltanschauungen und kulturellen Hintergründen aufeinander, die oftmals im Streitgespräch gegeneinander aufgewogen werden. Veränderungen werden in einem solchen Klima zumeist kritisch aufgenommen, weil eine hohe Sensibilität darüber vorherrscht, was den vermeintlichen Kern der jeweiligen Franchises anbelangt.

Der Fairness halber muss man aber auch anbringen, dass es genügend Menschen gibt, die ihre Kritikpunkte zu den jeweiligen Inhalten von Star Wars, Star Trek und Co. in angemessener Weise zum Ausdruck bringen und ihre Standpunkte mit eigenen Lösungsvorschlägen untermauern. Fankulturen leben auch vom leidenschaftlichen Austausch unter- und miteinander.

In der Vergangenheit wurden die Wünsche von den Majorstudios oftmals übergangen, wie sich etwa gut am aktuellen Problemfall Halo von Paramount zeigt. Doch selbstverständlich sollte bei aller Leidenschaft eine gewisse Grenze des guten Geschmacks nicht überschritten werden und auch der Wille eines wertschätzenden Dialogs erkennbar sein.

Wie legt sich der Sachverhalt für euch dar: Seid ihr wie Simon Pegg der Meinung, dass die Star Wars-Community die ätzendste ist oder stimmt ihr eher unserer Ansicht zum Thema zu?

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45 Kommentare
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Clampner : : Moviejones-Fan
29.07.2022 22:07 Uhr
0
Dabei seit: 20.05.20 | Posts: 72 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@Silencio
Ok, dann nochmal von vorn. Ich beziehe mich übrigens null auf den Artikel, sondern orientiere mich lose an der Thematik.
Wie bereits beschrieben, halte ich Fan-Hate für ein wichtiges Thema, das ich aber streng von irgendwelchen Rassismus-Debatten trenne. Und zu einer Rassismus-Debatte artet dieser ganze Blödsinn um Star Wars, Rings of Power usw. ja nur dann aus, wenn die Studios dies in der Art promoten. Anstatt zu deeskalieren, gießen sie nur noch mehr Öl ins Feuer, bis niemand mehr weiß, ob er Männchen oder Weibchen ist. Was ich an so einer "woken Agenda" bemängele, ist der Umstand, dass hier Hautfarben instrumentalisiert werden. Früher hat man mit neuer Technik, einer interessanten Story, mit Charakteren oder Schauspielern für Filme geworben. Heutzutage liegt der Fokus in Hollywood eher auf Hautfarben und "starken" Frauenfiguren, die dann letztendlich stark aber einfach nur langweilig sind. Wer dies bemängelt, wird dann gern mal von den Verantwortlichen als Frauenfeind ad acta gelegt. Auf lautstarke Kritik zahlender Fans wird nicht eingegangen. Auffällig ist ja, dass nicht jeder große Film, in dem ein Afroamerikaner oder eine Frau die Hauptrolle spielen, so kontrovers diskutiert wird. Es muss sich bei Shitstorms dieses Ausmaßes also um etwas ganz anderes handeln als an spezielle Gruppen gerichtete Menschenfeindlichkeit. Mich zumindest wundert es nicht mehr, wen genau solche Shitstorms treffen. Ich halte die Stuiobosse für ebenso klug und muss daher davon ausgehen, dass sie solche Shitstorms wissentlich provozieren und lenken. Ob es sich rentiert, weiß ich nicht, jedenfalls ist es kostengünstiges Marketing.

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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
28.07.2022 13:10 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 10.333 | Reviews: 43 | Hüte: 661

What, hier gehts noch immer ab?

Keine Ahnung was man noch viel dazu sagen soll. Einige fühlen sich von Amazon persönlich angegriffen, da man gewisse Dinge abändert/anpasst/verändert, was Tolkien widerspricht. Ich sehe weiterhin nicht, wo man dies im Marketing so platziert, aber kann verstehen wenn man nicht verstehen kann warum es nun schwarze Zwerge/Elben/Hobbits gibt oder weibliche Herrscher von Numenor. Ich selbst sehe Elben halt auch als hellhäutig an, aber kann verstehen, dass man die höher entwickelte Rasse heute auch an die Zuschauergruppen anpassen muss. Z.B. wird Hermine Granger für mich auch immer hellhäutig sein, auch wenn Rowling sie als dunkelhäutige Person im Musical als perfekt gecastet hält.
Trotzdem sind einige Kritiken doch sehr voreilig, denn wir wissen doch nur aus Schnipseln, dass es überhaupt einen dunkelhäutigen Elben gibt. Ist es ein Halbelb, ist der Aufschrei doch wieder unnötig gewesen. Die Herrscherin von Numenor - handelt es sich da vielleicht um einen GoT-Streit um den Thron, der dann die Ehegattin interim ausführt? Ja, dann auch ein unnötiger Aufschrei.

Das Z.Z. ist von Tolkien wie schon hundertmal geschrieben nur lose beschrieben worden. Nur weil die Hobbits erst im D.Z. erwähnt werden, heißt dies doch nicht, dass sie plötzlich aus dem Boden gesprossen sind. Es handelt sich um eine "Art" Menschen, Evolution und so. Nur weil Tolkien sie im Z.Z. nicht für wichtig hielt, bedeutet ja nicht, dass es sie nicht gab. Und hier sind wir meiner Meinung bei Anpassungen die vorhanden sein müssen, um zusammengewürfelstes Material zu einer Geschichte zu verarbeiten. Tat Jackson vor allem im Hobbit auch - die gesamte Geschichte um den Nekromanten, die Gräber der Ringmeister, die Rückkehr von Azog etc. sind zusammengewürfelt, glatt erfunden oder in Kurzfassung gequetscht worden. Stört dies die Geschichte? Nicht wirklich - ich mein der Beginn von Die Gefährten dauert eigentlich mehrere Jahre. Es ist sogar besser und logischer wie Jackson dies umgesetzt hat - Sakrileg!

Und ich bin auch der Meinung, dass die Hardcore-Tolkien-Fans halt doch eine Minderheit sind. Ja, es gibt überall Puristen, es gibt aber immer noch genügend Leute, die Buch/Comic und Film als unterschiedliche Medien doch trennen können. Sonst wären Franchises wie Jurassic Park, MCU, Harry Potter und halt auch die Mittelerde-Filme längst nicht so erfolgreich. Die gefakten Kommentare und Bots sind halt Fakt - erst vor Kurzem fiel eine Gruppe von Fans ja schon auf die Schnauze, die dieses Problem als nicht vorhanden und nur geringfügig bewertete. Die riesige Snyder-Bewegung bewies sich als was? Als lauwarmes Lüftchen einer kleinen Minderheit.
Ja, Jackson nahm die Vorlage vielleicht genauer, wurde aber wie Tolkien (welches aber halt ein Produkt der damaligen Zeit war) des Rassismuses beschuldigt, indem die Bösen Südländer und Orks sind, während alle Guten hellhäutig. Als Interpretation des Mittelalters hat mich dies nie gestört und Serien wie Bridgerton, wo es fast umgekehrt ist, wollen wohl auch eine Diskussion loslösen, aber hier ist es dann doch wichtiger, dass die wenigen Figuren deutlich erkennbar sind (Elrond als Idioten darzustellen wegen einer Szene? Come on. Galadriel als Kriegerin? Nennt man Charakterentwicklung).

Auch wenn es hier nahezu nur um Tolkien geht, bleibt Star Wars für mich am toxischsten, da dort halt so viele unterschiedliche Generationen aufeinander treffen. Es unterschiedliche "Schöpfer" gibt, das Franchise neben Filmen Bücher, Comics, Spiele, Zeichentrick und Realserien hervorgebracht hat. Die rezente Kritik schoss leider immer wieder übers Ziel hinaus - Rose, Fynn, Reeva, Rey - allesamt PoC oder Frauen, welche heftiger kritisiert wurden als Andere. Ja, zahlreiche Figuren wie Reeva sind dumm geschrieben. Aber Obi-Wan doch genauso! Und Disney hat halt die rassistischen Kommentare kritisiert die es durchaus gab und gibt. Hier fühlt man sich sofort angegriffen, dass die eigene Kritik von den großen Studios/Unternehmen kritisiert wird. Dass Boba Fett, Episode 9 und Obi-Wan schlecht geschrieben sind, wird ja hoffentlich auch Disney gesehen haben - nicht umsonst schwebt das Franchise momentan im luftleeren Raum und man weiß nicht wo man hin will.

So, das wars dann auch für mich hier. Kann Kritik verstehen, hoffe die Studios verstehen dies auch, verurteile den vorhandenen Rassimus und sehe vieles von beiden Seiten als komplett übertrieben an.

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Silencio : : Moviejones-Fan
28.07.2022 08:55 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 2.116 | Reviews: 52 | Hüte: 240

meisterlampe:

"Ein Beispiel ist Elrond. Elrond wird im Trailer als Idiot hingestellt, der das Böse nicht sieht und Galadriel davon abhalten will weiter mit dem Schwert loszuziehen. Das ist natürlich eine Allegorie auf das "Patriarchat", das "strong female women" zurückhält."

Das ist keine Allegorie, das ist tatsächlich GENAU das, was ich mit fiktionalisierten Darstellungen meinte. Allegorie ist, wenn man eine Sache durch eine andere Sache ersetzt, um die wahre Aussage zu "verschleiern": der Tod als abstraktes Konzept wird zum Sensenmann. DAS ist allegorisch. Galadriel und Elrond sind Frau und Mann, da wird nichts verschleiert. Wenn das übrigens schon allegorisch sein soll, ist Eowyns Geschichte das auch - selbst wenn Tolkien oder Jackson das abgelehnt haben.

"Es war aber gerade San Diego Comic Con und auf dem Panel zu RoP haben die Macher gesagt, dass der Fall von Numenor, der durch fehlenden Zusammenhalt in deren Gesellschaft herbeigeführt wurde, für den jetzigen Zustand unserer Gesellschaft steht.

Das könnte schon eher allegorisch sein, dafür ist über Númenor on der Serie aber zu wenig bekannt. Dass das Zeitgemäß ist, weil die Themen sich in der echten Welt spiegeln, macht es nicht direkt zur Allegorie: die Serie bleibt abzuwarten.

"Das ist ein Textbuch-Beispiel dafür, was Tolkien nicht wollte.

Tolkien hat selbst seine Erfahrungen im ersten Weltkrieg eingebaut (seine Worte, nicht meine), ohne das allegorisch verstanden haben zu wollen (und ohne mMn allegorisch zu sein) - vielleicht gelingt den Serienmachern das auch?

"Genieß einfach die Serie und auch, wenn Du es nicht glauben willst, aber ich gönne Dir und jedem anderen mit der Serie seinen/ihren Spaß.

Als ich das Bild von Sauron, der aussah als käme er direkt aus dem "Stan"-Video von Eminem, gesehen hab, bin ich lachend von der Couch gefallen. Ich bin hier echt der letzte, der Filme und Serien einfach "genießt".

Clampner:

Pegg redet über toxische Fans, also eben jene schlimmsten Auswüchse der Fancommunity, du sagst, einige schlagen über die Stränge, ich geb dir den Benefit of the doubt und sag, die meinst du aber bestimmt nicht, du gehst direkt in die Defensive.

"I am not fucking around here, I believe a well-rounded film lover oughta have something to say about Jean-Luc Godard and Jean-Claude Van Damme."

-Vern

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jerichocane : : Advocatus Diaboli
27.07.2022 23:49 Uhr
0
Dabei seit: 08.08.09 | Posts: 6.486 | Reviews: 24 | Hüte: 290

Es ist echt lustig was man hier liest.

Klar kann man nicht RoP nach den paar Minuten aus dem Trailer bewerten, aber die Marketing Aussagen von Amazon in diesem Zusammenhang haben schon ein Beigeschmack.

Ähnlich sehe ich es auch bei Obi Wan. Wer Zeitnah nach Ausstrahlung der ersten 2 Folgen Obi Wan im Inet Komentare las, konnte zum Großteil Kritik an dem schlechtgeschriebenen Charakter Reva und so gut wie kaum Angriffe gegenüber der Darstellerin odre Ihrer Hautfarbe lesen. Anstatt auf diese Kritik einzugehen, wurde von Seiten Disneys den Kritikern direkt Rassismus unterstellt. Aber ehrlich Reva war ein echt schlechter Charakter, egal welches Geschlecht und welche Hautfarbe der Charakter hatte.

Diese Strategie ist auch nicht Disney oder Film/Serien exklusive. Man liest es überall, wenn etwas heutzutage kritisiert wird, zeigen sich die Kritisierten direkt in Angriffsstellung und holen die Totschlagkeule, wie z.B. Rassismus raus.

Die früher gerade in Deutschland typische Diskussionsfreude ist seit einigen Jahren einfach Tod und man wird, wenn man anderer Meinung ist als die kleine Meinungsdikiterende Gruppe und ihre Herrschar an Leminge, einfach mit verbaler Gewalt zum Schweigen gebracht. Da ist es auch egal wenn man seine Meinung logisch herleiten kann.

Scheinbar denken ein Großteil der Menschen nicht mehr selber sondern plappern nach, was ihnnen im Internet oder TV vorgesagt werden, sogar wenn offensichtlch etwas nicht passt.

Sorry ich schweife ab, aber wenn man hier die Kommentare, merkt man bei manchen Usern, dass diese Art der Antidiskussion schon mit Herz und Seele aufgenommen haben, denn Sie scheinen persönlich zu werden wenn sie nicht mehr weiter wissen.

Aber ich bin jetzt "still" und schau mir das mal still weiter an

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Clampner : : Moviejones-Fan
27.07.2022 22:45 Uhr | Editiert am 27.07.2022 - 22:48 Uhr
0
Dabei seit: 20.05.20 | Posts: 72 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@Silencio
Wenn du mich zitierst, dann bitte richtig. Ich hab nirgendwo das Thema Morddrohungen angeschnitten, noch irgendwas von Hirnwäsche geschrieben. Wenn du so Kommentare liest und sie auf diese Weise wertest, wundert es mich nicht, dass du immer nur dieselben 3 Argumente hörst. Zu welchem Thema soll ich dir Argumente liefern, wenn du mich eigentlich nur angreifst und mir Dinge unterstellst? Was man aus einer vernünftigen Diskussion lernen kann? Kann ich dir nicht erklären. Musst du erst offen für sein.

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meisterlampe1989 : : Moviejones-Fan
27.07.2022 22:36 Uhr | Editiert am 28.07.2022 - 06:54 Uhr
0
Dabei seit: 02.01.22 | Posts: 73 | Reviews: 6 | Hüte: 10

@SpiderFan

Zum einen muss man den Kontext verstehen, denn HdR ist ja nicht das erste Franchise, dass verhunzt wird. Rings of Power steht am momentanen Ende einer langen Liste (Star Wars, Star Trek, Doctor Who, MCU, Terminator, Harry Potter (also Fantastic Beasts)... etc. pp.; zuletzt etwa Halo und Wheel of Time) von Werken, die durch "Modernisierung" ihre komplette Identität verändert haben, um sie in das Korsett heutiger Ansprüche einer - wenn man ehrlich ist - kleinen sehr lauten Gruppe zu pressen. Gute Geschichten mit tollen Charakteren zu erzählen ist hierbei einfach an die zweite Stelle gerutscht. "Die Message" ist wichtiger heutzutage.

Die Aufregung um RoP passiert also nicht in einem luftleeren Raum, sondern passiert im Kontext dessen. Für viele ist Tolkien einfach der eine Schritt zu weit, der eine Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt.

Was man davon hat? Nun, ich habe ja schon geschrieben, dass die aller meisten Menschen konsumieren und sich mit gar nichts beschäftigen. Die deutliche Mehrheit interessiert das, über das ich hierschreibe, nicht die Bohne. Und solange die Gruppe, die einfach konsumiert größer ist, ist es Hollywood einfach egal. In ihrer Bubble, also die ganzen Mainstream-Medien, wird ihnen ja auch auf die Schulter geklopft. Erschreckend, dass der ein oder andere Journalist, wenn es um Identitätspolitik geht, jegliche Distanz und kritische Einstellung fallen lässt und sich für die Unternehmen an die Spitze der Bewegung setzt und kostenloses Marketing betreibt... aber das ist ein eigenes Thema.

Was bringt das? Also wahrscheinlich nichts. Trotzdem kann man die Vandalisierung von Tolkien nicht einfach hinnehmen. Mir gibt das sehr viel. nämlich ein reines Gewissen. Denn wenn wir igendwann mal auf den Trümmerhaufen zurückblicken, den man einst popkulturelle Unterhaltung nannte, kann ich in den Spiegel gucken und sagen: "Ich habe nicht geschwiegen".

Das es "keinen interessiert" würde ich übrigens nicht sagen. Die - mittlerweile deaktivierten - Kommentare von Amazon zeigen eigentlich nur Häme. Plug-Ins, die die Dislikes anzeigen bei Youtube, zeigen hunderttausende Dislikes. Ebenso gibt es unzählige Videos, Blogs und Tweets, die die Serie angreifen.

Aber das sind ja alles von Russland bezahlte Trolle... ich weiß.

(... und meiner Seite werden Verschwörungstheorien vorgeworfen... :-D )

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SpiderFan : : Moviejones-Fan
27.07.2022 22:14 Uhr
0
Dabei seit: 06.05.22 | Posts: 346 | Reviews: 0 | Hüte: 3

Mir wäre meine Zeit zu schade, auf Krampf immer und immer wieder Herrn Tolkien zu verteidigen. Er hätte die Sache nicht gewollt und die auch nicht und ach die Sache auch nicht usw usw

Wer hat etwas davon? Was hast du davon, Meisterlampe? Gibt es dir irgendwas? Es interessiert doch schlichtweg keinen. So ist es einfach.

"I am not fucking around here, I believe a well-rounded film lover oughta have something to say about Jean-Luc Godard and Jean-Claude Van Damme."

-Vern

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meisterlampe1989 : : Moviejones-Fan
27.07.2022 21:50 Uhr | Editiert am 27.07.2022 - 21:57 Uhr
0
Dabei seit: 02.01.22 | Posts: 73 | Reviews: 6 | Hüte: 10

@luhp92

Nein, ich meinte etwas ganz anderes. Nämlich dass man auch mal einen Schritt zurücktreten sollte, um ein Werk für sich zu betrachten, ohne sich ständig zu fragen, was der Erschaffer sagen oder nicht sagen wollte.

Und Du meinst ich oder andere Tolkien Fans würden das ständig tun? Ich bin über die Filme mit Tolkien in Berührung gekommen und habe damals auch die Bücher gelesen. Da war ich 12-13. Mittelerde war für mich immer reine Unterhaltung. Erst als ich älter wurde und man sich auch damit beschäftigt hat, was Autoren sagen wollen, hat man sich beim Re-Read/Watch ganz automatisch auch mal gefragt, was dahinter steckt. Ich habe einige interessante Ansätze und Interpretationen gelesen, auch die problematische Historie (Faschisten in Italien haben sich u.A. mit Herr der Ringe gerechtfertigt), aber eben auch Tolkiens Vorwort verstanden, dass er nicht will, dass ich Sauron als Hitler sehe oder Isengart als das hässliche Bild der Industrialisierung. Das war vielleicht 1-2 Wochen, wo ich mich mal akademisch damit beschäftigt habe. Wenn ich HdR schaue oder lese, dann sitze ich nicht mit Rotwein und Lektürehilfe daneben. Also bitte.

Und Amazon will aber diesem Werk konkrete Bedeutungen geben, die vom Autor nie intendiert waren. Teilweise, weil diese Themen damals gar nicht existiert haben. Deswegen stören sich viele Leute auch an Symposien der Tolkien Society über Homosexualität oder Transmenschen in Mittelerde. Es gab sogar ein Panel, bei dem eine mögliche Beziehung zwischen Gimli und Legolas diskutiert wurde... von Professor:Innen, die u.A. Literatur studiert haben... ich meine, das ist doch wirklich nur Fan Fiction.

@Silencio

Ich weiß, es muss für dich ganz schwer sein, jemanden nicht belehren zu wollen, ABER ich weiß, was eine Allegorie ist und Amazon macht sich dessen schuldig. Ein Beispiel ist Elrond. Elrond wird im Trailer als Idiot hingestellt, der das Böse nicht sieht und Galadriel davon abhalten will weiter mit dem Schwert loszuziehen. Das ist natürlich eine Allegorie auf das "Patriarchat", das "strong female women" zurückhält. Du hast natürlich recht, dass nicht alle Themen mit konkreten Allegorien belegt wurden, aber andererseits haben wir ja - worauf ja gerne hingewiesen wird - noch nicht viel gesehen. Es war aber gerade San Diego Comic Con und auf dem Panel zu RoP haben die Macher gesagt, dass der Fall von Numenor, der durch fehlenden Zusammenhalt in deren Gesellschaft herbeigeführt wurde, für den jetzigen Zustand unserer Gesellschaft steht. Das ist ein Textbuch-Beispiel dafür, was Tolkien nicht wollte. Wenn man das als Indikator nimmt, wird es genau so platt, wie viele befürchten.

Man muss einfach nur zuhören und lesen, was die Macher und Schauspieler sagen. Das ist wie der Kabarretist Volker Pispers, der stets sagte: "Ich zitiere Angela Merkel am liebsten persönlich, ich habe noch keine bessere Art gefunden, sie zu beleidigen".

Aber wie schon geschrieben, bei dir ist Hopfen und Malz verloren. Genieß einfach die Serie und auch, wenn Du es nicht glauben willst, aber ich gönne Dir und jedem anderen mit der Serie seinen/ihren Spaß.

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Silencio : : Moviejones-Fan
27.07.2022 17:40 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 2.116 | Reviews: 52 | Hüte: 240

meisterlampe:

"Amazon hingegen nutzt das Werk für ihre Messages

Da du ja nicht aufhören kannst mich zu erwähnen: Messages sind keine Allegorien, Themen sind keine Allegorien. Messages KÖNNEN durch Allegorien ausgedrückt werden, müssen sie aber nicht.
Allegorie ist, wenn man etwas aussagt, das man durch etwas anderes verdeckt. Wenn eine schwarze Zwergin in RoP Rassismus und Sexismus erfährt, ist das eine fiktionalisierte Darstellung von Rassismus und Sexismus. Wenn Orks in "Bright" für die PoC-Bevölkerung von LA steht, ist das eine Allegorie. Verstehst du den Unterschied?

"I am not fucking around here, I believe a well-rounded film lover oughta have something to say about Jean-Luc Godard and Jean-Claude Van Damme."

-Vern

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
27.07.2022 16:07 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.492 | Reviews: 166 | Hüte: 549

@meisterlampe1989
"Wenn ich mal genau darüber nachdenke, hast Du eigentlich den Nagel ziemlich auf den Kopf getroffen und das ist genau das, was viele so aufregt."

Nein, ich meinte etwas ganz anderes. Nämlich dass man auch mal einen Schritt zurücktreten sollte, um ein Werk für sich zu betrachten, ohne sich ständig zu fragen, was der Erschaffer sagen oder nicht sagen wollte. Weil du selbst ja sogar geschrieben hast: "Auch ich finde, dass man in HdR Allegorien erkennen kann, aber wenn der Autor sagt, dass die nicht beabsichtigt sind... was will man machen?".

Also: Vielleicht mal den Roman "Der Herr der Ringe" ohne Tolkiens Intention betrachten. Und erst recht filmische Adaptionen wie die von Jackson oder jetzt Amazon. Aber auch die Jackson-Filme ohne Jacksons Intention oder die kommende Serie ohne Amazons Intention. So wie Amazon die Serie bewirbt oder sehen möchte, muss sich das in der Deutlichkeit und Auffälligkeit ja längst nicht im fertigen Werk wiederspiegeln. Allein die Trailer unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Ausrichtung schon klar voneinander.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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meisterlampe1989 : : Moviejones-Fan
27.07.2022 00:48 Uhr | Editiert am 27.07.2022 - 00:49 Uhr
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Dabei seit: 02.01.22 | Posts: 73 | Reviews: 6 | Hüte: 10

@luhp92

Das Werk für sich stehen lassen und genießen smile

Ja. Aber das Werk für sich stehen lassen tut Amazon ja gerade nicht. Wenn ich mal genau darüber nachdenke, hast Du eigentlich den Nagel ziemlich auf den Kopf getroffen und das ist genau das, was viele so aufregt. Tolkien wollte, dass sich für jeden etwas aus dem Werk ergibt, was der- oder diejenige darin sieht. Ich werde Silencios Blutdruck mal nicht damit weiter belasten, was es jetzt mit Allegorie und Anwendbarkeit auf sich hat - er dreht es ja eh, wie er es für seine Argumentation richtig hält - , aber wenn man es grob zusammenfasst, ist es das, was Tolkien gemeint hat.

Deswegen wird Peter Jacksons Interview so gefeiert und momentan so oft geteilt, in dem er sagt, sie würden sich hüten irgendetwas von ihren politischen Ansichten und aktuellen Themen in die Filme zu packen.

Amazon hingegen nutzt das Werk für ihre Messages. Das ist keine wilde Behauptung, sondern das sagen sie selbst. In mehrern Interviews - was bedeutetet, dass man es koordiniert als ein Teil des Marketings begreift - wurde betont, dass Rings of Power die reale Welt und Probleme die darin herrschen widerspiegeln und bearbeiten wird.

Etwas das Tolkien mit ziemlicher Sicherheit nie wollte.

Tolkien ist tot, kann sich nicht wehren. Hinzu kommt die Serie an seinem Todestag raus. Die Macher und Schauspieler sagen in Interviews gerne, dass das jetzt das "neue" Mittelerde, das neute "Tolkien" sei. Die Schauspielerin, die die schwarze Zwergin spielt, hält sich anscheinend jetzt schon für eine Art Aktivisten-Ikone, zu der viele junge Menschen aufschauen werden und behauptet gerne die "erste Zwergin in Tolkiens Werk zu sein" (ist natürlich falsch). Kann man da wirklich keinen verstehen, dem da etwas der Hut hoch geht? Kann man nicht zumindest irgendwo nachvollziehen, dass das ein Geschmäckle hat?

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
26.07.2022 20:35 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.492 | Reviews: 166 | Hüte: 549

@meisterlampe1989
"Auch ich finde, dass man in HdR Allegorien erkennen kann, aber wenn der Autor sagt, dass die nicht beabsichtigt sind... was will man machen?"

Das Werk für sich stehen lassen und genießen smile

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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Silencio : : Moviejones-Fan
26.07.2022 12:39 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 2.116 | Reviews: 52 | Hüte: 240

Clampner:

"Selbstoffenbarend wie du in mir von einem Moment auf den anderen einen Feind siehst und mir sogar zutraust, Morddrohungen gutzuheißen

Hab ich nur nirgendwo getan, ich hab darauf hingewiesen, dass Morddrohungen etwas mehr als "über die Stränge schlagen" ist, weil ich die relativierende Wortwahl von dir klargestellt haben wollte.

"Da hat sich wahrscheinlich Disneys Eskalations-Philosophie fest in deinem Stammhirn verankert, Glückwunsch."

Ich so: es gibt durchaus legitime Kritiken.

Du so: bist wohl hirngewaschen, lol.

Smart. Gutes Argument.

"Hab ich lang nicht mehr gelesen. Ich hoffe du verstehst eines Tages, wieviel das über deine Bereitschaft von anderen zu lernen aussagt."

Was kann man daraus denn lernen? Los, hau raus. Ich bin durchaus bereit mich von guten Argumenten überzeugen zu lassen. Die müssen halt nur konsistent sein.

"Stattdessen versuchst du zwanghaft, Leute hier zu "überführen". Du kommst rüber wie ein Mordermittler. Komm mal runter."

Zwanghaft sind wohl eher die Leute, die sich mit den gleichen drei Argumenten immer zu den gleichen drei Themen äußern.

"I am not fucking around here, I believe a well-rounded film lover oughta have something to say about Jean-Luc Godard and Jean-Claude Van Damme."

-Vern

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Clampner : : Moviejones-Fan
26.07.2022 10:13 Uhr | Editiert am 26.07.2022 - 10:23 Uhr
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Dabei seit: 20.05.20 | Posts: 72 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@Silencio
Selbstoffenbarend wie du in mir von einem Moment auf den anderen einen Feind siehst und mir sogar zutraust, Morddrohungen gutzuheißen. Da hat sich wahrscheinlich Disneys Eskalations-Philosophie fest in deinem Stammhirn verankert, Glückwunsch.

"Das ist kein semantisches Spielchen, das soll aufzeigen, wie widersprüchlich deine Argumentation ist."
Der gute alte "deine Argumentation ist widersprüchlich"-Konter XD
Hab ich lang nicht mehr gelesen. Ich hoffe du verstehst eines Tages, wieviel das über deine Bereitschaft von anderen zu lernen aussagt. Stattdessen versuchst du zwanghaft, Leute hier zu "überführen". Du kommst rüber wie ein Mordermittler. Komm mal runter.

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Silencio : : Moviejones-Fan
26.07.2022 08:06 Uhr
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Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 2.116 | Reviews: 52 | Hüte: 240

Lacher des Tages. smile

"I am not fucking around here, I believe a well-rounded film lover oughta have something to say about Jean-Luc Godard and Jean-Claude Van Damme."

-Vern

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