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Guardians of the Galaxy Vol. 2

Die spaßige Emotions-Bremse - Guardians of the Galaxy 2

Guardians of the Galaxy Vol. 2 Kritik

5 Kommentar(e) - 30.04.2017 von ZSSnake
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von ZSSnake.
Filmkritik

Guardians of the Galaxy Vol. 2 Bewertung: 4/5

Sonntag ist OV-Tag und wie sollte es am Startwochenende von Guardians of the Galaxy 2 auch anders sein, wurde natürlich eben dieser geschaut. Humor funktioniert eh am besten in der Originalsprache, darum war es keine große Frage und es hat sich in jedem Fall gelohnt. Doch ich greife vor.

Trailer zu Guardians of the Galaxy Vol. 2
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Inhalt:
Peter "Star Lord" Quill und seine Guardians haben grade einen Auftrag abgeschlossen, als sie es sich mit ihrem Auftraggeber, der ebenso hübschen wie arroganten Ayesha, ihrens Zeichens Hohepriesterin der Sovereign, verscherzen. Mit knapper Not und der Hilfe eines geheimnisvollen Fremden, gelingt es der Crew der Dronenflotte der Sovereign zu entkommen. Doch das eigentliche Abenteuer hat eben erst begonnen...

Review:
GotG2 setzt im Grunde in etwa dort an, wo uns der Vorgänger zurückließ. Die Guardians um Peter Quill (Chris Pratt) sind nach wie vor als Team unterwegs und stellen ihre Fähigkeiten in die Dienste verschiedener Auftraggeber. Dabei bleibt der Regiestil James Gunns seinem Erstling absolut treu. Optisch gibt es natürlich erneut viele spannende Ideen und die Musikauswahl ist dieses Mal etwas anders, haben wir doch den "Awesome Mix Vol. 2" im Rekorder, doch im Grunde bleibt bei den Guardians stilistisch alles beim Alten. An dieser Stelle könnte man also bereits schließen mit einem freundlichen "Wem der erste Film gefiel, der wird auch dieses Mal wieder Spaß haben."

Doch es wäre ja kein Review wert, wenn der Film nicht ein wenig mehr zu bieten hätte, als lediglich mehr vom Gleichen. Thematisch ist es dieses Mal selbstredend keine Origin-Story mehr, sondern die Figuren entwickeln sich und sind zu einem gewissen Maße zusammengewachsen. Zugleich gibt es jedoch auch nach wie vor einige große Egos, welche gelegentlich aneinander geraten. Vornehmlich geht es hier um Quill und Rocket (Bradley Cooper), die sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit miteinander messen müssen. Doch das Kernthema des Films ist keineswegs Entzweiung, sondern Familie.

War am Ende des letztes Films das Team als kleine Familie zusammengewachsen, steht dieses Mal wahrhaftig Familie im Zentrum - Peters Vater (Kurt Russell) und Peter, Gamora (Zoe Zaldana) und ihre Schwester Nebula (Karen Gillan), indirekt auch Yondu (Michael Rooker) und Rocket, Drax (Dave Bautista) Verlust der eigenen und das Gewinnen einer neuen Familie in seinem Team. Alles wird verknüpt unter diesem Hauptthema und so fühlt sich der Film insbesondere in diesem Bereich sehr konsistent an.

Also alles gut? Keinesfalls, denn auch in Guardians of the Galaxy 2 schleicht sich wieder das "Marvel-Problem" ein, welches schon Dr. Strange einige Schwierigkeiten bereitete: Der Film weiß einfach nicht wann es gut ist, wann man eine Szene einfach mal stehen lassen muss, wann man die Emotionen einfach mal ungedeckelt fließen lässt. Jedes Mal, wenn es an bedeutungsschwere Dialoge geht und die Figuren sich einander öffnen, schmeißt irgendwer quasi aus dem Off einen dämlichen Spruch rein. Und man möge diesen Punkt nicht falsch verstehen; der Humor im Film ist ausgesprochen gut, zumindest 90% der Zeit - es sind diese restlichen 10%, die den Film so viel kosten. Die ihn emotional immer wieder ausbremsen und ihm viel von der Herzlichkeit kosten, die er hätte haben können. Sicher, Gunn traut sich durchaus die Szenen zu komponieren und laufen zu lassen, mit stimmiger Musik, ruhiger Kamera - alles passt, bis dann mit "Humor" gedeckelt wird.

Und das tut der extrem positiven Grundstimmung des Films einfach nicht gut. Alles, was wirklich klasse funktionieren könnte, wirkt dadadurch unnötig zerfahren und zwanghaft. Ob und in welchem Maße Marvel/Disney auf diese Art von emotionaler Deckelung bestanden haben, vermag ich nicht zu sagen, aber ich weiß, dass sie mich immer wieder aus der Stimmung der Szene herausgerissen haben. Außerdem gab es ein, zwei Längen im Mittelteil des Films, die vermeidbar gewesen wären. 15 Minuten weniger Laufzeit hätten dem Film sicher nicht geschadet.

Glücklicherweise hat man zumindest das Finale sehr gut und stimmig umgesetzt und dem Film (sieht man mal von den 5!! In-/After-Credit-Szenen ab) einen extrem runden Abschluss verpasst. Ich möchte sogar behaupten, dass Guardians 2 eines der besten Enden der bisherigen Marvel-Historie hatte. Dazu kam ein weiteres Highlight im Bösewicht des Films, der ebenfalls einer der besten des bisherigen MCU war. Perfekt in die Story eingebunden, mit verständlichen Motivationen und einem ganz eigenen Konflikt, der zudem die Figuren einbindet. Hier hat man mal nachgedacht und nicht bloß wieder einen großen Strahl in den Himmel geschossen. Sicher, die Endmotivation ist irgendwo wieder eine Universen zerstörende, aber unterm Strich ist dieser Teil weniger relevant als die Beziehungen der Figuren untereinander.

Die Rollen der beiden Altstars Stallone und Russell werten übrigens den Film (teilweise enorm) auf und tun dem MCU extrem gut. Grade Russell hat sehr viel Screentime und stielt Szene um Szene ohne große Mühe, obwohl auch Pratt viele Glanzmomente hat. Aber den bereits etablierten Figuren einige neue Facetten abzugewinnen ist es, was den Film in diesem Bereich ohnehin so interessant macht.

Um das Thema noch kurz aus dem Fenster zu haben - ja die Effekte sind erneut spektakulär und klasse, Baby Groot (Highlight) und Rocket fügen sich erneut perfekt in den Cast ein und das 3D ist gewohnt überflüssig, aber nicht störend. Dazu kommt ein fettes Soundgewand gepaart mit dem tollen Soundtrack. Auf technischer Seite gibt es wirklich wenig zu meckern.

Fazit:
Guardians of the Galaxy 2 kann sich in etwa auf dem Niveau des Vorgängers einpendeln, vielleicht ein wenig darunter. Denn während der erste Film durchgehend eine locker-lustige Space-Opera bot, bei der es wenig emotional wurde, sondern Sci-Fi-Action im Fokus standen, will der zweite dann auch etwas für die emotionale Entwicklung seiner Figuren tun. Und obgleich die Ansätze hervorragend wären - immer wieder wird unpassend "humorvoll in die Szenen gegrätscht". Das trübt den Gesamteindruck grade deshalb so, weil der Film seinen Fokus dieses Mal eben auf Themen wie Familie und Zusammenhalt lenkt und eben nicht NUR eine gute und spaßige Zeit sein will. Besser umgesetzt hätte er so gleichwertig neben dem Erstling stehen können, durch dieses Ungleichgewicht fällt er im Vergleich ab, wenn auch nur minimal. So bleiben es unterm Strich


8/10 Punkte bzw. 4/5 Hüte,


für einen würdigen Nachfolger mit ein paar nicht zu unterschätzenden Schwächen, den man trotzdem grinsend verlassen wird und den ich jedem Fan des Erstlings relativ bedenkenlos empfehlen kann.



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Guardians of the Galaxy Vol. 2 Bewertung
Bewertung des Films
810
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5 Kommentare - Moviejones distanziert sich von Userbeiträgen.
theduke
Moviejones-Fan
Geschlecht | 10.05.2017 | 20:50 Uhr10.05.2017 | Kontakt
Jonesi

Abend Snake Ich konnte Heute Nacht nicht anders und setzte mich gleich nach dem Film hin und schrieb meine Kritik nieder, denn ich war zu aufgewühlt um pennen zu können. Eine Kritik war gar nicht geplant, denn ich wollte es ins Freestyle Zuletzt Gesehen reinposten, doch der Text wurde länger und länger, also Abbruch und ab in die Kritiklaughing Danach noch die von sublim durchgelesen und nun deine. Grob kann man ja sagen, es decken sich alle unserer 3 Meinungen.

Klar ich vergab auch 4 Hüte, wollte sie später noch auf 3,5 herabsetzen, doch mir ging es um den Ersteindruck direkt nach dem Film und nicht erst nach einem Tag wo ich mehr und mehr kritische finde und der erste Eindruck war gut aber leider nicht so gut wie Vol1. Gun hatte hier leider voll übertrieben und zwar in der Art des Humors und auch in der Masse. Masse statt Klasse könnte man hier sagen, wobei Part1 doch gezeigt hatte das diese Mischung damals genau die richtige gewesen ist. Bei deiner Kritik sehe ich zwar das dir der Humor gefallen hat, aber auch das er oft unpassend war. Es waren nicht die Sprüche von Peter, nicht von Gamora, auch nicht den Sarkasmus von Raccoon, ebenso nicht die Vielzahl die Groot so raushaute, sondern der von Drax. Sein trockener Humor war irre gut, aber nicht sein kitschiger Witz.

Kannst du mir einen Gefallen tun? Es gab eine Szene wo das Schiff die Milano einen Sprung machte um nach Bernheld zu machen, wo es dann abstürzte. Man sah dabei wie das Schiff im All mehrere Monde passierte und auf einem schlugen 2 Figuren aufeinander ein. Es ging so schnell das man kaum was genaues erkennen konnte. Bin der Meinung es könnte Hulk und Thor, oder Hulk und Thanos gewesen sein .

Was Russel Ego betrifft, da hatte ich mal wieder meine typischen Grinsetränchen im Gesicht, denn als man den jungen Ego auf der Erde zeigte, war ich voll wieder in den 80ern. Geil wie man das so gut darstellen konnte. Zudem wirkte das so echt und nicht so künstlich wie bei Fisher oder Tarkin SW-RO

Wer denkt im Internet kann man Punkte erlangen um der Größte zu sein, der ist im realem Leben oft der Kleinste.
ZSSnake
Expendable
Geschlecht | 02.05.2017 | 13:27 Uhr02.05.2017 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 02.05.2017 13:28 Uhr editiert.

@ AvecPlasir:

Erstmal danke fürs lesen und die lobenden Worte ^^

Was die Wertung angeht: ich hatte auch kurz überlegt, ob 3,5 oder halt die 4, aber am Ende überwog das breite Grinsen mit dem ich das Kino verließ dann doch gegenüber den Kritikpunkten.

Humor ist ja gemeinhin eine arge Frage des Geschmacks, ich fand Drax ausgesprochen amüsant im O-Ton, zumal der Film auch viel Wortwitz genutzt hat. Aber ich mag z.b. auch den Humor von Family Guy und Spongebob, weshalb "albern und etwas kindisch" mich nicht stört.

Was die Beerdigung anging war ich ganz froh, dass sie sie so gelöst haben...Man hatte den Respekt und die Traurigkeit, aber eben ein Minimum an Auflockerung was passte. Da gab es andere Szenen die dahingehend viel schlimmer waren.

Mein liebster Moment in den Credits:

Die Bestätigung aller Fan-Theorien, dass Stan Lee im MCU wirklich einer der Beobachter ist

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
AvecPlaisir
Moviejones-Fan
02.05.2017 | 12:59 Uhr02.05.2017 | Kontakt
Jonesi

Erst mal: Sehr gute Kritik und die bis jetzt beste, Stand heute *schleimen aus* tongue-out

Ich hatte mich zu einigen Ansätzen schon bei Sublims Kritik geäußert, möchte hier aber auch noch mal auf einige Anmerkungen von dir eingehen. (Habe den Film auch OV genschaut)

Und obgleich die Ansätze hervorragend wären - immer wieder wird unpassend "humorvoll in die Szenen gegrätscht"

Richtig, gerade bei Yondus Beerdigung wo ich nur dachte, nicht euer Ernst die Sache jetzt auch noch so albern anzugehen.

Zum Ende und Credits

Das Ende war definitiv solide mit Semi-Happy End. Yondus Tod war schon hart, vor allem weil er mir hier im zweiten Teil wirklich gut gefallen hat und sehr schön auf den Charakter eingegangen wurde .

Die Credits waren einfach nur bombe, vor allem die Groot Scene als Teenager der sein Zimmer nicht aufräumt, ich hab mich weggeschmissen! smile

Generell zum Humor

Alles in allem war das schon in Ordnung, wie schon von mir erwähnt haben mich 90% der Drax Witze genervt, was aber zu verkraften ist. ich weiß nicht wie er synchronisiert rüber kommt, vielleicht ist es hier ja besser. Dafür haben andere Gags sowas von gezündet. Und good ol Germany hat wieder ne Hasselhoff Schelle kassiert laughing

4/5 geht auf jeden Fall voll in Ordnung, auch wenn ich eher zu 3,5/5 tendiere, aber der Comic-Bonus näht den halben Hut noch ran ;)

ZSSnake
Expendable
Geschlecht | 01.05.2017 | 14:15 Uhr01.05.2017 | Kontakt
Jonesi

@ sublim:

Ja, hab ich quasi genauso bei dir grad drunter geschrieben - die Schwachpunkte sehen wir ähnlich ^^

Davon abgesehen waren bei mir die Erwartungen recht mittelmäßig, insbesondere nachdem die Reviews von "okay" bis "besser als der Erste" gingen, was wohl dafür sorgte, dass er mich positiv überrascht hat. Dazu kommt, dass ich ein extremer Sly und Kurt Russell-Fan bin, was nochmal zusätzlich ein wenig für Aufwertung gesorgt hat.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
sublim77
Moviejones-Fan
Geschlecht | 01.05.2017 | 14:10 Uhr01.05.2017 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 01.05.2017 14:12 Uhr editiert.

Trotz der unterschiedlichen Herangehensweisen (was die Art der Aufarbeitung des Films angeht) finde ich, dass wir im Kern die selben Schwächen in dem Film sehen. Ich denke, dass letzten Endes meine Bewertung zum Film wohl auch deswegen etwas niedriger ausgefallen ist, weil meine Erwartungen schon extrem hoch waren. Wie ich ja schon oft feststellen konnte, enttäuschen Filme bei denen die Erwartungen sehr hoch waren, eher als jene, bei denen man ohne Erwartungen hinein ging.

Wie auch immer, für mich sind die schwache Story (vor allem in der Mitte) und der zu gewollt wirkende Humor die größten Schwachstellen des Films. Doch auch ich empfinde das Ende als sehr gelungen.

Bei der Macht von Greyskull! Isch han uff de Grub Geschloof!!!