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Der Schwarze Falke

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Der Beste aller besten Western aller Zeiten

Der Schwarze Falke Kritik

Der Schwarze Falke Kritik
5 Kommentare - 08.07.2019 von MobyDick
In dieser Userkritik verrät euch MobyDick, wie gut "Der Schwarze Falke" ist.

Bewertung: 5 / 5

Hallo erstmal, ich möchte damit anfangen, dass ich ein bißchen verwundert bin: Ich war eigentlich felesenfest davon ausgegangen, dass ich eine Topliste mit den besten Western erstellt hätte, doch siehe da: Fehlanzeige. Also was soll ich machen? Eine Topliste erstellen natürlich :-)

Doch das Ergebnis dieses Rankings hat mich selbst ziemlich verblüfft, dass ich mir dachte, warum nicht eine meiner üblichen ellenlangen Quervergleiche erstellen und so die besten Western aller Zeiten zu würdigen. Also dann, die folgenden Filme haben allesamt ihre satten 10 Punkte verdient.

Als ich ein Kind war, wuerde ich an Western durch meinen Großvater herangeführt, und natürlich war DER Westernheld John Wayne. Und das war schon eine große Sache. Ein bißchen später hat mich dann mein Vater an die RICHTIGEN Western herangeführt, und seine Helden waren Clint Eastwood und Gary Cooper. Ich weiss bis heute, wie geflashed ich mit 7 oder 8 Jahren war, dass ich mit ihm bis zum Morgengrauen Zwei Glorreiche Halunken im Fernsehen bis zum Ende schauen durfte. Das war und ist bis heute für mich die Definition von cool. Und auf Jahrzehnte sollte ich im Lager Eastwood verweilen und Wayne als erzkonservativen Sesselfurzer wahrnehmen, der den gleichen Film dreimal dreht, nur weil er die Aussagen von 12 Uhr Mittags einfach so nicht dastehen lassen konnte.

Nun denn, weg von belanglosen Kindheitserinnerungen hin zu den Besprechungen der Filme.

Vorab nur kurz noch eine kleine Randbemerkung: Es ist schon schwierig, DEN besten Western aller Zeiten anzugehen, da Western an sich ein extrem breit gefächerter Begriff ist. So kann beispielsweise ein astreiner Eastern, wenn er alle übrigen Komponenten eines Westerns aufgreift, sehr wohl als Western angesehen werden und die meisten richtigen Western locker in die Tasche stecken (siehe zum Beispiel The Good, The Bad, The Weird) oder er kann tatsächlich in Down Under stattfinden und einer der besten Western sein (so zum Beispiel Quigley). Selbst ein Samurai-Film geht entfernt als Western durch, da hier sehr viele Parallelen vorhanden sind – auch wenn Kurosawa immer (in meinen Augen fälschlicherweise) behauptete, dass man die beiden Genres nicht gleichsetzen kann. So kommt es auch nicht von ungefähr, dass zwei der bedeutendsten Western von Kurosawas Samurai-Epen „inspiriert“ sind (Für eine Handvoll Dollar und Die Glorreichen Sieben).

Aber auch unabhängig davon ist ein westlicher Western nicht gleich Western. Es gibt da so viele Unterteilungen und –arten, dass es kaum möglich ist, von DEM klassischen Western zu sprechen, obwohl es ihn sehr wohl gibt (Höllenfahrt nach Santa Fe zum Beispiel ist der wohl klassischste und im prinzip DIE Blaupause der besten Western).

Die wirklich besten Western jedoch sind für mich diejenigen, die sich der typischen Western-Architektur annehmen, aber mit den ganzen Themen brechen und das Genre eigentlich demontieren – und das prinzipiell sogar ohne dass das Publikum es merken muss. Sie bedienen einerseits das Klischee und unterwandern es andererseits. Die besten Wewstern sind daher auch auf ihre Weise immer auch bittere Abrechnungen mit dem American Way of Life, gleichzeitig aber dennoch das Mythos zelebrierend. Und immer haben wir den Archetypus des Lonesome Cowboys im Focus – sorry Mädels, das ist ein Männerclub!

Also dann auf ans Eingemachte, jetzt kommen die Filme ohne besondere Reihenfolge, und danach am Ende kommt meine persönliche Rangfolge – wer also kein Bock auf mein Gesülze hat, aber meine Einordung sehen möchte, der kann gerne ganz zum Schluss scrollen :-)

Spiel Mir das Lied vom Tod

Hehe, ich leg schon mal bombastisch los, nicht wahr? Für viele der beste Western aller Zeiten. Zu recht. Leone zelebriert hier den American Way im Stile des Go West bis zum Exzess. Er demontiert die „Revolverhelden“ von einst und macht sie zu jämmerlichen Waschlappen, die den Kampf gegen den Kapitalismus eigentlich schon verloren haben. Ausbeutung, Marginalisierung, Emanzipation, Rache, Loyalität. All diese Themen breitet er in einer operettenhaften Inszenierung in einer Langsamkeit aus, dass es immer gerade noch gut geht. Aber Leones Timing ist einfach unübertroffen, die Langsamkeit, die hier zelebriert wird, wird so in der Art nie wieder erreicht werden, genausowenig wie die abrupten Gewaltspitzen, die sich gefühlt jahrelang anbahnen, nur um dann viel zu schnell zu verfliegen. Der Zweite Hauptdarsteller neben Leone ist in diesem Meisterwerk die Musik von Morricone, der hier gefühlt erstmals seine später typisch operettenhafte Verspieltheit an den Tag legt. Was später sehr oft als zu schwülstig und melodramatisch kritisiert werden wird, ist hier auf dem absoluten Höhepunkt seines Schaffens. Und das dritte im Bunde der Leute hinter der Kamera ist dieses unwahrscheinlich dichte und durchaus auch intelligente Drehbuch, das Leone unter anderem im Zusammenarbeit mit Bertolucci da verbrochen hat. Unter dem Deckmantel einer Rachestory trägt er die Story des einsamen Rächers zu Grabe und domestiziert den wilden Westen. Das ist der Beginn seiner Amerika-Trilogie, ganz klar. Es ist alles schwermütig und bitter, und selbst der coole Mundharmonika ist ein armes Würstchen, das wegen seiner Neurose jegliche Sexualität und dadurch auch Fortbestandsmotivation verloren hat. Und um genau diesen Aspekt – dass er die klassischen Motive des Westerns im Prinzip – zu Grabe trägt, besetzt Leone die Rolle des Schurken ausgerechnet mit Amerikas Everybodys Darling kongenial mit Henry Fonda. Und dieser spielt den abgehalfterten alten Lüstling dann auch mit so viel Verve, dass man fast das Gefühl hat, der alte Sabbersack stürzt gleich aus dem Fernseher. Claudia Cardinale war nie heisser und Charles Bronson ist für ewig die Mundharmonika. Jason Robarts hat die undankbare Rolle des redseligen Banditen a la Tuco, der die Sympathien des Publikums haben soll, und gerade dieser Archetyp verfällt in eine seltsame Lethargie und Melancholie, die den ganzen Film auszeichnet und ihn von der Dollar-Trilogie komplett abhebt.

Ein würdiger, großartiger, großer Film, der gerade so immer die Kurve kriegt, der seine lange Laufzeit eigentlich nie mit der Story rechtfertigen kann, und der einfach so nie funktionieren dürfte, in keinem Buch über das Filmemachen an sich! Und dennoch triumphiert er majestätisch und thront am Ende über der kurzen Epoche des Italowesterns als einziger europäischer Edelwestern!

Mein Name ist Nobody

Komischerweise ist gerade Nobody so nah thematisch, inhaltlich, inszenatorisch an Spiel mir das Lied vom Tod wie eigentlich kein zweiter Film. Und dennoch, unterschiedlicher können zwei Filme über das Ende des wilden Westens nicht sein, und dabei gleichzeitig die Kehrseite derselben Medaille wieder geben. Allein dafür gebührt diesem Film ein Riesenrespekt!

Die Geschichte besagt, dass Sergie Leone den Film eigentlich nur produzieren wollte, aber dann doch die Regie übernommen und fertiggestellt hat. Einerseits fällt es einem recht schwer, das zu glauben, weil Nobody so leicht und flockig rüber kommt wie kaum ein weiterer Film von Leone selbst, andererseits hat der Film aber auch extrem hohe Qualitäten, die regelrecht danach schreien, von Leone zu sein.

Terrence Hill spielt diesen Nobody mit solch einer lockeren Verspieltheit, und wird dabei mit der unsterblichen Musik von Morricone dermassen begleitet, dass man eigentlich den ganzen Film hindurch mit einem Lächeln (später dann im Erwachsenenalter sogar mit Gänsehaut) dasitzt. Mit einer unglaublich melancholischen Pfiffigkeit wird einmal mehr das Ende des wilden Westens zelebriert und das Ende des einsamen Scharfschützen vorbereitet. Henry Fonda hat die gleichzeitig dankbare als auch undankbare Rolle inne, dass er einerseits der Schurke, andererseits das Bauernopfer und zu guter Letzt auch der ahnungslose Held der Story ist. Sein Schutz(b)engel Nobody.

Auch hier haben wir einen Abgesang auf die alte Zeit des einsamen Revolverhelden und eine Andeutung der gesammelten feuerkraft der großen kapitalistischen Firmen, die nun diese Leute bündeln und für ihre Zwecke missbrauchen. Dies wird allerdings im Gegensatz zum Spiel mir das Lied vom Tod deutlich anonymer gehalten, da die vorliegende Geschichte auch eine deutlich intimere ist. Im direkten Vergleich mit allen anderen Filmen in dieser Liste ist Nobody einer der Schwächsten, aber er ist dennoch ein saustarker Beitrag im Genre, der die ganzen Genreelemente bedient, zelebriert, mit Ihnen bricht und sich durch die kongeniale Kombination Darsteller, Story und Musik unsterblich macht.

Zwei Glorreiche Halunken – eigentlich The Godd, The Bad, The Ugly

Leones Übermeisterwerk. Nie war Eastwood cooler, nie war van Cleef cooler, nie war Wallach cooler! Nie war Morricone besser! Und nie war Leone so locker, so flockig, so überragend Sarkasmus mit Subkontext verbindend. Ähnlich wie später bei Spiel mir das Lied vom Tod wird eine vordergründige Story dazu benutzt, den wilden Westen zu Grabe zu tragen und menschliche Abgründe zu ergründen. Oberflächlich geht es um eine Schatzjagd in den Wirren des amerikanischen Bürgerkrieges. Und immer wieder suggeriert uns Leone, dass die menschlichen Opfer auf beiden Seiten nur Menschen sind, Leute die ein Leben hatten, Hoffnungen, Träume, Menschen mit Idealen. Diejenigen die durchkommen sind die Drecksäcke, Duckmäuser und Wendehälse. Zwei unserer „Helden“ sind da im Prinzip keinen Deut besser, aber sie kennen sich mit dem Menschen nunmal aus und sind daher durch den schnelleren Finger am Abzug doch irgendwie besser. Nur Eastwoods Charakter scheint über den Dingen zu stehen, er kennt sich mit den Dingen aus, und tut auch die Sachen die er tut, aber immer schwingt bei ihm eine gewisse Sympathie für die Normalsterblichen, auch ist er diejenige Figur, die am ehesten sowas wie Loyalität an den Tag legt – natürlich nur im Rahmen des Möglichen. Und er ist auch derjenige, der am ehesten erkennt, was für ein Irrsinn da vor sich geht. Doch genauso ist er auch einfach nicht zu lesen. Er bleibt ein unbeschriebenes Blatt, eine Projektionsfläche für den namenlosen Revolverhelden, der zwar genauso böse sein kann, aber tief im Inneren ein Held sein kann. Er ist die Perfektionierung des Archetypen, der durch Shane geprägt wurde (Übrigens auch ein herausragendes und extrem einflussreiches Werk, das den Sprung in diese Liste wie so viele andere Meisterwerke leider aber nicht geschafft hat) und den Eastwood in der Folge noch unzählige Male variieren und teilweise sogar noch weiter mystisch überhöhen wird. Begleitet wird diese überragende Inszenierung von Morricones All-Time Classic Score, über den man eigentlich nicht genug reden kann aber über den man eigentlich kein Wort mehr sagen muss. Das hier ist eines seiner absoluten Highlights! Punkt! Über allem thront aber Leones pure Spielfreude mit dem Genre, den Versatzstücken und den Sehgewohnheiten des Publikums, sowie ein sagenhaft aufgebauter Spannungsbogen. So dauert es gefühlt eine Stunde bis der eigentliche Plot losgeht, bis dahin wird einem nur das Gekabbel der beiden Protagonisten gezeigt und die jeweiligen drei Archetypen näher gebracht. In dieser Welt ist eigentlich kein Platz für Frauen, und selbst dafür hat Leone Zeit, uns das zu zeigen. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass seine Heldenfiguren nie wirklich sexuell werden. Ab dem Moment, wo es in diese Regionen geht, wird die Frau unterjocht. Das ist eine Kritik, die Leone am normalen Mann hat, welche aber nie sonderlich gut verstanden wird, und Leone als Frauenverachtung vorgeworfen wird. Selbst wenn die Frauen abwesend sind, wird ihre Missachtung doch auf die Spitze getrieben, wenn Eastwoods Charakter als Hurensohn beschimpft wird. All das sind bewusste Entscheidungen seitens Leone, der hier sein bisheriges Meisterwerk abliefert. Und dabei den bisherigen Werken, die er abgeliefert hat, auch Tribut zollt. So kann man nicht so ganz von der Hand weisen, dass dieser Film möglicherweise ein Prolog zu Für eine Handvoll Dollar sein dürfte (übrigens ein ebenso wie Shane ganz großer Film des Genres, und gleichzeitig auch ein Remake eines der einflußreichsten japanischen Filme aller Zeiten). Und wenn es dann endlich – ENDLICH – nach 3 Stunden zum Finale kommt, dann – meine Fresse – hat man das beste und spannendste jemals auf Zelluloid gebannte Duell aller Zeiten vor sich – und selbst damit ist leone nicht zufrieden, denn er schlägt dann nochmal einen Haken und nochmal einen Haken und nochmal einen Haken. Ganz so als wisse er, dass dies sein letzter Italowestern in dem Sinne sein wird. Er hat den Italowestern erschaffen und er steigt aus dem Zug aus, so lange das Genre auf dem Höhepunkt ist. Chapeau.

Die Gefürchteten Zwei (Il Mercenario)

Der andere Sergio (aus der Segio-Italowestern-Dreifaltigkeit) und sein unterschätztes Meisterwerk. In dieser Liste der besten Western liegt er nur knapp vor Nobody. Der Italowestern hat sich gegen Ende der 1960er komplett in Richtung 1968er Nostalgie entschwurbelt und mit Mexiko als neuem Schauplatz und seiner Revolution eine Analogie der Revoluzzer-Mentalität des Klassenkampfes auserkoren. Aber der Italowestern ist schon immer ein schäbiges Genre gewesen, und dreckig. Und keiner war jemals so dreckig wie Sergio Corbucci (nie war ein Western schwärzer, hoffnungsloser und gleichzeitig so politisch als sein Silencio!). Corbucci hatte schon einige Erfolge im Italowestern vorzuweisen (Vor allem sein Django – das Remake von Für eine Handvoll Dollar, gerade mal ein Jahr nach ebenselbigem Film, der aber genauso einschlug und damals plötzlich als Synonym für den coolen Revolverhelden durchging, so ähnlich wie nur ein paar Jahrzehnte vorher Ringo oder ein paar Jahrzehnte später Rambo). Aber um ehrlich zu sein, der beste Filmemacher war er eigentlich nie, zum einen weil er auf Grund seiner Storys nicht die Mittel zur Verfügung bekam und zum anderen aber auch, weil er seine Werke auch immer fatalistisch aufblies. Und ausgerechnet bei die Gefürchteten Zwei gelingt ihm das Kunststück, ein perfektes Schelmenstück abzuliefern, das zum einen blendend unterhält, zum anderen zum Nachdenken anregt und letztlich dennoch Hoffnungslos und – voll zugleich zu sein. Und ähnlich wie Leone in Zwei Glorreiche Halunken hat er so viel Spass bei der Sache, dass er einfach kein Ende finden will, immer wieder fällt ihm was Neues ein, womit er seine Story weiter spinnen kann. Und er erzählt im Gegensatz zu Leone auch von tatsächlcihen Menschen, die sich im laufe der Geschichte tatsächlich weiter enbtwickeln, wie aus einem mexikanischen Bauern ein selbstbezogener Revoluzzerkönig wird, der nur an sich selbst denkt, im Laufe der Zeit ein getriebener Humanist wird, ist schon aller Ehren wert. Aber wie gleichzeitig aus des Teufels Advokat eben auch ein Humanist wird, ist schon grandios. Und wenn wir dann noch den legendären Jack Palance erstmals in der Rolle des Curly sehen (auf deutsch herrlich Ritschello), der scheinbar die Grenze zwischen Würde und Schäbig nicht kennt, dann hat uns der Film komplett an den Eiern. Und man kann es einfach nicht oft genug sagen: Das ist der Corbucci-Film, der mit Abstand die höchsten Production Values hat und jeden Cent davon auch verdient einsetzt. Ein weiteres Wort gehört natürlich dem Score von Morricone, der ja bisher in jedem dieser Filme aufgetaucht ist. Allein das ist schon ein Zeichen für die Klasse dieses Mannes! Alles in allem ist dieser Film bei weitem möglicherweise der Unbekannteste in dieser illustren Runde, aber er ist vieles (Intelligent, Witzig, Spannend, Sexy) nur nicht schlecht.

Vera Cruz

Endlich weg von Morricone ;-) Es heisst der Italowestern wäre mit „Für eine Handvoll Dollar“ geboren, das mag sein, aber „Vera Cruz“ ist die eigentliche Geburt eben jenes Genres. Und zwar in den USA, und zwar deutlich ein paar Jahre noch vor dem Leone-Klassiker. In Vera Cruz haben wir alle Zutaten der besten Italowestern bereits vereint und das kongenial auf der Leinwand gebannt durch das Star-Duo Gary Cooper und Burt Lancaster. Und es ist unglaublich, welch eine Chemie sich zwischen diesen beiden Top-Stars auf der Leinwand abspielt, während in den Wirren der mexikanischen Revolution ein jeder den eigenen Vorteil sucht. Dreckige Haupt-Figuren, noch dreckigere Schurken, dann aber doch weniger Italo-Western und mehr Film Noir (als gäbe es da eine strikte Trennung?) Frauen, die die Figuren den Kopf kosten können. Ein Meilenstein des Western und eine dringend benötigte Frischzellenkur für ein Genre, das zu dieser Zeit in den USA an den Rand der Bedeutungslosigkeit gedrängt zu werden droht. Cooper hatte den richtigen Riecher zur rechten Zeit und drehte binnen kürzester Zeit zwei der bedeutendsten Western der 1950er (High Noon der zweite!), die den Western in eine neue Zeitrechnung katapultierten. High Noon mag der bekanntere und offensichtlich häufiger zitierte Film sein, aber Vera Cruz ist der inoffizielle König unter diesen Werken, da er deutlich ambivalenter ist in seiner Figurenzeichnung, eine gehörige Portion Komplexität an den Tag legt und ein komplettes Genre um Jahre vorwegnimmt. Natürlich hilft auch ungemein, dass in Aldrichs Film Lancasters Zähne in Cinemascope so herrlich weiss glänzen :-D

The Wild Bunch

Und wir hangelnd uns weiter thematisch: Seit ein paar Filmen hängen wir uns ja an der mexikanischen Revolution auf. Also dann, wir hatten vorher den Film, der das ins Rollen gebracht hat, nehmen wir den Film, der das letzte Wort zu diesem Thema haben sollte.The Wild Bunch kann man prinzipiell auch als Platzhalter für Peckingpahs Oeuvre ansehen: Wir haben einen (oder mehrere) Männer, die aus der Zeit gefallen sind, bzw. die nicht mehr mit der Zeit gehen können, Gesetzlose, die das nur sind, weil sie nichts anderes können. Männer, zu müde, um weiterzumachen, aber zu kaputt, um aufzuhören. Männer, die mittlerweile zwar keine Illusionen mehr haben, aber immer noch gewisse Moralvorstellungen, welche sie seit jahren jedoch tief drinnen vergraben haben. Im Prinzip ist dies die Gegendarstellung der Wilden Horde aus Nobody, wo diesen Männern kein Gesicht zugestanden wurde, hier erfährt man schmerzlich so viel mehr über diese Männer als man es eigentlich wollte. Über allem thront eine Stimmung, als würde der Totengräber gleich alle abholen kommen, es ist weniger unheilvoll, als melancholisch hoffnungslos, oder eder die Hoffnung, dass es endlich zu Ende gehen sollte. Und dann schließlich geht es deutlich zu Ende. Ein Ende das es dermassen in sich hat, dass der Film auf Jahrzehnte ab 18 war. Das ist ein folgerichtiges Ende für ein Genre und gleichzeitig ein Abgesang und ein Hohelied auf alte Tugenden, mit dem Wissen des Erwachsenen, dass um zu überleben, man sich die Hände dreckig machen muss, und dass keiner, der hier lange überlebt hat, mit sauberen Karten gespielt hat (diese Prinzipien hat Peckingpah sowohl mit Pat Garret jagt Billy Kid als auch mit Bringt mir den Kopf von Alfredo Garcia komplett überhöht zu Ende gedacht, aber nirgendwo war er so publikumswirksam wie hier). Auch wenn The Wild Bunch kein Italowestern ist und eher dem Begriff Spätwestern untergeordnet werden könnte (Der vergebliche Versuch Hollywoods den Italowestern mit dem typisch amerikanischen Western und der spät 1960er Früh 1970er New Hollywood Vibes zu vermählen), so ist er thematisch zu nah am Italowestern, als dass er hier nicht den Rahmen hergeben sollte. Ein überragendes Meisterwerk, das sehr oft – vor allem in der grafischen Darstellung des Fianles – versucht wurde kopiert zu werden, aber nie gelungen ist (Ausgelöscht mit Nick Nolte kam mal sehr nah dran …)

Erbarmungslos

New Hollywood, Western, Abgesang, Eastwood. Das beisst sich doch? Mitnichten! Eastwood hat seine Hollywoodkarriere ganz klar seinem Ruhm der Italowestern-Ära zu verdanken, und obwohl er in den USA mit Dirty Harry unsterblich geworden ist, und so den Urban Cowboy massgeblich mitgeprägt hat (hauptsächlich mit dem unterschätzten Coogan, den ich für deutlich besser als Dirty Harry halte), so ist er in regelmäßigen Abständen doch zum Western zurück gekehrt, und nachdem er selbst erfolgreich Regisseur wurde, hat er diesen ohnehin schon demontierenden Westernziel immer weiter fortgeführt. So hat er zum einen das Genre ad absurdum geführt und die Gesellschaft als ein Haufen Arschlöcher gebranntmarkt, die eine Bestrafung verdienen (Fremder ohne Namen), oder er hat ein Hohelied auf die Outlaws herangeführt und diese Menschen völlig entmystifiziert und zu einem Haufen von Außenseitern gemacht, die sehr wohl ein Happy End verdienen, obwohl die böse Außenwelt es ihnen missgönnt (Der Texaner). Alles Filme, die genau zum Gusto der Zeit passten und dennoch zeitlose Meisterwerke waren. Aber Eastwood hat noch ein weiteres Drehbuch in den Händen gehabt. Von dem er wusste, dass es Gold ist. Er hat zum einen gewartet bis er alt genug war, die Titelrolle zu spielen und dann nochmal weitere jahre, bis er Gene Hackman überzeugen konnte, den Antagonisten zu mimen. Hinzu kam mit Morgan Freeman ein grandioser Nebendarsteller, und mit Richard Harris wurde ein weiterer namhafter Darsteller der 1970er „bewussten“ Western-Epoche (Der Mann, den sie Pferd Nannten) verpflichtet. Und das Ergebnis ist ein Meisterwerk, das so gut ist, dass wen man sich entschliesst, man habe genug Western gesehen und will dem Genre den Rücken kehren, dies der letzte Film sein sollte, den man dann schaut. Der Film ist so gut wie kaum ein Zweiter, er hat ein Drehbuch, das so viele Ebenen abdeckt, dass man es kaum in Worte fassen kann, es wird mit so ziemlich jeder Konvention gebrochen, die es in diesem Genre gibt, dass ganz klar aus welchem Jahrzehnt das Drehbuch ist, die Darsteller sind allesamt über jeden Zweifel erhaben. Und im Finale zitiert Eastwood sowohl sich selbst in mehrfacher Hinsicht als auch demontiert er alles was er in seinen vorhin genannten Filmen so sorgsam aufbaute. Das ist ein Film, der keine Hoffnung geben kann, das ist ein Film, der keine Gewinner haben kann, das ist ein Film, der nichts von wegen Gerechtigkeit preis gibt, und trotzdem ist man am Ende erschlagen von dieser Wucht von Film. Das hat nichts damit zu tun was man verdient!

Der Schwarze Falke

Ich mach es kurz (höhö): Der Schwarze Falke ist ohne Umschweife der beste Western aller Zeiten vom besten Westernregisseur aller Zeiten!

Und jetzt in etwas länger: Es hat schon seinen Grund, warum John Ford trotzdem in dieser Auflistung bisher nicht aufgetaucht ist, er ist einfach zu lange her und die Sehgewohnheiten haben sich geändert. Außerdem hat man mit John Wayne den Westernhelden von deinem Opa als Hauptdarsteller, anstelle des coolen Eastwood (oder Cooper). Nimmt man noch hinzu, dass mit dem Italowestern, der 1968er Bewegung und dem Spätwestern das Genre aufgebrochen, zu Grabe getragen und dann immer nur sporadisch wiederbelebt werden konnte, dann kann so ein klassischer Western einfach nicht gewinnen!

Das ist völliger Quatsch und Absurd: Der Schwarze Falke ist kein klassischer Western, er ist alles, nur nicht klassisch. Und wenn selbst ein Tarantino, der bekennender Fan von den Zwei Glorreichen Halunken ist, viel häufiger in seinen Bildkompositionen sich bei John Ford bedient, dann sollte das selbst den größten Kritikern doch ein Zeichen sein!

Die Story hört sich ja schon ziemlich klassisch an: Böse Indianer schlachten eine Familie ab und entführen die Tochter, John Wayne schwört die Tochter zurück zu holen und die Indianer zu bestrafen! So weit so schlecht.

Aber was John Ford aus dieser simplen Prämisse zaubert ist in allen Belangen allen anderen Western um Jahrzehnte, nein um Jahrhunderte, überlegen.

Zum einen zaubert er ein astreines Charakterdrama eines Bösewichts, eines Getriebenen, der nur dadurch Frieden findet, dass er eben diesen Frieden nicht mehr finden kann (Eine Charaktereigenschaft, die Peckingpah sich sehr viel später zu eiegn machte!). Zum anderen macht er die Suchenden zu Figuren, die an ein Versprechen gebunden sind und nur wegen ihrer Moralvorstellungen, dass sie dieses Versprechen einfach nicht aufgeben können, vor die Hunde gehen – das ist Dürrenmatts Versprechen nur noch viel weiter gefasst. Und letztlich haben wir es mit einem oberflächlich extrem weißen Film zu tun, der die Indianer wie so üblich zu jener Zeit einfach nur als das pure Böse hinstellt, aber unter der Oberfläche ist es ein extrem ambivalenter Film, denn was die Männer dann schließlich vorfinden und die Konsequenz, die gezogen wird, wird einerseits vom weißen zahlenden Publikum bejubelt, andererseits ist es eine intelligente Abrechnung, da dieses Publikum erst gar nicht merkt, wie sie vorgeführt werden, wie ihnen gezeigt wird, dass Aktion zu Reaktion führt. Dass das alles erst passieren konnte, weil der weiße Mann zuerst Blut vergossen hat. Das aufgesetzt wirkende Happy End ist eigentlich gar keines sondern spiegelt den Teufelskreis wider, der auf dem Rücken der unterlegenen Indianer und der Kinder ausgetragen wird, die diese Schuld irgendwie erben müssen.

Der Schwarze Falke ist unversöhnliches bitteres Kino, das den Finger in die Wunde legt und dabei deutlich intelligenter und subtiler gezeichnet ist als beispielsweise ein Feinde-Hostiles (ein ebenfalls für heutige Verältnisse überragendes Werk, das jedoch am Ende etwas scheinheilig versöhnlich wird). Das ist der einzige Film in dieser Auflistung, der das Thema Indianer hat (Mal abgesehen von der Nennung des texaners bei Erbarmungslos), da jeder der großartigen Filme mit einem Genretypus bricht und der beste Film, der den bisherigen Genreklischees des Indianer zuwider läuft nun mal der ist, der auf dem ersten Blick eben diese bedient.

John Ford ist im Gegensatz zu allen anderen Regisseuren in dieser Liste in erster Linie ein Western-Regisseur, und er hat so ziemlich jedes Genre genommen und es ins Western-Korsett gequetscht. Und immer war das Ergebnis überragend (so ist beispielsweise auch Die Hateful Eight eine ganz klare Hommage an Höllenfahrt nach Santa Fe, welche mittlerweile als Blaupause für Kutschenwestern anzusehen sein sollte), und immer hat er eigentlich mit den Archetypen auf eine solche Art und Weise gebrochen, dass das Publikum es nie mitbekam. Am Auffälligsten vielleicht bei Der Mann der Liberty Valance erschoss, wo er falschen Starkult und Westernhelden an sich komplett demontierte, aber beim Schwarzen Falken ist er auf dem absoluten Höhepunkt. Das ist ein Film, der möglicherweise dem Indianerwestern und den amerikanischen Ureinwohnern an sich viel Schlechtes beschert hat, aber das liegt nicht am Produkt sondern am Publikum!

Meine Rangfolge

Ich persönlich sehe vier Filme ganz oben, die anderen gehören irgendwie auch rein, weil sie verschiedene Aspekte der vier besten abdecken.

Von den Top 4 finde ich persönlich Spiel mir das Lied vom Tod am schwächsten, gerade weil er so schwermütig und gleichzeitig so operettenhaft ist. Das ist Jammern auf ganz hohem Level! Auf Platz drei müßte eigentlich Zwei Glorreiche Halunken stehen, aber ich liebe diesen Film, daher irrationalerweise Erbarmungslos. Also Zwei Glorreiche Halunken auf Platz Zwei. Und Der Schwarze Falke ist bei mir ehrfürchtigerweise auf Platz 1. Das ist der Film, den ich von den Top 4 am wenigsten mag, aber ich kann nicht umhin seine Qualitäten anzuerkennen.

Also dann:

8. Vera Cruz

7. Mein Name ist Nobody

6. Il Mercenario

5. The Wild Bunch

4. Spiel mir das Lied vom Tod

3. Erbarmungslos

2. Zwei Glorreiche Halunken

1. Der Schwarze Falke

Und jetzt zur Frage, ob Wayne oder Eastwood?

Das war ehrlich gesagt nie die Frage. Die Frage war Ford oder Leone oder wer sonst noch?

Und obgleich ich Leone für einen der besten Regisseure aller Zeiten halte und fast jeder seiner wenigen Filme ein Meisterwerk ist, war Ford unbestritten der beste Westernregisseur aller Zeiten – in guten wie in schlechten!

Der Schwarze Falke Bewertung
Bewertung des Films
1010
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Tim : : King of Pandora
23.07.2019 10:46 Uhr
0
Dabei seit: 06.10.08 | Posts: 2.921 | Reviews: 192 | Hüte: 79

Wow, was für ein Mammutwerk. Aber schade, dass du das nur an den Film gehängt hast, so geht das als Kritik fast unter. In gewisser Weise sind das ganz viele Kritiken in einer, die danach eine Topliste verdient hätten.

Nummer 8,6 und 1 auf deiner Liste habe ich tatsächlich noch nicht gesehen.

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DrStrange : : Moviejones-Fan
09.07.2019 12:27 Uhr
0
Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 764 | Reviews: 6 | Hüte: 17

@MobyDick:

Wahrscheinlich würde ich das auch so sehen, würde ich mich noch an das Original von Kurosawa erinnern. Aber das ist bei mir Jahrzehnte her. Ich weiß nur, das ich den Film sehr beeindruckend fand. Sollte ich wohl doch mal wieder zur Vorlage bringen.

Ähnlich geht es mir mit "Die Gefürchteten Zwei". Das ist nun schon so lange her, das ich einfach keine vernünftig, tragende Aussage zu dem Film mehr anbieten kann.

Dafür das oft das Western Gerne belächelt wird, hat es erschreckend viele Klassiker auf die Menschheit losgelassen. (was natürlich der Masse an Filmen geschuldet sein kann) Diese Filme mit den B-Helden haben eben auch einige Perlen abgeworfen, welche vielleicht nicht bedeutend, aber wirklich sehenswert sind. Audie Murphy fällt mir dazu sofort "Auf der Kugel stand kein Name" ein. Bei Robert Taylor empfand ich immer, das er nicht so Recht in das Genre passte. Der war besser im klassischen Abenteuerfilm aufgehoben ala Ivanhoe.

Von den größeren Namen wie James Stewart oder Robert Mitchum will ich gar nicht anfangen, aber wie du selbst schon schreibst, fehlen dann natürlich noch die "Indianerwestern" bzw. auch die Bürgerkriegs- und Kavalleriewestern. Im Prinzip ein Fass ohne Boden, wenn man mal anfängt...

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MobyDick : : Moviejones-Fan
09.07.2019 11:17 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 4.753 | Reviews: 74 | Hüte: 317

DrStrange

Hammer, wie ähnlich wir die Sachen sehen. Nur kurz zu deinen Kommentaren:

Bei den Glorreichen Sieben war ich auch jahrelang der meinung, dass er einer der besten Western aller Zeiten ist, aber was ihn dann letztendlich für mich nicht in diese Top of the Tops Liste gebracht hat, ist die Tatsache, dass der Film so viel schlechter ist als die 7 Samurai, da klaffen für mich Welten dazwischen, daher kann ich ihm nicht guten Gewissens den Status überlassen, den er möglicherweise ohne das Wissen um den Kurosawa Klassiker inne hätte.

Leichen pflastern seinen Weg ist auch für mich einer der krassesten und besten Western, aber der ist schon so krass, dass er eigentlich kaum noch All-Time-Massentauglich ist. Der hätte bei mir aber auch schon seine 9 Punkte.

Bzgl Glenn Ford und anderen B-Movie Darstellern: Ja klar gibt es da auch immer wieder diese B-Movie Helden, die auch mal den einen oder anderen ganz großen Wurf abgeliefert haben: Audie Murphy und Randolph Scott gehören sicher dazu, oder Robert Taylor, der auch mindestens zwei sehr große Western hat. Alles Filme, die ich immer wieder ganz gerne sehe.

Und wie ja schon angedeutet, auch die Western von Sergio Solima sind der absolute Hammer, oder der Tod ritt Dienstags (ganz klar eine Art Vater von Django Unchained), die Liste kann man ewig so weiter ziehen und ich denke wir werden locker noch 150 mindestens gute Western finden.

Dünyayi Kurtaran Adam
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DrStrange : : Moviejones-Fan
09.07.2019 10:20 Uhr
0
Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 764 | Reviews: 6 | Hüte: 17

@MobyDick:

Mein ausgesprochener Lob an dich für diese prachtvolle Liste und deine sehr fundierten und informativen Erläuterungen. Das war nun wirklich sehr spannend zu lesen.

Ich bin selbst durch meinen Vater mit Western aufgewachsen und zähle Wayne, Eastwood und Co. entsprechend zu meinen Favoriten. Im Prinzip schaue ich mir quasi jeden Western an, den ich in die Finger bekomme. Da kann ich gar nicht anders... ist wie ein Zwang. Und ohja... ich kenne verdammt viele Western. Teilweise verwischen die Grenzen bereits.

Das "Mein Name ist Nobody" in deiner Liste auftaucht, hat mich regelrecht entzückt. Ich habe den Film im mehr als reinrassigen Italo-Western gesehen, als die sonstigen Hill-Klamauk Filme. Sicherlich das beste was seitens Hill jemals in Umlauf gekommen ist und Henry Ford spielt hier nochmals famos einen Abgesang.

Vera Cruz ist ebenfalls einer meiner Top-Western, aber ich habe ihn nie als Vorreiter des Italo-Westerns gesehen. Dazu waren mir die Grenzen zu stark definiert. Letztlich ist Coopers Figur doch wieder der (nicht perfekt) strahlende Held. Den unvermeidbaren Konflikt am Ende des Films haben wir in der Form auch in vielen anderen Western schon gehabt. Aber bei einem sind wir uns einig... nie waren Zähne strahlender. wink

Zwei glorreiche Halunken wäre bei mir auch in den Top10. Nicht weil er der beste Western ist, aber ich ein Faible für den Film habe... und natürlich für Eastwood.

Erbarmungslos wäre für mich ein Kandidat für Platz 1. (vielleicht) Wie du schon sagst, hier hatte Eastwood eine Goldstück in der Hinterhand. Die Tatsache das am Ende alle als Verlierer und hoffnungslos dastehen und dies auch Minute für Minute eindeutig vor Augen führt, macht den Film zu einem mächtigen Meisterwerk.

Spiel mir das Lied vom Tod ist schwierig. Zum einen vielleicht der Klassiker des Abgesangs und perfekt inszeniert, aber heute eine leichte Qual in anzusehen. Der Film doch so zäh wie Lava... wäre er nicht so perfekt, hätte er nichts in einer solchen Liste zu suchen.

Ich müsste mal in mich gehen ob meine Liste auch so aussehen würde. Möglicherweise am Ende schon. Aber ich sehe schon ein paar Filme vor mir die ich hier schmerzlich vermisse.

Zum einen "Die glorreichen Sieben". Der Film (nicht die Folgefilme oder das verkorkste Remake) stellt für mich so ziemlich den perfekten Western dar. Zum einen die klassischen Heldenfiguren und die auch etwas schäbigeren Protagonisten als zusammengewürfelter Haufen. Einen Antagonist der sich vollkommen im Recht sieht und die Helden entsprechend hinterfragt. Dazu auch 1960 schon ein Abgesang auf das Heldentum des klassischen Westerns, der nicht einer gewissen Hoffnungslosigkeit entbehrt.

Als Freund von Corbucci, komme ich nicht am "Ur-Django" vorbei. Ich finde das Corbucci hier simple ausgedrückt, "Für eine Handvoll Dollar" perfekt verbessert hat. Obwohl wie hier so ziemlich das gleiche vorgesetzt bekommen, wirkt Corbuccis Werk wie "FeHD" aus der dreckigen Hintergasse.

Und eine Top10 Liste ohne "Leichen pflastern seinen Weg" kann ich mir auch nicht vorstellen. Ein Kinski in Höchstform in einem eisigen, verdreckten Bastard eines Films. Das bitterböse und hoffnungslose Ende, hätte prima zu unserer Horror-Diskussion mit @Silencio gepasst.

Deiner Meinung, Begründung und Platzierung von "Der Schwarze Falke" kann ich eigentlich nur zustimmen. Wobei ich einer der wenigen bin, die auch den Vergleichswestern "Totem" mit Glenn Ford viel abgewinnen können. Überhaupt fand ich Ford, obwohl eher ein B-Western Darsteller, immer grandios in seinen Rollen. Müsste ich mich für einen Western von John Wayne entscheiden, wäre hier aber haarscharf "Hondo" ebenfalls ein heißer Anwärter.

Letztendlich bringt dein Fazit es eigentlich eindeutig auf den Punkt. Egal wie die Frage eigentlich lautet, die Antwort ist nicht 42, sondern Ford.

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MobyDick : : Moviejones-Fan
08.07.2019 14:35 Uhr
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Keine Ahnung, ob dies meine längste Kritik ist, aber sie ist verdammt lang, selbst für meine Verhältnisse, eigentlich wollte ich eine Topliste mit den besten Western machen, nachdem ich mit Überraschung festgestellt habe, dass ich gar keine Western-Topliste erstellt habe (ich wundere mich immer noch). Dann habe ich angefangen, kurze Argumente zu sammeln und gemerkt, dass es doch ausführlicher wird. Also dann, da haben wir den Salat wink

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