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Guardians of the Galaxy Vol. 2

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Guardians of the Galaxy Vol. 2 Kritik

Guardians of the Galaxy Vol. 2 Kritik

Guardians of the Galaxy Vol. 2 Kritik
0 Kommentare - 28.04.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Guardians of the Galaxy Vol. 2" ist.
Guardians of the Galaxy Vol. 2

Bewertung: 3 / 5

Die Guardians unter der Leitung von Star-Lord (Chris Pratt) führen einen Auftrag für Ayesha (Elizabeth Debicki), der Anführerin der Sovereign aus. Sie sollen ein Monster bekämpfen, um im Austausch dafür Nebula (Karen Gillan) erhalten. Zusammen mit Gamora (Zoe Saldaña), Drax (Dave Bautista), Groot (Vin Diesel) und Rocket (Bradley Cooper) bekämpfen sie das Wesen und erhalten Gamoras Schwester. Doch bei der Übergabe bestiehlt Rocket die Sovereign, wodurch sie bei ihrer Abreise verfolgt werden. Durch einen Zufall gelangen sie auf den Planeten des seltsamen Ego (Kurt Russell).

Identität ist ein Wort, daß keine Anstrengung erfordert. Man hat einfach eine. Und wenngleich die Identität etwas ist, daß im Pathos von Geschichten und Erzählungen immer hochgehalten und herausgestellt wird, so ist es im Prinzip nichts, wofür oder wogegen man arbeiten müsste. Das kann gut, wie auch schlecht sein. Heute sprechen wir davon, daß eine Generation, das Kino oder auch der breite Konservatismus an einer Identitätskrise leiden. Die Gründe und Themen, die es dort zu behandeln gilt, sind ja vielfältig und universelle Antworten gibt es dadurch nicht. Pseudocleveren Analysen folgend könnte man dann sagen, man hat alles, oder man hat eben gar nichts. Im konservativen Hollywood, zu dem leider auch der hochgehaltene James Gunn gehört, ist die Familie alles. Die Familie, egal ob biologisch, oder eben die Familie, die man sich selbst aussucht. Ersteres ist ein gutes Stichwort für später. Doch ja, Familie ist alles und so geht es in diesem Werk zunächst darum, sich dadurch zu erklären, daß man ja nie einen Daddy hatte. Der coole Outlaw Star-Lord will mit Daddy Ballspielen und möchte den Vater haben, den er nicht nur nie gehabt hat, sondern den Vater, den er sich immer in seinen Träumen ausgemalt hat. Pseudotiefgründig, weil man offensichtlich keine anderen Probleme hat. Ja, der Film erklärt die Welt des einfachen Volks und Lieschen Müller hat gerade Tränen in den Augen.

Trailer zu Guardians of the Galaxy Vol. 2

Unterdessen leidet Guardians of the Galaxy Vol. 2 vor allem daran, Tonal nicht ganz zusammenzukommen. Damit ist es tatsächlich auch das erste, aber leider nicht letzte Beispiel im großen Marvel Cinematic Universe. Es gibt da im späteren Verlauf diesen Ödipus-Trigger, der vor allem wieder den armen, kleinen Star-Lord antreibt und eine unerwartete Wendung bringt. An der Stelle sei noch erwähnt, daß das natürlich schlimm ist, aber die Thematik wenig originell und damit auch problematisch. Was der Film aber zwischendurch mit sich bringt, sind vor allem Witze, die super infantil, ironisch und sarkastisch aufgeladen sind. Ironischerweise ist der Film gerade in seiner Kombination Drax und Mantis mit das witzigste, was das gesamte Marvel-Universum zu bieten hat. Aber das ist gleichsam auch ein Problem, weil ich nicht einerseits infantile Pippi-Kacka-Witzchen bringen kann und dann auf der anderen Seite mit „Ich hab deiner Mama einen Tumor in den Kopf gepflanzt.“ Das ist eben aus dem, was der Film ansonsten so erzählt, zu kontrastreich und beißt sich. Gerade, auch wenn man bedenkt, daß der Film durch seinen sehr in den Vordergrund gerückten Soundtrack eigentlich als Unterhaltung fungieren möchte. Und so sitzt man da und weiß das Werk eigentlich nicht recht zuzuordnen, weil auch die Gewichtung der einzelnen Themen und Tonalitäten nicht so ganz funktionieren möchte.

Wieder zum Thema der Väter, muss man sagen, ist Gunn kein wenig subtil. Es ist wie in Inzesthausen oder Königsmund, in dem plötzlich jeder irgendeine Form von familiärer Bindung zu irgendwem hat. Gut, zugegeben, die Guardians fungieren da als Ersatzfamilie, um den Konservatismus noch irgendwo zu rechtfertigen und man darf es Gunn auch hoch anrechnen, daß er der biologischen Familie durchaus Ecken udn Kannten gibt. Dieser Disney-Kitsch, nachdem sich alle eben freudig in den Armen liegen, Liebkosen, Kuscheln und jede Hürde überkommen wird, spiegelt in Keinsten die Realität wider. Es gibt auch scheiß Familien, um das mal ganz deutlich zu sagen. Daß ist natürlich auch den meisten bewusst, aber für Konservative ist das noch mal eher ein Schlag in die Magengrube, als für liberale Menschen und das Stichwort Vater ist da ganz gut. Gerade die Nachkriegsgeneration wird da ja ein Lied von Singen können. Jedenfalls in der Ersatzfamilie, gibt es hier am laufenden Band Vater-Sohn-Beziehungen, oder Familienbeziehungen im Allgemeinen. Quill und Yondu. Quill und Ego. Ego und Mantis. Drax und Mantis. Rocket und Groot. Yondu und Stakar. Und so weiter und so fort. Richtig subtil ist das nicht, muss es aber auch keineswegs sein. Das ist ja nett und der Gedanke ist ja, daß zu übertragen und sich zu sagen, daß man sich vielleicht in dieser Welt noch auf jemanden Verlassen kann. Und ja, auch daß ist nicht grundlegend falsch, aber als Thema so universell, daß es viel zu einfach ist.

Stilistisch muss man aber dennoch den Mut von James Gunn bewundern. Denn in Sachen Stil und Artdesign legt er im Vergleich zum Vorgänger noch mal deutlich einen drauf. Da werden dann Acarde-Spiele, absolut monotone Aliendesigns, oder eben sehr billige Aufmachung von Figuren benutzt, um den Zuschauer zu unterhalten. Ungewöhnlich für sonst sehr geerdete und auf ernst getrimmte Science-Fiction-Filme jüngerer Tage. Heute haben Filme ja sowieso noch viel weniger eine Handschrift, oder eine Aufmachung, die irgendwie gewagt wäre. Ob man da zu Beginn ein Tentakel-Alien aus irgendeinem peinlichen Hentai braucht, sei mal dahingestellt. Aber ja, Guardians of the Galaxy Vol. 2 ist definitiv ein Film, zu dem man eigentlich einen Zugang braucht und dennoch gelingt es Gunn dieses Werk so massentauglich, wie möglich zu gestalten. Unterdessen gelingt es Gunn anhand der Alienrasse der Sovereign den Transhumanismus und damit moderne Ideale ad absurdum zu führen. Die großartige Alienrasse, der es auch völlig egal ist, ob sie sympathisch daherkommt, ja sogar eine Art gehobenen Tonus darin sieht, asozial zu sein, die dann wiederum aber in all ihrem Handeln eingeschränkt ist. Das ist schon recht unterhaltsam und witzig geschrieben.

Daddy hier. Daddy da. Guardians of the Galaxy Vol. 2 erklärt Poesie und Drama mit dem banalsten aller Konflikte. Darüber hinaus weiß er nie so ganz den Spagat zwischen Ernst und Humor zu meistern. Das ist schade, weil es durchaus viele interessante Ideen und ein Gespür für die Charaktere drinsteckt. Die Mini-Variante eines Familiendramas, daß eben kreativ, aber nie so ganz zu zünden vermag.

Guardians of the Galaxy Vol. 2 Bewertung
Bewertung des Films
610

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