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Hellboy - Call of Darkness

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Schlock Value

Hellboy - Call of Darkness Kritik

Hellboy - Call of Darkness Kritik
3 Kommentare - 12.01.2020 von MB80
In dieser Userkritik verrät euch MB80, wie gut "Hellboy - Call of Darkness" ist.
Hellboy - Call of Darkness

"My God, its terrible. And also quite wonderful.
[...]
But a bad movie - a seriously bad movie, like Basic Instinct - is something to embrace.
It has Schlock Value."


- Richard Roeper

Trailer zu Hellboy - Call of Darkness


Okay, okay, ganz so weit wie Mr. Roeper würde ich beim Hellboy Reboot/ Remake nicht ganz gehen, aber die Richtung ist korrekt. Denn Hellboy (2019) ist sehr definitv kein guter Film, und man merkt ihm allerlei Probleme, die ja auch schon kurz nach den ersten vernichtenden Kritiken und dem schwachen ersten Wochenende schnell publik wurden, in der Produktion an. Unorganisch zusammengeschnitten, holprig und episodenhaft erzählt und geplagt von teilweise abscheulichen Effekten und miserabel getimetem Humor kommt man nicht darum herum, gleichzeitig über und mit dem Film zu lachen. Es ist ein wenig wie die Nacktszene einer Person zu sehen, die es besser gelassen hätte, aber darauf bestanden hat.


Nach einem kurzen Intro, in dem uns "Nimue" als zentale Antagonistin vorgestellt wird und das aussieht, als ob es auch wunderbar als zweitklassiges Musikvideo einer zweitklassigen Metalband funktioniert hätte, heften wir uns also an die Fersen des titelgebenden "Hellboys". Achso, wer gehofft hat, das schauspielerische Spektrum von Milla Jovovich hätte sich nach Jahren im Filmgeschäft irgendwie erweitert: Nope, sie ist immer noch genau so ein nasses Handtuch wie in den "Resident Evil" Filmen (ich denke, die Regisseure haben dies inzwischen auch verstanden, weshalb sie auch nur noch eine Art zerrissenes Handtuch tragen darf). Und nachdem man beim ersten Witz schon denken durfte "Hey, den Schnitt hätte ich besser hinbekommen" sind wir schon beim ersten Kampf und der ersten mumbo-jumbo "wir setzen den Plot in Bewegung" Dialogszene. So, da ist absolut nichts verkehrtes mit einem kleinen Rätsel am Anfang des Filmes, um ins Rollen zu kommen (was bei Citizen Kane funktioniert, darf auch bei anderen Filmen gehen), aber Hellboy macht aus der Tugend eine Not, und der Film ist vollgestopft mit solchem Gemurmel, das sich mit erklärenden Rückblenden und Actionsequenzen abwechseln, ohne dass sich dabei irgendein dramatischer Fluss oder gar ein Thema ergibt. Es wird soviel von irgendeiner Prophezeiung geredet, ohne dass diese wirklich greifbar wird, dass bei den dann immer wieder "passierenden", grotesken Gore-Momenten Vergleiche a la "Star Wars Prequels meets Evil Dead" im Kopf des Zuschauers auftauchen. Nur, ohne jemals die spassigen Höhen des zweitgenannten zu erreichen.


Den Schauspielern kann man dabei am wenigsten in Rechnung stellen, sie machen das möglichste daraus, was ihnen gegeben wird. Schwächstes Glied ist leider ganz klar Frau Jovovich, wodurch die Chance verpasst wird, die Handlung durch eine erinnerungswürdige Bösewichtin zu kompensieren. Die Handlung stellt allerdings ein echtes Problem dar, und ist im Kern lediglich eine Verwurstelung der Themen der beiden Tel Toro Filme (Daddy issues und auf welcher Seite steht nun Hellboy), ohne irgendetwas eigenes oder gar interessantes beizutragen. Diverse Charaktere betreten die Szenerie, und verschwinden wieder, in der Regel konsequenzlos. Als besonders peinlich stechen hier der Auftritt des "Lobsters" (Sequel Bait mit der Eloquenz von Batman v Superman), sowie der Abgang einer anderen Person hervor, wobei zweiter lediglich den Zweck hatte die Mechanik zu etablieren, mit der dann am Ende der ganze Plot gelöst wird. Nicht, dass man dies nicht schon über drei Meilen riechen konnte...


Die Actionszenen sind beliebig gefilmt und ohne jegliche Dramatik, zusammen mit den Effekten, die uncharmante Vergleiche zu Van Helsing (2004) einladen, ergibt sich hier ein sehr trashiger Nachgeschmack. Der Gore ist ansprechend ätzend inszeniert, wird aber leider durch eine unmögliche Musikuntermalung ad absurdum geführt, so dass man sich wundert, was für eine Art Film hier eigentlich gemacht werden sollte. Der Humor ist Hit or Miss, wobei besonders später das ständige Geschimpfe eher nervig wird und das Gefühl vermittelt, dass hier ein 16-jähriger einen auf erwachsen machen wollte, aber halt ohne mal ein erwachenes Thema zu formulieren. Typischer Fall von "manchmal ist weniger mehr".


Die letzten drei Minuten fassen witzigerweise gut zusammen, was Hellboy eigentlich sein wollte: Ein überlanges, nett anzusehendes Effektfeuerwerk im Stil eines Musikvideos. Aber um das über 90 Minuten plus zu spannen, muss man eben auch was zu erzählen haben und irgendwas aufbauen (ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, wo genau die Plot Points von Akt I und II bei dem Film liegen).


So ist der Film letztendlich nicht so schlecht, wie er von der Kritik gemacht wird, aber das macht ihn auch nicht besser als einen unterdurchschnittlichen Schrottfilm, den man sich mit zwei Bier reinpfeifen kann.

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3 Kommentare
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MB80 : : Cheddar Goblin
12.01.2020 23:01 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.302 | Reviews: 28 | Hüte: 100

PaulLeger:

Hehe, wusste, dass sich jemand an dem Zitat stört wink Evtl. hätte ich noch ne Erklärung hinstellen müssen, dass es hier halt nicht um "Basic Instinct" geht, sondern... du weißt... den Punkt.

Ach, dafür, dass den so viele mit 1/5 und ähnlichem abgestraft haben ging der ganz gut runter. Deutlich besser als "Es 2", den ich mir der Vollständigkeit halber im Kino angesehen habe und auch nicht besonders begeistert war.

Bei dem, was angeblich hinter der Kulisse abging, muss man froh sein, dass überhäupt sowas wie ein Film raus kam, aber wenn man die del Toro Filme kennt fraggt man sich nur: "Warum?"

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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PaulLeger : : Moviejones-Fan
12.01.2020 21:48 Uhr | Editiert am 12.01.2020 - 21:48 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 125 | Reviews: 1 | Hüte: 20

Schwacher Einstieg in die Kritik, ein Zitat, das einen Verhoeven-Film (abgesehen von "Showgirls") disst, ist nicht sonderlich valide. wink

Restliche Kritik ist dann gewohnt amüsant geschrieben.

Ich werd ihn in nächster Zeit eher nicht gucken. Hab gerade "Es - Kapitel 2" hinter mir und damit fürs Erste meinen Bedarf an "der ist sicher Mist aber ich guck ihn trotzdem mal"-Filmen abgedeckt.

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MB80 : : Cheddar Goblin
12.01.2020 13:52 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.302 | Reviews: 28 | Hüte: 100

"Quick and dirty" Kritik zu einem der der dicken Flops von 2019, dem lange erwarteten und dann schnell verfluchten Hellboy. Ist gerade auf Prime, wer sich das Gulasch mal ansehen will kann also gerne zuschlagen... Denn Geld würde ich dafür nicht hinlegen.

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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