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Iron Man 2

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Retrospektivbetrachtung eines Filmes, den ich damals wohl nicht nüchtern ertragen konnte.

Iron Man 2 Kritik

Iron Man 2 Kritik
3 Kommentare - 23.05.2022 von MobyDick
In dieser Userkritik verrät euch MobyDick, wie gut "Iron Man 2" ist.
Iron Man 2

Bewertung: 3.5 / 5

Was soll ich sagen? Iron Man 2 ist für mich jahrelang eine Art rotes Tuch gewesen, ein absolter Schrottfilm, der all das verkörpert, was im Blockbusterbusiness falsch läuft. Ich habe den Film einmal gesehen, für scheisse befunden und dann wahrscheinlich nie wieder richtig geschaut. Hmm, vielleich sollte man Filme auch mal nüchtern schauen - von wegen Devil in a Bottle. Keine Ahnung, was damals falsch lief, aber tatsächlich muss ich ein bißchen zu Kreuze kriechen und IM 2 ein bißchen rehabilitieren. Ich schiebe es mal wirklich darauf, dass ich in geselliger Runde wohl nicht ganz nüchtern war, als ich den Film geschaut habe...

Iron Man 2 hat tatsächlich hinter den Kulissen diverse Probleme gehabt, so wurde der deutlich charismatischere Terrence Howard durch Don Cheadle ersetzt, ein Mann, der zwar besser schauspielern kann, aber dafür im Vergleich zum Strahlemann Sigmar Solbach wie das Äquivalent von Siegfried Lowitz daherkommt. Da die beiden Darsteller, die keinerlei Ähnlichkeit miteinander haben, nur dass sie dunkelhäutig sind, und sogar ihre Brauntöne sind komplett unterschiedlich, geht das für mich schon ein bißchen in Richtung Rassismus seitens der Studioverantwortlichen, aber sei es drum, wenn ich so weiter schreibe, werde ich als hysterische Woke-Kuh angeschissen.

Trailer zu Iron Man 2

Hinzu kommt, dass dadurch dass der erste Film überraschend so erfolgreich war, plötzlich alle möglichen Leute in allen möglichen Entscheidungen mitmischen wollten und so den Filmemachern ständig im Film rumgepfuscht haben sollen. So war es wohl so, dass Rourkes Charakter eine etwas andere Entwicklung und anderen Charakterbogen spendiert bekommen sollte, und später hat er sich ja auch vom fertigen Film sehr stark distanziert.

Auch ist der Film in seinem Männer-Frauen-Bild heutzutage auch nicht mehr tragbar, vor allem wie Johanssons Charakter immer wieder aus der männlichen Perspektive betrachtet wird, aber ich sage es mal so: Nicht alles was früher gemacht wurde, ist falsch.

Und letztlich haben wir mehr als nur einmal einen für solche Werke geradezu unverschämt frechen homoerotischen Unterton, also alles vermeintliche Gründe, den Film zu verdammen.

Für mich kam damals erschwerend hinzu, und das war für mich ehrlich gesagt der einzige Grund, den Film abzulehnen: Mir wurde damals sugerriert, dass man hier die Devil in a Bottle Geschichte aufnehmen würde, und als alter Comic-Nerd war ich zu sehr darauf fokussiert, eben jene Geschichte zu bekommen, dass ich den doch recht eigenständigen Film einfach nicht wahrgenommen habe, alles was ich sah, war der eine angetrunkene Pipi-Witz in die Rüstung, und das war für mich einfach der Tropfen (höhö), der das die Rüstung zum Überlaufen brachte, alles scheisse gemacht Marvel?

Nope!

Erstens einmal muss ich festhalten, dass es eben nicht so ist, dass die Devil in a Bottle Story bedient werden soll oder auch nur versucht wird, dies zu tun, das war wohl eine Miskonzeption oder -kommunikation damals. Und wenn man es ganz genau betrachtet, passt dieser eine Pipi-Witz sehr genau und gut in die etablierte Szenerie und den Charakterbogen, den unser guter Freund Tony da so durchmacht.

Zweitens ist die Story trotzdem sehr gut brauchbar und wirklich nicht schlecht aufgesetzt, wir haben eine tatsächlich organische Weiterentwicklung der Charaktere sowie auch Konsequenzen aus den Ereignissen von Teil 1, die eigentlich einem locker flockigen Blockbuster entgegen stehen, inklusive der Erörterung von moralischen Grauzonen. Das ist wenn man es genau betrachtet schon ganz schön düster für soclh einen Popcorn-Film.

Dann haben wir die Einführung der Black Widow, welche auf der einen Seite ziemlich notgeil inszeniert zu sein scheint, aber das wird immer wieder genau zum richtigen Zeitpunkt unterwandert und ironisch unterlaufen. Immer wenn Natasha "Opfer" von Machismo zu werden droht, wird der entsprechende Mann der Lächerlichkeit Preis gegeben. Und die natürlich um das Alpha-Männchen streitenden Weibchen klären zu allem Überfluß ihre Diskrepanzen auch noch komplett nonchalant Off-Scfreen und es wird nie wieder darüber gesagt, so als sei es das natürlichste auf der Welt. Auf der einen Seite ist diese Inszenierung aus heutiger Sicht wohl nicht mehr tragbar/zumindest nicht mehr zeitgemäß, auf der anderen Seite ist das aber komplett bedauerlich, denn gerade diese nonchalanate, lockere Lösung dieser "Konflikte" ist sehr viel reifer und alltäglich eher zu gebrauchen, als die haarigen Zähne zu fletschen und gleich mit Mistgabel und Fackel jeden Kerl zu verdammen, der jemals ein Pamela Anderson Poster in seinem Kinderzimmer hatte. Wie gesagt, es ist ein Drahtseilakt, aber einer der durchaus funktioniert, wenn man es richtig macht. Frau kann sexy sein, und trotzdem dem Mann zeigen, wo der Hammer (auch hier ein obligates Höhö) hängt.

Gerade diese Komponente ist etwas was in Teil 3 schon nicht mehr hingehauen hat, da dort Shane Black ja gezwungen wurde, den ursprünglich angedachtenweiblichen Oberbösewicht durch einen austauschabren männlichen Counterpart zu ersetzen. Zum Thema gezwungener Autor komme ich auch bzgl. Teil 2 etwas später...

Aber sei es drum, kommen wir nun auf War Machine (hier noch nicht so benannt) zu sprechen, die Art und Weise wie Iron Man und War Machine sich bekämpfen und dann auch nicht, hat auch immer etwas fetishierendes an sich, was durchaus so intendiert sein dürfte (so viel Chuzpe traue ich Favreau durchaus zu), wo ich mich aber gleichzeitig auch frage,m warum das in so einen Film eingebaut werden muss, andererseits warum eigentlich nicht? Wer solche Millitär-Werbe-Filme wie (aktuelles Beispiel gefällig?) Top Gun kennt, und ein bißchen über den Tellerrand der eigenen konservativen Filmwertvorstelluneg n zu schauen in der Lage ist, erkennt dort ja auch immer durchaus homoerotische Züge, und hier haben wir dasselbe (nicht wirklich, etwas ähnliches eher) in Rüstung. Was Favreaus Inszenierung hier aber von der der ironiefreien Inszenierung der nennen wir sie mal völlig aus der Luft gegriffen Bruckheimer-Propaganda-Vehikel abhebt, ist dass favreau hier durchaus mit ironischer Distanz an die rangeht, und jegliche Anbiederung genüßlich unterläuft. Hier ist auch nichts von einem gewissen Hurra-Patriotismus zu erkennen, sondern vielmehr wird unverhohlen jeglicher Militarismus angeprangert und mehr als nur kritisch hinterfragt.

Später - spätestens mit Captain America Civil War - wird man Tony Starks Charakter 180° drehen lassen und zu einem gewissen Grade an das konservativere Publikum anbiedern lassen, die Geschichte wird dies zwar irgendwie hergeben, aber das wird trotzdem diesem Charakter hier ein bißchen zu wider laufen.

Aber sei es drum, wie steht es nun um die Geschichte an sich dieses Films? und das zu besprechen geht nicht ohne über den Schurken zu schreiben. Und das ist Mickey Rourkes Charakter. Und das ist die Geschichte aus der Feder eines gewissen Justin Theroux. Und beides ist die Geschichte von Vorgaben von oben ud Änderungen, die eigentlich keiner so haben sollte:

Rourkes Charakter ist wirklich gelungen, er ist mysteriös, schlau und kann Tony Stark auf Augenhöhe begegnen, wenn er die gleichen Mittel wie Stark hätte, wäre das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sein - zumindest in diesem Filmuniversum - sein Gegenentwurf und hätte das Zeug als wiederkehrender Widersacher zu seinem Antagonisten zu werden. Rourke spielt die Figur auch mit der angemessenen sowohl ironie, Distanziertheit und trotzdem Lässigkeit wie sie eigentlich nur ein Rourke hinkriegt. Das ist lässig, cool, und auch sexy. und dabi braucht der Typ keine 15 Minuten Leinwandpräsenz, immer wenn er im Bild ist, ist er einfach nur cool. Und der Mann hat auch nicht einfach vor, Tony zu bekämpfen und zu besiegen, nein er geht psychologischer zu Werke und es ist ihm auch egal, was er da für einen Preis selbst dafür zahlen muss, denn er ist so schlau zu wissen, dass sein Plan so oder so funktioniert hat. In gewisser Weise ist er ein früher Vorläufer eines Zemo aus Civil War (da, schon wieder), der einen Masterplan hat.

Doch das ist den Studiobossen anscheinend nicht platt genug und die Macher werden gezwungen, diese Figur in einem lächerlichen Showdown ziemlich blöd über den Jordan zu schicken. Das macht zwar immer noch im Rahmen Sinn, schade ist es trotzdem, denn der Mann hat durchaus Potential als Schurke gehabt.

Aber auch sonst darf ja das Drehbuch nicht so, wie es eigentlich wollte. Die selbstzerstörerischen Elemente, die einen Tony Stark in diesem Film antreiben, werden sukzessive zurück gefahren, und man weiss heutzutage, dass Favreau und Theroux da noch um einiges eindringlicher zu Tage gehen wollten aber nicht durften. Auch hier muss man sagen, dass die Entscheidung seitens der Bosse zwar einleuchtend erschienen mögen, da wir es immer noch mit einem Blockbuster zu tun haben, der möglichst niemanden vor den Kopf stossen soll, aber man kann sich auch ausmalen, dass das fertige Ergebnis durchaus überzeugender hätte sein können: Ein moralisch angeschlagenerer Held, ein ambivalnterer und besser ausgearbeiteter Schurke, und das System, das komplett korrupt und nicht vertrauenswürdig ist. Da ist durchaus Luft nach oben, aber man spürt in jeder Szene, dass dies in Ansätzen vorhanden ist.

Was uns letztlich noch kurz zu den Schauspielern bringt: Allesamt überzeugen, Rourke und Downey Jr. brillieren, Rockwell ist zwar auf Autopilot aber auch er überzeugt, nur Johansson ist tatsächlich im Vergleich zu Blunt einfach - egal wie gut sie die Rolle auf Jahre ausgefüllt und sie sich zu eigen gemacht - trotzdem eine Fehlbesetzung. Stört uns das? Natürlich nicht, aber es musste einfach gesagt werden. Genauso eine Fehlbesetzung wie Nick Fury, ich möchte David Hasselhoff in der Rolle wieder haben!

Alles in allem ist IM2 tatsächlich retrospektiv und nüchtern betrachtet die perfekte und tatsächlich sogar bessere Fortsetzung als ursprünglich betrachtet, und das obwohl das Werk von vorne bis hinten beschnitten wurde, denn trotz allem merkt man dem Werk die Ideen und Kommentare an, die Darsteller und ihre Charaktere sind allesamt bemerkenswert und der Film ist vielleicht das letzte Mal, dass ein MCu Film nicht in ein Korsett gezwängt wurde, der es allen recht machen muss, auch wenn hier mehr als nur Ansätze dessen ersichtlich sind, aber Favreau und Theroux sind immer wieder unterschwellig schlauer als die große zensurbehörde ;-)

Locker mal 7 Punkte, und ich denke ich muss auch IM 3, den ich persönlich fast noch gurkiger damals fand - ehrlich gesagt fand ich alle IM Filme ziemlich mies -, nochmal eine Chance geben.?

Iron Man 2 Bewertung
Bewertung des Films
710

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3 Kommentare
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MobyDick : : Moviejones-Fan
23.05.2022 13:04 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.742 | Reviews: 194 | Hüte: 537

PaulLeger

Wie gesagt, sie macht das Beste aus ihrer Rolle und definiert sie, insofern ist Fehlbesetzt tatsächlich mit Gänsefüßchen zu verstehen. Auf der anderen Seite ist sie tatsächlich nicht initial die Idealbesetzung für die Rolle, ähnlich einem Tom Cruise in Jack Reacher oder Lestat.

Und dass Jackson der ungleich coolere Fury ist, steht ja komplett außer Frage, dennoch auch er wäre nicht meine Idealbesetzung gewesen, auch wenn ich natürlich weiss, woher das kommt (hust, Ultimates, hust), aber was solls...

Wenn ich schon dabei bin, Charlie Cox passt ja auch kein bißchen äußerlich (von Affleck ganz zu schweigen), insofern, das sind nur Marginalien, auf die ich nur hinweisen wollte.

Dünyayi Kurtaran Adam
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PaulLeger : : Moviejones-Fan
23.05.2022 12:11 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 1.470 | Reviews: 11 | Hüte: 165

Da die beiden Darsteller, die keinerlei Ähnlichkeit miteinander haben, nur dass sie dunkelhäutig sind, und sogar ihre Brauntöne sind komplett unterschiedlich, geht das für mich schon ein bißchen in Richtung Rassismus seitens der Studioverantwortlichen,

Nicht nur ein bisschen. Der damalige Marvel-CEO Ike Perlmutter hat das Ersetzen von Howard, der eine zu hohe Gage gefordert hatte, durch den günstigeren Cheadle sogar damit begründet, dass die Leute zwischen zwei Dunkelhäutigen ja eh keinen Unterschied bemerken würden, weil die alle gleich aussehen...

Und für mich wäre Emily Blunt als Black Widow die Fehlbesetzung gewesen. Zumal sie nach spätestens zwei Filmen vermutlich eh keinen Bock mehr auf eine wiederkehrende Rolle in einem Comic-Franchise gehabt hätte (man muss sich nur mal ihre Reaktion anschauen wenn sie in Interviews danach befragt wird, ob sie Sue Storm spielen möchte...). Aber gut, mit dem Teil zu Sam Jackson und Hasselhoff ist der ganze Abschnitt ja vielleicht auch ironisch gemeint^^ (und ja, ich weiß wie 616-Fury in den Comics aussah, Äußerlichkeiten sind aber nun mal nicht das wichtigste Kriterium beim Casting).

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MobyDick : : Moviejones-Fan
23.05.2022 11:31 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.742 | Reviews: 194 | Hüte: 537

jajaja, ich weiss wie ich über diesen Film immer hergezogen bin, jajaja, ich habe mich geirrt, jajaja

Dünyayi Kurtaran Adam
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