Popeye - Der Seemann mit dem harten Schlag

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Da drückt man ein Auge zu.

Popeye - Der Seemann mit dem harten Schlag Kritik

Popeye - Der Seemann mit dem harten Schlag Kritik
0 Kommentare - 07.09.2020 von Shred
In dieser Userkritik verrät euch Shred, wie gut "Popeye - Der Seemann mit dem harten Schlag" ist.

Bewertung: 3 / 5

Robert Altman, ein Regisseur des New Hollywoods der mit MASH nicht nur einen Kultfilm erschuf sondern auch gleichzeitig damit den Startschuss einer der erfolgreichsten Serien aller Zeiten setzte, wagte sich anno 1980 tatsächlich an die Realverfilmung einer kultigen Cartoon und Comic Serie die schon zum damaligen Zeitpunkt nicht mehr ganz taufrisch war.

Popeye hat ja den Ruf einer der ganz großen Flops der Filmgeschichte zu sein, was aber zumindest anhand des Einspielergebnisses nicht ganz stimmen kann. Immerhin schaffte er es bei Produktionskosten von 20 Millionen Dollar mehr als das Doppelte wieder einzuspielen. Was ihn vielleicht den Ruf eines Flops verliehen hat, ist die ziemlich einfache und zäh geratene Story und die Tatsache das es sich um ein Musical handelt dessen Grossteil der Lieder (zumindest in der deutschen Version) fast zum davonlaufen sind. Natürlich muss aber gesagt werden, das der Film eben das bietet was schon die Cartoons ausmachte und die Liebe der Fans so viele Jahrzehnte bei der Stange hielt.

Popeye kehrt nach vielen Jahren nach Süßhafen zurück und ist auf der Suche nach seinem Vater Poopdeck Pappy. Dort angekommen lernt er direkt die etwas hysterische aber süsse Olivia Öl kennen, sowie ihren Dauerverlobten Brutus der ganz nach Art des Sheriffs von Nottingham für allesmögliche Steuern im Namen des mysteriösen Kommoderes einsackt. Nebenbei kriegt Popeye noch das Waisenbaby Swee`Pea aufs Auge gedrückt, das hellseherische Fähigkeiten zu haben scheint und dem arbeitsfaulen Wimpy bei diversen Wetteinsätzen aus der Patsche helfen soll. Mit Hilfe von Olivia schafft Popeye es nicht nur seinen Vater zu finden, sondern natürlich auch Süßhafen aus Brutus gierigen Krallen zu befreien und den geheimnisvollen Kommodore zu enttarnen.

Wie gesagt, eine dünne Story die mit einigen schrägen Liedern noch in die Länge gezogen wird und die dazu noch mit Witzen garniert ist, die eher die Augen rollen lassen, anstatt die Lachmuskeln zu bedienen. Nichts was eigentlich für eine gute Bewertung spricht und dennoch hat der Film für mich auf seine trashige Art und Weise seinen Charme. Das liegt zum einen an der wirklich tollen Ausstattung und den Kostümen, aber auch an der wunderbar genialen Besetzung. Robin Williams stand hier noch am Anfang seiner Kinokarriere und spielt den wackeren Semann, trotz des schwachen Drehbuchs, mit guter Laune und Shelley Duvall als zickige Olivia Öl passt wie die Faust aufs Auge! Bei Paul L. Smith als Brutus war ich in meiner Kindheit felsenfest davon überzeugt das die Rolle eigentlich von Bud Spencer gespielt wurde, was aber gar kein so abwegiger Gedanke war, denn Smith war in den 70ern tatsächlich in einigen Spencer-ähnlichen Haudrauf Filmen zu sehen (noch dazu mit Spencers Stammstimme Wolfgang Hess um die Illusion perfekt zu machen). Allein den spielfreudigen Darstellern und den liebevollen Sets ist es also zu verdanken das Popeye als Film nicht komplett absäuft und durchaus einen Blick wert ist. Genug zu meckern gibt es sicher, aber eben auch genug zu sehen.

Popeye - Der Seemann mit dem harten Schlag Bewertung
Bewertung des Films
610
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