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Predator - Upgrade

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Murks vom Gurk

Predator - Upgrade Kritik

Predator - Upgrade Kritik
15 Kommentare - 30.11.2020 von MB80
In dieser Userkritik verrät euch MB80, wie gut "Predator - Upgrade" ist.
Predator - Upgrade

Ich war ehrlich gesagt nie der größte Fan des originalen "Predator" von John McTiernan. Vielleicht hängt das mit seinem Ruf als Macho-Actionfilm zusammen, vielleicht weil ich "Alien" immer für den besseren Film gehalten habe. "Alien" Fans waren für mich die Rotwein-, "Predator" Fans die 1-Liter Faxe-Trinker. Das hat sich aber geändert, seit ich das Original vor etwa einem Jahr wieder gesehen habe, und er in meiner Gunst um einiges gestiegen ist. Pacing, Kamera, Sound... alles ist auf höchstem Stand. Und diesmal fiel mir auch auf, dass dieser Film deutlich smarter ist, als er oft gemacht wird. Da ist ein gewisser Subtext im Design des Predators, dass ihn besonders im Angesicht Testosteron-schwitzenden Protagonisten sehr interessant macht. Und wer mag sollte sich mal "Queer Theory" von Renegade Cut anschauen, danach kann man über Kommentare, "Predator" wäre der männlichste Machofilm, ohne dessen Sichtung einem in der Pubertät kein Sackhaar wachsen kann, nur noch schmunzeln.

"Alien" ist trotzdem der bessere Film, so weit wollen wir mal nicht gehen ;)

Trailer zu Predator - Upgrade

Was mich zu "The Pretator" bringt, im deutschsprachigen Raum als "Predator -Upgrade" bekannt, weil man hier den Kinogänger_innen ja scheinbar immer im Titel schon andeuten muss, worum es geht. Es fällt einem schwer zu glauben, dass ausgerechnet Shane Black, der im Original mitgespielt hat und sich vor allem als Drehbuchautor einiges Anseher erarbeitet hat, hier zentral mitgewirkt hat. Ob die Schuld letztendlich bei Black, seinem Ko-Schreiberling Fred Dekker oder dem Studio liegt, wird vielleicht irgendwann mal gelüftet, aber unter dem Strich bleibt eins stehen:

Dieser Film ist eine Farce! Ein Frankenstein-Monster aus Nostalgie, teilweise dümmlich deplatzierter Buddy-Cop Comedy, ein paar guten Ansätzen, lahmarschigen Actionszenen und einer Handlung, die spätestens dann keinen Sinn mehr ergab als man sich entschloß, den Film scheinbar mit der Holzfräse zu schneiden. Ja, its a fu***** mess!

Man weiß gar nicht so genau wo man anfangen will. Aber die Handlung, die Charakterisierung und der Schnitt bilden hier eine unheilige Dreifaltigkeit des Unsinns, die den Film auch beerdigen würde wenn er mit stärkeren Schauspielern besetzt wäre. Sorry, Boyd Holbrook und Olivia Munn, ihr seid hübsch anzusehen aber ihr könnt (noch?) keinen Film tragen (Trevante Rhodes aus "Moonlight" ist auch hier, wo ist der denn falsch abgebogen?). Die Handlung ist ein absolutes Chaos, und Zuschauern, die bei Filmen wie "Prometheus" die Foren zuspammen, die Charaktere würden sich dämlich verhalten, rate ich aus gesundheitlichen Gründen vom "Genuss" ab. Alleine die Szene in der Bar direkt am Anfang, die eigentlich die Handlung ins Rollen bringen sollte, ist ein einziger "What?!" Moment. Bitte an all die kleinen Predator-Gimmicks aus den ersten Minuten erinnern, die meisten davon verschwinden für mindestens eine halbe Stunde und tauchen dann eher zufällig wieder auf wenn der Plot sie braucht. So verläuft es leider mit diversen Objekten, die relevant sind: kurz vorgestellt, vergessen, und dann fallen sie den Hauptfiguren wieder in die Hände. Teilweise wortwörtlich, ich sage nur "Predator-Hund ex machina", teilweise erst mal ins Klo. Not.. kidding.

Der ganze Quatsch wäre ja erträglich, wenn man wenigstens eine solide Truppe an Charakteren hätte, mit denen man mitfiebern könnte. Kriegen wir aber nicht, unsere Hautdarsteller bleiben farblos und generisch, und die Soldaten scheinen aus der Feder eines 15-jährigen zu stammen der gerade in einem Forum ein paar Witze über das Tourette-Syndrom gelesen hat. Die menschlichen Antagonisten verhalten sich abwechselnd so bescheuert oder unfähig, mehr als Kanonenfutter stellen die nicht dar. Hier versteckt sich ein weiteres Problem des Filmes: während das Original es geschickt verstand, klar zu machen, dass die Soldaten eine Chance haben und dem Predator koordiniert durchaus gefährlich werden können, woraus das Drama und die Spannung entstand, bleibt davon in diesem Film wenig. Die meisten Menschen fallen um wie Fliegen, und der Predator lässt einfach eine Tarnung fallen und sich beschießen, als wäre er unverwundbar. Die letzte Szene im Wald, die scheinbar nostalgische Gefühle wecken soll (denn das ist ja, was die Leute kennen...), fällt besonders negativ auf, es wird einfach nur planlos geballert. Hier wird auch das schon schwache Drama weiter untergraben: im Zweifelsfall feuern die Charaktere entweder einen blöden Spruch oder ihre Waffen ab. Handlung, ein Plan, oder vielleicht mal dramatische Ruhe, Fehlanzeige. Unfreiwillig komisch wird das ganze spätestens am Ende, wenn ein Raumschiff gekapert werden muss, und alle einfach permanent ihre Waffen abfeuern. Man muss gleichzeitig den Kopf schütteln und schmunzeln während man denkt, einem wird hier insgeheim "Hot Shots 3" serviert. Nonstop Nonsens.

Das ganze ist dann nur umso ärgerlicher wenn man gedenkt, dass hier immer wieder zumindest Ansätze angebracht werden, aber nichts davon wird irgendwie sinnvoll verwertet. Sogar das zentrale Thema, weshalb der Predator zunächst landete, geht in der letzten Szene unter, und wird nur noch Sequel-Bait. Noch nicht einmal die heiß erwartete Predator-on-human-prey Action kann überzeugen. Der Film setzt hart auf CGI Gore, aber die Action ist größtenteils pedantisch und lahm inszeniert. Die herausstechenden Negativbeispiele sind die Szene auf dem Football-Feld und die finale Schießerei im Wald, die statisch und ohne Antrieb sind.

Was Shane Black betrunken? Hat das Studio den Film zur Hölle zerschnitten? Ich weiß es nicht, aber dieser Quatsch ist gleichzeitig nichts halbes oder ganzes und versucht so krampfhaft, alles zu sein. Unterhaltsam ist das ganze auf jeden Fall, und ein gutes Lehrstück, was beim Filmemachen ganz offensichtlich schief gehen kann. Ich würde Filme wie diesen oder "Venom" in dieselbe Kategorie wie "Fail compilations" auf YouTube stecken. Es ist zusammenhangsloser Schrott, aber es bringt uns oft zum lachen.

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15 Kommentare
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wiesi200 : : Moviejones-Fan
03.12.2020 18:05 Uhr
0
Dabei seit: 04.04.11 | Posts: 95 | Reviews: 0 | Hüte: 0

Hallo

Ich finde die Kritik sogar noch zu wohlwollend für den Film.

Irgendwie ist er auf dem selben Level wie ID2.

Am schlimmsten find ich sogar das Ende das auf ein mögliches Sequel hinweist.

MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
02.12.2020 20:08 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.825 | Reviews: 34 | Hüte: 155

@FoxMulder:

"Der Film war für mich eine genauso große Enttäuschung wie Alien Covenant, wobei letzterer zumindest nicht ganz so primitiv dumm war. Wie hat dir denn Predators gefallen?"

Also erst mal vooooorsicht. Weil ich Covenant entgegen diesem hier für einen wirklich guten Film halte. ;)

Zu "Predators", den würde ich als total solide ansehen, erfindet das Rad nicht neu, hat aber nen tollen Cast und nen netten Twist. Das Ende schwächelt etwas, das ist so eine Imitation des Originals die aber nix neues bringt. "Predator 2" habe ich ewig nicht gesehen, der ist aber auch so der Teil der die wenigsten wirklich interessiert glaube ich, könnte aber auch irren.

Vielleicht nur zur Einordnung des Unterhaltungswertes, auch @MobyDick: den hier werde ich mir mit Freunden bestimmt nochmal ansehen, die Faxe Dosen stell ich schon mal kalt laughing
Fü Cinephiles ist das gutes Futter für die Lachmuskeln.

@luhp92:

Joa, dass man hier mit ner anderen Perspektive, auch wenn die noch so offensichtlich ist, manchmal eher angeeckt ist, habe ich auch gemerkt. Manchmal wollen die Leute die Idole der Kindheit/Jugend/was auch immer eben nicht in neuem Licht sehen.

@MobyDick:

Mad Max 2 !!
Ich sage nur freaky metal bondage Jason Vorhees smile

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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MobyDick : : Moviejones-Fan
02.12.2020 17:42 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.820 | Reviews: 130 | Hüte: 431

Point Break smile

Also da kann es gar keine zwei Meinungen zu geben, nicht umsonst gelten Swayze, Reeves und Lorin als LGBT Ikonen

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
02.12.2020 17:28 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.696 | Reviews: 151 | Hüte: 487

@MB80
Ich habe mir jetzt gerade das "Queer Theory"-Video von Renegade Cut gesehen. Sehr gut! Bei "Commando" und "Top Gun" ist mir das auch schon aufgefallen, aber als ich das hier im Forum anmerkte, wurde ich leider nicht ernstgenommen.. Vor einem Monat habe ich mir "Point Break" angesehen, da fällt das ebenfalls deutlich auf.

@MobyDick
"Das ist ein Film, den man bedenkenlos in einer Männerrunde mit ausnehmend viel Bier nebenbei laufen lassen kann, funktioniert erstaunlich gut, gerade weil er eben auch technisch gut ist: satter Sound, gutes Bild."

So funktioniert der erste "Predator" aber auch sehr gut, gerade der hat ja nun wirklich satten Sound und gutes Bild. Zu Arnie 70. Geburtstag habe ich mit drei Unifreunden einen Arnie-Marathon veranstaltet. Inklusive Proteinshake-Shots^^

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
02.12.2020 13:45 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.820 | Reviews: 130 | Hüte: 431

FoxMulder

Sieht man sich die ersten beiden Streifen an, gäbe ich dir recht. Aber dieser Film ist eben für sone Runde geeignet und nicht für mehr wink

Übrigens finde ich den Brody Film ziemlich dünn, nicht Fisch nicht Fleisch, zumindest besser als der Rest und man kann ihn als drittbesten ansehen, ich sehe ihn allerdings als den am wenigsten Schlechten wink

Dünyayi Kurtaran Adam
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FoxMulder : : Moviejones-Fan
02.12.2020 09:25 Uhr | Editiert am 02.12.2020 - 09:29 Uhr
0
Dabei seit: 19.02.15 | Posts: 175 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@MB80

Besser hätte man es nicht schreiben können. Der Film war für mich eine genauso große Enttäuschung wie Alien Covenant, wobei letzterer zumindest nicht ganz so primitiv dumm war. Wie hat dir denn Predators gefallen? Ich mag ihn inzwischen genauso gern wie Predator 2, also knapp hinter Teil 1.

@MobyDick

einen Predator Film möchte man doch nicht mit viel Bier und Kumpels so nebenbei schauen. Da kann man sich Sharknado und co. oder irgendwelche B-Movies ansehen. Bei Predator erwarte ich schon ein bisschen mehr/was anderes.

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MobyDick : : Moviejones-Fan
02.12.2020 08:58 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.820 | Reviews: 130 | Hüte: 431

Nochmal abschliessend: Das ist ein Film, den man bedenkenlos in einer Männerrunde mit ausnehmend viel Bier nebenbei laufen lassen kann, funktioniert erstaunlich gut, gerade weil er eben auch technisch gut ist: satter Sound, gutes Bild. Aber es gab da natürlich auch diejenigen, die die Story und den nicht vorhandenen Inhalt kritisch hinterfragt haben. Als würde es in einer solch illustren Runde darauf ankommen. Manche Leute verstehen es einfach nicht tongue-out

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
01.12.2020 19:02 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.825 | Reviews: 34 | Hüte: 155

@MobyDick:

"Predatur Upgrade ist einer der dämlichsten und inkohärentesten Guilty Pleasure Geldvernichtungsfilme überhaupt."

Beste Zusammenfassung, wie gesagt, gelangweilt habe ich mich nicht ;)

Auf die "Top Gun 2" Diskussion (war das glaube ich) wurde ich auch mal hingewiesen, ja bei so manchen goldenen Kälbern kann das Forum auch ganz schön nervig werden. Warum man so manche Dinge so auf Teufel komm raus nicht (ein)sehen will oder gar sehen will, dass es da noch ne andere Perspektive gibt... nicht mein Ding.

Danke für Hut und Zustimmung, jetzt weiß ich auch endlich was du von dem Film denkst.

@luhp92:

"Also wenn menschliches und existentielles Drama nicht für sich stehen kann, sondern sofort durch Witze kommentiert oder überdeckt wird, ist das für mich das Gegenteil von "Humor humanisiert"."

Das wollte ich gar nicht sagen, klar kann das alleine stehen, und sollte auch oft. Die Marvel Filme haben aber eben den populären Weg gewählt, und Teil ihrer Strategie ist, ihren Charakteren durch Humor Charme zu geben. Und es funktioniert, größtenteils. Das Hauptziel ist Unterhatung, aber die schaffen es auch oft ganz gut, da andere Themen unterzubringen

@eli4s:

Nee, keine Wette verloren, aber den Film hatte ich irgendwie noch rumfliegen. Hatte sogar gehofft, dass ich da vielleicht doch nen interessanten Aspekt finde, aber der ist schon handwerklich so crappy, der ist wirklich so ein guilty pleasure für nen Bier-Abend.

"Predators" ist mMn übrigens gar nicht mal so übel, da kann man wenigstens der Handlung folgen, auch wenn es den ein oder anderen depperten Moment gibt.

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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eli4s : : Moviejones-Fan
01.12.2020 16:16 Uhr
0
Dabei seit: 22.02.12 | Posts: 2.470 | Reviews: 31 | Hüte: 93

@MB80

willst du jetzt MobyDick überbieten (unterbieten), wer mehr schlechte Filme runterkriegt? laughing

Ich habe bei der Reihe etwas den Überblick verloren. Der hier klingt ja potenzial fast lustig. Im Gegensatz zum unterirdischen "Predators".

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
01.12.2020 14:53 Uhr | Editiert am 01.12.2020 - 14:54 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.696 | Reviews: 151 | Hüte: 487

@PaulLeger
Wenn das Gros der MCU-Filme mehr als CGI-Action, Dauerhumor und Quatsch-Schurken zu bieten hat, können wir gerne darüber reden, dass "The Predator" ein wesentlich anderer und schlechterer Film ist.

@MB80
Alles gut, es war kein Missverständnis. Ich habe gestern schon einen kurzen Blick in das Video und den Kanal reingeworfen, war aber eigentlich schon auf dem Weg ins Bett^^

Hm. Also wenn menschliches und existentielles Drama nicht für sich stehen kann, sondern sofort durch Witze kommentiert oder überdeckt wird, ist das für mich das Gegenteil von "Humor humanisiert". Es hat dann mehr etwas Inhumanes an sich. Und was bringt mir das Zuschauer außer Unterhaltung und dem Verweilen in der eigenen Wohlwühl-Blase?

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
01.12.2020 10:46 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.820 | Reviews: 130 | Hüte: 431

MB80

Predatur Upgrade ist einer der dämlichsten und inkohärentesten Guilty Pleasure Geldvernichtungsfilme überhaupt. Der Film hat rein gar nichts mehr mit den ersten beiden Filmen gemein. Und ja, natürlich sind diese ganzen testosterongeschwängerten "Männerfilme" der 1980er und 1990er sehr leicht mit einem homoerotischen Subkontext verstehbar und auch unterlegbar. Dafür bieten sie sich ja auch immer sehr bereitwillig an, mit den immer geölten, verschwitzten nackten muskulösen Oberkörpern, die zudem glatt wie ein Babypopo im Mondschein schimmern. Ich erinnere mich, dass es hier auch schon mal eine ellenlange Diskussion mit irgendwelchen "Nostalgikern" hier gab, die partout die Augen für genau diese Themen in Top Gun nicht öffnen konnten. Wie auch immer. Predator 1 ist geil, Predator 2 ist immer noch ziemlich gut, alles weitere nimmt immer weiter an Quali ab. Und dieser Film hier hat mal rein gar nichts, aber davon reichlich.

Ob es jetzt an Shane Black oder dem Studio liegt, mag ich nicht beurteilen, ist es mir auch nicht wert, lange darüber zu sinnieren, aber ich denke, beide Parteien werden sich nicht mit Ruhm bekleckert haben. Dafür ist alleine schon die Figur der Badass-Wissenschaftlerin einfach zu brachial beschissen geschrieben, wie eigentlich jede andere Figur auch.

Ach ja, irgendwie Hut, ne

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
01.12.2020 08:13 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.825 | Reviews: 34 | Hüte: 155

@luhp92:

"Danke noch für die Empfehlung des Renegade Cuts zu "Predator". Werde ich mir bei Zeiten mal anschauen."

Oh, vielleicht habe ich mich etwas ungeschickt ausgedrückt. "Renegade Cut" ist ein Kanal auf YouTube, der sich gerne mit Politik etc. in Filmen beschäftigt. Konkret meinte ich diesen Beitrag hier: Queer Theory in 80s and 90s Action Movies | Renegade Cut

Da du dir auch den Schmitt gerne ansiehst könnte das was für dich sein.

"Natürlich auch nicht anders als heutige MCU-Filme, aber irgendwas hat "The Predator" da für mich richtiger gemacht als die großen Superhelden-Filme."

Da würde ich sogar widersprechen, ja im MCU ist ne Menge Humor und manchmal höhlt das auch die Dramatik aus, aber mit der Daumenregel "Humor humanisiert" im Hinterkopf machen die das schon gut. Und es sind auch gut geschriebene Witze (in der Regel), stell dir dagegen mal vor Thor würde die ganze Zeit "Cocksucker Motherfucker" sagen, oder die Avengers würden sich permanent anschreien, dann wären wir auf dem Level Chaos von "The Predator".

Ungeschickterweise kommt der beste Witz da sogar vom Predator, ich meine das Ding mit dem Arm im Truck. Da musste ich schon kichern, aber gerade wenn man an die Regel oben denkt... *grummel, grummel*

@PaulLeger:

Danke für Hut und Zustimmung ;)

Kann auch verstehen, dass man da eher das Studio in der Schuld sieht, so zerhackstückelt wie das ganze ist.
Was mich da wundert ist nur, was wollten die denn erreichen? Ich meine "Suicide Squad" und "Justice League" wurden ja auch zur Hölle geschnippelt, aber bei den Filmen sieht man wenigstens was das Studio wollte: max. 2 Stunden Laufzeit und mehr Humor, auf Teufel komm raus und auf Kosten jeglichen Bindegewebes in der Handlung. Bei dem Kinoschnitt von diesem Film kann ich ehrlich gesagt nicht mal sagen, was der Film in mir ansprechen soll, so ein Clusterfuck ist das.

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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PaulLeger : : Moviejones-Fan
30.11.2020 23:55 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 618 | Reviews: 5 | Hüte: 86

luhp92 muss natürlich wieder eine Spitze gegen das MCU austeilen.^^ Der MCU-Film, der die Niederungen erreicht, in denen dieser Autounfall eines Films zu verorten ist, muss erst noch gedreht werden.

@ MB80

Bin recht sicher, dass das Studio den Film ziemlich zerhackstückelt haben muss, so einen handwerklich misslungenen Schnitt kennt man sonst nur von B-Movies. Und Black mag nicht mehr auf der Höhe seines Schaffens sein, aber mehr als das, was hier vorliegt, ist ihm sicher noch zuzutrauen, wenn er ohne Studio-Einfluss machen darf.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
30.11.2020 23:25 Uhr | Editiert am 30.11.2020 - 23:27 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.696 | Reviews: 151 | Hüte: 487

Uff, ich mochte den ja^^ Also jetzt nicht wirklich, aber Action, Humor und die kuriose Zusammenstellung der Schauspieler und Charaktere haben mich wider Erwarten gut unterhalten. Natürlich auch nicht anders als heutige MCU-Filme, aber irgendwas hat "The Predator" da für mich richtiger gemacht als die großen Superhelden-Filme. Trevante Rhodes ist im falschen Film, ja, agiert mMn dafür aber auch verdammt cool.

Und wenn so ein Film die Humor-Dauerbeschallung in einem normalerweise ernsten Film dann als Zwangsstörung (Thomas Janes Tourette) oder als Kriegestraumabewältigung (Keegan-Michael Keys PTBS) darstellt, sagt das vielleicht auch etwas über die heutige Zeit aus, in der Humoreinsatz in Action-Mainstreamfilmen den gesunden oder vernünftigen Weg verlassen hat.

Danke noch für die Empfehlung des Renegade Cuts zu "Predator". Werde ich mir bei Zeiten mal anschauen.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
30.11.2020 22:51 Uhr
2
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.825 | Reviews: 34 | Hüte: 155

Endlich mal wieder geschafft, eine Kritik zu schreiben... das Ziel ist denkbar leicht, aber irgendwie muss man ja wieder rein kommen ;)

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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