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Terminator - Die Erlösung

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Terminator: Die Erlösung Kritik

Terminator - Die Erlösung Kritik

Terminator - Die Erlösung Kritik
18 Kommentare - 03.01.2021 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Terminator - Die Erlösung" ist.

Bewertung: 3 / 5

Marcus Wright (Sam Worthington) wacht ohne Erinnerung mitten im Los Angeles von 2018 auf. Dort trifft er auf Kyle Reese (Anton Yelchin), welcher ihm erklärt das Skynet, ein Computerprogramm, sich gegen seine Schöpfer aufgelehnt und in einem nuklearen Krieg die Macht übernommen hat. Unterdessen führt John Connor (Christian Bale) eine Untergrundbewegung gegen die Maschinen an.

Terminator: Die Erlösung ist eigentlich ein Film der Filmhistorisch völlig belanglos und egal ist. Das ist die netteste Umschreibung die man zu ihm treffen kann. Ja, ich hatte es schon einmal an andere Stelle erwähnt, daß ich James Cameron für völlig überbewertet halte. Das ist an dieser Stelle tatsächlich wichtig, um meine Kritik mehr einzuordnen. Mir sind Terminator 1 und 2 im besten Falle egal. Trashig, langatmig und ungefähr jede postapokalyptische Dsytopie ever waren diese zwei Filme, die aus mir unerfindlichen Gründen heute als Klassiker angesehen werden. Natürlich haben sie auch gute Aspekte. Stichtwort: Feminismus. Aber über weite Strecken langweilte mich im besonderen Teil 2, der ja als einer der besten Filme aller Zeiten gesehen wird. Viel zu langatmig, trashig, aus nervigen Sidekickkiddies und quasi eins zu eins wiederholendem Plot von Teil eins bestehende Fortsetzung. So, jetzt habe ich es gesagt und ich spühre schon wie der ein oder Andere wutentbrannt in die Tastartur klopft.

Trailer zu Terminator - Die Erlösung

Doch bevor ich gelyncht werde, würde ich gerne noch einmal über Terminator: Die Erlösung reden. Denn die Wahrheit ist, daß dieser film tatsächlich mal etwas anderes versucht hat. Zum einen finde ich McGs visuellen Stil, der insbesondere von Kameramann Shane Hurlbut (mit dem sich witzigerweise Christian Blale verkrachte) gesprägt wurde, äußert interessant. Satte Farben und Bilder werden hier eingefangen, die stilistisch perfekt in die Weltuntergangsatmosphäre passen. Und endlich wird in einem Terminator-Film auch mal der lang angeteaste Krieg in Szene gesetzt. Das visuelle ist natürlich bei einem solchen Film vermutlich auch ein ausschlaggebender Grund ihn sich anzusehen. Und auch hier muss ich sagen, daß mir die Effekte und Actionsequenzen gerade zu Anfang sehr viel Spaß gemacht haben. Dazu gesellt sich der von Sam Worthington gespielte Marcus Wright, dessen Charakter mir hier mit am besten gefallen hat und der zudem, meines Erachtens auch eine interessante Ergänzung für das gesamte Franchise darstellt. Die Frage was Menschsein bedeutet, und wann man ein Mensch ist, oder nicht, wurde für mich in den vorherigen drei Filmen nie so glaubhaft dargestellt wie hier.

Christian Bale hingegen ist in diesem Film, weil... Ja, warum eigentlich? Sein John Connor hat nämlich Original nichts besseres zutun als rumzustehen und reden zu schwingen. Gleiches lässt sich über Bryce Dallas Howard, oder auch Common sagen. Wiederum gut fand ich Anton Yelchin als Kyle Reese. Wenn man ihn nur aus Star Trek kennt, so ist man in Filmen wie Green Room oder auch hier immer wieder erstaunt wieviel mehr dieser junge Mann konnte.

Doch gerade nach dem fulminaten Anfang schwächt der Film zur Mitte hin total ab und langweilt mich zu Tode. Irgendwie verschießt er sein Pulver recht schnell. Und dann wird der Film, wie so üblich für diese Art von Film, auch noch peinlich pathetisch, wenn man über die Zukunft der Menschheit redet. Testosteron-Bomben werden sich hier sicherlich zu Hause fühlen, während es für mich eher fremdschämend war. Was interessiert ist, so sind doch gerade die frühen Terminator-Filme für ihre feministischen Charaktere bekannt.

Jetzt werde ich vermutlich der Blasphemie bezichtigt, wenn ich behaupte, daß Die Erlösung mich zu weiten Teilen wesenltich besser unterhalten hat, als es die drei Vörgänger taten. Ist es ein guter Film? Nö, nicht wirklich. Aber es ist ein Film, der wirklich Neuland mit dem Franchise betritt. Daß das auf Dauer nicht gut geht, liegt eher an dem uninspiriertem Drehbuch, welches sich gegen Ende als doch nicht so mutig erweist und dem wirklich peinlichen Machotum.

Terminator - Die Erlösung Bewertung
Bewertung des Films
610
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18 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
08.01.2021 07:56 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.977 | Reviews: 154 | Hüte: 496

@MB80
Einen Filme schlecht zu finden, nur weil die Effekte schlecht (gealtert) sind, würde ich dir auch niemals unterstellen. Aber hätte man mir als Laie erzählt, die restaurierte Version wäre eine Produktion von 2017, ich hätte es geglaubt.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
07.01.2021 18:26 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.920 | Reviews: 35 | Hüte: 167

@luhp92:

Nee, kenne ich nicht, ich habe mir gerade mal ein paar Szenen angesehen. Groß sind die Veränderungen aber mMn nicht, vor allem eben die CGI Effekte sind nicht betroffen, nur die Auflösung und Farbtöne, wenn ich das richtig verglichen habe.

Also evtl. nochmal für Kontext, wie ich es schon unten angedeutet habe: "T2" sieht nicht schlecht aus, damals war das ein Quantensprung, das ist nicht was ich mit schlecht gealtert meine. Wenn man mal genau rein schaut, sind die Effekte aber nicht mehr ansatzweise up to date. Mit einem inzwischen für CGI Tricksereien geübten Auge sieht man da die Schwächen. Aber ich würde auch nicht "Star Wars" ne schlechte Kritik schreiben, weil er schlechte Effekte hätte ;)

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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PaulLeger : : Moviejones-Fan
07.01.2021 14:18 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 808 | Reviews: 7 | Hüte: 111

@ Raven13

Ja das sind gute Punkte, die du anführst. Da spielt wohl meine filmische Sozialisation rein, ich hab auch bei anderen 80er-Filmen Probleme mit den Effekten (bei "Dune" finde ich z.B. auch einige Szenen furchtbar). Wie Rotwang sagt, T2 war Anfang der 90er einfach ein Game-Changer, durch den alle 80er-Filme auf einen Schlag ganz alt aussahen, obwohl sie da noch gar nicht alt waren.^^

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MobyDick : : Moviejones-Fan
07.01.2021 13:55 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.134 | Reviews: 148 | Hüte: 472

Nochmal kurz zur Effektqualität der beiden ersten Filme:

Ich finde beide Filme sind sehr gut gealtert. Man muss halt wissen, dass T1 ein Lowbudgetilm aus der ersten Hälfte der 1980er ist, dann passt auch das dann immer noch sehr gut, vor allem gebe ich auch Raven13 recht, dieses abgehackte Laufen gibt ihm dann zusätzlich noch einen unheimlichen Touch.

Und über T2 brauchen wir gar nicht erst reden, der Film war Jahrelang seiner Zeit voraus und sieht auch heute noch extrem schick aus. (Nur eine kleine Anektode am Rande, ob es stimmt, müssten die Nerds und Audiokommentarzuhörer bestätigen: Ursprünglich war anscheinend der Plan, den T1000 aus einer wasserähnlichen Substanz kommen zu lassen anstatt quecksilber, aber da Wasser das wohl mit am schwersten simulierbare Element ist und es einfach nicht funktioniert hat, hat man dann auf diese neue Optik gesetzt...)

Dünyayi Kurtaran Adam
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Rotwang : : Moviejones-Fan
07.01.2021 09:34 Uhr
0
Dabei seit: 11.06.20 | Posts: 144 | Reviews: 0 | Hüte: 3

Also Terminator 2 finde ich selbst in der un-restarierten Fassung immer noch gut gealtert, die haben damals einfach die Sachen gemacht die gut gingen und gut aussahen.

Für mich ist T2 in der Filmgeschichte der größte Schritt vorwärts, der gemacht wurde was Effekte angeht.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
07.01.2021 08:48 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.977 | Reviews: 154 | Hüte: 496

@MB80
"Was die Filme leider verbindet: beide hatten tolle Effekte als sie raus kamen, und beide sind nicht gut gealtert..."

Ich gehe mal davon aus, du hast die restaurierte Version von "Terminator 2" aus dem Jahr 2017 noch nicht gesehen? Die restaurierte Version weist da nicht nur den Großteil der heutigen Blockbuster in die Schranken, die sieht nicht einmal mehr aus wie eine 90er-Produktion. Das könnte genauso gut auch ein Film aus den 2010ern sein mit dem heutigen Stand der Technik.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
06.01.2021 23:49 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 3.636 | Reviews: 35 | Hüte: 355

@ PaulLeger

"Am schlimmsten an Teil 1 find ich ja immer die Stop-Motion-Szene mit dem gehenden Endoskelett, kann mich erinnern, dass ich die selbst bei der Erstsichtung Anfang der 90er schon als extrem veraltet wahrgenommen habe. Jaja, Harryhausen wird von jedem bewundert, aber ich bin wohl zu spät geboren um damit wirklich warm zu werden."

Gerade diese Stop-Motion-Technik ist es, die den Terminator in seiner wahren Gestalt als Roboter noch beängstigender macht, zumindest für mich. Diese abgehakten Bewegungen wirken unnatürlich, genauso wie unser Bewusstsein auch den Terminator als unnatürlich einstuft. Eine unnatürliche, bösartige, kalte und berechenbare Killermaschine, die sich unnatürlich bewegt. Absolut beängstigend für mich, sogar heute noch.

Genau aus diesem Grund finde ich diese Technik heute noch genial und gruselig zugleich. Das gleiche gilt für die damals dargestellten Urzeitviecher in Sindbad oder auch anderen Filmen wie "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" (1959).

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
06.01.2021 22:40 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.920 | Reviews: 35 | Hüte: 167

@PaulLeger:

Doch, gerade die Morphing Animationen sind mMn oft nicht mehr so gut. Teilweise sind die immer noch 1a (z.b. wenn der Boden "aufsteht") aber gerade wenn der ganze Körper morpht und man die Füsse am Boden als Fixpunkt sieht merkt man, dass das ganze relativ komisch im Raum schwebt.

Damals aber revolutionary.

Die Stop Motion fällt immer als Kritikpunkt, ich finde die aber nur übel wenn man den ganzen Terminator vor Bluescreen sieht. Ansonsten, ja, staubig, aber halt auch schön robotisch.

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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ProfessorX : : Moviejones-Fan
06.01.2021 21:53 Uhr
0
Dabei seit: 17.05.14 | Posts: 582 | Reviews: 53 | Hüte: 17

@MB80

Dankesehr smile

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PaulLeger : : Moviejones-Fan
06.01.2021 21:43 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 808 | Reviews: 7 | Hüte: 111

@ MobyDick

Der Aspekt Spannung geht an T1, aber T2 setzt ja bewusst andere Schwerpunkte. Und natürlich ist er auch düsterer, aber das allein macht ihn nicht automatisch besser, sonst würden die DC-Filme von Edgelord Snyder ja auch allgemein den MCU-Filmen als überlegen angesehen werden, was eher nicht der Fall ist.

Zudem war der erste wie gesagt ein vergleichsweise günstig produziertes B-Movie, der konnte sich diese düstere Stimmung daher leisten, während T2 als der damals teuerste Film aller Zeiten unbedingt ein großer Erfolg an den Kinokassen werden musste um sein Geld wieder einzuspielen, daher war es obligatorisch den publikumswirksamer zu inszenieren und um das zu erreichen eben gewisse Blockbuster-Gesetze wie auflockernden Humor einzubauen.

Können uns aber auf agree to disagree einigen, da deine ursprüngliche Formulierung offenbar nicht so gemeint war wie ich sie verstanden hatte und du T2 nicht als bloßes Remake ansiehst. Wie schon gesagt, welchen der unterschiedlichen Ansätze man dann bevorzugt ist "subjektive" Geschmackssache tongue-out

@ MB80

Was die Filme leider verbindet: beide hatten tolle Effekte als sie raus kamen, und beide sind nicht gut gealtert... ok, die Halloween Maske in Teil eins sah damals schon besch... aus

Hm, ich finde T2 sieht selbst heute noch fantastisch aus (natürlich wenn man die Entstehungszeit berücksichtigt, dass er mit heutigen 200 Mio-Produktionen nicht mithalten kann, versteht sich von selbst). Welche Sequenzen siehst du da als schlecht gealtert an? Gerade die Morphing-Szenen bestehen für mich den Test der Zeit und so viel CGI ist ja sonst nicht drin.

Am schlimmsten an Teil 1 find ich ja immer die Stop-Motion-Szene mit dem gehenden Endoskelett, kann mich erinnern, dass ich die selbst bei der Erstsichtung Anfang der 90er schon als extrem veraltet wahrgenommen habe. Jaja, Harryhausen wird von jedem bewundert, aber ich bin wohl zu spät geboren um damit wirklich warm zu werden.

MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
06.01.2021 20:51 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.920 | Reviews: 35 | Hüte: 167

@ProfessorX:

Auch wenn ich ihn nicht gut finde, im Vergleich zu "Genysis" könnte er bei neuer Sichtung tatsächlich inzwischen bei mir steigen.

Achso, Hut für die Kritik!

@MobyDick und allgemein "Terminator 1 vs 2" Thema:

"Arnold als wortkarger Bösewicht ist zudem einfach eine Maschine, der Robert Patrick von der Bedrohlichkeit her alleine aufgrund der fehlenden Physis nie gerecht werden kann."

Ja und nein, ich denke hier verkennst du eine der Stärken von Teil zwei, dass gerade dies den ersten Twist so stark macht (Arni ist jetzt gut, aber trotz Statur der Underdog). Plus: Patricks Schauspiel ist fantastisch, er strahlt so eine aalglate Bedrohung aus die schon ikonisch ist (fun fact: weil eine Maschine nicht atmet hat er immer die Luft angehalten wenn die Kamera lief).

Recht geben würde ich dabei, dass der erste spannender und "dreckiger" ist, das hat schon was. Ich würde ihn als Camerons effektivsten Film bezeichnen. Inhaltlich ist der zweite besser ausgearbeitet und komplexer. Und nicht den zweiten großen Twist vergessen, wo sie quasi aus dem "we are fucked" zum Gegenangriff übergehen, da kann man dann nicht so stark mit "Remake des ersten" argumentiern.

Wir hatten die Diskussion irgendwo schonmal, und ich glaube da haben wir uns gewünscht, Teil zwo hätte dann noch so einen "Oha, wir sind jetzt für unser Schicksal selber verantwortlich " Mindfuck am Ende gehabt. Man kann aber nicht alles haben ;)

Ich war damals glaube ich im "T 1 ist besser" Lager, jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher...

Was die Filme leider verbindet: beide hatten tolle Effekte als sie raus kamen, und beide sind nicht gut gealtert... ok, die Halloween Maske in Teil eins sah damals schon besch... aus smile

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
06.01.2021 11:08 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 3.636 | Reviews: 35 | Hüte: 355

@ PaulLeger

Wie wahr! T2 hat ein wichtiges Element hinzugefügt: Philosophie. Allein das macht es zu mehr als einer Kopie des ersten. Und das in Verbindung mit viel besseren Actionszenen, einem grandiosen Robert Patrick und einer extrem guten Musik, besserem Ton, besseren Effekten und viel mehr Dialogen und mehr Abwechslung macht T2 zum eigentlich besten Teil der Reihe.

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

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MobyDick : : Moviejones-Fan
06.01.2021 10:56 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.134 | Reviews: 148 | Hüte: 472

PaulLeger

Von dir hätte ich diesen merkwürdigerweise oft gehörten, dabei aber leider ziemlich oberflächlichen "Quasi-Remake des ersten Teils mit höherem Budget"-Vorwurf, der vollkommen außer Acht lässt, dass das große inhaltliche Thema von T2 (was macht den Menschen aus) im ersten überhaupt keine Rolle gespielt hat, jetzt nicht erwartet. Überhaupt hat der erste Teil sich mit den immanenten inhaltlichen Fragen noch sehr wenig beschäftigt und war fast noch ein reines B-Movie, das fast alles dem Plot untergeordnet hat. Kann man in seiner konzentrierten Reduziertheit gerne besser finden als T2, aber die Begründung ist dann doch etwas fehlgeleitet.

Diese Aussage von dir hätte mich fast dazu verleitet, ein komparatives Review zu verfassen, aber ganz ehrlich, ich glaube kaum, dass das den doch recht komplexen Sachverhalten gerecht würde. Also dann, kurz mal ins rechte Licht rücken und so... :-)

Ich habe zu keinem Zeitpunkt jemals gesagt oder geschrieben, dass Terminator 2 ein schlechter oder schwacher Film ist, ich habe lediglich gesagt, dass er für mich der schwächere Film ist, wenn man ihn mit dem ersten Teil vergleicht.

Sicher er hat diese existentialistischen und philosophischen Elemente drin, und nimmt sich auch mehr als ausreichend Zeit dafür, das alles auszuloten. Aber er fängt damit recht wenig an, und auch die Erörterung dieser Fragestellungen erhebt den Film inhaltlich eben nicht aus dem wie du es nennst B-Movie Gebiet heraus. Sogar der einige Jahre vorher entstandene Italomöchtegernactioner Paco die Kampfmaschine hat diese Themen zumindest aufgegriffen und mindestens genauso "tief" verhandelt. Hinzu kommt, dass ich es ähnlich wie ProfessorX empfinde, dass die Interaktion und die Sprüche mit dem jungen John Connor dem Film zwar eine gewisse Leichtigkeit geben, ihn aber teilweise im direkten Vergleich eben auch harmloser erscheinen lassen als den ersten Teil. Und das obwohl wir den besseren Terminator als Antagonisten haben. Was den Film auch noch vom ersten Teil unterscheidet, ist natürlich Sarah Connor, sie ist ganz einfach eine völlig andere Person, härter, zäher, aber irgendwie auch gebrochener. Und natürlich den Terminator.

Bis hierhin ist das ja auch alles okay, und man könnte daraus auch einen dem ersten Teil überlegeneren Film abliefern. Das wird allerdings nicht mal ansatzweise angepeilt, denn jedes (wirklich jedes!) Action-Set-Piece ist eigentlich eine überhöhte Version der Set-Pieces aus dem ersten Teil. Hier wird nicht mal im Entferntesten daran gedacht, etwas Eigenständiges zu entwickeln. Ja, das sieht super aus, aber dadurch verliert der Film eindeutig an Individualität, und muss sich auf jeden Fall den Vorwurf gefallen lassen, ein teurerer Abklatsch zu sein. Und was hier besonders eklatant ist, ist einfach, dass die Inszenierung der einzelnen Elemente/Szenen in diesen Set-Pieces eben doch manchmal dem ersten Teil unterlegen sind. Ein Beispiel: Sarah flüchtet im ersten Teil in eine Disco, wo die drei Protagonisten erstmals aufeinander treffen werden. Immer wieder laufen sie aneinander vorbei oder sarah lässt was fallen und bückt sich runter. Das ist ganz grosses Kino und steigert die Spannung quasi ins Unermessliche, ehe sie sich unmittelbar und kurz und hart entlädt. Im zweiten Teil wird in Slo-Mo einen Gang entlang gelaufen...

Hinzu kommt, dass man dem ersten Teil eben sehr wohl unrecht tut, wenn man ihn lediglich als stringenten B-Movie ansieht. Erstens ja, er ist ein B-Movie. Und das verhehlt er ja auch nie. Aber zweitens: Er ist in sich schlüssig, und verhandelt eben doch sehr viele verschiedene Elemente, die man eben nicht unbedingt sieht, da er eben so stringent, immanent und unmittelbar wuchtig ist. Soweit ich mich erinnere wird das adaptive Lernen der Terminatoren bereits angedeutet, aber man bekommt es natürlich nie zu Gesicht, da es hier um was völlig anderes geht. Dann ist da natürlich auch die Diskussion über den freien Willen und der Unausweichleichkeit des Schicksals. Hinzu kommt die überaus clevere Dekonstruktion der Beziehung zwischen Kyle und Sarah im Polizeirevier, nur um es eben genau so kommen zu lassen. A propos Kyle Reese, der Typ ist ja auch ein psychisches Wrack und komplett gestört, ein Fusssoldat, der von John Connor manipuliert und konditioniert wurde, damit er ihn zeugt und dann stirbt. Was uns nochmal kurz zu Sarah bringt, die hier im Vergleich zum ersten Teil eben noch ihren Platz im Filmheldenkosmos erst mal finden muss von einer ganz normalen Alltagsheldin. Und selbst das wird ja eigentlich unterwandert, da sie genau das tut, was von ihr erwartet wird, eben weil sie dem Stockholm Syndrom anheim fällt und davon traumatisiert den Rest ihres Lebens zehren wird. Diese Entwicklung ist durchaus glaubwürdig und eben weil sie noch nicht der harte Hund aus Teil 2 ist, auch deutlich sympathischer angelegt. Und über all dem thront eine kompromisslose, harte Inszenierung, die jeglichen Humor tilgt und zu einem rein existentialistischen Überlebenskampf wird, wo die Helden eigentlich nie eine Chance haben. Arnold als wortkarger Bösewicht ist zudem einfach eine Maschine, der Robert Patrick von der Bedrohlichkeit her alleine aufgrund der fehlenden Physis nie gerecht werden kann. Der Film hat kein Gramm Fett am Körper und hat zudem auch das bessere Ende für sich, da es hier eben nicht die bedeutungsschwangere Strasse bei Nacht hat sondern ein Sturm aufzieht, während "das Foto" geschosen wird.

Ich kann die Leute verstehen, die den zweiten Teil besser finden, aber nur weil ich den ersten Teil besser finde, muss das nicht heissen, dass ich den zweiten nicht würdige oder nicht verstehen würde.

Er ist halt einfach nur der "objektiv" klar schlechtere Film cool

Dünyayi Kurtaran Adam
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PaulLeger : : Moviejones-Fan
05.01.2021 21:04 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 808 | Reviews: 7 | Hüte: 111

@ MobyDick

Ich stimme dir in ganz grossen Teilen zu Teil 2 zu, ausser viel teurer und besser inszenierter Action-Set-Pieces ist das der schwächere erste Teil für mich.

Von dir hätte ich diesen merkwürdigerweise oft gehörten, dabei aber leider ziemlich oberflächlichen "Quasi-Remake des ersten Teils mit höherem Budget"-Vorwurf, der vollkommen außer Acht lässt, dass das große inhaltliche Thema von T2 (was macht den Menschen aus) im ersten überhaupt keine Rolle gespielt hat, jetzt nicht erwartet. Überhaupt hat der erste Teil sich mit den immanenten inhaltlichen Fragen noch sehr wenig beschäftigt und war fast noch ein reines B-Movie, das fast alles dem Plot untergeordnet hat. Kann man in seiner konzentrierten Reduziertheit gerne besser finden als T2, aber die Begründung ist dann doch etwas fehlgeleitet.

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ProfessorX : : Moviejones-Fan
05.01.2021 20:04 Uhr
0
Dabei seit: 17.05.14 | Posts: 582 | Reviews: 53 | Hüte: 17

@MobyDick

Ja, besser kann man es wohl nicht zusammenfassen ^^

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