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Wish Upon

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Yo, you dig multi-embarrassment too?

Wish Upon Kritik

Wish Upon Kritik
4 Kommentare - 18.02.2019 von MB80
In dieser Userkritik verrät euch MB80, wie gut "Wish Upon" ist.
Wish Upon

Bewertung: 1 / 5

Mark Kermode von BBC5 sagte einmal, die Qualifikation eines Filmkritikers hänge nicht davon ab, wie viele gute Filme er gesehen habe, sondern wie viele schlechte. Denn mit seinen Worten „every idiot can watch a good movie“. Der gute Mark kann auch live mal “less of a gentleman“ sein.

Nach dem Genuss von Wish Upon, einer stümperhaft konstruierten Komödie von einem Horrorfilm, fühle ich mich zumindest deutlich professioneller. Ein Blick in die Vita von John R. Leonetti offenbart, dass sich sein Talent für unfreiwillige Komödien schon früh offenbarte, nämlich mit der Regie des unterirdischen Mortal Kombat: Annihilation exakt 20 Jahre vor diesem Film. Vielleicht sollte er mit Tommy Wiseau kollaborieren, dass Ergebnis kann nur sehenswert sein.

Trailer zu Wish Upon

Aber vielleicht ein paar Sätze zur Handlung, wo ich schon im vollen Lästermodus bin. Die 17-jährige Claire (Joey King) wird in der Schule gehänselt und hat es nicht leicht, noch dazu kommt sie aus armen Verhältnissen was mit der visuellen Grammatik des Films diskret damit andeutet wird, dass ihr Vater, Ryan Phillippe, sogar vor ihrer Schule im Müll wühlt. Noch dazu hat sie eine tragische Hintergrundgeschichte, denn ihre Mutter hat sich vor ihren Augen als Kind umgebracht (dieser Plot Point kommt erst am Ende des Filmes, ohne jeglichen Spannungsaufbau, wieder ins Spiel, und macht etwa so viel Sinn wie ein chinesischer Glückskeks). Ryan Phillippe findet vor einem alten Haus mit ominöser chinesischer Statue eine seltsame Holzschatulle, die er seiner Tochter schenkt damit die Handlung ins Rollen kommt. Claire kann zumindest auf der Box entziffern, dass sie sieben Wünsche frei hat, und wünscht testweise einer Mitschülerin die Pest an den Hals. Die weitere Handlung legt nahe, dass sie sich lieber gewünscht hätte, eins und eins zusammen zählen zu können, aber so witzig das Verhalten aller Schauspieler in diesem Film, die krampfhaft versuchen so was wie menschliche Wesen zu imitieren, ist… so etwas kann ich in einem Horrorfilm sogar vergeben.

Es ist relativ schwer, an einem roten Faden abzuarbeiten, was genau in diesem Streifen schief läuft, denn im Grunde beinhaltet es so ziemlich alle Aspekte die wichtig sind, außer dass die Bilder im Fokus sind. Hauptproblem aber sind die Charaktere, ihre Verhaltensweisen und Dialoge sowie die Konstruktion der Handlung, vor allem durch den Schnitt. Der Film degeneriert ohne Vorwarnung in unfreiwillig komisches Gelände. Kaum ist unsere Protagonistin auf dem Fahrrad, wird sie fast durch die Clique der arroganten, rücksichtslosen High Society Gören über den Haufen gefahren. Während sie mit dem Gesicht voran gegen eine Mülltonne fliegt werden die Gören durch hölzerne Zeilen wie „Out of the way, I’m trying to drive here“ inklusive gehässigem Lachen charakterisiert. Claire’s Onkel (glaube ich) steht tatenlos daneben, fragt sie ob sie ok ist, was sie mit einem „It’s Monday…“ abtut. Schnitt zu der Schule, wo Ryan Phillippe freudig vor allem Schülern im Müll wühlt. Und es war an diesem Punkt dass ich wusste, dieser Film könnte ein neuer „So bad it’s good“ Triumph werden. Glücklicherweise, ich wurde nicht enttäuscht…

Die Klischees sind reichlich, und nicht subtil: Der Hund knurrt die Holzbox an, und ist das erste Opfer, und die Flamme an der Schule, natürlich mit einem Mädel aus der Gören-Clique liiert, wird im Klassenraum angeschmachtet. Aber wenn es darum geht, warum man bei diesem Film einfach mitlachen muss, dann sind es die durch den Schnitt fast mit perfektem Comedy-Timing erzählten Handlungspunkte. So vergehen etwa nur wenige Minuten bis Claire sich wünscht dass eine der Gören einfach vergammelt. Schnitt zu dieser am Morgen, natürlich haben alle ihre Görenfreunde zufällig gerade einen „Sleep-over“ bei ihr gemacht. Sie geht ins Bad (Spoiler, vermute ich), sieht was passiert, und ihre Freunde, die sich wirklich anstrengen schockiert zu spielen, machen ein Foto von ihr. Schnitt zur Schule, in der sich Claire und ihre Freunde öffentlich darüber freuen was passiert (Claire hat natürlich keinen Schimmer was passiert). Dann kommt die Gören Fraktion, um Spenden für ihre Freundin zu sammeln, allen Ernstes zu ihnen (die beiden Cliquen sind spinnefeind), was zu einer brüsken Abfuhr führt. Ich weiß nicht ob ich mit Worten gut ausdrücken kann, wie bizarr, hektisch und sinnlos diese Szenen im Film sind. Man hat das Gefühl, gar keine richtigen Menschen auf der Leinwand zu haben.
Ein weiteres Beispiel: wenn Claire endlich verstanden hat, dass es mit der Wunschbox doch irgendwie nicht ganz geheuer zugeht, steht plötzlich ihr Ex in ihrem Zimmer. Claire weiß dass sie sich gewünscht hat, dass dieser „wahnsinnig“ in sie verliebt ist. Sogar ohne dieses Vorwissen, wenn jemand wie er zitternd nachts im Schlafzimmer steht, mit dem Messer in der Hand, und sagt er „wolle nicht ohne sie leben, oder dass sie ohne ihn lebt“… und dann nochmal ausdrücklich fragt, ob es vorbei ist… Dann ist die richtige Reaktion auf jeden Fall wortwörtlich JEDE andere Option als einfach „Ja“ zu sagen.
…Schnitt zu ihrem Ex im Krankenwagen. Ich hoffe ich kann verständlich kommunizieren, warum ich mich vor Lachen manchmal kaum halten konnte.

Die Geschwindigkeit der Handlung ist viel zu schnell, und lässt keinerlei Raum um Spannung aufzubauen. Es wird früh etabliert, dass für jeden Wunsch etwas schlimmes passiert, aber diese Tode sind zu zufällig, die Charaktere zu unbekannt, und gleichzeitig komplett vorhersehbar und nicht originell, dass man sich fast wünscht man würde eine von diesen „Final Destination“ Gurken sehen. Sogar die Tode selbst werden zur Lachnummer, so fällt Claire’s Onkel in die Badewanne, nur um sich noch einmal aufzuraffen und sich in bester Wile E. Coyote Manier den Kopf nochmal am Wasserhahn zu stoßen. Alles was fehlte wäre so ein „Doing-Doing-Doing“ Soundeffekt gewesen. Die hektischen, sinnlosen Schnitte brechen zudem jede mögliche düstere Stimmung wieder auf, und machen aus stilistisch wenig sinn.

Die witzigste Szene ist dabei fast die, in der die Charaktere, die den ganzen Film damit verbringen, aggressiv ignorant gegenüber allem um sie herum zu sein, sich quasi selber überführen. Als Claire ihre Freundinnen einweiht, wohlgesagt mit einer Vielzahl an „Beweisen“, tun diese alles als Zufälle ab… Nur um Claire direkt danach zu beschuldigen, eine Egoistin zu sein, weil sie bei fünf Wünschen kein Mal an sie gedacht hat. Als Claire dies zurückwirft, ihre Freundinnen würden doch eh nicht an die Wunschbox glauben, wirkt das wie die Erkenntnis der Charaktere, dass ihre interne Logik, und ihr Handeln, vorne und hinten keinen Sinn machen. Sogar die Horrorszenen scheinen diesem „Horrorfilm“ peinlich zu sein: wenn eine Bekannte aufgespießt von Ki Hong Lee (der sich wirklich bemüht) entdeckt wird weicht die Kamera dem Opfer aggressiv aus. Es ist fast so als wäre der Film sich selber unangenehm.

So, Wish Upon. Es ist nicht Troll 2, es ist nicht The Room. Aber mit seiner sinnlos zusammen geschibbelten Aneinanderreihung an Unglaubwürdigkeit kommt er sehr nahe dran. Und ja, das war eine Empfehlung.

Wish Upon Bewertung
Bewertung des Films
210
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4 Kommentare
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MB80 : : Cheddar Goblin
20.02.2019 23:39 Uhr | Editiert am 20.02.2019 - 23:41 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 834 | Reviews: 17 | Hüte: 57

ZZSnake:

Merci ;)

"Der ganze Film wirkte halt zu ganz weiten Teilen so konstruiert und fast schon bewusst grausam mies geschrieben."

JA... man hatte ständig dieses "jetzt muss das passieren weil es im Script steht" Gefühl. Und überall waren diese kleinen (oder größeren), sinnlosen Fehler. Es war teilweise wie so eine Aneinanderreihung an Szenen ohne jegliches Bindegewebe.

Und ich habe diese Theorie das der Regisseur stress mit dem Editor hatte, sonst kann ich mir dieses perfekte "Comedy" Timing bei einigen Szenen nicht erklären.

Ich habe mich so gefreut als ich MKA in seinem Lebenslauf gefunden habe... Das erklärt echt einiges. Der war auch so schlecht, der ist durch die "so schlecht das er gut ist" Skala durchgekracht sodass er wieder einfach nur schlecht-schlecht war.

"Auf ner Skala von +10 bis -10, wobei +10 n Meisterwerk ist, alles Richtung 0 einfach bloß schlecht, aber alles Richtung -10 eben echte "so bad its good"-Filme, würde der jedenfalls locker ne -8/10 bekommen."

So ziemlich genau da würde ich ihn auch einordnen. Mit noch ein wenig mehr Inkompetenz oder weniger Budget hätte er durchaus noch "sinken" können in der Wertung. Aber Filme wie The Room werden halt nicht am Fließband produziert, also war der hier mir grade recht -)

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
20.02.2019 21:07 Uhr | Editiert am 20.02.2019 - 21:13 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.946 | Reviews: 156 | Hüte: 446

@ MB80:

Jap. Erstmal ne Kappe für die Review für dich und nochmal n Strich drunter.

Der ganze Film wirkte halt zu ganz weiten Teilen so konstruiert und fast schon bewusst grausam mies geschrieben. Hatte wirklich teils was von Wiseaus völlig weltfremden Dialogen, die nur entfernt an reale zwischenmenschliche Interaktion erinnern. Dazu eben auch die hanebüchenen Ideen, die der Film immer wieder reinwirft und die völlige Abwesenheit jedweder Konsistenz innerhalb dessen, was da als Handlung präsentiert wird. Als hätte jemand ne Menge Mainstream-Horrorfilme der letzten 10-15 Jahre gesehen und sich einfach gedacht "Hey, das kann ich auch, aber KÜNSTLICHER!"

Nichts wirkt authentisch, keine Figur hat irgendwie ne echte Agenda, alle machen halt mal das Klischeehafteste, was ihnen grad so einfallen will. Dabei mag ich die Joey King sogar ganz gern, bereits seit ihrer Nebenrolle in The Conjuring. Hatte n bisschen was von abstrakter Kunst gemischt mit dem Gefühl eines Autounfalls - man versteht nicht so recht was das alles soll, kann aber auch nicht wirklich weggucken. Ist halt durchgehend völliger Käse, war aber wohl im Vorfeld schon klar, als der Regisseur bekanntgegeben wurde. MKA war miserabel, dabei wäre es nach Andersons Vorgänger so einfach gewesen, eben genau solchen Action-Shlock abzuliefern, die Messlatte lag ja echt nicht hoch, Butterfly Effect 2 war eh ne extrem undankbare Aufgabe, aber der doch ganz unterhaltsame dritte zeigte ja, das n brauchbarer Nachfolger zum eh nur okayen Kult-Erstling kein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre und Annabelle, tja, müssen wir nicht drüber reden oder? Leonetti ist einfach kein guter Regisseur, aber zumindest scheint er mit Wish Upon genau das so intensiv gechannelt zu haben, dass immerhin ein zutiefst unterhaltsamer Mist-Film draus geworden ist. Ich hab den danach sogar n paar Leuten als Partyfilm empfohlen.

Auf ner Skala von +10 bis -10, wobei +10 n Meisterwerk ist, alles Richtung 0 einfach bloß schlecht, aber alles Richtung -10 eben echte "so bad its good"-Filme, würde der jedenfalls locker ne -8/10 bekommen.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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MB80 : : Cheddar Goblin
20.02.2019 19:46 Uhr
1
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 834 | Reviews: 17 | Hüte: 57

ZZSnake:

"Vor allem die Schlussszene ist so dermaßen drüber und sauwitzig..."

Stimmt die war auch vom feinsten. Wie sich alle bemühen, so auszusehen, als hätten sie gerade das grauenhafteste oder unglaublichste jemals gesehen... Statt einfach den Krankenwagen zu rufen oder sich wie normale Menschen zu benehmen. Während man sich einfach nur an den Kopf fasst uns sich fragt ob man das Ende noch vorhersehbarer oder generischer hätte machen können laughing Nee die letzte Szene fasst eigentlich den ganzen Film gut zusammen.

Ja, danke, freut mich das wir da scheinbar ein paar gemeinsame Sensibilitäten haben. Ich hatte den Film auf dem Radar weil er im Jahresrückblick 2017 von RLM auftauchte, eben weil er so schlecht war angeblich. Ich habe den Kommentar von Jay und Mike danach nochmal gesehen (Part 1, die letzten 10 min.) und war überrascht wie ähnlich meine Wahrnehmung mit deren war. Und ich vergleiche Filme nicht leichtfertig mit The Room und Konsorten ;)

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

MJ-Pat
Avatar
ZSSnake : : Expendable
20.02.2019 16:24 Uhr
1
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.946 | Reviews: 156 | Hüte: 446

Bringt mein Gefühl nach dem Kinogang doch ziemlich gut auf den Punkt. Ich hab den Film gemeinsam mit meiner Schwester geschaut und wir kamen beide aus dem Lachen kaum heraus. Vor allem die Schlussszene ist so dermaßen drüber und sauwitzig...

Schöne, süffisante Auseinandersetzung mit dem Streifen und definitiv eine angemessene Wertung.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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