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Hin und weg

Kritik Details Trailer Galerie News
Einfühlsam & authentisch

Hin und weg Kritik

Hin und weg Kritik
1 Kommentar - 09.09.2014 von Moviejones
Wir haben uns "Hin und weg" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Hin und weg

Bewertung: 4 / 5

Hannes (Florian David Fitz) ist 36 Jahre alt und wird sterben. Denn Hannes hat ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), eine Krankheit, die sich mit Lähmungserscheinungen bemerkbar macht und im wahrsten Sinne des Wortes im schlimmsten Fall den Atem stocken lässt. Der Verlauf ist oft schleichend, die Abwärtsspirale hoffnungslos, denn es gibt kein Heilmittel. Daher trifft Hannes eine schwere Entscheidung, er will nicht im Rollstuhl sterben oder langsam im Krankenbett.

In Belgien hat Hannes einen Arzt ausfindig gemacht, der Sterbehilfe leistet. Die Reise dorthin will Hannes auch als Abschied von seinen Freunden und der Familie nutzen, denn einmal im Jahr haben sie immer eine gemeinsame Radtour gemacht. Auch wenn er schon merkt, dass er körperlich Einschränkungen hat, will er sich das nicht nehmen lassen - auch wenn nicht jeder die Idee gut findet...

Trailer zu Hin und weg

Die spätestens durch die ALS Ice Bucket Challenge im Internet bekannt gewordene Krankheit wird in Christian Züberts Hin und weg einfühlsam und authentisch wirkend thematisiert. Wer sich fragt, was das mit dem Eimer Eiswasser soll: Der Kälteschock soll den Lähmungsschock, den spontan auftretenden Muskelkrampf, das Ringen nach Luft und das Taubheitsgefühl der Betroffenen nachfühlbar machen. Um das ernste Thema etwas aufzulockern, gibt es auch im Film eine Challenge, die die Hauptfigur Hannes und dessen Freunde erfüllen müssen: Jeder schreibt einem anderen eine verrückte Aufgabe auf einen Bierdeckel, die während der alljährlichen Radtour nach Belgien erfüllt werden muss.

Das führt unter anderem zu einer witzigen Sequenz in Hin und weg, in der Jürgen Vogel (Stereo) als Frauenaufreißer Michael sein wahres Ich findet... Die Balance zwischen Ernst und Humor wird insgesamt gut gehalten, weder wird zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt, noch kommen die humoristischen Parts zu albern rüber. Bezüglich Drama ist das Thema ernst genug und es wird neben der Angst des Betroffenen auch die Angst der nahen Menschen um ihn herum deutlich. So auch das Problem, wie man damit nun umgeht, die schwer zu entscheidende Balance zwischen Ignoranz der Krankheit und zu viel Schonung zu treffen.

So will Hannes nicht als Sterbender behandelt werden, sondern möglichst "normal" - doch haltbar ist das natürlich nicht immer, denn diese Krankheit lässt sich nicht einfach ignorieren, weder für ihn selbst, noch für seine Freunde und Familie. Auch das Problem, wann man es wem sagt, wird deutlich, besonders hart trifft es neben der Familie Hannes&39; Freundin Kiki. Florian David Fitz (Vincent will Meer) und Julia Koschitz (Shoppen), die sich schon durch Doctor's Diary - Männer sind die beste Medizin kennen, mimen das Paar sehr authentisch und berührend, mit allen Höhen und Tiefen. Volker Bruch (Goethe!) spielt den Bruder von Hannes, der als letzter von der Krankheit erfährt und daher erst ziemlich geschockt und sauer reagiert. Die langsame Annäherung der beiden während der Radtour wirkt ebenfalls authentisch, auch wenn man weiß, dass es inszeniert ist.

Das gilt insgesamt für die Inszenierung von Hin und weg, die Zübert (Dreiviertelmond) sehr realistisch wirkend gelungen ist, wie auch für eine Wendung am Ende. Getragen wird Hin und weg von guten Darstellerleistungen aller Schauspieler, die in jeder Szene das rechte Maß an Emotionen zu finden wissen. Selbst Hannelore Elsner (Kirschblüten - Hanami) nimmt sich als Mutter von Hannes sehr zurück und ist daher erstmals wieder in einer weniger überdrehten Rolle zu sehen.

Das tatsächliche Ende von Hin und weg ist passend, soweit man es denn als Nichtmediziner überhaupt beurteilen kann - es wird nicht zu viel und nicht zu wenig gezeigt, das nicht Gezeigte lässt sich erschließen. Ein Film mit einem ernsten Thema, der weder anstrengend noch langatmig und daher leicht aufnehmbar ist und dennoch starke Tiefenwirkung hinterlässt.

Hin und weg Bewertung
Bewertung des Films
810
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1 Kommentar
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bartacuda : : Mitternächtlicher Haijäger
10.09.2014 10:19 Uhr
0
Dabei seit: 03.03.10 | Posts: 4.289 | Reviews: 0 | Hüte: 307
Das sieht für mich sehr gut aus. Bin mir fast sicher, dass mir der Film gefallen wird.
... ... aber lass uns ganz offen sein, Du hast nie Wert gelegt auf meine Freundschaft!
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