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96 Hours - Taken 2

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Mills kann es noch

96 Hours - Taken 2 Kritik

96 Hours - Taken 2 Kritik
7 Kommentare - 01.10.2012 von Moviejones
Wir haben uns "96 Hours - Taken 2" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
96 Hours - Taken 2

Bewertung: 3.5 / 5

Mehr als ein Jahr ist seit den Ereignissen in Paris vergangen, als Bryan Mills (Liam Neeson), ein ehemaliger CIA-Agent, seine minderjährige Tochter Kim (Maggie Grace) aus den Fängen brutaler Mädchenhändler gerettet hat. Inzwischen lebt er in LA und das Verhältnis zu seiner Ex-Frau Lenore (Famke Janssen) hat sich merklich entspannt. Nur noch selten nimmt er gefährliche Aufträge an und der neueste führt ihn nach Istanbul. Er lädt seine Ex und seine Tochter ein, mit ihm nach getaner Arbeit noch ein paar schöne Tage in der Türkei zu verbringen und freut sich sehr, als ihn beide dort tatsächlich besuchen. Was Mills jedoch nicht ahnt, der Vater eines getöteten Mädchenhändlers hat grausame Rache geschworen: Er arrangiert das Kidnapping der Familie, doch glücklicherweise kann Kim den Häschern entkommen. Nun liegt es an ihr, Vater und Mutter zu befreien...

Mit 96 Hours - Taken 2 beschert uns der Franzose Olivier Megaton (Colombiana) die Fortsetzung des Überraschungshits 96 Hours, in dem sich Liam Neeson einmal mehr als gereifter Herr präsentiert, der sich zu wehren weiß. Mit dem deutschen Titel kann man hadern, der überaus sperrig daherkommt, aber trotz aller Unzulänglichkeiten, die man 96 Hours - Taken 2 vorwerfen kann, lebt der Film von Neesons Präsenz, der eins beweist: Mills ist noch fit.

Trailer zu 96 Hours - Taken 2

Bei RottenTomates mit 8% von den Kritikern abgestraft, bei IMDb mit einer momentanen Glanznote von 8,4 gesegnet, bewegen wir uns dazwischen, am oberen Ende der Skala. Sicherlich tritt 96 Hours - Taken 2 in die gleichen Fußstapfen wie der Vorgänger, doch schlussendlich hat Megaton einen unterhaltsamen Actionfilm geschaffen. Positiv hervorzuheben ist, dass nach dem Lesen des Kurzinhalts Tochter Kim eben nicht zur toughen Kampfamazone mutiert, sondern ihr Rettungsakt nicht aufgesetzt wirkt. Zwar mag man sich streiten, ob die überaus coole Anfangssequenz mit den Granaten wirklich geht - das Lachen im Publikum sprach nicht wirklich für viel Realismus, aber welcher Kritiker ist schon zugleich Experte in Physik? -, doch wie sich die Geschichte nach der Entführung entwickelt, hat Tempo.

Andererseits wurden wir mitunter an einige Szenen in James Bond erinnert, die Austin Powers einst so schön auf die Schippe nahm, Stichwort: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht! Dies trifft besonders auf die Entführer zu, die sich mitunter zu viel Zeit lassen und Mills - von dem sie wissen, was er drauf hat - die eine oder andere Möglichkeit geben, nach einem Rettungshalm zu greifen. Ohne diese Blödheit sähe die Sache ganz anders aus, doch 96 Hours - Taken 2 macht nichtsdestotrotz Spaß. Man kann sich streiten, ob es sich um einen puren Abklatsch handelt, weil eine Entführung wie im ersten Film der Aufhänger ist, doch genauso funktionieren auch Reihen wie Stirb Langsam. 96 Hours - Taken 2 bietet wiederum genug Action und Impressionen der Stadt (etwas, das wir im ersten Teil schmerzlich vermisst haben), um nicht wie Hangover 2 als bloße Kopie durchzugehen.

Gerade weil alle Personen aus dem ersten Teil - Familie Mills, seine Buddys vom CIA und sogar der französische Bürohengst - erneut dabei sind, wirkt 96 Hours - Taken 2 wie ein großes Wiedersehen. Die Leistung der Darsteller ist durch die Bank solide, wenn auch Janssens Lenore zu Beginn zu sehr menschelt im Gegensatz zum Vorgänger. Janssen selbst sagt, dass sie die Rolle nun etwas weicher auslegen wollte, aber so sehr es Ehepaar Mills zu wünschen ist, wieder zueinander zu finden, so aufgesetzt wirkt es anfangs auch. 96 Hours - Taken 2 wirkt wärmer, nicht nur was Miteinander der beiden Entführten angeht, sondern auch, was den Vater des Opfers betrifft, der sich aus Liebe und - falschem - Stolz dieser Racheaktion verschrieben hat.

An dieser Stelle empfinden wir die Story auch als großen Pluspunkt, denn im wahren Leben jemandem eine in die Fresse hauen, seien es Beamte vom Finanzamt, Verkehrsteilnehmer oder pampige Verkäuferinnen, ist zu Recht unschön. Dafür gibt es eben Filme wie diesen, die wunderbar zum Frustabbau geeignet sind. Man möchte dem Rachsüchtigen entgegenschreien, wo denn das Unrechtsbewusstsein bleibt - erst Pack in die Welt setzen und sich dann beschweren! Doch genau da sind Leute wie Bryan Mills gefragt, die die Bande einfach mal aufmischen und damit eigene unterschwellige Aggressionen befriedigen. 

Wer ein Fan von Liam Neeson und rasanter Action ist und sich damit anfreunden kann, dass der Film deutlich Ansätze aus dem Vorgänger aufgreift, wird mit 96 Hours - Taken 2 eine gute Zeit im Kino erleben. Wir haben uns unterhalten gefühlt und genau darauf kommt es bei so einem Film an. Wir sehen Neeson in seinen reiferen Jahren äußerst gerne, der kompromisslos wie Christopher Lee dreht und weiß, dass er als Schauspieler unterhalten will. Trotz der genannten Nicklichkeiten können wir die schlechte Einstufung bei RottenTomatoes nicht nachvollziehen und vergeben 3,5 von 5 Hüten.

96 Hours - Taken 2 Bewertung
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