Birds of Prey - The Emancipation of Harley Quinn

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The fantabulous show of Robbie and McGregor

Birds of Prey - The Emancipation of Harley Quinn Kritik

Birds of Prey - The Emancipation of Harley Quinn Kritik
6 Kommentare - 07.02.2020 von PaulLeger
In dieser Userkritik verrät euch PaulLeger, wie gut "Birds of Prey - The Emancipation of Harley Quinn" ist.
Birds of Prey - The Emancipation of Harley Quinn

Bewertung: 3.5 / 5

Viel ist schon geschrieben worden über die Versuche von Warner, mit seinem DC-Universum dem Primus MCU nachzueifern. Finanziell ist das bislang eindeutig nicht gelungen, im Hinblick auf die Qualität scheiden sich die Fanlager, aber in einem Bereich ist DC dem Konkurrenten deutlich voraus und zwar bei der Repräsentation weiblicher Superhelden. Nachdem man mit "Wonder Woman" schon beim ersten Solofilm einer Heldin schneller war, folgt nun auch der erste weibliche Team-up-Film, während andernorts die A-Force noch nicht einmal ein Gedankenspiel zu sein scheint.

Das Wort Emanzipation im Filmtitel bezieht sich in diesem Fall somit nicht nur auf die Hauptfigur, sondern auch im größeren Kontext auf die Rolle der Frauen in Comicverfilmungen. Aber darauf komme ich am Ende der Kritik zurück.

Trailer zu Birds of Prey - The Emancipation of Harley Quinn

Zunächst kurz zur Handlung:

Nachdem Harley Quinn vom Joker verlassen wurde und somit nicht mehr dessen Schutz genießt, ist halb Gotham hinter ihr her, um sich für ihre Missetaten zu rächen. Auch der Gangsterboss Roman Sionis hat noch eine Rechnung mit der ehemaligen Psychiaterin offen und lässt sie nur deshalb noch einmal davonkommen, weil sie verspricht, ihm einen wertvollen Diamanten zu besorgen, der von der jungen Straßendiebin Cassandra Cain gestohlen wurde. Die Suche nach der Delinquentin lässt Harley alsbald mit der Polizistin Renee Montoya, der Nachtclubsängerin Black Canary und der mysteriösen Bogen-, äh pardon, Armbrustschützin Huntress zusammenprallen.

Erzählt wird diese Geschichte von Harley persönlich, was gerade zu Beginn zu einem chronologischen Durcheinander führt, das den ausgesprochen simplen Plot komplexer wirken lässt, als er tatsächlich ist. Da eine derart sprunghafte Erzählweise allerdings perfekt zu Harleys Charakter passt, kann man den Machern diesen Trick nicht wirklich ankreiden, die Pacing-Probleme, die diese Erzählweise gerade in der ersten Hälfte immer wieder verursacht, dagegen schon.

Anders als beim Vorgänger "Suicide Squad" bekommt man hier genau das, was die Trailer versprochen haben: Harley ist ganz klar das Zentrum des Films, während die anderen Figuren deutlich weniger Screentime erhalten haben, was jedoch nicht heißt, dass sie keine eigenen Akzente setzen. Huntress dürfte zwar die wenigsten Szenen der weiblichen Hauptfiguren haben, dafür gehören ihr aber auch die witzigsten Momente des Films. Cassandra Cain ist zumindest nicht nervig, was bei Kinderrollen durchaus positiv erwähnt werden kann. Über die Figur Renee Montoya werden ein paar Copfilm-Klischees genüsslich durch den Kakao gezogen und Canary hat die coolsten Kampfszenen bekommen. Na gut, genau genommen teilt sie sich diesen Punkt mit Harley, deren turnerischer Hintergrund aus den Comics hier schön in ihren Kampfstil eingeflossen ist. Überhaupt gehören die Kampfszenen zu den Highlights des Films, da sie ohne viele Schnitte auskommen und stattdessen auf sorgsam ausgeführte Choreografien gesetzt wurde, die von beeindruckenden Kamerafahrten eingefangen werden. Durch den kreativen Einsatz zahlreicher Utensilien sind die Actionsequenzen zudem so abwechslungsreich, dass sie bis zum Schluss nicht ermüdend werden und auch die musikalische Untermalung mit Pop- und Rocksongs ist größtenteils gelungen.

Der Film steht und fällt natürlich mit der Performance der Hauptdarstellerin und Margot Robbie geht in ihrer Paraderolle dieses Mal noch mehr auf als in "Suicide Squad". Dass der Film nicht gänzlich zur One-Harley-Quinn-Show wird, verhindert hauptsächlich Ewan McGregor, der sichtlich Spaß daran hat, sich hier als Dandy-hafter Gockel gnadenlos dem Overacting hinzugeben, was in diesen überdrehten Film einfach reinpasst. "Birds of Prey" leugnet seinen Comic-Ursprung nicht, sondern umarmt ihn regelrecht, was sich auch in den knallbunten Settings zeigt.

Während die erfolgreiche Emanzipation der Figuren am Ende deutlich herausgestellt wird, kommuniziert der Film seinen emanzipatorischen Meta-Subtext eher beiläufig. Eine Szene, in der Sionis seinen Sadismus an einer Barbesucherin auslässt, sticht in diesem Zusammenhang besonders heraus, wird hier doch im Kleinen aufgezeigt, auf welche Rolle Frauen in Comicfilmen (und auch in den zugrunde liegenden Vorlagen) viel zu lange beschränkt waren. Dass dies ausgerechnet in einem Film über Harley Quinn passiert, die in ihrer Anfangsphase in den Comics und auch noch in "Suicide Squad" geradezu als archetypische Verkörperung dieser misogynen Tendenzen angesehen werden kann, macht das Ansinnen in jedem Fall sympathisch und wiegt die dünne Story und die gelegentlichen Pacing-Probleme auf.

Birds of Prey - The Emancipation of Harley Quinn Bewertung
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710
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6 Kommentare
MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
10.02.2020 22:43 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.597 | Reviews: 30 | Hüte: 129

Kann ich im großen und ganzen nen Strich drunter machen. Hut ;)

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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PaulLeger : : Moviejones-Fan
09.02.2020 18:32 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 411 | Reviews: 3 | Hüte: 53

@ MobyDick

Merci beaucoup und freut mich, dass du sie trotz anfänglichen Desinteresses gelesen hast.

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MobyDick : : Moviejones-Fan
09.02.2020 14:35 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.585 | Reviews: 116 | Hüte: 395

Eigentlich hat mich die Kritik nicht interessiert, da mir 3,5 Sterne etwas befremdlich wirkten, dann TiiNs Kommentar gelesen, neugierig geworden und gelesen:

Sehr schöne Kritik, die so wie ich das lese gerade bei diesem Kontext wohl auf genau die richtigen Aspekte zu achten scheint. Ob das bei mir auch zu 7 Punkten reichen dürfte ( gut gemeint und gut gemacht) sei mal dahingestellt, werde ich aber auch frühestens zur Heimkinoauswertung wissen, ändert aber nichts daran, dass deine Kritik in sich schlüssig ist und gut gemacht ist.

Daher sowohl MrLeger als auch TiiN mal ein Hütchen smile

Dünyayi Kurtaran Adam
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PaulLeger : : Moviejones-Fan
09.02.2020 11:18 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 411 | Reviews: 3 | Hüte: 53

@ TiiN

Danke und Hut zurück für deine Kritik und dafür, dass du deine Kritikpunkte noch einmal ausführlicher erläutert hast. Ist immer schön wenn man mit Argumenten diskutiert auch wenn man unterschiedlicher Ansicht ist.

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TiiN : : Pirat
08.02.2020 19:40 Uhr
2
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 5.649 | Reviews: 127 | Hüte: 290

Zunächst habe ich nur deine Kritik gelesen und war ein bisschen irritiert. Dein Kommentar darunter hat dann für Klarheit geschafft. Eine schöne Art der Bewertung. Auch wenn wir den Film anders einstufen und einordnen gefällt mir deine Betrachtung gut.

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PaulLeger : : Moviejones-Fan
07.02.2020 02:32 Uhr
3
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 411 | Reviews: 3 | Hüte: 53

Da der Film zu meiner Überraschung in meinem Stammkino in der OV lief, hab ich mir die Spätvorstellung angeschaut und anschließend diese spoilerfreie Review verfasst, die bewusst als Hommage an den Erzählstil des Films etwas unstrukturiert daherkommt. wink

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