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BlacKkKlansman

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God bless white America…

BlacKkKlansman Kritik

BlacKkKlansman Kritik
0 Kommentare - 17.09.2018 von MB80
In dieser Userkritik verrät euch MB80, wie gut "BlacKkKlansman" ist.
BlacKkKlansman

Bewertung: 4.5 / 5

Spike Lee‘s BlacKKKlansman funktioniert gleich auf mehreren Ebenen, als Drama, als Komödie, und als Kontext für den anhaltenden Konflikt zwischen den Hautfarben in den USA. Seine größte Stärke ist dabei, dass er das Thema Rassismus vollkommen ernst behandelt, aber aus seiner unglaublichen wahren Geschichte eine Menge Humor zieht. In den Händen eines nicht so sensiblen Regisseurs, sagen wir mal eines Michael Bay‘s, hätte dies ein kleines Desaster werden können, aber Spike Lee liefert hier einen hervorragend balancierten und gleichzeitig aufwühlenden Film ab.

Trailer zu BlacKkKlansman

Dies ist die Geschichte von Ron Stallworth, der als erster afro-amerikanischer Polizist im Colorado Springs Police Department in den frühen 70ern eher durch einen glücklichen Zufall, oder besser eine Provokation, die Möglichkeit hatte, den Ku-Klux-Klan zu infiltrieren. Gut gespielt von John David Washington rennt er dabei aber in ein Problem: Nach überraschend erfolgreicher Kontaktanbahnung kann er schlecht zu einem persönlichen Treffen gehen, das „Warum“ muss man glaube ich nicht erklären. Also muss Flip Zimmerman (Adam Driver) für diese Treffen einspringen und Ron Stallworth verkörpern, was für ihn als Juden auch nicht unbedingt angenehm ist (der KKK hat prinzipiell ein Problem mit allen, die nicht weiße Protestanten sind…). Im Gegensatz zu Stallworth sieht er dies allerdings nur als seinen Job an, allerdings kommt auch er darüber in Grübeln, nachdem er die Knights of the KKK etwas näher kennen lernt.

Spike Lee schafft das fast Unmögliche, nämlich eine eigentlich haarsträubende Geschichte über ein ernstes Thema zu erzählen, aber den Humor aus den absurden Szenen zu generieren ohne der Handlung Gewicht zu nehmen. Außerdem entwickelt er erinnerungswürdige Charaktere und schafft es, die gewaltgeladene gesellschaftliche Stimmung des ausklingenden Vietnamkrieges einzufangen, ohne dabei wie ein plumpes Lehrstück daher zu kommen. Er schreckt außerdem nicht davor zurück, militante Tendenzen auch in der schwarzen Bewegung zu erwähnen, setzt aber den Fokus sinnvoll mehr auf das Leid, das diese Menschen erfahren mussten.

In Ermangelung besserer Worte… es fällt mir schwer zu beschreiben, wie gut alle Aspekte des Filmes sind. Der Stil der 70er wird phantastisch eingefangen, die Ausstattung ist perfekt, und Anspielungen auf Blaxploitation Filme folgen natürlich Split Screens. An der Detailverliebtheit merkt man schnell, dass hier jemand einen persönlichen Einsatz in diesem Film hatte (außerdem einer der wenigen Filme, bei denen der „dutch angle“ richtig eingesetzt wird). Die Schauspieler sind überzeugend, ich glaube ich entwickle mich gerade zu einem Adam Driver Fan… Dieser Mann wird einfach zu dem Charakter, den er verkörpert. Es gibt Schauspieler, die irgendwie immer sie selbst bleiben oder nur eine Note spielen können (Tom Cruise, hüstel...), aber Driver ist ein echtes Chamäleon. Außerdem eine kurze Randnotiz für Topher Grace, der mich mit seiner nuancierten Darstellung von David Duke komplett überzeugte, und der als Schauspieler gerne übersehen wird.

Eine spezielle Erwähnung geht noch an die Regie, Spike Lee schafft es jede Aktion irgendwie interessant in Szene zu setzen. Seien es fast unangenehme Nahaufnahmen des Publikums bei einer Rede, um den Bann des Redners einzufangen, oder das ineinander schneiden der Initiierung neuer KKK Mitglieder und der Klage eines alten Mannes über einen Lynchmord… Lee ist in voller Kontrolle und erzieht immer einen Effekt.

Natürlich kann es sich der Film nicht verkneifen, eine Parallele zur Politik von D. Trump zu ziehen. Diese Anklage wird am Ende noch vertieft. Der Film endet mit einem echten Schlag in die Magengrube, indem er von Stallworth und seiner Freundin, denen durch den Anblick eines brennenden Kreuzes klar wird, dass sie von nun an immer wachsam bleiben müssen, direkt zu den Aufzeichnungen des Neonazi Aufmarsches in Charlottesville schneidet. Natürlich inklusive des hinterhältigen Anschlages von James Alex Fields Jr. auf die Gegendemonstranten, ungeschnitten. Es ist so als würde Lee uns mitgeben „Hey, schön dass ich euch unterhalten konnte, aber nehmt dieses Thema ernst.“

Also ja, zwei Daumen hoch von mir! Und wenn ich einfach mal spekulieren würde, dann würde ich auf eine Nominierung von A. Driver, Regisseur S. Lee und dem Drehbuch bei den Oscars tippen… Mal sehen ob ich richtig liege.

BlacKkKlansman Bewertung
Bewertung des Films
910
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