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Die 5. Welle

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Herzschmerz in der Apokalypse

Die 5. Welle Kritik

Die 5. Welle Kritik
8 Kommentare - 13.01.2016 von Moviejones
Wir haben uns "Die 5. Welle" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Die 5. Welle

Bewertung: 3 / 5

2016 stehen Alieninvasionen ganz hoch im Kurs. Nicht nur Roland Emmerich wird in diesem Jahr mit Independence Day 2 - Wiederkehr zu seinen Wurzeln zurückkehren und die Erde erneut in Schutt und Asche legen wollen, die Fortsetzung Beyond Skyline steckt in den Startlöchern und wer das alles etwas kleiner und emotionaler möchte, für den steht in der Romanadaption Die 5. Welle von Rick Yancey die Menschheit kurz vor ihrer Auslöschung.

Für Cassie (Chloë Grace Moretz) war der letzte normale Tag auf dieser Welt ein ganz gewöhnlicher Schultag. Dann kamen die Invasoren und mit ihnen die ersten vier Wellen. Jede Welle stellte einen spezifischen Angriff auf die Menschheit dar: Zuerst wurden alle elektronischen Geräte außer Gefecht gesetzt, dann wurden Küsterregionen gesäubert und anschließend folgten Seuchen, bei denen ein Großteil der Menschen starb. Aus Cassie, der Schülerin, wurde Cassie, die Kämpferin, der es, getrennt von ihrer Familie, allein obliegt, ihren Bruder in all dem Chaos wiederzufinden. Längst ist nicht mehr klar, wem man trauen kann und für Cassie läuft die Zeit davon, denn die fünfte und letzte Welle steht kurz bevor...

Trailer zu Die 5. Welle

Die 5. Welle Filmkritik

Gleich vorweg, wir hatten von Die 5. Welle wenig erwartet im Vorfeld. Die Trailer überzeugten uns nicht in Gänze und ein Kinostart im Januar ist alles andere als ein gutes Zeichen, denn die ersten beiden Monate des Jahres sind bei bestimmten Genres wie der Science Fiction und Horrorfilmen eher die Resterampe. Umso überraschter waren wir von dem gelungenen Auftakt und vielen starken Momenten, die Die 5. Welle in den ersten 30-40 Minuten Laufzeit bietet.

Wie im Roman wird auch der Film aus der zentralen Perspektive von Cassie erzählt, toll gespielt von Chloë Grace Moretz. Auf ihren Schultern lastet ein Großteil des Films und sie schafft es erneut, den Zuschauer für sich zu gewinnen. Der Auftakt und Aufbau der gesamten Rahmenhandlung wirken rund und vor allem Regisseur J Blakeson ist es zu verdanken, dass die Invasionsstory nicht schon wieder mit Trickeffekten ertränkt wird und sich auf einige wenige, dafür nachhaltige Momente der Zerstörung konzentriert wird, bei denen die Figuren im Mittelpunkt stehen. Das Resultat sind gerade zu Beginn viele Momente, die trotz der FSK-12-Freigabe erstaunlich brutal auf den Zuschauer einwirken, teils in der Darstellung, teils in ihrer emotionalen Wucht. Die erste Hälfte ist es, die Die 5. Welle zu einem sehr gelungenen Kinofilm macht, dessen Qualität mit zunehmender Laufzeit dann aber abnimmt.

Schuld tragen die zweite Hälfte und deren Wahrnehmung, die stark von der persönlichen Filmerfahrung abhängt. Während der erste Part mit vielen kreativen Ideen daherkommt, wirkt die zweite Hälfte wie eine Vermischung vieler Motive aus anderen Filmen und Romanen. Der Zuschauer spürt deutlich, wie sich Rick Yancey in seinem Roman von anderen Werken inspirieren ließ und alles einbaute, was seiner Meinung nach gerade passt oder sogar hip genug ist, sich gut vermarkten zu lassen. Wie wäre es mit ein paar Kindersoldaten, die Krieg spielen? Weckt prompt Erinnerungen an Die Tribute von Panem. Wie wäre es mit einer unglaublich aufgesetzten Liebesgeschichte mit Fremdschämpotential im Seelen-Format? Dazu ein wenig dystopische Wanderstimmung wie in The Road und das alles mit noch vielen weiteren Werken mal mehr mal weniger gemixt. Während sich jüngere Zuschauer nicht daran stören und von daher eher einen guten Kinofilm erleben dürften, werden ältere Zuschauer durch die Vorhersehbarkeit immer wieder herausgerissen, zu offensichtlich sind die einzelnen Elemente.

Unverzeihlich bleibt hingegen der "Wohlfühlfaktor", der sich in der zweiten Hälfte breitmacht. Überrascht Die 5. Welle zu Beginn immer wieder mit einzelnen Szenen der Gewalt, gibt es in der zweiten Hälfte keinen Schmutz mehr. Tagelange Märsche durch Wälder und zerstörte Städte haben keinen Einfluss auf die Protagonisten: Staub, Blut, Dreck, Schweiß in den Gesichtern und auf der Kleidung sind nicht zu entdecken, denn wir lernen, ein Gewaltmarsch während der Apokalypse kann zwar anstrengend sein, liefert aber keinen Grund, auf einen strahlend schönen Teint verzichten zu müssen.

Sony Pictures hat sich beim Versuch, den nächsten großen Wurf bei Jugendbuchadaptionen hinzubekommen, auf die Romanreihe von Rick Yancey eingeschossen. Die Intention, die Reihe im Kino abzuschließen, erkennen wir aber noch nicht. Zwar steht Die 5. Welle in einem gewissen Umfang für sich selbst, aber viele offene Fragen bleiben und wir haben so unsere berechtigten Zweifel, ob wir im Kino jemals einen Abschluss der Reihe erleben werden - die Vorahnung einer weiteren begonnen, aber nicht vollendeten Adaption lastet schwer auf diesem Film. Und so könnte sich Die 5. Welle neben Percy Jackson - Diebe im Olymp, Ich bin Nummer 4 und Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter nahtlos einreihen.

Die 5. Welle Bewertung

Die 5. Welle ist besser geworden als wir erwartet haben und schafft es dennoch nicht, vollends zu überzeugen. Viele starke Momente und tolle Schauspieler stehen einer Reihe von Szenen gegenüber, die unnötig sind und dem versierten Filmfan Kopfschmerzen bereiten. Wäre Die 5. Welle ein leckeres Gericht, dann wäre der Film am besten mit der klassischen Pampe zu vergleichen: Ein schön vermatschter Haufen all jener Speisen, die vorher auf dem Teller nett angerichtet waren. Das Ergebnis sieht nicht besonders lecker aus und man würde es niemandem direkt vorsetzen, aber schmecken tut es dennoch, solange nichts mit reingerührt wurde, was einfach nicht passt.

Die 5. Welle Bewertung
Bewertung des Films
610

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8 Kommentare
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Sully : : Elvis Balboa
18.10.2016 11:48 Uhr | Editiert am 18.10.2016 - 11:57 Uhr
0
Dabei seit: 29.08.09 | Posts: 10.555 | Reviews: 30 | Hüte: 546

Ich kann mich der MJ Kritik zu großen Teilen anschließen. "Die 5.Welle" beginnt wie ein erwachsener Endzeitfilm und driftet im Laufe der Zeit hin zu einer reinen Teenie-Veranstaltung. Alles was am Anfang Spaß macht und interessant ist, wird im weiteren Verlauf dem derzeitigen Trend "Teenies sind die größten Helden" geopfert. Stößt mir dieses Schema mittlerweile ohnehin sauer auf, treibt man es bei "Die 5.Welle" auf die Spitze, indem man hier selbst kleine Kinder zu Soldaten macht, die sich dann während der Ausbildung, in der Kaserne auch noch so verhalten wie die erwachsenen Vorbilder in unzähligen Militärfilmen. Die Begründung, warum hier Kinder als Soldaten eingesetzt wurden, ist innerhalb der Story so dermaßen platt, dass ich das Ganze dann leider nicht mehr ernst nehmen konnte. Zudem waren mir wichtige Aspekte einfach zu vorhersehbar. Schnell war hier klar wer, was ist.

Insgesamt war der Film aufgrund der tollen ersten Hälfte und des wie immer überzeugenden Schauspiels von Moretz, gut anschaubar. Mehr aber leider nicht.

Es kommt im Leben nicht darauf an wie viel Du austeilst, sondern darauf wie viel Du einstecken kannst und trotzdem weiter machst!

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Skywalker77 : : Moviejones-Fan
16.01.2016 00:38 Uhr | Editiert am 16.01.2016 - 00:39 Uhr
0
Dabei seit: 06.12.13 | Posts: 555 | Reviews: 2 | Hüte: 31

Ok, wir haben uns heute Abned den Film angesehen und wie versprochen möchte ich kurz mein Feedback geben.

Die MJ Kritik trifft es wirklich sehr gut. Auch ich fand die erste Hälfte wirklich sehr spannend, die Einführung war gut gemacht, sehr düster, da kam echte Weltuntergangsstimmung auf. Und dann geht es aber bergab. Ich will nicht spoilern also nur ganz knapp. Nach der gelungenen Einführung driftet es schon mehr auf Twillight Niveau ab und die vorher so stark aufgebaute Weltuntergangsstimmung geht komplett verloren, teilweise in seichtem Teeniekitsch. Den Plottwist habe ich schon von Beginn an geahnt, da gab es dann keine Überraschung mehr. Die zweite Häfte hatte für mich auch sehr viel leerlauf, sehr langatming, und von der drückenden Stimung der ersten Hälfte war wie gesagt nix mehr zu sehen.

Meine Frau fand den Film total schlecht, ich würde aber grade noch so 2 Hüte vergeben, wegen der starken Einleitung. Wir sind aber wahrscheinlich auch nicht die Zielgruppe. Da hat MJ recht, für Teenies funktioniert der Film eventuell besser, wobei da die erste Hälfte eventuell aber wiederum etwas zu heftig wirken könnte. Fürs Kino würde ich den Film nicht empfehlen, dafür ist er insgesamt zu schwach und die Effekte erfordern auch nicht unbedingt die große leinwand, da reicht sicher auch in ein paar Monaten das Heimkino völlig aus.

Hitgirl spielt aber wirklich stark und wertet den Film auf. Chloe hat definitiv Potential und gute Karrierechancen in Hollywood.

Der offene Schluss deutet zwar an, dass man gerne den Weg von Panem oder der Bestimmung gehen würde und uns mit in einen neues Franchise nehmen würde, das kann ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen. Es ist heute der zweite Tag des Films, wir waren in der 20:15 Vorstellung an einem Freitag, und uns eingerechnet waren 11 Leute im Kino. Schwer vorstellbar das die Zahlen da irgendwo besser aussehen werden. Und das ist auch gut so, denn ich brauche hiervon auch keinen 2. Teil mehr.

Tu es, oder tu es nicht, es gibt kein Versuchen!

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MarieTrin : : Mrs. Justice
13.01.2016 19:01 Uhr
0
Dabei seit: 11.09.11 | Posts: 1.902 | Reviews: 27 | Hüte: 46

@luph

Jap, PN ist angekommen, hatte es aber vorhin vollkommen übersehen.

@Duck-Anch-Amun

Wie gesagt, ich habe das Buch nicht gelesen. Aber ich hatte es überlegt und hatte mir deswegen einige Reviews angesehen. Es sollte jetzt auf keinen Fall so rüberkommen, als ob es nur schlechte Reviews des Buchs gibt, im Gegenteil es gibt auch viele sehr gute. Aber die mittelmäßigen und negativen Reviews erschienen mir überzeugender, insbesondere in Hinsicht auf die grundsätzliche Handlung und die Ideen hinter der Story. Außerdem bin ich mittlerweile sehr vorsichtig geworden, was solche Aussagen angeht wie "Für Hunger Games- Fans" oder "Das nächste Hunger Games".

Warum das Buch trotzdem verfilmt wurde? Ich schätze aufgrund dessen, was @MJ auch schon anspricht, Menschen ohne viel Buch- oder Filmerfahrung, und/ oder welche die besagten anderen Werke mit den Ideen nicht kennen werden sich amüsieren, weil sie etwas Neues sehen. Außerdem gab es wohl einen Hype um dieses Buch, zumindest im englischsprachigen Raum.

Que la loi soit avec toi!

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Moviejones : : Das Original
13.01.2016 16:50 Uhr
0
Dabei seit: 15.10.08 | Posts: 2.234 | Reviews: 1.060 | Hüte: 152

@Skywalker77
Die Kritik soll auch nicht schlecht klingen, denn schlecht ist der Film nicht. Ein Zwölfjähriger wird diesen Film vermutlich total spannend finden, da er nicht viele Vergleichsmöglichkeiten hat und die ganzen "kopierten Elemente" nicht kennt. Anders ein Erwachsener, der viel Buch- und Filmerfahrung hat. Dennoch kann auch der seinen Spaß haben, wenn er sich einfach darauf einlässt. Unterhaltsam ist der Film.

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Skywalker77 : : Moviejones-Fan
13.01.2016 14:46 Uhr
0
Dabei seit: 06.12.13 | Posts: 555 | Reviews: 2 | Hüte: 31

Sooo schlecht klingt die Kritik ja nun auch wieder nicht und den Trailer find ich auch ganz ok. Ich stehe sowieso auf SF und mangels aktueller Alternativen werden meine Frau und ich uns den Film dann am Freitag wohl mal ansehen. ich werde danach mal berichten wie der Film uns so gefallen hat :-)

Tu es, oder tu es nicht, es gibt kein Versuchen!

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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
13.01.2016 14:21 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 9.903 | Reviews: 40 | Hüte: 610

Die Probleme des Films scheinen ja dann auch die Probleme des Buches zu sein. Wenn die Vorlage schon solche Kritiken bekam, ist es klar, dass bei buchnaher Adaption diese Kritiken auch für den Film gelten. Rein filmisch betrachtet ist dies natürlich enttäuschend wenn man nichts innovatives bekommt und man bereits aus den Trailern erkennen kann, dass man vieles so schon gesehen hat. Dann muss man sich aber fragen, wieso man solche Bücher verfilmt wenn dort schon kritische Töne (laut MarieTrin, ich persönlich kenne die Vorlage mal überhaupt nicht) existieren. ist ja dann anders wie bei eragon, wo man sich einfach 0 an das Buch hielt.

Schön, dass Chloe wieder mal überzeugen kann: die Süsse wird mal eine ganz grosse in Hollywood.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
13.01.2016 14:18 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 14.820 | Reviews: 163 | Hüte: 523

@MarieTrin

Ist meine PN eigentlich bei dir angekommen?

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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MarieTrin : : Mrs. Justice
13.01.2016 13:58 Uhr
0
Dabei seit: 11.09.11 | Posts: 1.902 | Reviews: 27 | Hüte: 46

Die Kritik zu dem Film ist vergleichbar mit den Kritiken zum Buch. Anscheinend war es 2014 ein relativ großer Hit in der YA Abteilung, ist aber vollkommen an mir vorbei gegangen. Viele Bücher werden in einem Zusammenhang mit "Die 5. Welle" erwähnt, u.a. die bereits in der Kritik genannten, aber auch Enders Game. Aber genau da sind sich viele Kritiker wieder einig und das spiegelt sich dann auch im Film wieder: es ein Mix aus bekannten Geschichten, die Elemente kommen einem bekannt vor. Ich hatte die Kritik so nicht erwartet, aber es passt letztendlich zu meiner Einschätzung der Trailer: der Beginn wirkt interessant und im Hauptteil kommen typische Elemente (und teilweise klischeebehaftete Elemente), die einem höchsten ein Augenrollen entlocken. Ich war schon skeptisch, ob ich überhaupt das Buch in die Hand nehmen sollte, weil ich eigentlich keine Lust auf so eine zusammengeklusterte Geschichte habe, und sehe mich in meinen Zweifeln gewissermaßen bestätigt, auch wenn man Romane und Filme zwei verschiedene Medien sind.
Ne, das wird sicher kein Kinobesuch.

Que la loi soit avec toi!

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