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Mission: Impossible - Rogue Nation

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Mission: Impossible – Rogue Nation Kritik

Mission: Impossible - Rogue Nation Kritik

Mission: Impossible - Rogue Nation Kritik
0 Kommentare - 20.02.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Mission: Impossible - Rogue Nation" ist.
Mission: Impossible - Rogue Nation

Bewertung: 3.5 / 5

Zur denkbar schlechtesten Zeit wird das IMF aufgelöst. Denn Ethan Hunt (Tom Cruise) ist einer hochgefährlichen Organisation namens „Syndikat“ auf den Versen. Diese sind Hunt immer einen Schritt voraus und wollen mit gezielten Anschlägen die Weltordnung aus den Fugen bringen. Da ihm keine Regierungs-Ressourcen zur Verfügung stehen, reaktiviert Hunt sein Team um Benji Dunn (Simon Pegg), Luther Stickell (Ving Rhames) und William Brandt (Jeremy Renner). Unerwartete Hilfe erhalten sie von der mysteriösen Agentin Ilsa Faust (Rebecca Ferguson).

Darf man so frei sein und einen Film wie Mission: Impossible – Rogue Nation anhand der üblichen Manierismen von Kritiken bewerten? Sicherlich, es gibt Genre und es gibt natürlich auch Ansprüche, die für einen Film absolut Banane sind. Doch wir sind ja sowieso Wesen voller Komplexe und Widersprüche und so darf man an der Stelle vielleicht schon mal die Frage in den Raum werfen, was Christopher McQuarrie eigentlich erzählen möchte. Denn eine Geschichte bereitet der Film sicherlich nicht auf. Es geht um eine gesichtslose Organisation, die die Strippen der Welt im Schatten zieht und die nun ein Mann, der ebenso Teil einer noch viel gesichtsloseren Organisation ist, aufdecken und zerschlagen soll. Das Syndikat, daß hier wie eine wahr gewordene Verschwörungstheorie fungiert, hat ein Gesicht. Ironisch, aber so ist es und dieses Gesicht gehört zu einem ebenso farblosen Charakter, der nicht die nötige Präsenz aufbringt, um ihn als Erinnerungswürdig auch abseits der 120 Minuten Film einzustufen. Natürlich wird man unweigerlich bei jedem Agentenfilm irgendwann zwischen diesem und dem Vater des Agentenfilms vergleichen. Und das ist vielleicht ein Fehler, weil Ethan Hunt eben nie ein Bond wird, oder so ausgelegt war.

Doch was ist es eigentlich, was Mission: Impossible – Rogue Nation als Film dann doch noch so sehenswert macht. Es ist ja mitunter ein Film, der an Absurdität nicht zu überbieten ist. Hängen an einem Flugzeug, eine Motorrad-Verfolgungsjagd oder auch das Tauchen in einem Tanker. Das sind so die Triathlon-Disziplin, die der Film dem Zuschauer aufbereitet. Und ja, man kann sich am Ende des Tages nicht daran sattsehen, weil Tom Cruise eben als Schauspieler Naivität und Wahnsinn in sich vereint. Das ist Immersion, die das verkackte 3D niemals erzeugen wird können. Danke nochmal an James Cameron für diese Wiedergeburt des Schreckens. Doch nun zurück zum Thema. Der Film wirft eigentlich inhaltlich zu wenig ab, um ihn als Kunstwerk noch irgendwie zu beleuchten. Es ist eben wie immer. Das IMF wird aufgelöst, die Agenten vogelfrei oder versetzt und es gibt eine böse Bedrohung, die die Gruppe zwingt, wieder zusammenzukommen und am Ende des Tages das IMF noch legitimiert. Das ist ja eigentlich Pseudorebellisch, wenn ein Ethan Hunt erstmal auf freiem Fuß, auf eigene Faust, ohne eine staatliche Kontrolle operiert. Es spiegelt aber auch eben die amerikanischen Geheimdienste wider. Und dann wird es eben doch recht rebellisch, nicht zuletzt daran zu erkennen, daß auch hier die ein oder andere Hommage an Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel (1986) zu finden ist.

Erstaunlich ist, daß der Film in all seiner Beliebigkeit, doch irgendwie noch so gut gefällt. Denn ja, es ist ja schon mehrmals jetzt angeklungen. McQuarrie und Cruise liefern hier absolut keinen originellen Film. Die Bedrohung, die Geschichte, aber auch die Funktionen der Figuren wirken nicht nur wie das einmal eins des Agentenfilms, sondern sind es auch. Wer dafür ein Beispiel braucht, findet sie zuhauf, wir können aber auch gerne Ilsa Faust nehmen. Eine klassische Femme Fatale, die den Antifeminismus der Reihe noch einmal überdeutlich werden lässt. Nun muss man dem Film wenigstens lassen, daß sie durchaus spannend in Szene gesetzt wird, aber ihre Funktion ist doch eher üblicher Agenten-Sexismus. Und ja, nicht jeder Film muss feministisch sein und man muss auch nicht, nur weil eine Figur mal vermeintlich nicht zeitgemäß ist, ein riesen Fass aufmachen – sagte der weiße Cis. – aber das Problem hierbei ist, daß das eben fehlende Originalität ist. Nun verzieht man dem Film das ebenso aus den genannten Gründen oben. Und überhaupt schafft es der Film auch relativ gut, daß man nicht zu sehr über ihn nachdenkt. Ob das nun was Gutes ist, sei mal dahingestellt. Aber tatsächlich denkt man am Ende nicht, daß Mission: Impossible – Rogue Nation eine Zeitverschwendung war. Denn er hat ein durchaus straffes Pacing, welches absolut erstaunlich ist. Es wird zwar nicht allzu viel geredet, was vielleicht einer der Gründe ist, warum er funktioniert, aber auch feuert der Film nicht am laufenden Band einen Höhepunkt nach dem anderen ab.

Vielleicht sind es auch die Schauwerte, die den Film so ein bisschen abheben. Doch ob es da wirklich so großartige gibt, oder eben nicht, daß muss ja auch wieder jeder für sich selbst entscheiden. Und so ist dieser Film fast ebenso kurios, wie ein Tom Cruise selbst. Es ist eine treffende Analogie, weil man auch mit Cruise persönlich vielleicht nicht so viel anfangen kann und dennoch große Sympathien für den Mann aufbringt. So richtig beantworten, wird man das aber wohl nie können.

Großartig viel zu analysieren gibt es in Mission: Impossible – Rogue Nation nicht. Der Film ist auch eher seichter Natur, was Inhalt und Themen angeht und wiederholt zudem noch vieles. Und dennoch, aus unerfindlichen Gründen ist er so unterhaltsam, weil er sich in seinem Kernsegment ungewöhnlich frisch und ehrlich anfühlt, sodass andere vor Neid erblassen müssen.

Trailer zu Mission: Impossible - Rogue Nation

Mission: Impossible - Rogue Nation Bewertung
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710

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