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Ready Player One

Kritik Details Trailer Galerie News
Mittelmäßige Adaption, mittelmäßiger Spielberg

Ready Player One Kritik

Ready Player One Kritik
8 Kommentare - 07.04.2018 von luhp92
In dieser Userkritik verrät euch luhp92, wie gut "Ready Player One" ist.
Ready Player One

Bewertung: 2.5 / 5

Ich bin in zweierlei Hinsicht enttäuscht: Einmal als großer Fan der Romanvorlage und einmal als großer Fan Steven Spielbergs.

Dass sich Zak Penn und Steven Spielberg nur im Groben an der Vorlage orientieren, das inhaltliche Grundgerüst beibehalten, ansonsten jedoch alles ändern, finde ich nicht schlimm, denn die Quests und das Aufeinandertreffen der Charaktere ergeben weiterhin Sinn und sind in sich stimmig. Allerdings scheitert der Film für mich an der Tatsache, dass er die Handlung auf eben jenes Grundgerüst und die wichtigsten Plotpoints zusammenkocht, sodass Hintergrundinformationen und detaillierte Charakterzeichnungen zwangsläufig auf der Strecke bleiben.

Dem Buchlaien mögen die inhaltlichen Anschlussfehler vielleicht nicht auffallen oder egal sein, aber als Buchkenner stellte ich mir des Öfteren schon die Frage, warum die Dinge jetzt so ablaufen, wie sie es tun. Vom Hauptdarstellerduo Wade und Samantha sowie dem OASIS-Gründer James Halliday teilweise abgesehen, bleiben die Charaktere ziemlich flach, Daito und Shoto verbleiben auf dem Niveau von Japaner-Stereotypen, Nolan Sorrento auf jenem eines 08/15-Schurken und der OASIS-Mitbegründer Ogden Morrow (Simon Pegg) ist im Film kaum der Rede wert. Tye Sheridan, Olivia Cooke, Mark Rylance und Ben Mendelsohn spielen zwar gegen das schwache Drehbuch an und erhalten in den dramatischen Momenten Unterstützung durch Alan Silvestris Soundtrack, nichtsdestotrotz fällt die emotionale Bindung zu den Charakteren sehr gering aus.
Es reicht eben nicht aus, hier und da ein paar ruhige, emotionale Momente einzustreuen, wenn der Film ansonsten nur von einer Quest bzw. Actionszene zur nächsten eilt. Immerhin hat das den Vorteil, dass nie Langeweile aufkommt und die 140 Minuten wie im Flug vergehen.

Seitdem Steven Spielberg als Regisseur feststand, plagten mich trotz seines Talents leise Zweifel, ob er der richtige Mann für den Job ist. Einer der Väter der 80er-Popkultur soll einen Nostalgiefilm über eben jene Popkultur drehen? Da fehlte mir die Distanz, ich hätte mir - wie Ernest Cline selbst - ein Kind der 80er wie Edgar Wright oder Kevin Smith auf dem Regiestuhl gewünscht.
Diese Zweifel bestätigten sich zum Glück nicht. Zwar finde ich es schade, dass der Gigant aus dem All im Film zu einem reinen Kampfroboter ohne eigenes Ich degradiert wird, insgesamt baut Spielberg die zahlreichen popkulturellen Referenzen jedoch gekonnt und sehenswert in die Handlung ein. Wenn ich "The Shining" und "Der Gigant aus dem All" noch nicht gesehen hätte, hätte ich jetzt definitiv Lust auf die beiden Filme bekommen! Hier zeigt sich zum Vergleich aber erneut der Vorteil der Buchvorlage, Cline konnte dort eine bedeutend größere Anzahl an Filmen einfließen lassen und detaillierter auf sie eingehen, beim Lesen erschloss sich mir eine wahre Bandbreite an unbekannten Filmen.

Hinsichtlich der technischen Aspekte habe ich nichts einzuwenden, obwohl man sich an die Playstationoptik und die für Spielberg untypischen, neuartigen Actionszenen erst noch gewöhnen muss. Ich hätte mir wie im Roman zwar eine realistisch animierte OASIS gewünscht, aber als Stilmittel, um die reale und die virtuelle Welt visuell zu separieren, kann ich diese Form von CGI-Effekten vollkommen nachvollziehen. Darüberhinaus wird es im Film meine ich auch gar nicht thematisiert, wie real wie VR aussieht.
Persönliches Highlight: Die finale Actionszene, die in Tradition der großartigen und epischen Schlachten der "Star Wars PT" sowie der Mechaction in "Transformers" und "Pacific Rim" steht, leider muss man hier jedoch ohne einen brachial-einprägsamen Soundtrack wie jenen von John Wiliams oder Stebe Jablonsky auskommen.

Auch wenn Spielberg die popkulturellen und technischen Spielereien beherrscht, mangelt es "Ready Player One" doch an zwei essentiellen Zutaten des spielbergschen Eskapismuskinos: Magie und Atmosphäre. Es mag am schwachen Drehbuch mit den flachen Charakteren liegen, es mag an Spielbergs mittlerweile jährlichem Filmoutput liegen, es mag an beidem liegen, jedenfalls fühlt sich "Ready Player One" nicht so an, als habe Spielberg hier besonders viel Herzblut einfließen lassen. Ein standardisierter und zwischendurch gedrehter Film für Zwischendurch; Fastfood, welches man abseits der popkulturellen Anspielungen und des VR-kritischen Endes schnell wieder vergessen hat. Bei einem unbekannteren Regisseur wäre das vielleicht noch in Ordnung gewesen, aber wir sprechen hier nun einmal von Steven Spielberg, dem Regisseur von Filmen wie "Indiana Jones", "Jurassic Park", "E.T.", "Gefährten", "Tim und Struppi" und "B.F.G.".

Im Bezug auf mangelndes Herzblut ist mir zudem die Darstellung des Abspanns ins Auge gesprungen. Wenn man einen nerdigen und popkulturell angereicherten Film gegen das bloße Konsumieren sondern über das Leben von und Beschäftigen mit der Kunst dreht, dann kann das doch erst recht im Abspann - der Würdigung des Filmteams - zum Ausdruck bringen! Warum so klassisch und dröge, ich hätte eher einen Abspann wie in "22 Jump Street" oder "GotG: Vol. 2" erwartet. Und wenn ein Easter Egg in Form einer Post-Credit-Szene jemals angebracht und sinnvoll gewesen sein sollte, dann doch wohl hier! Aus meiner Sicht leider eine Fehlanzeige.

Ready Player One Bewertung
Bewertung des Films
510
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8 Kommentare
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TiiN : : Pirat
09.04.2018 17:54 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 3.902 | Reviews: 92 | Hüte: 138

@luhp92
Möglicherweise liegt es daran, dass ich deine Kritik aus Spoilerschutzgründen nur quer gelesen habe. Aber deine Überschrift und hier und da Erwähnungen haben mich ganz schön auf das Thema Romanverfilmung beim Lesen versteifen lassen. smile Selbiges empfand ich auch bei der Moviejones Kritik.

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MD02GEIST : : Godzilla Fan #1
09.04.2018 04:50 Uhr
0
Dabei seit: 01.01.13 | Posts: 2.293 | Reviews: 23 | Hüte: 179

@ luhp
Bitte beachte mal die Zeit, wo ich das gepostet hatte. Um 09:32 Uhr am 07.04.2018.

Am selbigen Tage, den 07.04.2018 ging ich ins Kino und um 20:34 Uhr veröffentlichte ich meine Kritik.

Da ich die Nachmittagvorstellung nahm (die erste welche das erwähnte Nachbarstadtskino an diesem Tage offierierte), begann der Film erst um 15:00 Uhr für mich.

Das also Spielberg das kann wurde mir erst im Laufe des Tages klar! Ich hoffe das hast du bemerkt! Ja, in diesen paar Stunden ist eine Wandlung passiert. Ist dies so unglaubwürdig?
wink

Danke für den Hut!

Monsters are born too tall, too strong, too heavy—that is their tragedy - Ishiro Honda
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luhp92 : : BOTman Begins
08.04.2018 22:45 Uhr | Editiert am 08.04.2018 - 22:46 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.279 | Reviews: 138 | Hüte: 330

@MD02GEIST
"Und als Fan kann ich Spielberg nicht sehen. Siehe mal die Tyrannosaurus rex Sequenz aus THE LOST WORLD - JURASSIC PARK mit dem Bus. Das soll ein Tribut an Godzilla sein."

Deine Kritik habe ich noch nicht gelesen, aber mit der Mechaction-Szene inklusive Mechagodzilla und Godzilla-Soundtrack beweist Spielberg, dass er Godzilla-Anspielungen perfekt umsetzen kann.


@TiiN und ZSSnake

"Denn Romanverfilmungen können nur sehr selten mit ihren Roman mithalten"
"als hätte ich davon profitiert, den Roman eben NICHT zu kennen bisher."

Aber das ist nicht gleichzusetzen mit der Frage, ob mir der Film gefällt oder nicht. "Der Marsianer" zum Beispiel lässt auch ziemlich viel aus dem Buch weg, mir hat er dennoch sehr gut gefallen, er macht unabhängig von der Romanvorlage einen runden Eindruck, bietet sympathische Charaktere, etc. "Ready Player One" fehlt das meiner Meinung nach.
Und dass dies aufgrund der in meiner Kritik angeführten Mängel und trotz des Nicht-Kennens der Vorlage auch in die andere Richtug gehen kann, sieht man an eli4s, dem der Film gar nicht gefallen hat.

"Denn Romanverfilmungen [...] sollten immer in einem eigenen Kontext betrachtet werden"

Das tue ich doch, ich weise ja darauf hin, dass die zahlreichen Abänderungen in "Ready Player One" (Quests, Aufeinandertreffen der Charakter, Popkultur-Referenzen, etc) in sich stimmig sind und man das auf jeden Fall so machen kann. Auch hier noch mal ein Hinweis auf "Der Marsianer", in meiner Kritik gehe ich ebenfalls auf die Änderungen und deren Sinnhaftigkeit bzw. Vorteile im Vergleich zur Romanvorlage ein.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
08.04.2018 18:11 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.186 | Reviews: 138 | Hüte: 321

Es hat halt vor und Nachteile. Aber im Regelfall fühlen sich für mich die Vorteile stärker an. Meist ist es so, dass der Film anders, mitunter auch "schlechter" als das Buch ist. Seh ich ihn nun und finde den Stoff gut und spannend, werd ich das Buch vermutlich danach gern lesen. Ist es dann noch besser, mag ich im Idealfall beides sehr. Mag ich das Buch allerdings, kann mich der Film eventuell enttäuschen und die Erwartungshaltung ist anders oder zu speziell, weil man ja immer auch Bilder im Kopf hat beim Lesen. Ich kann natürlich verstehen, wenn jemand das Buch zuerst lesen will, meine Erfahrungen waren aber nunmal anders herum meist besser.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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TiiN : : Pirat
08.04.2018 18:05 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 3.902 | Reviews: 92 | Hüte: 138

Kann ich gut verstehen, ZSSnake. Ich meine mich zu erinnern, dass diverse User auf dieser Seite, als Ready Player One angekündigt wurde, sagten, dass sie sich nun das Buch holen und vorher lesen wollen. Muss natürlich jeder wissen wie er will, aber für mich ist das eher nen Fehler. Lieber lese ich das Buch nach dem Film und bekomme dadurch noch ganz neue Einblicke und Perspektiven serviert.

MJ-Pat
Avatar
ZSSnake : : Expendable
08.04.2018 16:59 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.186 | Reviews: 138 | Hüte: 321

@ TiiN:

Sehe ich genauso und ich fühle mich auf jeden Fall, als hätte ich davon profitiert, den Roman eben NICHT zu kennen bisher.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
Avatar
TiiN : : Pirat
08.04.2018 15:40 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 3.902 | Reviews: 92 | Hüte: 138

Das ist der Grund, warum ich wenn möglich erst die Filme sehen möchte, bevor ich das Buch lese. Denn Romanverfilmungen können nur sehr selten mit ihren Roman mithalten und sollten immer in einem eigenen Kontext betrachtet werden.

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MD02GEIST : : Godzilla Fan #1
07.04.2018 09:32 Uhr
0
Dabei seit: 01.01.13 | Posts: 2.293 | Reviews: 23 | Hüte: 179

@ luhp92
Da ich erst heute in den Film gehe und danach meine Kritik schreiben werde: du weißt, dass ich wie du das Buch zu Hause stehen habe. Es ist wahrlich bedauerlich, dass hier eine Enttäuschung für dich stattfand. Ich finde deswegen für dich bitter, gerade weil du dich eben als Fan Spielbergs bezeichnest und du eben gegen Clines Wunsch bist, dass es nur Spielberg hätte machen können.

Darum habe ich nicht ohne Grund auch gerade wegen der Bayformers-Pentalogie etwas gegen Spielberg entwickelt. So jemand wie er konnte großartige Filme machen, aber ihm ist etwas abhanden gekommen. Und als Fan kann ich Spielberg nicht sehen. Siehe mal die Tyrannosaurus rex Sequenz aus THE LOST WORLD - JURASSIC PARK mit dem Bus. Das soll ein Tribut an Godzilla sein.

Also das sehe ich beim besten Willen nicht. Ich sehe einen weiblichen Tyrannosaurus rex, der einen Bus mit Japanern verfolgt. Aber für mich ist das kein Tribut an Godzilla, sondern eher eine Sequenz mit einem Bus mit Japanern, verfolgt von einem genetisch neu gechaffenen Theropoden in Los Angelas.

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