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Savages

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Laguna Beach gegen den Rest der Welt

Savages Kritik

Savages Kritik
4 Kommentare - 06.10.2012 von Moviejones
Wir haben uns "Savages" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Savages

Bewertung: 3.5 / 5

Zu dritt leben Ex-Soldat Chon (Taylor Kitsch), Weltverbesserer-Kumpel Ben (Aaron Johnson) und die hübsche O (Blake Lively) in einer tollen Villa direkt am Strand in Südkalifornien. Ihre Ménage à Trois in dieser elitären Gegend wird ermöglicht durch das glückliche Händchen der beiden Männer, was den Hanfanbau angeht. Ihr Marihuana gilt als der beste Stoff, den man kaufen kann, doch wie das so ist mit der Globalisierung: Große Konzerne möchten Konkurrenz soweit möglich ausmerzen und so ist es kein Wunder, dass nach einigen Jahren ein gigantisches Drogennetzwerk aus Mexiko auf Ben und Chon aufmerksam wird. Deren Chefin Elena (Salma Hayek) kennt kein Nein in ihrer Welt und versucht alles, um die beiden Jungs auf ihre Seite zu ziehen. Mit ihren Schlägertrupps um Anführer Lado (Benicio Del Toro) kommt sie auf eine perfide Idee, wie sie ihre Konkurrenten brechen kann...

Oliver Stone brachte uns Filme wie Platoon, Wall Street, Geboren am 4. Juli und Nixon, auf der anderen Seite Natural Born Killers, An jedem verdammten Sonntag oder Alexander. Alle gedacht zur Unterhaltung, aber ebenso auch zum Nachdenken. Oberflächliche Themen? Nichts für einen Oliver Stone, der wie wenige andere Regisseure ein Kämpfer und ein überzeugter politischer Aktivist ist. Insofern passt auch Savages in seine Filmographie, das die Problematik der Drogenkartelle aufgreift, ohne aber ein allzu dokumentarisches Machwerk mit erhobenem Zeigefinger zu sein.

Dafür ist Savages zu sehr auf Unterhaltung gebürstet, zu sehr junger Männertraum mit heißen Chicks, dem lockeren Savoir Vivre am Strand und Partys an einem Ort, an dem Gott Urlaub machen würde. Als Verfilmung des gleichnamigen Romans von Don Winslow, im Deutschen "Zeit des Zorns", bietet dieser brisanten Stoff über Politik und Drogenhandel, über die Autor Winslow im Vorfeld jahrelang recherchierte. Jedoch kann sich der Film nicht ganz entscheiden, welche Linie er konsequent verfolgen soll, unterhaltsam ist er aber von Anfang bis Ende.

So ungleich Kitsch und Johnson ihre Figuren spielen - der eine immer mit der Waffe am Abzug, der andere vollkommen überzeugt, die Welt sei zu verbessern -, so vielschichtig sind sie auch. Stone verfolgt keine typische Schwarzweißmalerei, schließlich sind die Helden der Geschichte Drogendealer - und solche Charaktere machen Geschichten erst aus. Demgegenüber spielt Blake Lively die hübsche O - unserer Meinung nach in der Pressenotiz mit "atemberaubend schön" zu wohlwollend umschrieben - und sie macht ihre Sache gut. Auch als ihr der Film in bestimmten Situationen mehr abverlangt, wirkt sie nicht wie ein Fremdkörper, was wir zuletzt bei Jessica Biel in Total Recall schmerzlich erfahren mussten. Großartig besetzt mit Salma Hayek als verletzte und doch unfassbar grausame Drogenbaronin und Benicio del Toro als Lado wirkt Savages in manchen Momentan zwar etwas überzeichnet, aber gerade Del Toros Figur, der als brutaler Schläger gerissener wirkt, als es seine tumbe Art vermuten lässt, trägt hin und wieder sogar zu amüsanten Szenen bei. Vergessen wir John Travolta nicht, der als korrupter Drogenfahnder auch ein Zähnchen im Getriebe ist.

Wer allzu konservativ ist, könnte sich an Savages reiben, denn so manche provokante Frage kommt auf: Darf man mit Drogen die Welt verbessern? Kann man tatsächlich mehrere Personen gleichzeitig lieben? Ist Brutalität die Lösung? Keine Ahnung, dies gehört wohlkalkuliert zum Schema, um ein Rundumpaket mit moralischer Botschaft und Unterhaltungswert zu kreieren. Gelingt nicht ganz, denn Stone konnte mit seinem neuesten Film keine wirklich tiefgründige Vision schaffen, aber gerade die Story abseits des erhobenen Zeigefingers macht Savages sehenswert. Wir vergeben 3,5 von 5 Hüten.

Savages Bewertung
Bewertung des Films
710

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