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Joker

Kritik Details Trailer Galerie News
Abgründiger Psychotrip - Joker 2019

Joker Kritik

Joker Kritik
13 Kommentare - 14.10.2019 von ZSSnake
In dieser Userkritik verrät euch ZSSnake, wie gut "Joker" ist.
Joker

Bewertung: 4 / 5

Joker war einer dieser Filme, die ich dieses Jahr mit vorsichtigem Optimismus betrachtet hatte, aber dieser wurde von dem unfassbaren Hype, der um den Film aufgebaut wurde, doch deutlich auf die Probe gestellt. Feiern zu viele Leute einen Film, baut sich in mir unweigerlich diese "So gut kann der doch garnicht sein"-Haltung auf. So auch hier, also ging ich optimistisch, aber mit einer gesunden Portion Skepsis in die OV am Sonntag.

Zur Information: Diese Review setzt sich zwar wenig mit der Handlungsebene, wohl aber mit den Motiven des Films auseinander und sollte daher für das optimale Verständnis erst nach dem Kinobesuch gelesen werden. Ich habe versucht auf Spoiler zu verzichten, aus den Motiven und Ideen könnte man aber sicherlich das eine oder andere Handlungsdetail ableiten. Das Fazit darf aber trotzdem wie gewohnt als Gradmesser dienen, ob der Kinobesuch lohnt oder nicht.

Trailer zu Joker


Kritik:
Den Inhaltsteil möchte ich mir dieses Mal sparen, die Trailer verrieten ausreichend, um in etwa zu wissen, worum es geht - Ein Mann, viele persönliche Rückschläge, eine Bewegung - Joker. Letztlich möchte ich auf den Inhalt des Films generell nur wenig eingehen und mich vielmehr mit den Themen und Implikationen der Story befassen, da hier der bei Weitem interessanteste Apekt des Films liegt.


Doch ein paar Worte vorab zu den Performances, denn insbesondere Joaquin Phoenix hatte natürlich mit der "Hürde Ledger" eine Erwartungshaltung zu erfüllen, die nicht größer sein konnte. Klar, Ledger hat damals 2008 eine atemberaubende Performance hingelegt, genau wie Nicholson damals 1989 der Figur extrem seinen Stempel aufdrückte. Nun möchte ich über Jared Leto nicht zu hart urteilen, er hatte wenig, mit dem er arbeiten konnte und wurde in einen Film gepresst, der nie seiner war. Dementsprechend konnte man bei ihm nie mehr wahrnehmen als eine recht oberflächliche und auf den Look beschränkte Variante der Figur. Entsprechend werden wir nie wissen, ob Leto in einem eigenen Film mehr hätte liefern können. So bleibt uns Phoenix - der hier eine der besten und intensivsten Performances seiner, ohnehin von starken Schauspielleistungen durchzogenen, Karriere hinlegt.


Arthur Fleck ist eine so spannende Figur, so sonderbar in ihren Maneurismen, so klar "off the Rails", dass man von der ersten Minute an gebannt auf all das wartet, was er im Laufe der Geschichte tun wird. Dabei ist die Perspektive sehr subjektiv die von Arthur - der Film richtet das Hauptaugenmerkt auf die verschiedenen Ausprägungen seiner offensichtlichen Geisteskrankheit. Zudem wird alles, was seinen geistigen Zustand ausmacht, noch durch weitere Andeutungen vertieft und wir fragen uns als Zuschauer zunehmend, was nun real ist und was der Wahrnehmung von Arthur entspringt. Todd Phillips - der Mann hat unter anderem die Hangover-Trilogie gemacht und könnte hier nicht weiter entfernt sein von der damaligen Stimmung, obgleich er Ansätze dessen was Joker tut, bereits in Hangover 3 und Alans Geisteskrankheit erforscht hatte, wenn auch nicht annähernd in der Intensität oder Ernsthaftigkeit wie hier. Phillips, der sich unter anderem auch für das Skript verantwortlich zeichnete, beschäftigt sich intensiv mit Flecks Geisteszustand und bleibt dabei in der Inszenierung stets sehr gefasst.


Tatsächlich ist der Film weitestgehend Konservativ gefilmt, wenn man so will, er bedient sich vieler Elemente des klassischen Hollywood, welches auch immer wieder durch Songs von Sinatra oder Ausschnitten aus Chaplins Filmen beschworen wird, und es wird schnell offensichtlich, dass hier Passion für das "Kino als Kunstform" am Werk war. Sicherlich, wenig von dem was der Film zeigt, hat man noch nie gesehen. Man denke an American Psycho oder Taxi Driver, die bereits eindrucksvoll Auseinandersetzungen mit Themen der geistigen Gesundheit ablieferten, aber Phillips exerziert hier alles sehr sauber durch und lässt uns als Zuschauer immer wieder an der Geisteswelt seines "Pro"tagonisten teilhaben.

Und hier liegt in meinen Augen bei all der gekonnten Inszenierung und dem Wahnsinns-Schauspiel von Phoenix dann auch das größte "Problem" des Films: Bei all der Empathie für das und Auseinandersetzung mit dem "Warum" in Arthurs Hintergrund stellt der Film nie die eigentlich recht zentrale Frage, ob es in Ordnung ist, was er tut. Etliche Gründe führen zum Handeln der Figur und tragen dazu bei zu verstehen, wieso und weshalb passiert was passiert. Aber unterm Strich verweigert Phillips seinem Zuschauer seine eigene Position, oder deutet sogar subtil an, dass er all das, was geschieht, mit Arthurs Geisteskrankheit zu einem Grad rechtfertigt. Wenn der Abspann läuft, fragt man sich unweigerlich, ob die politisch sehr linke Position, die der Film einnimmt, nun in Arthur begründet liegt, oder ob man den Aussagen des Films glaubt, dass all das nicht politisch motiviert war.


Wenn ein Film so eindeutig sein "Kill the Rich" als Hintergrund für die Ausschreitungen durch den Film zieht steckt da allerdings schon Programm drin. Und das Programm ist, insbesondere für den unreflektierteren Zuschauer, eben eines, welches potenziell gefährliches Gedankengut vergleichsweise simpel in Gewaltphantasien verpackt. Kann man gut finden, kann man als problematisch ansehen. Ich für meinen Teil hatte damit meine Schwierigkeiten, weshalb dieser Aspekt den Film letztlich auch von einer 9/10 auf eine gute 8,5/10 runterzieht.


Fazit:
Joker ist ein unangenehmer Film, ein provokanter, aber auch ein einfühlsamer, der sich sehr intensiv mit dem zunehmenden Abgleiten seines Protagonisten in den Wahnsinn und den Gründen dafür auseinandersetzt. Politisch gesehen impliziert er viel linkes Gedankengut, bleibt dabei aber zu unreflektiert, um darin kein potenzielles Problem, insbesondere für geistig unbedarftere Zuschauer, zu sehen. Der Score von Hildur Guðnadóttir untermalt die psychische Abwärtsspirale unglaublich intensiv und Phoenix Performance zementiert ihn einmal mehr als Weltklassedarsteller. Phillips emanzipiert sich von seinen recht oberflächlichen Komödien der Vergangenheit und liefert ein handwerklich kompetentes und nachdenkliches Stück Kino, dass zweifellos als potenzielle Origin für einen der interessantesten Comicschurken aller Zeiten hervorragend funktioniert.

Licht und Schatten liegen hier nah beieinander und was man sich letztlich aus dem Film zieht, muss man für sich ausdeuten. Ich persönlich empfand ihn als wirklich sehenswert, aber potenziell problematisch. Welchen Stellenwert er letztlich in der weiteren Filmgeschichte einnehmen wird, muss sich zeigen - fest steht jedoch, dass hier nach Filmen wie Watchmen oder Logan einmal mehr bewiesen wird, dass Comicverfilmungen fernab der Marvel-Formel exzellent funktionieren können, wenn man einen Regisseur und ein Team mit einer Idee und Vision dahinterstehen hat.


Von mir gibt es 8,5/10 Punkte bzw. abgerundet 4/5 Hüte


und obgleich der Film als fokussiertes Charakter-Drama sicherlich tagesformabhängig zu genießen ist, trotzdem eine klare Kinoempfehlung, um sich ein eigenes Bild zu machen.

Joker Bewertung
Bewertung des Films
810
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13 Kommentare
MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
03.11.2019 17:19 Uhr
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Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 8.144 | Reviews: 168 | Hüte: 482

@luhp:

Naja, ich meine auch mehr "der Film reflektiert es nicht." Er zeigt die Taten, die zweifellos brutal und bestialisch sind, aber einzig die betroffenen reichen hinterfragen die Taten. Die Täter werden neutral oder eher noch als "im recht" porträtiert. Dass wir als geistig gesunde Menschen das Gesehene dann als negativ beurteilen, ist eine Reflektionsleistung des Zuschauers, nicht des Films. Die Position des Films bleibt in meinen Augen immer eher "Pro Revolution", da er subjektiv die Seite der Revolutionäre zeigt.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
03.11.2019 14:40 Uhr | Editiert am 03.11.2019 - 14:41 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.021 | Reviews: 178 | Hüte: 400

Zur Psychosen-Diskussion:
Da kann ich mich euch zum Großteil anschließen, auch wenn ich mich nicht eindeutig festlegen könnte, was nun real und was eingebildet ist, seitdem Arthur seine Medikamente nicht mehr nimmt. Es könnte beides zutreffen.

Den Tod von Thomas und Martha Wayne würde ich allerdings nicht als zu 100% real ansehen, dafür ist Thomas Wayne zu sehr Hassobjekt von Arthur. Als Arthur in das Theater einbricht, geschieht das zudem auch recht einfach, durch die Absperrung hindurch und dann über den Nebeneingang in das Theater. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich Arthur die Rache an Thomas Wayne durch einen seiner Gefolgsmänner ebenso herbeiphantasiert hat.

@Kayin
Zur Kühlschrank-Szene: Ich dachte da an einen, zugegeben sehr merkwürdigen, Selbstmordversuch.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
03.11.2019 14:21 Uhr | Editiert am 03.11.2019 - 14:41 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.021 | Reviews: 178 | Hüte: 400

@ZSSnake

Ah, da hattest du ja die gleichen Kritikpunkte wie Duck-Anch-Amun^^
Daher kopiere ich mal meinen Text von dort hierhin.

"stellt der Film nie die eigentlich recht zentrale Frage, ob es in Ordnung ist, was er tut. [...] dass er all das, was geschieht, mit Arthurs Geisteskrankheit zu einem Grad rechtfertigt."

"Joker" erstellt zwar ein ungefiltertes Psychogramm Arthur Flecks, ich würde aber nicht sagen, dass der Film seine Taten und die seiner Nachahmer unkritisch abnickt, dafür fallen Flecks Gewalttaten und die Folgen der Aufstände zu schockierend und abstoßend aus. Unabhängig von der Schuld sieht "Joker" die Taten als Wirkung oder Symptome an und sucht infolgedessen nach der Ursache, der Film fragt sich und kritisiert vor Allem, wie es in unserem bestehenden Gesellschaftsystem dazu kommen kann und warum das System deshalb versagt.

"ob die politisch sehr linke Position, die der Film einnimmt, nun in Arthur begründet liegt, oder ob man den Aussagen des Films glaubt, dass all das nicht politisch motiviert war."

Arthur Fleck behauptet, er sei unpolitisch, aber das heißt ja nichts. Seine späteren Taten wie zum Beispiel sein Statement in der Late-Night-Show oder der Mord am Show-Host sind klar politisch, die Taten seiner Nachahmer sind erst recht politisch und der Film "Joker" allgemein natürlich auch. Etwas anderes wurde von Todd Phillips doch auch nie behauptet. Oder doch?

"Wenn ein Film so eindeutig sein "Kill the Rich" als Hintergrund für die Ausschreitungen durch den Film zieht steckt da allerdings schon Programm drin."

Das stimmt, aber wie oben erwähnt, empfand ich die tatsächliche Umsetzung (der Film spart da ja nicht an Gewalt) dann als schockierend und abstoßend. Wenn man beispielsweise bedenkt, dass Thomas und Martha Wayne vor den Augen ihres kleinen Sohnes Bruce erschossen werden und was das daraufhin und später in seinem Leben in Bruce auslöst, da wird das "Kill the Rich" alles andere als positiv und erstrebenswert dargestellt.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
18.10.2019 15:22 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 7.379 | Reviews: 40 | Hüte: 448

Wie immer gute Kritik, welche ich nun erst nach dem Verfassen meiner eigenen Gedanken durchgelesen habe. Ich seh es in manchen Punkten genauso wie du, der größte Kritikpunkt ist der Gleiche, wobei ich nicht weiß ob ich dies so gut rüberbringen konnte wie du.

Ansonsten ne schöne Diskussion die ihr hier führt, welche auch bei uns nach der Sichtung geführt wurde:

  • Aufrund der Darstellung der ersten und letzten Szene des Films (Gespräch mit Psychiaterin) kamen bei mir auch sofort Zweifel auf, obArthur Fleck dies nicht alles irgendwie geträumt haben soll. Wie Stahlking unter mir schrieb, gäbe es dafür genügend Anhaltspunkte, jedoch war die abschließende Szene (Blut an den Schuhen, komplette Wahnsinn) dann doch wieder zu sehr: Joker is here!
  • Dagegen spricht zudem, dass die Bruce-Sache doch schon sehr abseits von der eigentlichen Handlung geschiet und es am Ende ja nochmals einen Kameraschwenk gab. Dieser passte nicht wirklich in den Gesamtkontext, könnte sich aber dadurch erklären, dass es eben doch die Realität ist. Gegen den Traum/Vision spricht ja auch, dass wir im Film bereits ne gruselige Vision zu sehen bekommen und der Film somit Nolan-artig auf mehreren Ebenen spielen würde.
  • Die Idee, dass Joker sich die Rettung nur vorstellt, finde ich da recht spannend, wobei sie mir nicht in den Sinn kam. Sie würde die Bruce-Sache erklären, zudem das Ende. Beim Schauen hatte ich dann allerdings doch gedacht, dass Joker endlich angkommen wäre, sein Wunsch sich erfüllt hätte. Dies würde jedoch nicht das Ende erklären, zudem hab auch ich auf den nicht eintretenden Cut gewartet. Ne Theorie, die ich ich bisher am tollsten finde.

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Stahlking : : Moviejones-Fan
18.10.2019 09:09 Uhr | Editiert am 18.10.2019 - 10:25 Uhr
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Dabei seit: 23.12.09 | Posts: 67 | Reviews: 0 | Hüte: 1

Moin..

Meine Meinung zu diesem Film ist,dass was gezeigt wurde nicht real ist und fast alles ausgedacht wurde.

Kommen wir zu den Anhaltspunkten:

1. Die Krankenakte die Fleck geklaut hat in einer Psychiatrischen Anstalt .Bis dahin würde ich den Film so einstufen das alles Real war.Wo Fleck dann die Akte gelesen hat und mit dem Traumatischen Ereignisse aus seiner Kindheit konfrontiert wurde,ist dieser zusammengebrochen und ist nicht mehr aus der Anstalt rausgekommen.Dadurch hat er sich alles weitere in seiner Fantasie abgespielt...

Das würde auch gut zum Ende passen da er ja in der Psychiatrie war.

2.Eine weitere Möglichkeit wäre diese,dass er von Anfang an in der Klinik war/ist und er "nur einer von vielen Kranken ist die hin und wieder ein Gespräch führen mit einer Ärztin. Da würde auch der Satz Sinn ergeben" Sie würden den Witz nicht verstehen" Denn alles was er die Ärztin gesagt hat,war ausgedacht! Die kurze Szene danach wo er angeblich flüchten tut spielt alles in seinem Kopf ab..Da Fleck sich wieder in seine Fantasie Welt verkraucht !

Kurz zu der Szene mit dem Kühlschrank! Es ist zwar weit hergeholt aber ich erkläre mir die Szene so.Der Weiße Kühlschrank symbolisiert ein Zimmer der Psychiatrie! Da diese Zimmer auch sehr eng sind und die Farbe zum Großteil steril sind. Das deutet darauf hin daß Fleck in der Psychiatrie eingeschlossen ist.

Im Endeffekt möcht Todd mit dem Film uns sagen das jeder der Joker sein könnte..Bei Menschen mit Psychischen /Traumatischen Ereignisse kommt es sehr häufig vor das diese sich in eine Fantasiewelt flüchten tut und sich dort seine eigene Welt aufbaut..

Da ich selbst betroffen bin von Psychischen Störung kann ich dieses Ende gut nachvollziehen.

Edit: Mir ist da noch was eingefallen das was meine Vermutung verhärtet: Der Altersunterschied! Wir sehen einen Jungen Bruce Wayne und einen 40 Jährigen Joker.In den Filmen oder in den Comics sind diese ja fast gleich Alt ..Was wiederum hindeutet das alles ausgedacht ist..

Desweiteren ist Todd ein Bewunderer von "The Killing joke" und Fight Club" da würde es eigentlich passen mit dem ausdenken.

PS: Hoffe man kann alles lesen.Bin nicht so der Grammatik-Profi

MJ-Pat
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CINEAST : : ReReleaser
16.10.2019 00:06 Uhr | Editiert am 16.10.2019 - 00:08 Uhr
0
Dabei seit: 17.11.09 | Posts: 1.484 | Reviews: 5 | Hüte: 42

@Kayin

Da er zu diesem Zeitpunkt ja körperlich wie seelisch ziemlich im Eimer ist, ist das für mich zweierlei...

Einerseits ein realistischer etwas sonderbarer Versuch aus seinem "Wust von Alltag" auszubrechen und im wahrsten Sinne des Wortes einen kühlen Kopf zu kriegen und sich wieder zu sortieren...

Andererseits die endgültige (metaphorische) Wandlung von Arthur Fleck zum Joker, im Sinne einer "Neugeburt" (er kauert, Fötus, sich ja in den deutlich zu kleinen Kühlschrank)...für mich versinnbildlicht durch den harten Cut zum anschließend auf dem Bett liegenden Fleck...(sprich die Szene ist nicht wirklich passiert)

- CINEAST -

MJ-Pat
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Kayin : : Hollywoodstar
15.10.2019 23:10 Uhr
0
Dabei seit: 11.10.15 | Posts: 2.253 | Reviews: 2 | Hüte: 219

Komm gerade aus der Zweitsichtung des Films. Immer noch ein unheimlich berührender und atemberaubender Film.

@zssnake

Ich kann deine Sichtweise verstehen. Es steht zwar außer Frage, dass der Film und seine Darstellung der Gewalt, in Verbindung mit "Gewalt löst Probleme", politisch etwas fragwürdig daher kommt, aber ich bin mir sicher, dass niemand auf die Idee kommt, nach Sichtung des Films, ähnliche Taten zu begehen, weil er sich in Arthur Fleck wiederfindet. Ich glaube da generell nicht dran, dass ein Videospiel oder ein anderes visuelles Medium an solchen Taten schuld hat. Da muss etwas mehr passieren als "nur" eine visuelle Stimulation. Aber das würde jetzt zu weit führen.

Die Schlussszene, die ihr diskutiert, ist mMn so, wie Zssnake es erklärt hat. Arthur bildet sich den Unfall nur ein und phantasiert sich die "Verehrungsszene" zusammen.

Eine Szene habe ich bis jetzt nicht verstanden. Bevor er den Anruf der Frau vom Fernsehsender bekommt, steht er abends bei schwachem Licht vor seinem Kühlschrank, räumt ihn aus und setzt sich in den Kühlschrank, um ihn anschließend zu verschließen (mit sich drin). Danach kommt der Schnitt zum Telefonat mit dem Fernsehsender. Ich kann die Szene nicht einordnen. Hat da von euch jmd ne Idee?

"I’ll do my best."

"Your best! Losers always whine about their best. Winners go home and fuck the prom queen."

MJ-Pat
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CINEAST : : ReReleaser
15.10.2019 21:49 Uhr | Editiert am 15.10.2019 - 21:52 Uhr
0
Dabei seit: 17.11.09 | Posts: 1.484 | Reviews: 5 | Hüte: 42

@ZSSnake

Okey, da würde ich - Stand jetzt- auch mitgehen, weil der Crash für mich doch auch schon SEHR überraschend und gezielt und etwas over-the-Top vonstatten ging, ähnlich der Traumsequenzen in Das erstaunliche Leben des Walter Mitty, als dass das zu dem restlichen recht realistischen Szenario passen könnte. Habe das im Kino aber noch als...mh vielleicht auch nicht ganz sauber inszeniert/durchdacht gewesen - interpretiert. Wäre im Nachhinein aber auch schon ein arger Zufall gewesen, wenn in dem Chaos schon eine formierte Schurken-Truppe den Plan gefasst hätte, genau an der Stelle einen Truck zu positionieren, weil exakt zu der Zeit der Polizeiwagen dort vorbeifahren wird..

- CINEAST -

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
15.10.2019 21:35 Uhr | Editiert am 15.10.2019 - 21:36 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 8.144 | Reviews: 168 | Hüte: 482

@ CINEAST:

Genau, der Teil ab der Rettung aus dem Polizeiwagen durch seine "Gefolgschaft" und danach das stehen auf dem Polizeiwagen sind meiner Meinung nach Teil seiner Phantasie, da es ab da ein Leichtes gewesen wäre zu verschwinden, er aber ja am Ende in der Anstalt sitzt. Also vermute ich, dass er nie aus dem Polizeiwagen befreit wurde, sondern sich das nur vorstellte, weil er ja mehrfach im Film solche "Verehrungsszenarien" mit sich im Fokus im Kopf hatte. Sowohl am Anfang bei Murray als auch später wenn er sich vorstellt, wie man ihn auf der Bühne im Comedyclub feiert.

Der Tod der Waynes in der Gasse ist schätze ich genau wie die Ausschreitungen an sich "real".

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
MJ-Pat
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CINEAST : : ReReleaser
15.10.2019 21:03 Uhr | Editiert am 15.10.2019 - 21:17 Uhr
0
Dabei seit: 17.11.09 | Posts: 1.484 | Reviews: 5 | Hüte: 42

@ZSSnake

Wenn ich deine Aussage richtig interpretiere gehst du davon aus, dass nur der Teil ab dem Polizeiabtransport des Jokers, in der Fantasie von Fleck stattfindet ?

Nach der Erstsichtung würde ich ganz klar Stellung dafür beziehen, dass das gesamte Finale der Realität entspricht, auch wenn Phillips am Ende versucht einen Nolanschen Mind-Fuck zu absolvieren. Allein die Wanye-Szene beim Verlassen des Theaters inklusive des Seitengassenshowdowns, die gänzlich ohne Beteiligung von Fleck und außerhalb seiner Reichweite geschieht, suggeriert einem ja schon den Wahrheitsgehalt dieser Sequenz. Gerade auch der Zwischenschnitt auf den kleinen Bruce in der nachfolgenden Anstaltsszene macht ohne den Realitätsbezug hier ja überhaupt keinen Sinn..

Nachtrag: Nach nochmaligem Lesen deines Posts gehe ich doch eher davon aus, dass du ausschließlich die Stand on Car-Szene plus anschließender Heldenverehrung meinst?

- CINEAST -

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
15.10.2019 20:43 Uhr | Editiert am 15.10.2019 - 20:47 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 8.144 | Reviews: 168 | Hüte: 482

@Kayin:

Problematisch daran ist ja letztlich vor allem, dass Arthur am Ende zum Anführer einer Revolution wird, die nicht seine ist. Wenn auch scheinbar nur im Kopf, wie die Szene in der Anstalt impliziert. Ohnehin lässt Phillips ja bewusst viel in der Schwebe, was für Diskussionen und Interpretationen des Films clever daherkommt, aber wenn man keine klaren Positionen einnimmt insbesondere auf den doch sehr politischen Aussagewert hinter dem "Kill the Rich" für unreflektiertere Zuschauer zum Problem werden kann.

Mag sein, dass du und ich das wahrnehmen, dass diese Zentralstellung Arthurs in den Ausschreitungen am Ende sehr wahrscheinlich nur eine seiner Tagträumereien ist, genau wie sein Auftritt bei Murray in seiner ersten Träumerei - aber viele eher unbedarfte Leute sehen da vermutlich eher eine (fragwürdige) Identifikationsfigur für Veränderung durch Gewalt. Und das ist eben vergleichsweise unkritisch dargestellt, da ja sogar mit Wayne eine Form von Antagonist aufgebaut wurde, gegen den das Publikum durch seine Aktionen dann ist.

Und da bleiben die Aussagen dann eben zu schwammig oder gar nonexistent, um wirklich noch dahinter zu stehen - aber Phillips hinterfragt das auf Skriptebene nicht, sondern überlässt alles dem Zuschauer. Und das finde ich grade bei so delikaten Thematiken dann doch als zu wenig, insbesondere wenn man als Writer-Director an so ein Projekt herantritt.

Trotzdem zeichnet es den Film natürlich sehr aus, dass er überhaupt zu derartigen Diskussionen animiert.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
MJ-Pat
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Kayin : : Hollywoodstar
15.10.2019 18:20 Uhr
0
Dabei seit: 11.10.15 | Posts: 2.253 | Reviews: 2 | Hüte: 219

@zssnake

Zum "größten" Problem des Films

Will der Film denn nicht genau das sein, nämlich einerseits rational und andererseits irrational? Arthur will sich in der Gesellschaft zurecht finden, scheitert aber. Die Gesellschaft will rational sein, handelt aber am Ende irrational, indem sie Arthur folgt und nicht dem gesellschaftlichen Miteinander.

Ich denke Phillips wollte aufzeigen, dass nicht nur die einzelne Person plötzlich irrational handeln kann (Szene in der U Bahn), sondern die Gesellschaft ebenfalls nur durch einen kleinen Funken irrational handeln kann und kippen kann. Genauso wie Arthur.

"I’ll do my best."

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MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
15.10.2019 17:40 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.021 | Reviews: 178 | Hüte: 400

Damn, ich muss mir den Film echt zeitnah ansehen.
Ich möchte das lesen und wissen, was du genau kritisierst^^

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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