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Aquaman

Kritik Details Trailer Galerie News
Aquaman - Ein toller Lichtblick im DCEU

Aquaman Kritik

Aquaman Kritik
21 Kommentare - 21.12.2018 von Raven13
In dieser Userkritik verrät euch Raven13, wie gut "Aquaman" ist.
Aquaman

Bewertung: 4.5 / 5

Wie angekündigt, habe ich mir gestern Aquaman im Kino angesehen. Die Trailer haben mich zwar überzeugt, aber die vielen negativen Pressestimmen haben mich doch ein wenig skeptisch gemacht. Aber da ich ja bei den Comicverfilmungen immer anderer Meinung bin als die meisten Kritiker, bin ich völlig unvoreingenommen ins Kino gegangen. Im folgenden berichte ich über meine Kinoerfahrung.

Trailer zu Aquaman

Wie immer, sind nur minimale Spoiler enthalten.

Die Story beginnt mit dem Kennenlernen zwischen Arthurs Vater Tom Curry, einem Leuchtturmwärter, und seiner Mutter Atlanna, der Königin von Atlantis. Die Geburt von Arthur folgt, daraufhin die Ankunft von Atlantern, um Atlanna gegen ihren Willen zurück nach Atlantis zu holen...

Die Erzählstruktur gefällt mir in Aquaman außerordentlich gut. Der Film nimmt sich viel Zeit, um Aquaman dem Zuschauer näher zu bringen, oft auch in Rückblenden, was sich gut in die Erählung integriert. Die Rückblenden kommen immer in den passenden Momenten und wirken nie eingeworfen oder deplatziert. Nach der nur holprigen und knappen Einführung in Justice League ein toller Gegensatz. Gut gemacht, James Wan. Auch die anderen Figuren werden nach und nach vorgestellt, immer in wohl dosierten Dosen und in einem guten Erzähltempo. Die erste Hälfte des Films etwa wird für den Aufbau der Handlung und für die Einführung der Charaktere in Anspruch genommen, was sich echt gut anfühlt. In der zweiten Hälfte des Films nimmt der Aquaman dann mehr Fahrt auf, damit der Film ein wenig in Schwung kommt. Aber auch hier nimmt sich der Film genügend Zeit, ohne langwierig auf mich zu wirken. Die knapp 140 Minuten vergingen wie im Flug.

Ein paar Worte zu den von James Wan angekündigten Horrorelementen: Später im Film gibt es tatsächlich ein paar etwas gruseligere Momente, nicht viele, aber diese gefallen mir sehr gut.

Da der Fokus des Films, wie bei den meisten Comicverfilmungen, auf seichter Unterhaltung liegt, ist die Handlung letztlich aber nicht sonderlich komplex und die Handlungen des Bösewichts König Orm, dem Halbbruder von Aquaman, sind oft nicht wirklich logisch nachvollziehbar. Nichtsdestotrotz wirkt die Handlung in sich rund und recht schlüssig, was Aquaman richtig zu Gute kommt. Die Handlung macht einfach von Anfang bis Ende Spaß und bietet eine Menge Abwechslung.

Die kritischen Meinungen, die besagen, dass Aquaman sich zu sehr dem Stil der Marvel-Filme annähert und zu viel Humor beinhaltet, hat sich in meinen Augen überhaupt nicht bewahrheitet. Für mich fühlt sich Aquaman mehr nach einem DC-Film im Stile eines Man of Steel, Batman v Superman oder Wonder Woman als nach einem stärker komödiantisch angehauchtem Marvel-Film an. Aquaman nimmt sich und seine Handlung auch durchaus sehr ernst. Dass Arthur / Aquaman selbst hin und wieder Sprüche klopft, liegt einfach in seiner Natur und passt sowohl zum Schauspieler als auch zum Charakter. Diese humoristischen Einlagen passen, wie eigentlich immer bei DC, immer gut zum Geschehen und nehmen den Szenen und der Handlung dennoch niemals den nötigen Ernst. Der Humor passt einfach immer, ohne dass er wie „eingesetzt“ wirkt, nur damit der drin ist.

Jason Momoa kaufe ich seine Rolle als Arthur / Aquaman jederzeit ab, er spielt einfach total überzeugend. Natürlich ist der schauspielerische Anspruch nicht sonderlich hoch, aber bei Aquaman handelt es sich schließlich nicht um ein realistisches Drama oder ein Biopik, sondern um eine Comichelden-Verfilmung. Auch Amber Heard als Mera hat mir gut gefallen, ebenfalls entgegen der kritischen Meinungen der Kritiker. Auch haben Aquaman und Mera einfach gut miteinander harmoniert, was mir sehr gut gefallen hat. Auch die anderen Nebendarsteller wie Dolph Lundgren als King Nereus und Meras Vater oder Willem Dafoe als Vulko haben mir gut gefallen. Einzig Orm, dargestellt von Patrick Wilson, hat mich nicht so überzeugt. Er wirkte immer so unnahbar und ist scheinbar zu keiner richtigen Emotion in der Lage. Aber sei es drum, das Rundumpaket der Leistungen hat mir gut gefallen.

Die Darstellung des Meeres, die ja von vielen auch als billiges CGI kritisiert wurde, kann ich nur als absolut klasse bezeichnen. Mir hat auch der Übergang von der Oberwelt in das Wasser immer richtig gut gefallen. An dieser Stelle scheinen echte Kameras in echtem Wasser zum Einsatz gekommen zu sein. Diese Übergänge ins Meer wirken traumhaft schön. Ebenso die Bilder und Locations an der Oberwelt haben mir richtig gut gefallen. Die Darstellung von dem Meer, den Meerestieren und den Einwohnern der verschiedenen Rassen und auch von Atlantis selbst ist einfach atemberaubend schön. Die CGI-Effekte allgemein haben mich durch die Bank weg vollkommen überzeugt. Auch die Explosionen oder die Effekte von Laser- und Plasmawaffen sind einfach genial und haben mich oft sogar an Terminator 2 erinnert. Wenn z. B. Gebäude an der Oberfläche zerstört werden, wirkt das sauber und richtig realistisch, auch die herumfliegenden Trümmer und Gesteinsbrocken wirken nicht so deplatziert und schlecht animiert wie in manch anderen Filmen, sondern fügen sich sehr gut in die Szenen ein. Extrem gute Arbeit von den Tricktechnikern.

Auch soundtechnisch ist Aquaman extrem gut abgemischt. Die Musik, die Stimmen und die restlichen Geräusche sind sauber und klar abgemischt. Die Soundeffekte bei Actionsequenzen haben mich richtig geil in den Kinosessel gedrückt und sind klangtechnisch einfach ein echter Ohrenschmauß. Auch die Geräusche beim Abfeuern von den Energiewaffen sind einfach nur geil, natürlich auch wieder ein gutes Soundsystem vorausgesetzt.

Die musikalische Untermalung hat mir in Aquaman ebenfalls gut gefallen. Die Stücke brennen sich zwar nicht ins Gedächtnis ein, passen aber immer zum Geschehen und bringend diese Epicness immer gut zur Geltung. Wie immer, bessere Arbeit als in jedem Marvel-Film.

Auch die Kameraführung hat mir dahingehend gut gefallen, vor allem bei den ruhigeren Szenen. Die Locations wie die Sahara, Venedig oder das Meer wurden wunderbar eingefangen, sodass ich mich hier manchmal an Filme wie Herr der Ringe erinnert fühle. Auch die „Kamera“ unter dem Meer hat mir gut gefallen, ruhige „Kamerafahrten“ mit viel Zeit für mich als Zuschauer, um die Szenen zu bestaunen.

Fazit:

Für mich macht Aquaman, abgesehen vom schwachen Bösewicht, alles absolut richtig. Er nimmt sich Zeit für den Aufbau der Handlung und der Charaktere, er bietet eine Menge toller Bilder für’s Auge und eine tolle Darstellung des Meereswelt. Schauspielerisch hat mich Momoa voll überzeugt: Er IST Aquaman. Auch das Zusammenspiel von Mera und Aquaman hat mich überzeugt und hat Spaß gemacht. Aquaman reiht sich für mich ganz weit oben im inoffiziellen DCEU ein und gehört für mich auch zu den besten Comicvefilmungen der letzten Jahre und ist ein absoluter Lichtblick nach dem mittelmäßigen Justice League und dem miesen Suicide Squad. Ich wurde die 140 Minuten bestens unterhalten. Ich freue mich schon gewaltig auf Aquaman 2 und hoffe, dass wieder James Wan das Ruder übernimmt, er scheint ein gutes Händchen dafür zu haben.

9/10 - Hoher Wiederschauwert

Aquaman Bewertung
Bewertung des Films
910
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21 Kommentare
MJ-Pat
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FlyingKerbecs : : Auror
04.01.2019 13:10 Uhr
0
Dabei seit: 24.11.15 | Posts: 1.148 | Reviews: 7 | Hüte: 48

Klasse Kritik @Raven13, die kann ich voll so unterschreiben.laughing

Why did you hit my son?
Because he stole John Wick’s car and killed his dog.
Oh.

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ChrisGenieNolan : : DetectiveComics
27.12.2018 01:26 Uhr
0
Dabei seit: 19.08.12 | Posts: 12.850 | Reviews: 1 | Hüte: 262

Whoop whoop. weltweit, hat aquamoa BvS geschlagen und der Film läuftst noch ... der Fischmann fährt Richtung 600 v 700 mio durch und wenn das so weiter geht, sind 1 mrd locker drinnen... whoop whoop laughing

frohe Weihnachten

Bild
MJ-Pat
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Kal-El : : Moviejones-Fan
26.12.2018 20:28 Uhr
0
Dabei seit: 13.03.17 | Posts: 665 | Reviews: 3 | Hüte: 15

Tolle Kritik Raven.

Kritiken sind immer subjektiv, und deine mag ich. Ich habe mich doch jetzt überreden lassen (eigentlich wollte ich nicht ins Kino), mal schauen. Ich gehe völlig ohne Erwartungen (eher negative) rein und lasse mich vielleicht überraschen? Ich bin aber eher skeptischer als du.

@ZSSNake:

Ich denke nicht, dass es "Quatsch" ist. R.D. Jr. hatte natürlich einen großen Anteil daran, dass die Figur die sympathie besaß die sie hatte, aber daran dass der Charakter gut geschrieben ist und als solcher auch mit einem anderen guten Darsteller funktioniert hätte ändert es nichts.

Ich mag deine Kommentare immer gerne und lese sie auch (nicht überfliegen), und meistens bin ich deiner Meinung. Aber hier ist das erste Mal, dass ich das komplett anders sehe als du.

Ein Iron Man, wie wir ihn heute kennen, wäre niemals so erfolgreich wie heute ohne R.D.J. Mich hat es schon immer die Entwicklung von Iron Man gestört. Ein hochintelligenter Waffenverkäufer, der im Grunde genommen die Menschen hasst (sein Lebenlang?!?!?!), ein Egoname, der seines Gleichen sucht, Rest der Welt völlig egal, nur sein Geld zählt und und und. Dann eine "flüchtige" Begegnung in einer Höhle mit einem Mann, der genauso gut ein falsches Spiel hätte spielen können, dreht ihn komplet um? Naja, möglich, aber ich finde es eher mindestens merkwürdig. Und hier kommt RDJ zum Einsatz. Er ist ein Sympatieträger, der seines gleichen sucht und ich bin sicher, dass er sicherlich 90% des Iron Man Erfolges für sich buchen kann ...

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
23.12.2018 17:17 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.457 | Reviews: 141 | Hüte: 370

@ Nietsewitch:

Ich denke nicht, dass es "Quatsch" ist. R.D. Jr. hatte natürlich einen großen Anteil daran, dass die Figur die sympathie besaß die sie hatte, aber daran dass der Charakter gut geschrieben ist und als solcher auch mit einem anderen guten Darsteller funktioniert hätte ändert es nichts.

R.D. Jr. muss nicht bloß R.D.Jr. sein, damit eine Figur funktioniert, aber er macht sie sich zu eigen weil er ein guter Darsteller ist. Johnson oder Momoa haben meist Rollen die um sie herum geschrieben sind (bei Johnson dann mal Rollen wie in Faster oder so außen vor gelassen, weil die eben auch mehr verlangte, als dass er nur da und er selbst ist).

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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Nietsewitch : : Moviejones-Fan
23.12.2018 16:46 Uhr
0
Dabei seit: 27.10.14 | Posts: 331 | Reviews: 2 | Hüte: 12

@ Snake

Da schreibst du aber Quatsch. Iron Man war eben auch deswegen so gut, weil R. D. Junior ihn gespielt hat, nicht nur, aber zum großen Teil auch genau wegen.

Zeit Erwachsen zu werden, und dem Irrsinn den Platz einzuräumen, den er sowieso schon hat.

Avatar
Nietsewitch : : Moviejones-Fan
23.12.2018 16:41 Uhr
0
Dabei seit: 27.10.14 | Posts: 331 | Reviews: 2 | Hüte: 12

Auch mir hat der Film richtig Spaß gemacht, schön sind auch die Anspielungen bezüglich Lovecraft in dem Film. Klasse Film und das CGI hat mich wirklich begeistert. Meinetwegen kann im nächsten Film auch gerne WW mitdazukommen, würde glaub ich gut passen. Auch wenn ich bei Suicid Squad wiederspreche, so fürchterlich finde ich den DC bei weitem nicht, ist Aquaman tatsächlich eine Hausnummer an Unterhaltung für sich selbst. Wer hätte gedacht, dass der Fischmann so viel zu bieten hat!

Zeit Erwachsen zu werden, und dem Irrsinn den Platz einzuräumen, den er sowieso schon hat.

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
23.12.2018 08:45 Uhr | Editiert am 23.12.2018 - 08:55 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 644 | Reviews: 21 | Hüte: 76

@ TiiN

"Sehr leidenschaftliche Kritik, Raven13."

Vielen Dank. wink

"Die 4,5 von 5 Punkte halte ich zwar für deutlich zu hoch, auch wenn ich über bestimmte Punkte hinweg sehen würde, aber evtl. war das auch so ein gewisses Statement, was du setzen wolltest."

Ich kann dich beruhigen, es ist keine Statement-Wertung, sondern meine echte Gefühlswertung. Wenn ein Film mich extrem gut unterhält und mich mit einem echten Grinsen aus dem Kinosaal gehen lässt, dann hat der Film von meiner Seite auch eine solche Bewertung verdient. Wie gesagt, ich bewerte rein nach subjektivem Gefühl.

Um noch einmal Ready Player One als Beispiel zu nehmen, dem ich 10/10 gegeben habe: Der Film hat von meiner Seite aus keine geringere als die Bestnote verdient. Ich habe ihn mittlerweile drei Mal gesehen und finde ich immer noch ultrageil! Selbst, wenn der Film rein objektiv nur 6/10 verdient hätte, so würde diese Wertung meiner Empfindung nicht gerecht werden, denn für mich hat Ready Player One einen Platz in meiner persönlichen Top-10-Liste der besten Filme, die ich je gesehen habe, verdient. Er steht für mich auf einer Stufe mit Gladiator, Master & Commander oder Terminator 2. Der Grund ist ganz einfach: Ich liebe diesen Film. Eine 6/10 oder 7/10 würde diesem Gefühl einfach nicht gerecht, denn ein Außenstehender könnte denken, dass ich Ready Player One nur mittelmäßig oder okay finde. Aber für mich ist er das nicht, er ist für mich ein Weltklasse-Film!

Und so hat auch Aquaman mich bei meiner ersten Sichtung völlig in seinen Bann gezogen, ich hatte einfach wahnsinnig viel Spaß, und das honoriere ich entsprechend hoch. Ob ich Aquaman bei der zweiten und dritten Sichtung auch noch so gut finde, wird sich zeigen. Evtl. würde ich den Film dann sogar abwerten, aber Stand jetzt: 9/10.

Avatar
TiiN : : Pirat
23.12.2018 01:32 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 4.064 | Reviews: 100 | Hüte: 151

Sehr leidenschaftliche Kritik, Raven13. Die 4,5 von 5 Punkte halte ich zwar für deutlich zu hoch, auch wenn ich über bestimmte Punkte hinweg sehen würde, aber evtl. war das auch so ein gewisses Statement, was du setzen wolltest.

Ich denke wie gut Aquaman wirklich ist wird man in einigne Monaten bzw. in 1-2 Jahren merken. Manche Filme brauchen erst etwas Zeit um einschätzen zu können, wie schwer die Schwächen wiegen und wie viel spaß es macht, sich den Streifen nochmal anzugucken. Aquaman gehört glaube ich dazu. Ich frage dich in einem Jahr nochmal, wie du ihn findest smile

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
21.12.2018 21:30 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.457 | Reviews: 141 | Hüte: 370

Ja, aber wer hat denn irgendwo aufgeschrieben, dass Charaktere, insbesondere welche die eben so überlebensgroß wie Superhelden sind, nicht ne gewisse Tiefe haben können, OHNE dass daraus ein "verkopfter" Film wird. Iron Mans Tony Stark ist ne nachvollziehbare Figur, die sich entwickelt hat und von Beginn an interessant war, ohne dass der Film übermäßig auf "Intelligenz" setzte, aber er war halt auch nicht "dumm". Ich will damit ja nur ausdrücken, dass, egal wie der Anspruch ist den ein Film hat, ein "Charakter" nicht bloß als Klischee-Abziehbildchen funktionieren braucht, sondern durchaus ein wenig mehr Profil besitzen darf, auch in nem anspruchlosen Film aus dem MCU oder dem DCEU. Aquaman funktioniert als Bezugspunkt, weil MOMOA als Bezugspunkt funktioniert. Genauso funktioniert Dwayne Johnsons "Hauptfigur" in der Regel in seinen Filmen als Bezugspunkt, weil JOHNSON als Bezugspunkt funktioniert. Beides Typen mit denen man allein aufgrund ihrer Ausstrahlung einen Trinken gehen wollen würde. Aber das überschattet eben die Figur dahinter. Ich kann nicht bloß ein sympathisches Gesicht casten und hoffen, dass die Leute den Schauspieler gut leiden mögen.

Soll heißen: Wenn Aquaman gut geschrieben ist und die Figur ist interessant, brauchen wir keinen Jason Momoa, um ihn zu spielen, weil den jeder cool findet. Dann könnte ihn jemand spielen, den keiner kennt und TROTZDEM würden die Leute sich mit der Figur identifizieren. Schadet natürlich nicht jemanden sympathisch zu besetzen, aber es würde eben genausowenig schaden ne Figur interessant zu schreiben wink

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
21.12.2018 21:10 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 644 | Reviews: 21 | Hüte: 76

@ ZSSnake

"Zum Thema Comicfiguren als "Charaktere": da die meisten davon auf Jahrzehnte an Geschichten, viele davon auch sehr ernst und tiefgehend, zurückblicken können, denke ich schon, dass man mehr Tiefe für die Figuren liefern könnte als ein pauschales "Einzelgänger der irgendwie nicht in die Gesellschaft passt, aber das Beste für die Menschheit mit seinen Kräften anfangen will" - Siehe Nolans Batman-Trilogie oder auch Watchmen (Rohrschach, der Comedian, Night Owl , Ozymandias, Silk Spectre - alles tolle Charaktere mit eigenen Moralvorstellungen, Problemen, Wünschen - einer Identität und Watchmen ist nur EIN Graphic-Novel gewesen, aus dem all das hervorging). Will sagen: es geht wenn die richtigen Leute dahintersitzen, die sich auch trauen mal was auszuloten im Bezug auf die Charaktere und nicht bewusst bloß die Oberfläche zeigen."

Aber was haben denn die von dir genannten Beispiele alles gemeinsam, abgesehen davon, dass sie Wert auf tiefe und realistisch nachvollziehbare Charakterzeichung und eine intelligente Story legen? Sie alle sind "schwere Kost" und verlangen vom Zuschauer, dass er sich damit auseinandersetzt und darüber nachdenkt und mitdenkt. Aber muss das zwangsläufig bei jedem Film so sein? Ich behaupte mal, dass sich Anspruch und Leichte Kost nicht unter einen Hut bringen lassen, und das ist auch gut so. Wie gesagt: Habe ich Lust auf Anspruch, dann schaue ich Filme mit Anspruch, wie die Batman-Trilogie von Nolan oder Watchmen oder Inception, Matrix 1, Interstellar oder Blade Runner 2049 oder irgendwelche Dramen, Thriller oder Biopics. Aber manchmal machen eben auch Filme wie Aquaman oder die MCU-Filme sehr viel Spaß.

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
21.12.2018 21:03 Uhr | Editiert am 21.12.2018 - 21:04 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.457 | Reviews: 141 | Hüte: 370

Btw. weil wir ja beim Thema "Dumme Filme und trotzdem Spaß" sind:

Ich hab mir vorhin dann doch noch Transformers - The Last Knight zugelegt. Im Kino gefiel der mir ja leider eher schlechter als die anderen 4, aber ich woll ihm im Original und im Kontext der Reihe dann doch nochmal ne Chance geben. Denn diese Reihe z.b. guck ich zu 100% mit dem inneren Kind in Kontrolle, ansonsten gehen die nicht. Aber ich mag Michael Bay halt auch nach wie vor irgendwie. Egal wieviel objektiven Käse der so macht, es ist cool anzuschauen und einfach meist ein spaßiges Spektakel. Außerdem hab ich die anderen 4 ja auch daheim stehen ^^

Zum Thema Comicfiguren als "Charaktere":

Da die meisten davon auf Jahrzehnte an Geschichten, viele davon auch sehr ernst und tiefgehend, zurückblicken können, denke ich schon, dass man mehr Tiefe für die Figuren liefern könnte als ein pauschales "Einzelgänger der irgendwie nicht in die Gesellschaft passt, aber das Beste für die Menschheit mit seinen Kräften anfangen will" - Siehe Nolans Batman-Trilogie oder auch Watchmen (Rohrschach, der Comedian, Night Owl , Ozymandias, Silk Spectre - alles tolle Charaktere mit eigenen Moralvorstellungen, Problemen, Wünschen - einer Identität und Watchmen ist nur EIN Graphic-Novel gewesen, aus dem all das hervorging). Will sagen: es geht wenn die richtigen Leute dahintersitzen, die sich auch trauen mal was auszuloten im Bezug auf die Charaktere und nicht bewusst bloß die Oberfläche zeigen.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
21.12.2018 20:50 Uhr | Editiert am 21.12.2018 - 21:03 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 644 | Reviews: 21 | Hüte: 76

@ ZSSnake

"Witzig. Ich bin selbst 32 und auch eher emotional."

Ich weiß, denn so habe ich dich hier auch kennengelernt und so habe ich dich auch durch deine Kommentare und kritiken eingeschätzt bzw. hast du das ja selbst auch schon erwähnt. Mein Kommentar bezog sich auch nicht speizell auf dich, sondern auf die 90 %, die mit mir im Kion sitzen und die meist eher lachen als den Mund zu halten und auch mal eine Träne zu vergießen. wink

Deine Aisführungen sind absolut nachvollziehbar. Ich kann dich da absolut verstehen, nur sehe ich das selbst halt nicht so kritisch wie du und finde mich mehr damit ab. Es darf für mich auch gerne mal Filme geben, die nicht meinen Verstand fordern. Interstellar ist ein wunderbares Beispiel für einen Film, der mich als Zuschauer fordert. Ich denke darüber nach, ich grüble und ich spekuliere. Um den Film gänzlich zu "verstehen", muss ich ihn auch häufiger schauen, ähnlich wie damals Matrix oder Inception. Aber nicht jeder Film sollte mich so sehr fordern, das wäre auf Dauer auch zu langweilig und zu anstrengend, denn manchmal möchte ich mich aunfach berieseln lassen. Und dafür sind Comicverfilmungen wie die aktuellen des MCU oder des DCEU recht gut geeignet.

@ Silencio

"Eine vorhersehbare Handlung ist immer schädlich, wenn sie zu Langeweile führt..."

Deine Aussage hast du selbst beantwortet. Bei Aquaman z. B. führte eine relativ vorhersehbare Handlung für mich nicht zu Langeweile. Darüber lässt sich auch nicht diskutieren. Ist halt meine Meinung. Um noch hinzuzufügen: Ein Thriller lebt vom unwissenden Zuschauer. Ein spaßiger Comicheldenfilm lebt vom Spaßfaktor und nicht von einem Zuschauer, dem vor Spannung gleich das Herz zerspringt.

@ luhp

Erstmal ein Dankeschön! smile

"Das Argument, dass sich Comic-Verfilmungen mit niedrigerem Anspruch begnügen können/sollten, nur weil es Comic-Verfilmungen sind, habe ich noch nie verstanden. Warum sollten sie bewusst schlechter umgesetzt werden, wenn man es stattdessen auch besser machen kann? Das Resultat ist dann doch, dass man jeden 08/15-Film, den uns primär Marvel oder DC servieren, dankend annimmt. Das sollte meiner Meinung nach nicht der Anspruch der Zuschauer sein."

Was ich damit eigentlich nur sagen wollte, ist, dass die Comichelden nicht annähernd so viel "Profil" haben wie eine reale Figur. Wenn ein Schauspieler z. B. Churchill darstellen muss, dann kann er sich an einer realen Vorlage orientieren. Die reale Vorlage ist ein realer Mensch mit all seinen Facetten wie Erlebnissen, Erfahrungen und seinen vordefinierten Eigenschaften und Verhaltensweisen. Eine Comicfigur ist das, was die Comics hergeben, und ich denke nicht, dass in den Comics 1000 Seiten Lebensläufe erdichtet wurden, um die Comicfigur in all seinen Facetten zu beschreiben, wie Vorlieben, Geschmack, Eigernschaften, Erlebnisse, Talente, Ängste und Verhaltensweisen in bestimmten Situationen. In der Comicverfilmung geht es stumpf um die Heranführung an den Helden, den Bösewicht und die Nebencharaktere und dann geht es wie immer ans Eingamachte und den Showdown. Dahingehend sollte man den Fehlr wohl eher in der Vorlage, also bei den Comics, suchen. Klar könnte man jetzt die Batman-Trilogei von Nolan als gutes Gegenbeispiel nennen, aber die trilogie orientiert sich doch letztlich auch nur grob an den Comics und addiert noch vieles hinzu, was es in den Comics bestimmt so nicht gegeben hat. Zudem ist die Trilogie auch von Anfang an mit dem Fokus auf "Action-Drama-Thriller" ausgelegt worden. Nolan hat sich da einfach Freiheiten genommen und die Comics völlig anders interpretiert. Aber möchte ich, dass das MCU so ist wie die Nolan-Trilogie? Eher nicht, denn ich möchte auch mal lockere und spaßige Comicverfilmungen auf der Leinwand erleben, nicht nur schwermütige, düstere und todernste Filme mit Fokus auf die Charaktere. Ich habe halt beides gerne, aber es muss meiner Meinung nach beides geben. Immer nur hoher Anspruch ist auch nicht immer das, was ich gerade sehen will. Manchmal will ich auch einfach nur klischeebehaftete Stereotypen sehen, und Aquaman bedient genau dieses Verlangen in mir, und zwar bestens.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
21.12.2018 20:22 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.716 | Reviews: 150 | Hüte: 343

Schöne Kritik!

Eine Sache möchte ich aber anmerken:

"Natürlich ist der schauspielerische Anspruch nicht sonderlich hoch, aber bei Aquaman handelt es sich schließlich nicht um ein realistisches Drama oder ein Biopik, sondern um eine Comichelden-Verfilmung."

Das Argument, dass sich Comic-Verfilmungen mit niedrigerem Anspruch begnügen können/sollten, nur weil es Comic-Verfilmungen sind, habe ich noch nie verstanden. Warum sollten sie bewusst schlechter umgesetzt werden, wenn man es stattdessen auch besser machen kann? Das Resultat ist dann doch, dass man jeden 08/15-Film, den uns primär Marvel oder DC servieren, dankend annimmt. Das sollte meiner Meinung nach nicht der Anspruch der Zuschauer sein.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Silencio : : Moviejones-Fan
21.12.2018 20:06 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.084 | Reviews: 44 | Hüte: 101

Raven:

"Naja, nur weil es in unserer Welt keine Laserhaie, Seeungeheuer oder trommelnde Oktopusse gibt, sind diese Wesen im Film doch kein Anzeichen, dass der Film es nicht ernst meint."

Wenn er damit einen Witz aus "Austin Powers" zitiert, wird er das wohl nicht ganz so ernst meinen...

"Bei einem Thriller ist eine vorhersehbare Handlung schädlicher als im Superheldengenre."

Eine vorhersehbare Handlung ist immer schädlich, wenn sie zu Langeweile führt...

MJ-Pat
Avatar
ZSSnake : : Expendable
21.12.2018 20:02 Uhr | Editiert am 21.12.2018 - 20:13 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.457 | Reviews: 141 | Hüte: 370

@ Raven:

Witzig. Ich bin selbst 32 und auch eher emotional. Ich hab z.b. bei Die Schöne und das Biest Rotz und Wasser geheult, weil mich der Mix aus Nostalgie und Disney-Magic einfach immer wieder überrollt hat. Ich kann Filme wie Forrest Gump oder Herr der Ringe nicht gucken ohne Tränen und Gänsehaut.

Ich bin, und das werden dir die meisten hier bestätigen können, die mich ne Weile kennen, bei meinen Wertungen oft sehr viel positiver als der Kritiker-Durchschnitt, weil ich mir immer versuche das Beste aus jedem Film zu ziehen. Ich kann mich sehr gut fallen lassen und auf Aquaman speziell hab ich mich halt auch sehr gefreut dieses Jahr, weil ich insbesondere die Man of Steel-Trilogie von Snyder sehr mochte und halt Wan auch für nen genialen Regisseur halte. Zudem feiere ich Momoa in der Rolle. Problem ist allerdings: ich bin kein dummer Mensch. Ich bilde mir ein eher in die oberen 25% der Menschen zu gehören was den Intellekt angeht (ist mir auch schnuppe, wenn das nun arrogant klingt). Und das sage ich völlig wertfrei gegenüber den restlichen 75%. Es führt allerdings dazu, dass ich, so sehr ich auch den dümmsten Unfug feiern kann (Dude, where is my car? und Spongebob sind für mich absolutes GOLD), ein verdammt gutes Gedächtnis habe, insbesondere was Dinge angeht die ich mag. Dazu zählt Film in seiner Gänze nunmal. Wie bei jeder guten Partnerschaft will man halt, dass das Gegenüber das bestmögliche ist was es sein kann und sich nicht gehen lässt. Film hatte immer schon doofe Aspekte und dumme Momente. Aber dieser Zynismus, grade im Blockbustergeschäft, in dem JEDE Entscheidung mit dem Profit im Kopf getroffen wird und völlig abseits jedweder künstlerischer Ansprüche, der geht mir zunehmend auf den Senkel.

Und wenn ich dann im Kino sitze und mir ein Film ein ums andere Mal Dinge ins Gesicht wirft, die ich schon X Mal woanders so oder ähnlich - nur besser - gesehen habe, fange ich an unweigerlich ein wenig sauer zu werden. Weil ich mich nicht ernstgenommen fühle. Weil ich das Gefühl bekomme, dass die Leute, die hinter dem Skript standen, einfach überall geklaut haben und dachten es bekommt keiner mit. Die wollen mein Geld und meine Treue als Zuschauer und tun dafür GARNICHTS. Das ist als wenn deine Partnerin sich gegen deinen Willen prostituiert und hinterher sagt sie habe es doch nur für dich getan..

Und Aquaman bietet ja nicht KEINE Unterhaltung oder so, er ist sogar ausgesprochen kurzweilig. Aber er fordert halt auch nicht mal 3% eigenes Nachdenken ein. Heißt bei all der Dauerberieselung an computergenerierten Bildern hab ich halt geistige Kapazitäten "frei". Und da ich halt kein dummer Mensch bin - ich mag es nachzudenken - denke ich nach. Und erkenne Strukturen wieder genau wie visuelle Elemente und auch Stereotypen. Und wenn sich das dann häuft nervt es halt irgendwann. Und dann wirds halt zu nem Zwiespalt, weil der unschuldige Junge in mir das feiert was er sieht - der erwachsene Mensch aber eben verärgert ist, weil er null gefordert wird. Und wenn man dann noch Filme wie Interstellar oder so danebenhält, dann erkennt man eben, dass das Medium SO VIEL MEHR kann, als einfach nur doof berieseln. Und Interstellar als Film hat trotzdem geniale Schauwerte und Blockbuster-Qualitäten, obwohl er mich halt nicht für dumm verkauft.

Irgendwann hört dann auch der optimistischste Filmgucker auf zynischen Geldmaschinen zu verzeihen, dass sie ihn für dumm verkaufen wollen wink

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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