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Avengers - Endgame

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Ein Film, der nicht weiss, was er sein will

Avengers - Endgame Kritik

Avengers - Endgame Kritik
6 Kommentare - 11.05.2019 von Stergi
In dieser Userkritik verrät euch Stergi, wie gut "Avengers - Endgame" ist.
Avengers - Endgame

Bewertung: 2.5 / 5

MASSIVE SPOILERWARNUNG!

Ohne langes drum herum Gerede…

Ist Endgame so gut wie Infinity War? Nein.

Ist Endgame ein würdiger Abschluss all dieser Filme, die darauf hingearbeitet haben? Teilweise.

Im und frisch aus dem Kino kommend, fühlt sich Endgame ein bisschen komisch an, hinterlässt aber im Grundsatz ein gutes, episches Gefühl. Der Streifen sieht, wie sich das für eine Big Budget Produktion gehört, super aus und hört sich auch so an. Doch Bild und Ton sind die einzigen Dinge an Endgame, die man vorbehaltlos loben kann. Alles andere ist ein Zwiespalt aus guten Ansätzen, aber mangelhafter Ausführung.

Wer sich also mit einem reinen Popcorn-Film begnügen kann und nichts weiter im Kino sucht als einen bombastischen Actionkracher, bei dem man das Hirn getrost ausschalten kann, ja sollte (ich schiele zu Dir hinüber, Transformers), dem steht einem einmaligen Kinoerlebnis nichts im Wege.

Wer sich aber auf eine kompetente, erfüllende Story gefreut hat, der bleibt besser zu Hause und träumt in seinem persönlichen Kopfkino von einem weit besseren „was hätte sein können“.

Dies beginnt schon dabei, dass der Film nicht zu wissen scheint, was er sein möchte. Ist das erste Drittel noch ein Drama, entwickelt sich das zweite Drittel zu einem Heist-Movie, der sich zu einem epischen Fantasy-Schlachtenfilm a la Herr der Ringe hochschaukelt. All diese Teile für sich genommen, haben zwar Qualität und sicherlich eine Daseinsberechtigung, hätten sich aber thematisch für 3 separate Filme besser geeignet und daher wirkt Endgame wirr und überladen.

Dass die Auswirkungen des „Snaps“ auf die Welt und ihre Gesellschaft – zu denen auch unsere Superhelden gehören – thematisiert wird, ist wichtig und richtig. Wenn das Endresultat aber eine zu langatmige, phasenweise langweilige erste Stunde wird, die sich anfühlt wie deren zwei, hilft das dem Film sicher nicht.

Was man persönlich von Zeitreisegeschichten hält, ist ohnehin Geschmackssache und es soll hier deshalb nicht weiter gross darauf eingegangen werden. Was in diesem Heist-Abschnitt im zweiten Drittel des Films fehlt, ist ein Verständnis für den Zuschauer, was für einen Plan die Avengers haben. Es wird zwar grob umrissen, jedoch weiss der Zuschauer nie, wie man das genau anzustellen gedenkt, was dafür sorgt, dass die Komponente des Mitfieberns komplett entfällt. Erst wenn offensichtlich ungewolltes geschieht oder uns eine Figur mitteilt, dass was schief gelaufen ist, weiss das auch der Zuschauer.

Die grosse Endschlacht ist dann eine doppelte Enttäuschung. Im Chaos und Effektgewitter geht die Handlung und mit ihr die meisten Charaktere ziemlich unter. Doppelte Enttäuschung deshalb, weil die Russo Brüder genau das bei Infinity War sensationell hingekriegt haben.

Weiter sind viele Charaktere kaum wieder zu erkennen, verhalten sich atypisch und sorgen für Stirnrunzeln.

Der grösste Zwiespalt aus gutem Ansatz aber mangelhafter Ausführung ist wohl Thor. Und das hat nichts mit der ganzen „Fat shaming Thor“-Kontroverse in sozialen Medien zu tun, im Gegenteil. Der Ansatz, dass Thor nach dem „Snap“ gebrochen ist und deswegen zum dicklichen, Fortnite spielenden Alkoholiker mutiert, ist grundsätzlich nachvollziehbar und ein mutiger Schritt. Wenn man dann aber diese Figur zum „comical relief“ werden lässt, untergräbt das sowohl die Glaubwürdigkeit als auch die Tragweite dieser Charakterentwicklung. Auch bleibt ihm ein vollendeter Handlungsbogen verwehrt, der zeigt, dass er an den Konfrontationen gewachsen ist, denen er sich stellen musste. Dies mag zwar noch nachgereicht werden, jetzt da sich Thor den Guardians of the Galaxy angeschlossen hat und mit grösster Wahrscheinlichkeit in Guardians 3 mit von der Partie sein dürfte, für einen befriedigenden Abschluss der Figur innerhalb von Marvel’s Phase 3 fehlt das einfach.

Erschreckend ist auch die Darstellung des Hulk. Vorbei sind die Zeiten, als Hulk ein animalisches, grünes Muskelmonster war, das in Rage regelrecht aus seinem „Wirt“ herausbricht wie ein Vulkan nach langem Schlummer. Stattdessen haben wir nun einen streicheleinheitenliebenden Bruce Banner-Hulk-Hybriden, der weder Fisch noch Vogel ist. Denn genau diese scheinbar unvereinbaren Gegensätze, die beim klassischen Hulk so gut funktionieren und die Figur gross gemacht haben, werden in Endgame so eng miteinander vermengt, dass nichts als fader Einheitsbrei übrig bleibt. So sehr man sich auf einen möglichen Hulk-Film gefreut haben mag, so klar ist nach Endgame, dass der aktuelle Hulk niemals einen eigenständigen Film stemmen können wird und mehr als ein Sidekick-Dasein a la Thor: Ragnarok im MCU (zumindest momentan) nicht mehr drin liegen kann.

Und Thanos? Der entwickelt sich leider nach seinem phänomenalen Auftritt in Infinity War zum typischen, generischen Marvel-Bösewichten zurück, wie es jeder andere unbefriedigende Marvel-Bösewicht vor Infinitiy War-Thanos gewesen ist. Sicherlich kann man argumentieren, dass dem Thanos aus Infinity War in Endgame nach knapp 15 Minuten der Kopf abgehackt wird und man es danach mit einem früheren Thanos, ohne auch nur einen Infinity-Stein zu tun kriegt, jedoch strahlt er nicht ansatzweise die Gefahr und Bedrohung aus, die er im letzten Film gewesen ist. Man sorgt sich daher kaum um die Helden des Films und einmal mehr bleibt die Spannung auf der Strecke. Zudem bleibt ein kurioser Nachgeschmack angesichts dessen, dass dieser schwächere Thanos ohne Infinity-Steine nichts desto trotz gegen Iron Man, Captain America und Thor gleichzeitig zu kämpfen und erfolgreich zu bestehen vermag.

Der Tod von Black Widow ist unnötig und nimmt dem MCU DEN charismatischsten weiblichen Charakter, den man am meisten ins Herz geschlossen hat. Unnötig vor allem auch deswegen, weil Hawkeye die weitaus bessere Wahl für einen selbstlosen Opfertod gewesen wäre. Dies hätte dem Verlauf, der dieser Charakter über die verschiedenen Filme nimmt am meisten Respekt gezollt und hätte der Figur (ähnlich wie dem verpatzten und daher kritisierten Opfertod von Fynn in Star Wars Episode 8) nachträglich ungemein Gewicht verliehen. Dass aus einem Black Widow-Film, den sich viele gewünscht hätten, so natürlich nichts wird – es sei denn es wird ein Prequel –, ist eine weitere unnötig verpasste Chance.

Iron Man’s Ableben ist zwar rührend inszeniert, bei genauerer Betrachtung aber umso ärgerlicher, weil es eigentlich unnötig war. Nur ein paar Minuten bevor Tony Stark sich opfert, um Thanos und seine Kohorten weg zu „schnippen“, taucht Captain Marvel auf und holt innert Sekunden Thanos‘ Hauptkriegsschiff vom Himmel. Ein Schelm, wer da denkt, dass es für sie ein leichtes hätte sein müssen, zumindest alle Mitstreiter von, wenn schon nicht Thanos selbst, ebenso schnell den Garaus zu machen. (Ganz nebenbei; wieso machte Thanos in Infinity War nochmal so ein Aufsehen um das Schmieden des Infinity-Gauntlet, wenn in Endgame die Infinity-Steine bequemerweise problemlos auch an einem Handschuh der Iron Man-Rüstung angebracht werden können? Egal…)

Auch Captain America kriegt einen nur auf den ersten Blick würdigen Abgang aus dem MCU. Dass er sich als Mensch würdig erweist und Thor’s Hammer aufheben und führen kann, ist im Grunde eine Hommage an Caps Aufrichtigkeit und seinen Heldentum. Man mag sich an diesem „Bruch“ an Kontinuität stören oder nicht, als viel schlimmer empfinde ich, dass Captain America an diesem Höhepunkt seinen Superheldendaseins, im Moment wo er aufblüht wie nie zuvor, plötzlich entscheidet alles hinzuschmeissen und ein (man mag es ihm zwar von Herzen gönnen, aber dennoch) ruhiges Leben mit seiner alten Liebe führen möchte. Diese Inkarnation des klassischen Helden, ist endlich aufgestiegen um so viel mehr zu sein als „nur“ ein menschlicher Held, der hier gleichgestellt wird mit der Würdigkeit eines galaktischen Gottes und zieht dann ein paar Minuten später leise von Dannen. Ist das heldenhaft? Oder eher eine weitere unnötige Untergrabung und damit Negierung einer Charakterentwicklung? Ein Punkt noch zu Cap, dann lasse ich meinen Lieblings-Avengers-Charakter ziehen… Gibt es eine schlüssige Erklärung, weshalb Falcon zum neuen Captain America wird? Ich kenne die Comics nicht, aber Bucky, aka der Winter Soldier, war doch Steve Rogers bester Freund. Um ihm zu helfen, ihn zu retten, selbst als Rettung unmöglich schien, hat Captain America alles auf sich genommen, hat einen Streit mit Iron Man begonnen, der final zum Civil War und beinah zum Auseinanderfallen der Avengers geführt hat. Nur um dann nicht Bucky sondern Falcon als seinen Nachfolger zu bestimmen?

Ganz allgemein gilt festzuhalten, dass es in Endgame verpasst wurde den unzähligen Charakteren genügend Platz einzuräumen, selbst wenn ihre Rollen am Ende, wie beispielsweise jener von Doctor Strange ohnehin schon sehr bescheiden ausgefallen sind. Eine Gratwanderung, die man in Infinity War mit ungeahnter Bravour bestanden hat und aus diesem Grund bei Endgame umso enttäuschender ausfällt.

Zu guter Letzt, bleibt nur noch ein Ausblick darauf, wie es nach Phase 3 im MCU weiter gehen könnte…

Black Widow ist nicht mehr, ebenso wenig Iron Man, Captain America wurde ersetzt und ein Hulk-Film macht mit Endgame-Hulk keinen Sinn. Ein jeder hat andere Favoriten, Geschmäcker sind glücklicherweise verschieden, jedoch kommt man nicht drum herum sich zu fragen, mit welchen Figuren im MCU jetzt noch was Neues aufgebaut werden soll. Die einzigen interessanten Charaktere, die für mich übrig bleiben sind die Guardians und Doctor Strange, für alle anderen liegt mein Interesse bei gleich Null.

Man darf also gespannt sein, welches Ass Disney noch im Ärmel hat, um das MCU weiterhin spannend zu gestalten. Doch die Befürchtung, dass dies der letzte ganz grosse Knall im Marvel Universum gewesen ist, ist wohl ebenso legitim wie schade.

Avengers - Endgame Bewertung
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510
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6 Kommentare
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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
17.05.2019 08:56 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 6.588 | Reviews: 34 | Hüte: 392

Selbst wenn ich die Fanbrille ausziehe kann ich deine Bewertung nicht nachvollziehen. Nur weil einem etwas nicht passt oder man es anders gewollt hätte, macht dies meiner Meinung nach keinen Film schlechter.
Klar, es muss mit in die Bewertung fließen, aber den Film deshalb unterdurchschnittlich zu bewerten...naja. Abgesehen davon, dass es in deiner Kritik so manchen Widerspruch gibt, ist es gut geschrieben. Es klingt aber eher so, dass du komplett andere Vorstellungen hattest und dich auf das Gezeigte nicht im Ansatz einlassen konntest, was schon schade ist.

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
15.05.2019 21:26 Uhr | Editiert am 15.05.2019 - 21:27 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 1.076 | Reviews: 25 | Hüte: 111

Eine wirklich sehr gut geschriebene Kritik! Ich kann alles so unterschreiben. Dein Fokus liegt hier klar auf den Schwächen und weniger auf den Stärken, was ich sogar verstehen kann. Setze ich meine Fanbrille ab, bin ich leider auch relativ enttäuscht von Endgame. Je mehr Zeit vergeht und je länger ich darüber nachdenke, desto enttäuschter bin ich von dem Abschluss, der einfach an so vielen Stellen Potential verschenkt hat. Aus diesem Grund kann ich deine Bewertung von 5/10 absolut nachvollziehen, du begründest es sehr sauber und dich stören diese Aspekte halt einfach sehr.

Würde ich meine Kritik jetzt erst schreiben, würde ich wohl sogar eher zur 7/10 (ohne Fanbrille) tendieren statt zu meiner vergebenen Wertung von 9/10, die mir jetzt doch etwas hoch erscheint. Betrachte ich nur die negativen Aspekte, die mich klar stören, dann würde ich dem Film 6/10 geben. Mit aufgesetzter Fanbrille würde ich 9/10 vergeben. Die goldene Mitte wäre 7,5/10. Da das Negative aber etwas das Positive Gefühl überwiegt, kommt es halt zur abgerundeten 7/10.

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MobyDick : : Moviejones-Fan
15.05.2019 16:18 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.869 | Reviews: 50 | Hüte: 257

Sehr gute Kritik, der ich eigentlich nichts hinzufügen möchte. Auch deine Wertung geht voll in Ordnung, ich hatte ja selbst mit 5 Punkten geliebäugelt, konnte mich dazu aber nicht durchringen.

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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Kayin : : Shazam
15.05.2019 16:02 Uhr
0
Dabei seit: 11.10.15 | Posts: 1.670 | Reviews: 2 | Hüte: 164

Deine Kritik kann ich so unterschreiben, nur die Bewertung finde ich etwas zu gering.

IW war einfach zu gut, dass man es in Endgame hätte besser machen können. Es fehlt an Dynamik und Entschlossenheit, das wesentliche zu erzählen. Du hast alles aufgeführt, was zu bemängeln war. Wie man das mit der Zeitreise hätte besser machen können, das werde ich bei Sublim77s Kritik posten.

"I’ll do my best."

"Your best! Losers always whine about their best. Winners go home and fuck the prom queen."

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Cyrill-Snare : : Moviejones-Fan
15.05.2019 13:55 Uhr
0
Dabei seit: 26.01.18 | Posts: 6 | Reviews: 0 | Hüte: 0

Sehr gut geschriebene Kritik.

Alle Kritikpunkte haben Hand & Fuß, sind nachvollziehbar.

Klar, trocken & neutral, eben nicht durch einen Fan-Brillen-Blick befangen verfälscht.

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fbLieven : : Moviejones-Fan
14.05.2019 02:51 Uhr
0
Dabei seit: 15.02.18 | Posts: 23 | Reviews: 0 | Hüte: 0

Hahaha diese Kritik ist nicht dein ernst! Unglaublich was du hier nieder geschrieben hast.

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