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Paranormal Activity

Kritik Details Trailer Galerie News
Jump Scare: The Movie

Paranormal Activity Kritik

Paranormal Activity Kritik
12 Kommentare - 19.03.2018 von Silencio
In dieser Userkritik verrät euch Silencio, wie gut "Paranormal Activity" ist.

Bewertung: 2.5 / 5

Was macht man, wenn gruslige Sachen passieren? Die Geisterjäger rufen ist für Leute außerhalb von New York leider keine Option und so bleibt dem Mittzwanziger Micah nichts anderes übrig, als die geisterhaften Phänomene, die seine Freundin Katie schon seit ihrer Kindheit plagen, mit seiner neuen Videokamera zu filmen. Anfangs ist Katie von der Idee noch ganz angetan, doch irgendwann wird klar, dass das Wesen, das Katie heimsucht, auf Micahs Dokumentationsversuche nicht gerade erfreut reagiert. Ein herbeigerufener Experte für Parapsychologie kann auch nicht weiterhelfen, denn bei dem Wesen handelt es sich nicht um den Geist eines Menschen, sondern um einen Dämonen! Auf die Warnungen des Parapsychologen, sich nicht mit dem Dämonen anzulegen, pfeift Micah natürlich – sehr zum Leidwesen Katies, die den Dämonen am Liebsten einfach ignorieren würde...

Als „The Blair Witch Project“ in die Kinos kam, gab es durchaus noch Leute, die den semidokumentarischen Ansatz für bare Münze genommen und ernsthaft gedacht haben, sie würden dort tatsächlich den letzten Tagen der drei Hauptdarsteller beiwohnen. Als zehn Jahre später „Paranormal Activity“ folgte, waren die Zuschauer natürlich ein ganzes Stück weiter, von der Danksagung Paramounts an die Polizei und die Familien der Hauptdarsteller, die den Film eröffnet, ließ sich niemand mehr beeindrucken. Trotzdem entfaltete Oren Pelis Erstlingswerk eine ungeheure Sogwirkung, die dem Streifen ein rekordverdächtiges Einspielergebnis verpasst hat. Unzählige Nachahmer folgten, die den Erfolg des großen Vorbildes aber nicht reproduzieren konnten. „Paranormal Activity“ bleibt ein Unikum, für 15.000 Dollar in Oren Pelis Haus mit Amateurdarstellern und ohne richtiges Drehbuch gedreht, spielte er über 190 Millionen Dollar weltweit ein und beendete mal eben eigenhändig die Folterhorrorwelle. Damit ist er der rentabelste Film der Filmgeschichte.

Seine Anziehungskraft erhält der Film wahrscheinlich daraus, dass das Konzept universell und auf unterbewusste Art bereits bekannt ist. Mittlerweile hat jeder irgendwann irgendein Schockvideo auf YouTube gesehen, das mit einem mal mehr, mal weniger erfolgreichem Jump Scare versucht, den Zuschauer davon zu überzeugen, dort gerade Zeuge einer wirklich echten Geistererscheinung geworden zu sein. „Paranormal Activity“ nimmt dieses Konzept, bastelt eine Rahmenhandlung um eine Abfolge von solchen Videos und schafft es damit beim unbedarften Publikum zu punkten. Am Offensichtlichsten ist diese Vorgehensweise in einer Szene gegen Ende des zweiten Aktes, in der Macho Micah einen Fall im Internet entdeckt, der ganz ähnlich dem von Katie verlaufen ist und bei dem nur ein Exorzismus Abhilfe verschaffen konnte. Peli bedient sich hier sehr dreist bei dem wahren Fall der Anneliese Michel, einer geisteskranken jungen Frau, die bei einem missglückten Exorzismus in den 1970ern in Deutschland ums Leben gekommen ist. Micah schaut im Internet ein Video eines Exorzismus, in dessen Verlauf das berühmte Foto der abgemagerte und geschundenen Anneliese nachgestellt wird. Regisseur Peli benutzt die Bildsprache solcher Videos und Fotos, um seinen eigenen Film beim abergläubischen Publikum realistischer beziehungsweise glaubwürdiger erscheinen zu lassen.

Mit dieser Vorgehensweise ist aber auch das größte Problem des Filmes offengelegt: es hat einen Grund, warum die wenigsten dieser Schockvideos die zwei Minuten-Marke überschreiten. Denn ein Jump Scare um des Jump Scares Willen ergibt kein befriedigendes Filmerlebnis, schließlich wird man nur in unregelmäßigen Abständen erschreckt. Und so lässt sich das Anschauen von „Paranormal Activity“ am Besten mit einer allseits bekannten Jahrmarktsattraktion vergleichen: der Geisterbahn. Ähnlich einer Geisterbahn wird in „Paranormal Activity“ nicht versucht, wirkliche Angst beim Zuschauer zu erzeugen, sondern ihm einfach nur den schnellen Thrill zu verschaffen, der entsteht, wenn jemand um die Ecke gesprungen kommt und „BUH!“ schreit. Klar, „Paranormal Activity“ erscheint auf den ersten Blick subtiler als ein Kettensäge schwingender Psychopath, aber im Grunde funktionieren beide gleich. Damit wird Pelis Film jedoch dem, was die wahren Horrorklassiker ausmacht, nicht gerecht. Denn es reicht nicht, dem Zuschauer zu sagen, dass es in einem alten Haus Geister gebe, oder dass ein Messer wetzender Killer sein Unwesen treibt. Vielmehr bedienen die besten Horrorfilme Ängste, die weiter und tiefer gehen, als die universelle und ziemlich undefinierte Angst vor dem Unbekannten. Friedkins „Der Exorzist“ gibt sich nicht mit der Angst zufrieden, dass es Dämonen geben könnte, er beschäftigt sich auch noch mit der sehr realen Angst einer Mutter, die ihre Tochter für immer verlieren könnte. Genau an dieser Stelle trennt sich die Spreu vom Weizen, genau hier wird dem Zuschauer ermöglicht, eigene Erfahrungen auf den Film zu projizieren und wahre Furcht zu erleben.

Um sich mit solchen Dingen beschäftigen zu können, muss ein Film dem Zuschauer allerdings Charaktere präsentieren, die eine gewisse Tiefe aufweisen. Katie und Micah bleiben aber platte Abziehbildchen, die abstrakt bleiben und denen man im Falle von Micah, der aktiv daran arbeitet, den Dämonen zu provozieren, irgendwann den Tod wünscht. Interessanterweise ist allerdings in genau dieser Charaktereigenschaft ein Aspekt versteckt, anhand dessen Regisseur Peli durchaus einige Fragen zum modernen Verständnis von Männlichkeit hätte aufwerfen können. Schließlich ist Micahs Drang, den Dämonen wütend zu machen, von der Absicht geleitet, seine Lebensgefährtin zu beschützen, was wiederum nur zur Verschlimmerung der Situation führt und letztendlich sein Schicksal besiegelt. Leider bleibt genau dieser Punkt unbehandelt.

Somit scheint der Erfolg von „Paranormal Activity“ mehr in seiner Machart als in seinen wirklichen Qualitäten begründet. Regisseur Oren Peli war aber als der Produzent von James Wans „Insidious“ an einem wirklich guten Vertreter der „Film als Geisterbahn“-Welle beteiligt. Wenigstens etwas...

Paranormal Activity Bewertung
Bewertung des Films
510
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12 Kommentare
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Silencio : : Moviejones-Fan
22.03.2018 20:56 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 613 | Reviews: 40 | Hüte: 52

@luhp:

"- kreativeres Kameraspiel"
Gerade hier muss ich entschieden widersprechen. "Conjuring" hat eine wesentlich altbackenere Kameraarbeit, als die teilweise komplizierten und recht sorgfältig choreografierten Steadicam-Fahrten, die "Insidious" auszeichnen. Übrigens hat "Conjuring" nichts so kreatives vorzuweisen wie den Geist, der vor dem Fenster im ersten Stock hin und her geht, um dann plötzlich im Schlafzimmer aufzutauchen.

"- weniger Gepolter (Jump Scares, schrille Musik)"
"Insidious" hat tatsächlich relativ wenige klassische "Jump Scares" und setzt um einiges mehr auf Suspense, als man ihm gerne zuspricht. Oft wird der Zuschauer schon vor den Charakteren auf die Geister aufmerksam gemacht, sodass Spannung entsteht, wann die Geister denn zuschlagen.

"- sinnvollerer Einsatz von Genre-Klischees"
Naja, "Insidious" spielt doch mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, wenn er die Rettung durch Renai anteasert und dann aber Patrick Wilsons Charakter zum Helden macht. Da wird doch gerade mit dem Klischee gebrochen, dass die Mutter ihr Kind rettet - mal abgesehen davon, dass hier ausnahmsweise mal ein Junge gerettet werden muss. Auch wird Wilsons Kindheitstrauma auf angenehm subtile Art (er hat Angst vorm Altern, er macht als erstes das Licht an) angedeutet. Dagegen hat "Conjuring" "nur" eine relativ geradlinige Gruselgeschichte zu erzählen, bei der auch unter der Oberfläche nicht all zu viel abgeht, was man nicht schon aus "Poltergeist" oder "The Amityville Horror" (um mal die beiden offensichtlichsten Vorbilder zu nennen) kennt. Man mag beide Filme für Coversongs halten, aber "Insidious" variiert das Arrangement schon ein wenig mehr, als du ihm zugestehst.

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luhp92 : : BOTman Begins
22.03.2018 20:24 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.037 | Reviews: 130 | Hüte: 314

@Silencio und ZSSnake
"Wie dir "Conjuring" im Vergleich besser gefallen kann, musst du mir aber mal erklären."

The Conjuring - -> Insidious
- sinnvollerer Einsatz von Genre-Klischees
- kreativeres Kameraspiel
- weniger Gepolter (Jump Scares, schrille Musik)
- mehr Horror im Kopf des Zuschauers

Die Link führen zu meinen kurzen Texten zu den beiden Filmen.


Zu Saw: Natürlich hält das Gedankenkonstrukt nicht allzu lange stand, wenn man genau darüber nachdenkt, aber das kümmert mich nicht, da es dafür ziemlich effektiv umgesetzt wurde. Das ist noch psychologischer Horror, der nur mit einfachsten Mitteln und Andeutungen auskommt - im Gegensatz zu dem Krawall-Horror, für den James Wan heute bekannt ist, ob nun als Regisseur oder Produzent.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
20.03.2018 17:37 Uhr | Editiert am 20.03.2018 - 17:45 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.117 | Reviews: 135 | Hüte: 312

@ Silencio:

Also ich fand die Atmosphäre litt weniger unter der Elvis-Einlage, vielmehr verschaffte diese Szene, an der Stelle wo sie gesetzt war, doch eine wilkommene Verschnaufpause und eben auch einen Charaktermoment, der einen nochmal stärker an seine Figuren band als Zuschauer. Aber mich kriegt man ohnehin zugegebenermaßen vor allem mit starken Figuren in solchen Filmen, an denen ich mich emotional festhalten kann, wenn der Horror passiert.

Die Frage Richtung Luhp hab ich mir übrigens ebenfalls gestellt, drückt doch The Conjuring quasi die gleichen Knöpfe wie Insidious, auch wenn er sicherlich handwerklich nochmal ne Schippe auf die ohnehin gekonnte Inszenierung drauflegt. Saw nun als "Magnum Opus" zu bezeichnen finde ich ganz persönlich wieder irgendwie gewagt. Sicherlich ein cleverer und gut inszenierter Film, der aus einer kleinen Idee und einem cleveren Konzept das Maximum rausholt, dessen Drehbuch aber letztlich leider nicht lange standhält, wenn man den Finger auf die Schwachstellen legt. Das macht ihn zweifellos nicht schlecht, unterhaltsam bleibt er definitiv, aber nach der zweiten oder dritten Sichtung schwächelt er finde ich definitiv und das eben nicht bloß wegen der durchwachsenen Darstellerleistungen.

Was man dem Film allerdings lassen muss, ist, dass er quasi im Alleingang das recht zweifelhafte Torture-Porn-Subgenre aus der Taufe hob, ohne selbst wirklich Vertreter dieses Genres zu sein. Was allerdings danach kam, war ein Vermächtnis, bei dem man nicht ganz sicher sein kann, ob man darauf stolz sein muss.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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Silencio : : Moviejones-Fan
20.03.2018 17:23 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 613 | Reviews: 40 | Hüte: 52

@ZSSnake:

Was man dem zweiten Teil wirklich anrechnen kann ist, dass Wan seine Charaktere wirklich zu lieben scheint und das Wilson/Farmiga-Duo eine absolute Charmegranate ist. Insgesamt wahrscheinlich der schwächere Film, aber was den schwach macht, macht ihn auch schrecklich unterhaltsam. Den Streifen anzuhalten, damit Wilson mal eben den Elvis machen kann, ist schon grundsympathisch - auch wenns die Atmosphäre kaputt macht.

@luhp:

Naja, im Gegensatz zu Hoopers und Spielbergs "Poltergeist" verkommt "Insidious" nicht zur Effektschlacht. Darüberhinaus kann er noch mit nem nett designten Jenseits aufwarten, hat einen geschickten Charakterkonflikt um Patrick Wilson gebaut (wie viele Filme haben eine abwesende Vaterfigur als Helden des Filmes?) und Wan zeigt schon, dass er gerade den Blickfokus seiner Zuschauer in jeder Einstellung im Kopf hat und negativen Raum nutzen kann. Außer den Storyüberschneidungen (die offensichtlich, aber auch nicht geheim sind) finde ich die kaum vergleichbar, weil die Machart eine andere ist. Am Ehesten finde ich Wans Stil in "Insidious" eigentlich mit John Carpenters vergleichbar, der auch stark mit der Steadicam gearbeitet hat...

Wie dir "Conjuring" im Vergleich besser gefallen kann, der sich bei den gleichen Tricks bedient und auch noch ziemlich konservative Ängste abbildet, musst du mir aber mal erklären.

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luhp92 : : BOTman Begins
20.03.2018 16:31 Uhr | Editiert am 20.03.2018 - 16:37 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.037 | Reviews: 130 | Hüte: 314

@Silencio
"Ich bemerkte mal, wer denn nach "Insidious" noch ein "Poltergeist"-Remake bräuchte"

Ich gehe noch einen Schritt weiter und frage, wer nach dem großartigen "Poltergeist" von Hooper und Spielberg überhaupt so ein mMn großschlächtiges und klischeehaftes Horrorwerk wie "Insididious" braucht^^ Ich bin da vollkommen bei Tim, "Insidious" verkörpert für mich alles, was aktuell im Horrorgenre schief läuft.

"Da hat der Wan mal eben alle seine Inszenierungstricks in dem Film verbraten."

Die doch aber alle aus der Klischeekiste stammen bzw. man in "Poltergeist" und "Der Exorzist" schon bedeutend besser umgesetzt gesehen hat.


"The Conjuring" hat mir im Vergleich wesentlich besser gefallen, James Wans Opus Magnum ist für mich aber klar "Saw".

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
20.03.2018 15:21 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.117 | Reviews: 135 | Hüte: 312

@ Silencio

Conjuring:

Da fand ich persönlich dann auch den zweiten nochmal ne Ecke stärker, auch wenn er auf Gruselebene vielleicht zahmer daherkommt. Allerdings sind da das Innenleben der Figuren und das persönliche Drama gemeinsam mir der Beziehung der Warrens und der dauerhaft drohenden Angst um den Tod Eds einfach vieeel stärker für mich als das vergleichsweise generische Miteinander im ersten Film.

Beim zweiten habe ich zwischendurch Gänsehaut gehabt weil mich die Figuren so gepackt haben, nicht bloß wegen der Horroraspekte. Der erste ist außerdem leider im Finale so drüber, dass es mir als störend auffiel, während der zweite selbst im Finale die Spannungskurve relativ gleichförmig hielt, ohne zu extrem auszubrechen. Generell ist es aber ungemein beeindruckend, dass Wan so konsistent starken Horror abliefert.

Dead Silence - ja, er hat seine Probleme und Schwächen, vor allem die relativ blassen Figuren, aber Inszenierung und so manche clevere Idee heben ihn klar übers Mittelmaß des Genres hinaus. Feiern - Nein. Aber auf jeden Fall immer mal wieder gerne einlegen.

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Silencio : : Moviejones-Fan
20.03.2018 14:04 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 613 | Reviews: 40 | Hüte: 52

@Tim:

Dass man "Paranormal Activity" spannend finden kann, will ich ja gar nicht bezweifeln, aber seine Spannung bezieht der ja nur daher, dass der Zuschauer auf den nächsten Buh-Ruf wartet. Wenn man das Timing halbwegs drauf hat, kann einen das einfach nicht mehr erschrecken, dementsprechend fehlt der Effekt dann.

"Insidious" kann dagegen mit ansprechenden Charakteren aufwarten, die ein glaubwürdiges Innenleben haben. Gerade beim erneuten Anschauen fällt auf, dass der "Protagonistenwechsel" im letzten Akt von langer Hand geplant war und da so ziemlich jede dritte Dialogzeile subtil drauf hinarbeitet. Dazu kommt noch die tolle Kameraarbeit, die den Zuschauer zum schwebenden Beobachter werden lässt, Geister mal unauffällig im Hintergrund versteckt und auf diese Weise konstant an der Spannungsschraube dreht. Gerade der erste sichtbare Geist hinter der Krippe verfehlt so gut wie nie seinen Effekt. Da hat der Wan mal eben alle seine Inszenierungstricks in dem Film verbraten.

"Conjuring" mag ich auch (und die Schrankhexe ist der beste Sam Raimi-Gag, den Sam Raimi nicht selbst benutzt hat) ganz gerne, aber im direkten Vergleich ist der nicht so tight wie "Insidious". Auch ein guter Film, der viele Tricks und Handlungselemente teilt, aber mit ein bisschen mehr fett und einem konservativeren Weltbild.

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Tim : : King of Pandora
20.03.2018 12:56 Uhr
1
Dabei seit: 06.10.08 | Posts: 2.809 | Reviews: 192 | Hüte: 67

Faszinierend wie die Eindrücke sich unterscheiden können. Ich fand Paranormal zwar nicht super und gerade die Figuren unfassbar nervig, aber gerade zum Ende hin hat der eine tolle Spannung aufgebaut und die letzten Minuten des Films fand ich sehr gut. Gerade die Bettszene gehört für mich zu den besseren Momenten, die das Genre in den letzten Jahren hervorgebracht hat.

Du erwähnst dann lustigerweise Insidious. Hier habe ich nie verstanden, was alle an diesem Film finden. Der war so furchtbar langweilig, ungruselig und verglichen zu Wans gelungenen Parallelprojekt aus dieser Zeit Conjuring, so unfassbar schlecht.

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Silencio : : Moviejones-Fan
20.03.2018 11:47 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 613 | Reviews: 40 | Hüte: 52

@ZSSnake:

Ich bemerkte mal scherzhaft, wer denn nach "Insidious" noch ein "Poltergeist"-Remake bräuchte, der hat den Rockwell-Streifen nämlich schon überflüssig gemacht, als der sich noch in der Development Hell befand...

"Dead Silence" ist ein netter Grusler, dem man die Studiointerferenzen leider merklich ansieht. Ich kann den nicht hassen, ich kann den aber auch nicht abfeiern. Nettes Warmlaufen vor der "richtigen" Karriererenaissance, würde ich sagen.

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
19.03.2018 20:40 Uhr | Editiert am 19.03.2018 - 20:45 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.117 | Reviews: 135 | Hüte: 312

@ Silencio:

Kann ich nachvollziehen, geht mir da nämlich ähnlich. Aber ich bin tendenziell für nahezu alles anfällig, was James Wan so "regiert" hat. Sogar den gern gescholtenen Dead Silence mag ich. Insidious, zumindest den ersten, hab ich selbst vor ein paar Jahren mal mit einer Review bedacht.

Edit: Ich würde heute vermutlich eher Parallelen zu Poltergeist attestieren und vermutlich die Parallelen zu Paranormal Activity garnicht unbedingt nennen. Hatte aber damals den originalen Poltergeist noch garnicht gesehen, was da sicherlich seinen Anteil dran hatte.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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Silencio : : Moviejones-Fan
19.03.2018 20:30 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 613 | Reviews: 40 | Hüte: 52

Ich habe die restlichen Filme der Reihe nicht mehr wirklich in Erinnerung, werde die bei Gelegenheit noch mal auffrischen. Allerdings erinnere ich mich an den zweiten und dritten als zumindest ganz ordentliche Zaubershows im Filmformat, die ganz nett mit praktischen Effekten gearbeitet haben. Ansonsten hatte "Die Gezeichneten" wenigstens mexikanische Gangbanger, die Hexen mit Schrotflinten weggeballert haben, das ist doch auch was...

Die "Insidious"-Reihe arbeitet sich aber auch an Ängsten ab, die eben etwas tiefer gehen als "BUH!"-Rufe. Da hat jeder einzelne Streifen ein übergeordnetes Thema, dass sich organisch aus den Charakteren und der Handlung ergibt. Das hilft ungemein. Eine "Insidious"-Review werde ich mir in nächster Zeit aber sparen, da kommt nur unkontrolliertes gefanboye bei rum...

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
19.03.2018 20:09 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.117 | Reviews: 135 | Hüte: 312

Treffende und gewohnt gut geschriebene Review zu einem maßlos überschätzten Filmchen, das vor allem von einem unfassbaren Hype profitieren konnte. Gefallen sich der zweite und der dritte Film der Reihe dann als überwiegend gut inszenierte Grusler mit mehr Schockwerten, dominiert im ersten noch vor allem eine Sache - die gähnende Langeweile. Und auch wenn die Figurenzeichnung in den Fortsetzungen ähnlich blass bleibt, so unterhalten sie doch zumindest besser. Ab dem vierten wird es dann allerdings so hahnebüchen, dass es sich völlig totläuft.

Da ist man dann bei der Insidious-Reihe tatsächlich besser aufgehoben, die es schafft als unterhaltsame Grusel-Schocker auf einem sehr soliden Level zu bleiben.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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