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Zack Snyder’s Justice League

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Warum ein Film trotz allem doch funktioniert , 4:3

Zack Snyder’s Justice League Kritik

Zack Snyder’s Justice League Kritik
23 Kommentare - 22.03.2021 von MobyDick
In dieser Userkritik verrät euch MobyDick, wie gut "Zack Snyder’s Justice League" ist.
Zack Snyder’s Justice League

Bewertung: 4 / 5

Zuallererst möchte ich hier mal einen kleinen Disclaimer loswerden: Ich gehöre zu der Fraktion, die wohl derzeit in der Minderheit ist, und den Whedoncut tatsächlich als brauchbaren Film ansieht, ich finde den Film sogar so gut, dass er für mich deutlich besser dasteht als mindestens die beiden ersten Avengers Filme. Man muss Whedon – egal wie man zu ihm als Person steht - vor allem deswegen eine gewisse Art von Respekt zollen, da er ein Monstrum von einem Film auf Managementanweisung um die Hälfte gekürzt hat, den Film grundsätzlich in allen wesentlichen Eckpunkten gleich belassen konnte, den Film weniger sperrig und auch wie üblich für solche Filme auch den Erklärbärmodus humoristisch weiter ausbreitend (ich sage nur Pet Cematary) und trotzdem als Film funktionierend belassen konnte. Da ist wenn man sich Suicide Squad anschaut deutlich mehr schief gelaufen obwohl das alles in der Hand eines Regisseurs blieb. Whedons Justice League ist ein runder, harmloser Film, der gut unterhält und eben kaum aneckt. Das einzige, was einfach wie ein Damokles Schwert über dem Film schwebt ist dieses jahrelange Versprechen, dass es da diesen einen besonderen Cut gibt, der dem Leben endlich einen Sinn geben wird.

Als Zweites möchte ich noch was zu diesem im Vorfeld von mir als unsäglich empfundenen Bildformat von 4:3 sagen: Zum einen, wenn man sich das Bildmaterial auf einem höchstens mittelgrossen Bildschirm anschaut, dann entfaltet der Film wirklich keinerlei Wirkung, vieles was Snyder sich als Episch ausmalt verpufft ins nichts und der Film geht komplett baden. Wenn man aber den Film so schaut wie unser aller liebster Hollywoodegomane mit Fanboy-Attitude sich das vorstellt, möglichst gross, dann hat man ein immersives Filmerlebnis ohnegleichen, das den Film dann tatsächlich erheblich aufwertet. Das ist schon wirklich ganz groß. Und sollten die Kinos irgendwann in 28 Jahren endlich wieder öffnen, dann gehe ich soweit zu sagen, dass Zacks Pet Cematary der Film sein muss, den man gleich erstes im Imax sehen muss. Gleich neben dem legendären Itchy und Scratchy Film!

Trailer zu Zack Snyder’s Justice League

Letztlich nochmal kurz zum allgemeinen Ansatz dieses Reviews: Ich werde auf den Film eingehen und diverse (auch nicht immer auf den ersten Blick ersichtliche) Vergleiche anführen, um zu unterfüttern, warum dieses monströse Egovehikel trotz aller Defizite, die er hat so gut weg kommt. Da ich gefühlt der letzte Honk bin, der den Film bespricht gehe ich davon aus, dass die Leute den Film kennen daher ab jetzt massiver Spoilerbereich. Wer nur mein Fazit wissen möchte, der springe bitte in den letzten Abschnitt.

Los geht’s:

Supermans Todesschrei aus BvS weckt irgendwelche MacGuffins, ein Bösewicht im Auftrag eines Oberbösewichts kommt, um diese einzusacken und die Erde zu unterjochen, die Justice League wird gegründet, ist zu schwach, also erwecken sie Superman wieder, mit dessen Hilfe sie dann den Bösewicht köpfen.

So weit so dämlich die Handlung, die bis auf die Enthauptung 1:1 Whedons Film ist. Also wer nicht mit Snyders Megalomaniacismus klar kommt, Probleme mit dessen Inszenierung hat oder einfach nicht 4 nicht wieder bringbare Stunden seines Lebens verschwenden möchte, der kann getrost zum Whedonschen abgespeckten Film greifen ohne auch nur etwas zu verpassen!

Zack Snyders Film ist einfach unverschämt lang und zelebriert sich selbst über Gebühr für diese exorbitant lange und nicht recht fertigbare Länge, der Film ergeht sich in nicht nötigen Zeitlupensequenzen, die ihn unnötig in die Länge ziehen, und es ist immer wieder mehr als nur ein Sekundenbruchteil über Gebühr, dass er sich in seinem Stil ergeht (Das fängt schon bei Supermans Todesschrei los, welche gefühlt 3 Minuten zu lang ist, geht dann in solchen sinnlosen Sequenzen weiter, wenn Aquaman seinen Oberkörper entblösst (mehr als nur einmal) und dabei seine Groupies ein Liedchen für ihn trällern und das einfach viel zu lang eingefangen wird. Und da hat der Film gerade mal 10 Minuten auf dem Buckel. Diese Superslomos werden in der Folge immer wieder von 6-Pack-Bäuchen in Zeitlupe unterbrochen, wo es wirklich nicht um solche Nebensächlichkeiten gehen sollte, und gefühlt immer wieder irgendwelche sinnlosen Einsprengsel, die einfach nur cool aussehen sollen, aber nichts zum Film beitragen, wie zB wenn (wieder einmal) Aquaman einen auf Old Spice Werbung macht mit einem Wet T Shirt Contest Wassersplash, nur dass Momoa eben kein T-Shirt anhat.

An und für sich ist da ja auch nichts gegen einzuwenden, aber Snyder zieht das so rigoros und völlig knochentrocken durch, als hätten wir es mit Schindlers Liste zu tun, dass es einen wirklich irritiert. Ich muss an dieser Stelle mal einen anderen Film nennen, der natürlich Meilen über diesem Film angesiedelt ist, aber sein Hinausziehen jeder einzelnen Szene so perfekt in Szene setzt, dass es einfach sitzt und ein Film, der so einfach nicht funktionieren dürfte, trotzdem zum Meisterwerk mutiert: Spiel mir das Leben vom Tod. Dort wird alles auch bis zum Exzess ausgekostet, so dass ein 80-Minüter dann schliesslich fast 3 Std dauert. Und es funktioniert. Zack Snyder verpasst eben den einen Moment der Entladung der Spannung gefühlt jedes Mal und zieht es nochmal 15 Sekunden länger. Das ist auf Dauer ermüdend und erschlagend. Aber es hat System – dazu später mehr.

Die Filmmusik, auch ein extrem wichtiger Faktor für das Filmerlebnis, ist jetzt endlich wieder von Junkie XL statt Elfman, und ganz ehrlich, ja es gibt den einen oder anderen wirklich gelungenen Score, aber es gibt auch genug Momente, wo der Score so monoton und langweilig ist, dass ich die ganzen Lorbeeren hier nicht ganz teilen kann, teilweise versumpft da vieles oder der Wechsel von einem Motiv zu einem anderen ist so hanebüchen, dass es wirklich (nicht unbedingt positiv) auffällt. Ja, ist möglicherweise ein Upgrade, ich für meinen Teil war irgendwann geradezu genervt.

Die bessere Charakterisierung der Figuren, was ja auch immer wieder hervorgehoben wird, kann ich nur bedingt nachempfinden: Batman ist ein völlig anderer Charakter als noch in BvS, so als hätte er so viele bewusstseinsverändernde Medikamente zu sich genommen, dass er jetzt als Maskottchen für die Pharmaindustrie jegliche Depressionen einfach unter den Tisch kehren muss. Keinerlei Charakterisierung vorhanden. Momoa ist ein Miesepeter und Griesgram, was cool sein soll, Charakter Fehlanzeige, Cyborg, der das Herzstück des Films sein soll, bekommt zusammen mit dem Flash zwar tatsächlich nachvollziehbare Motive, aber bei 6 Nasen ist das zu wenig. Vor allem weil Wonder Woman plötzlich auch zu einer lieben netten Person mutiert, es sei den sie klatscht und enthauptet durch die Gegend. A Propos unnötige Gewalt: Superman hat plötzlich keinerlei probleme mehr mit Terminal Violence – naja Friedhof der Kuscheltiere halt.

Aber sagen wir mal, dass das so okay ist im Rahmen des nötigen, der Gewaltgrad ist einfach irritierend für einen normalen Superheldenblockbuster und die völlige Abwesenheit von Ironie jeglicher Art machen einem irgendwie weis, dass Snyder tatsächlich glaubt, etwas ganz großes erschaffen zu haben. Er suhlt sich regelrecht in seiner eigenen Kreation.

Und hierfür geht er keinerlei Kompromisse ein, er macht einfach sein Ding und zwingt uns seine Sichtweise über, inklusive wirklich immer wieder unpassender Musikuntermalung, die einen zu keinem Zeitpunkt irgendwie abholt sondern immer nur mit einem Stirnrunzeln zurück lässt. Aber auch das hat System, dazu gleich mehr.

Wenn andere Leute irgendwann, ich nenne sie mal Meisterregisseure, mal eine Carte Blanche hatten und eine für sie wichtige Message ans Volk bringen wollten, dann haben sie in der tat auch mal ein All IN rausgehauen, das sich gewaschen hat und irgendwie trotz aller Defizite ihrer Werke doch bewundernswert war. Bertoluccis 1900 ist ein 5-Stunden-Mammut, der nie den richtigen Ton trifft, aber immer das herz am rechten Fleck hat, dennoch viel zu lang und einfach keinerlei Fokus. Aber hatte eine Aussage. Cimino hat mit Heavens gate sogar United Artists ruiniert und ein 4-Stunden-Gesellschaftsmammutwerk an den Mann gebracht, das auch eine eindeutige politische Aussage hatte, die man eigentlich auch bewundern kann. Auch der Film viel zu lang und unfokussiert.

Aber Snyder will gar keine Message unters Volk bringen, sondern sich selbst als größtmöglichen Fanboy der Comic-Industrie abfeiern, einer der alles weiss, was er verfilmt, ob er es versteht, steht irgendwie immer auf einem anderen Papier. Er hämmert hier 4 Stunden lang auf den Sehnerv seines Zuschauers seine feuchten Träume für jeden fanboy auf Zelluloid, und er scheisst auf eine kohärente Story-Erzählung. Er penetriert einen geradezu bis zur Bewusstlosigkeit mit seinem penetranten Score und scheut auch nicht davor zurück, seine Story trotz 4 Stunden nur rudimentär zu belassen.

Hinzu kommt, dass er gerade weil er es kann einfach mal seinen Fans auch noch vor die Schuhe kotzt, indem er nicht nur ein offenes Ende dalässt, sondern gleich mehrere, eines davon sogar komplett neu dreht, und die Fanboys ihm dafür noch dankbar sind.

Er könnte ja auch den Film tatsächlich als 6-teilige Misierie rausbringen, aber dafür hat er einfach nicht genug Inhalt, er bleibt bei Archetypen, grossen leeren Gesten und einer extrem rudimentären Handlung, die einen nur deshalb in Beschlag nehmen kann, weil man eben gerade EINEN Film schaut. Ein bißchen erinnert mich das an die neuartigen Superheldencomics, die sich auch ewig in die Länge ziehen, ohne dass was passiert.

Hinzu kommt, dass er keinerlei Demontage oder ähnliches anstrebt sondern einfach nur geile Bilder produzieren will, eine Tiefe wie beispielweise dem viel zu überbewerteten The Boys wird gar nicht erst angepeilt.

Hinzu kommt, dass ein Punkt immer stärker zum Tragen kommt, den ich schon seit MoS immer wieder moniert hatte, Amy Adams ist als Lois Lane einfach eine Fehlbesetzung, da sie einfach zu alt ist, in einer Welt wo alle nach Zack Snyders Riefenstahlschem Motto auszusehen haben, wirkt sie fast ein bißchen wie die beste Freundin von Martha – welche auch immer. Das fühlt sich zunehemdn in dieser stilisiertesten aller Welten wie ein Fremdkörper an.

EDIT:

Nachdem ich das jetzt auf mich hab wirken lassen und sowohl PaulLeger, ChrisGenieNolan als auch DrStrange (auch drüben in seiner fast identischen Twilight Zone-Zwillings-) Kritik richtige und wichtige Kommentare hierzu abgelassen haben, muss ich leider festhalten, dass der Grund, warum ich den Film trotz all dieser Kritikpunkte so hoch bewerte. Also dann, Asche über mich, Schande über mein Haupt und so weiter: Die Gründe dafür, warum Snyders Film eben doch funktioniert, diesmal hoffentlich eben nicht zwischen den Zeilen :-)

Snyder dreht den Film einfach auf seine ihm eigenen Art von vorne bis hinten zu Ende, und irgendwann macht es eben doch Klick, die Bilder sind für die Ewigkeit, seine Charaktere und Set-Pieces sind allesamt toll anzuschauen, und selbst seine entsättigten Farben geben dem ganzen einen geerdeten grimmen Touch, was einfach perfekt zu seinem Erzählstil passt. Selbst seine Entscheidung, das Ding in 4:3 rauszubringen, macht ja auf der großen Leinwand absolut Sinn, das sind nunmal große Bilder für die große Leinwand. Und diese bombastoide auf den ersten Blick mehr Schein-als-Sein-Inszenierung hält ja auf den zweiten eben nicht immer Stand. Denn erstens ist er tatsächlich ein absoluter Fanboy, der die ganzen Storys wohl in sich aufgesogen hat und sie manchmal zu viel auf einmal alles in seinen großen Topf schmeisst, wohl aber auch wissend, dass er möglicherweise keine weitere Chance haben wird und hier tatsächlich ALL-IN geht, was den Comic-nerd in mir zum einen verzückt, aber zum anderen auch masslos ärgert, eben weil er kein langes Wordlbuilding betreibt sondern einfach reinschmeisst (ich denke nur an den elendlich verschenkten Doomsday als berühmetsetm Beispiel im Vorgängerfilm). Und zum anderen, trotz aller Martialik und seiner wirklich problematischenWeltanschauung, die auch hier immer wieder durchschimmert, so ist er doch im Grunde auch ein wirklich kleiner versteckter Feminist und Romantiker (auch etwas was ihm immer wieder seine größten Kritiker, ja ich meine euch PaulLeger, Silencio und MB80, haha!, absprechen), wenn er etwa Wonder Woman ganz deutlich sagen lässt, dass sie niemandem gehört (hast du gehört DC?!?) oder wenn die Lösung aller Probleme um Superman immer Lois Lane sein wird, eine Frau, die so normal ist, dass sie einfach nicht ins übliche Bild Snyders passt! All das, und eben die irgendwann majestätisch werdende, zumindest mit zunehmender Dauer auffassbare, fast schon Wagnersche Inszenierung machen dann Snyders JL zu etwas irgendwie trotz all der Probleme eben doch Erhabenem und großartigen Eventfilm, mit dem man nicht immer konform gehen muss oder gar sollte, aber würdigen kann man dies auf alle Fälle.

Edit Ende

Fazit:

Ja, Zack Snyders Justice League ist ein Monstrum von einem Film, das einen von vorne bis hinten erschlägt, in allen Belangen. Man sollte den Film auf der großen Leinwand sehen, sonst können die Ölgemälde von Gewalt nicht ihre Wirkung entfalten. Und man muss den Film wirklich durchstehen. Ich hatte nach zwei Stunden einfach keine Lust mehr weiterzuschauen, zu sehr seine eigene Langsamkeit zelebrierend nervte mich der ganze Quatsch. Aber der Film ist eine kompromisslose Vision eines Mannes, der nie vorgab etwas anderes zu sein, insofern ist das Werk auch ehrlich und aufrichtig, wenn auch mit einer sehr zweifelhaften Message versehen. Auf dem kleinen Bildschirm würde ich dem Film etwa 5-6 Punkte geben, in Gross allerdings gerade so noch 8 Punkte, da es ein Film ist, den man gesehen haben muss, um es zu glauben.

Und ja, auch dieser Film steckt die beiden ersten Avengers ganz locker in die Tasche.

Und ja, er ist auch besser als der Whedon-Cut, aber er ist dem Film eben nicht in allen Belangen überlegen und nein, er ist auch kein Meilenstein, der Film ist eine sehr interessante Anomalie und sollte auch gesehen werden.

Übrigens:

Was bin ich froh gewesen zu sehen, dass die Single Best Scene of the Movie tatsächlich von Snyder war und damit auch in diesem Film vertreten, nämlich Flash und Supermans Augen.

Also trotz allem Gejammer 8 Punkte

Zack Snyder’s Justice League Bewertung
Bewertung des Films
810
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23 Kommentare
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MobyDick : : Moviejones-Fan
01.04.2021 12:26 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.170 | Reviews: 152 | Hüte: 479

MB80

Auch dir danke für den Hut :-)

PaulLeger

Wo habe ich was über Pleasure geschrieben?

Dünyayi Kurtaran Adam
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PaulLeger : : Moviejones-Fan
31.03.2021 22:44 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 818 | Reviews: 7 | Hüte: 112

@ MB80

Habe jetzt nur die Kritik und nicht die Kommentare gelesen,

Und dabei hab ich darin Moby mehr oder weniger dazu gebracht sich einzugestehen, den Film nur aus Guilty Pleasure-Gründen gut bewertet zu haben tongue-out

MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
31.03.2021 22:09 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.931 | Reviews: 35 | Hüte: 169

@MobyDick

Habe jetzt nur die Kritik und nicht die Kommentare gelesen, das liest sich aber stark wie die Kritikpunkte von diversen anderen hier, inklusive meiner Kritik ;) Deshalb vermute ich mal, die Wertung beruht rein darauf, dass hier ein Auteur seinen Weg bekommen hat. Und ja ich habe Snyder gerade einen Akteur genannt, that just happened... Nebenher, prinzipiell finde ich es ja gut, dass er eine zweite Chance bekommen hat, auch wenn ich die Fan Kampagne und das ganze Drumherum eher kritisch sehe. Aber Fakt ist auch, was er ursprünglich mal vorhatte wurde von Warner hart zersägt, ergo... Wenn das Ergebnis jetzt noch gut wäre... ;)

Ob man den Film gesehen haben muss, uff... Als Filmfreund bestimmt, aber also allgemeine Zuschauerschaft...?

Snyder der Feminist, boah... Er hat der Frau von Gerald Butler in 300 mehr Rolle gegeben, das spricht dafür. Aber generell denkt Snyder so in Archetypen, da finde ich das etwas streitbar. Generell würde ich eher sagen, seine Frauen sind unterentwickelt, und wenn sie eine Rolle spielen, dann vor allem als Mutter oder eben FreundinFrau (Habe Sucker Punch weiterhin nicht gesehn). Die Ausnahme bildet da sonst nur sein Zombie Remake...

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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MobyDick : : Moviejones-Fan
25.03.2021 08:07 Uhr | Editiert am 25.03.2021 - 08:19 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.170 | Reviews: 152 | Hüte: 479

PaulLeger

Ja ok, der Punkt geht an dich, nur für sich betrachtet ist das eigentlich zu wenig im vorliegenden Film, um als megainspirierender Punkt und relevanter Aspekt angesehen zu werden. Deshalb finde ich es ja auch so lächerlich, dass WW in deiner erwähnten Szene so gelobt wird. Aber da sind wir wieder beim allgemeinen Problem der Erzählstruktur angelangt: Es wird alles viel zu rudimentär belassen und eigentlich kaum einem Charakter Raum zur Entfaltung gegeben, und zwar weder den männlichen noch den weiblichen. Denn man könnte genauso gut auch sagen, dass sowohl Momoa als auch Cavill zu TShirt befreiten Plotvehikeln ohne wirklich greifbaren Charakter degradiert werden. Vor allem Supes hat ja gar nichts zu sagen, ausser dass er eine zweite Chance hat und das ländliche Amerika (Zwinkerzwinker) liebt. Eine wirkliche Aufarbeitung seines Todes und der Wiedererweckung findet einfach nicht statt.

Obwohl wir beide das ja ähnlich sehen dürften, und ich mir ja der ganzen Problematiken des Films auch bewusst bin, was ja auch anscheinend keinem der Leser hier entgeht, muss ich ja fast zu meiner eigenen Schande gestehen, dass es mir in diesem speziellen Fall im Endeffekt ja fast egal zu sein scheint. Wie i h ja im Review schon schrieb, eine Anomalie ;)

Dünyayi Kurtaran Adam
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PaulLeger : : Moviejones-Fan
25.03.2021 00:31 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 818 | Reviews: 7 | Hüte: 112

@ MobyDick

Danke für den Gail Simone-inspirierten Hut. wink Beim Thema Lois sollten wir nur diesen Film betrachten und da kann man bei ihrer einzigen plotrelevanten Szene davon sprechen, dass ihre aktive Rolle darin dadurch abgeschwächt wird, dass die "Rettung" ja eigentlich nur auf Betreiben von Mister Fanservice passiert, der Lois wie eine Schachfigur in Position für den von ihm gewünschten Ausgang bringt. Auch hier haben wir also wieder das Problem, dass Snyder einfach nicht aus seiner Haut kann und eine eigentlich gute Aussage abschwächt, weil er unbedingt eine völlig unnötige Fanservice-Szene einbauen muss, mit der er nebenbei mit Marthaaaa eine weitere Frauenfigur um eine gute Szene beraubt.

Summa summarum seh ich da in einem 4-Stunden-Monstrum nur wenige kleine Ansätze, die in ihrer Wirkung dann auch noch abgeschwächt werden. Ist mir zu wenig, um Snyders Film dafür zu loben.

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MobyDick : : Moviejones-Fan
24.03.2021 10:14 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.170 | Reviews: 152 | Hüte: 479

Duck

Auch bei dir verweise ich gerne auf den Edit-Teil, der das alles in Relation setzen soll, du kannst gerne die erklärenden Kritikpunkte als Gründe dafür annehmen, warum der Film nicht noch höher bewertet wird, wenn dir das zum Verstehen oder Einordnen der Wertung besser hilft.

Zum Durchschnittswert später: Meine Wertung steht fest und wird sicherlich keinen Wert (weder marginal noch großartig) in irgendeine Richtung verfälschen, denn trotz der massiven Probleme die er hat, ist er für mich als Gesamtwerk trotzdem immer noch sehenswert und irgendwie für mein Empfinden gut, sonst hätte ich ihm sicherlich keine 8 Punkte gegeben. Dass ich etwa bis zur Hälfte den Film scheisse fand, zeigt ja auch, dass ich ihn erst ganz gesehen haben musste, um über ihn komplett urteilen zu können. Und das kann dann jeder für sich selbst einstufen, wie er/sie es dann wahrnimmt.

Rezeption ist immer so eine Sache, sie ist immer subjektiv, und bei solchen Werken wie dem vorliegenden auch immer damit zu kombinieren, wie man sozialisiert ist und wie man dieses dann auch vom Gesehenen abzugrenzen in der Lage ist.

Nur ein anderes Beispiel:

Ich finde 300 ein extrem problematisches Werk, deutlich problematischer als jeden Zackie DC Film, und trotzdem schaue ich den ganz gerne, viel lieber sicherlich als jeden der Dc Werke von dem Mann. Dennoch käme ich nie auf die Idee, dem Film mehr als 5-6 Punkte in der Spitze zu geben, eher sogar 3-4 Punkte.

Da ist die JL ein ganz anderes Kaliber, das man nicht uneingeschränkt würdigen muss, ich aber für mich entscheide, es eben doch zu tun.

Dünyayi Kurtaran Adam
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MobyDick : : Moviejones-Fan
23.03.2021 21:10 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.170 | Reviews: 152 | Hüte: 479

PaulLeger

Ah, das von mir oft gebrauchte Women in Refrigerators Beispiel smile ich bin beeindruckt, Hut!

Ich widerspreche dir auch nicht.

Nur:

Lois muss nicht sterben, um Superman zu retten, sie rettet ihn in BvS, sie rettet ihn in JL, und sie wird auch der Schlüssel in der Zukunft sein. Und so wie sie bisher dargestellt war, ist es auch vorstellbar, dass sie nicht nur das Liebchen bleiben wird, das entweder gerettet wird oder nur der Motivation wegen stirbt. Sie jetzt nur darauf zu reduzieren, wird ihrer bisherigen Darstellung nicht ganz gerecht, auch wenn es auf den ersten Blick so wirken mag. Sie war sogar am Anfang bei Supes Tod als einziger Normalo zugegen.

Dünyayi Kurtaran Adam
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PaulLeger : : Moviejones-Fan
23.03.2021 20:36 Uhr
1
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 818 | Reviews: 7 | Hüte: 112

@ MobyDick

Die Frage ist wie ernst man so ein flüchtiges Statement in einem 4-Stunden-Film, der für den Großteil seiner restlichen Laufzeit eher fragwürdige Dinge propagiert, nehmen kann. Und wenn ich mir Dianas Rolle im Gesamten anschaue, dann weiß ich nicht wie man Snyder das noch positiv auslegen kann. Ich meine irgendwie hat er es geschafft, trotz doppelt so langer Laufzeit Dianas Rolle gegenüber der Kinofassung zu marginalisieren, sie hat in diesem Film eigentlich keine Agenda und macht auch keine Entwicklung durch, sie ist halt da und hilft Bruce bei der Formierung der JL, ansonsten schnetzelt sie sich durch die Gegner, das wars mehr oder weniger. Das merkst du ja auch selbst in deiner Kritik an und das passt für mich eben nicht mit dem vorgeblichen Empowerment-Ansatz zusammen, die einzige weibliche Heldin dermaßen an den Rand zu drängen.

By the way finde ich auch deinen zweiten Punkt mit Lois ziemlich angreifbar. Sie wird als der Schlüssel bezeichnet, aber gemeint ist damit ihr Tod und damit bedient Snyder hier das älteste Klischee aus der Misogynie-Mottenkiste der Comics, das man sich vorstellen kann, die Frau stirbt, um den Handlungsbogen der männlichen Figur voranzutreiben.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
23.03.2021 18:56 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 14.006 | Reviews: 154 | Hüte: 496

@Duck-Anch-Amun
"Man kommt gar nicht mehr nach alle Kritken zu lesen"

Kritiken, Meinungsspiegel, die Handvoll Artikel der letzten Tage, ich habe mittlerweile auch einen Fullstop eingelegt^^ Zumal hier und da dann auch Spoiler dabei sind. Und so wichtig ist mir das und der Film aktuell auch nicht, der Hype bewirkt auch eher das Gegenteil, es nervt mich, dass sich 90% des Forums nur noch darum drehen... Da warte ich lieber mehrere Tage, bis sich das alles gelegt hat, schaue dann den Film und lese die Sachen im Forum nach.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
23.03.2021 18:04 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 9.215 | Reviews: 37 | Hüte: 558

Man kommt gar nicht mehr nach alle Kritken zu lesen^^
Das Lesen machte mir Spaß und ich stimme dir in sehr vielem zu. Dabei bin ich wie einge Vorredner überrascht - es klingt deutlich negativer als z.B. bei mir, ist trotzdem hoch bewertet. Ohne PaulLeger nahetreten zu wollen, da er bis Silencios Auftritt ja die negative Review für sich beanspruchte, klingt dies sogar negativer als bei ihm ^^
Die Hütevergabe muss ich aber nicht verstehen, im Meinungsspiegel wird sie später jedoch meines Erachtens das Ergebnis bisschen verfälschen, aber da schon so genügend positive Kritiken vorhanden sind, wird dies nicht auffallen.

@PaulLeger
Also meine Brüder und ích haben uns bei der Szene angekuckt, angefangen mit lachen und waren der gleichen Meinung: "Klassicher Snyder whoop whoop"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
23.03.2021 17:51 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.170 | Reviews: 152 | Hüte: 479

PaulLeger:

Sehr gut, passt :-)

Diese Szene, die du ansprichst, kam mir auch nicht in den Sinn, als ich meine positiven Werte bei Snyder bzgl Frauen sah. Ehrlich gesagt befindet sich diese Szene in dem teil des Films, den ich scheisse finde, und die Szene finde ich auch total dämlich, genau aus dem Grund wie du es hier beschreibst.

Und wenn du meine Review bzgl WW gründlich wahrgenommen hättest, hättest du auch rauslesen können, dass ich genau diese Charakterisierung nach wie vor als problematisch ansehe:

Supermans Todesschrei aus BvS weckt irgendwelche MacGuffins, ein Bösewicht im Auftrag eines Oberbösewichts kommt, um diese einzusacken und die Erde zu unterjochen, die Justice League wird gegründet, ist zu schwach, also erwecken sie Superman wieder, mit dessen Hilfe sie dann den Bösewicht köpfen

Vor allem weil Wonder Woman plötzlich auch zu einer lieben netten Person mutiert, es sei den sie klatscht und enthauptet durch die Gegend. A Propos unnötige Gewalt

Nein, das kann und will ich gar nicht abfeiern, es ist eher ihr Ausspruch, dass sie Niemandem gehört!

Daher, ich verstehe euch ja, und eure Argumente, aber da ist halt immer wieder etwas anderes, etwas Kleines und fast unauffälliges bei, was nicht sofort auffällt und auch der Kritik standhalten kann, was man dann irgendwann dann doch nicht mehr wahrnimmt.

Dünyayi Kurtaran Adam
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PaulLeger : : Moviejones-Fan
23.03.2021 16:50 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 818 | Reviews: 7 | Hüte: 112

@ MobyDick

Da du in deinem Edit auch auf Wondy und Snyders vermeintlichen Feminismus eingehst, kann ich das nutzen, um einen Punkt anzusprechen, der mich schon länger beschäftigt, für den ich bislang aber nicht den richtigen Ort gefunden habe, ihn einzuwerfen. Here we go:

Bei Dianas erster Szene wird Snyder ja vielfach dafür gelobt, dass er sie am Ende zum Mädchen sagen lässt, dass sie alles werden könne, was sie sein wolle, was in der Kinofassung noch fehlte. Da wird Snyder also irgendwie eine tolle feministische Botschaft attestiert. Das Problem ist aber, dass Wondy da zuvor ein extrem schlechtes Vorbild für ein kleines Mädchen abgegeben hat.

Sie wehrt in der Szene ja problemlos Maschinengewehrkugeln ab, wird also mit einer Reaktionsgeschwindigkeit gezeigt, die es ihr locker erlaubt hätte sämtliche Gangster problemlos auszuschalten ohne sie umzubringen. Stattdessen wirft sie diese aber mit voller Kraft gegen Wände, dass ihre Köpfe zu Brei zermatschen, den letzten sprengt sie in die Luft, obwohl sie ihn problemlos hätte entwaffnen können (mit der Explosion gefährdet sie nebenbei bemerkt sogar Unschuldige, da die Trümmerteile locker Unbeteiligte hätten verletzten können).

Und das ist so ein wenig Snyder in a nutshell. Vielleicht mag da ja ab und zu eine positive Botschaft dahinter stecken, aber mit seiner "13jähriger Edgelord"-Attitüde konterkariert er sowas direkt wieder wie eben in diesem Fall, wo er nicht anders kann als Diana völlig unnötig als Tötungsmaschine darzustellen. Seine Fans johlen da natürlich, aber du warst ja auch eher im Team #notmywondy, als er Diana mit abgehackten Köpfen gezeigt hat, daher fände ich deine Meinung dazu spannend.

Einen Kopf hat er sie im späteren Verlauf natürlich auch noch abhacken lassen, aber das ist wieder ein anderes Thema^^

MJ-Pat
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DrStrange : : Moviejones-Fan
23.03.2021 13:02 Uhr | Editiert am 23.03.2021 - 13:02 Uhr
0
Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 1.581 | Reviews: 13 | Hüte: 42

@MobyDick:

Wichtig war doch letztendlich, das wir die Aufgabe mit Bravour gemeistert haben und den Kern der Wahrheit zu Tage gefördert haben. wink

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MobyDick : : Moviejones-Fan
23.03.2021 12:11 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.170 | Reviews: 152 | Hüte: 479

DrStrange

Danke für das dicke Lob und den Hut, wie du drüben bei dir schon schriebst, es ist tatsächlich schwierig, das alles auf Anhieb richtig einzuordnen :-)

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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DrStrange : : Moviejones-Fan
23.03.2021 11:05 Uhr
0
Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 1.581 | Reviews: 13 | Hüte: 42

@MobyDick:

Prächtig ausformuliert. Jetzt klappt es sicher auch mit den Nachbarn und keiner verirrt sich mehr in den Untiefen der Twilight Zone. Dicker Hut für das Review-Gesamtwerk.

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